Eben gehört

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  • "Eben gehört" geht in die 12. Runde. Der letzte "Eben gehört"-Thread 2020/2021 hatte 4.293 Beiträge und 225.519 Zugriffe. Damit liegt eine weitere Steigerung im Vergleich zu den "Eben gehört"-Threads der vergangenen Jahre vor. Weiterhin viel Spaß beim Musikhören.


    Die Moderation




    Erstkontakt. Wollte die Scheibe eigentlich ganz hören, habe aber nicht durchgehalten. Allzu grotesk unmusikalisch und zerhackt klang das für mich. Mir ein Rätsel, wie erfahrene Klassik-Hörer daran Freude haben können.

  • Erstkontakt. Wollte die Scheibe eigentlich ganz hören, habe aber nicht durchgehalten. Allzu grotesk unmusikalisch und zerhackt klang das für mich. Mir ein Rätsel, wie erfahrene Klassik-Hörer daran Freude haben können.

    Was haben sich die Konservativen in Rage geschrieben, als Harnoncourt zum ersten Mal die Matthäus-Passion aufgenommen hatte. "Hexentanz" nannten sie den Eingangschor und was weiß ich noch alles.


    Heute sind wir die Konservativen, die das Gehörte zu allererst mit unserer eigenen Hörerwartung abgleichen und auf Differenzen höchst verstört reagieren.


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ja, du könntest Recht behalten. Will ich nicht hoffen. Musikalischer Fluss wird sodann als Makel empfunden, zerhackt als Lob. Moderne Zeiten.

  • Wie sich die Formulierungen gleichen ... ;) ... daran erkennen wir, dass wir alt wurden: Dass uns der Jugend Schöpfungen fremd sind.


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ja, du könntest Recht behalten. Will ich nicht hoffen. Musikalischer Fluss wird sodann als Makel empfunden, zerhackt als Lob. Moderne Zeiten.

    Modeerscheinungen müssen anscheinend erst bis zum Extrem getrieben werden, bis man ihrer überdrüssig wird. Da ist (leider) noch Luft nach oben.

  • Hier gibt es heute Mozarts späte Symphonien Nr. 38-41 mit dem FBO unter Rene Jacobs.
    Wunderbar!

    :jaja1: :jaja1: :jaja1:
    habe Radio-Mitschnitt von Sinfonie Nr. 40 g-Moll KV 550 vom 05.11.08 mit Freiburger Barockorchester unter Jacobs im Stamm-Kader... meine Löffeln mit nämlichen Eindruck...

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Anton Bruckner
    Symphonie Nr. 3
    Wiener Philharmoniker
    Christian Thielemann



    Wenn diese CD hier repräsentativ für Thielemanns Bruckner ist, dann kann ich damit wenig anfangen. Er erfasst IMO die Architektur der Symphonie gar nicht sondern hangelt sich von schöner Stelle zu schöner Stelle, der Grundpuls fehlt, die Höhepunkte kommen nicht richtig. Letztendlich langweilig. Ich bleibe bei Szell, Schuricht, Wand etc.


  • Wolfgang Amadeus Mozart
    Symphonie Nr. 39 & 40
    Le Concert des Nations
    D: Jordi Savall

    "Interpretation ist mein Gemüse."
    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
    Jean Paul

  • Danke für die Einschätzung eines Forums- Experten, dessen Meinung ich sehr schätze.


    Dann bleibt es in meiner Favoritage wohl auch bei Wand, Inbal und Skrowaczewski.


    Gruss aus Bern vom Walter

  • Dann bleibt es in meiner Favoritage wohl auch bei Wand, Inbal und Skrowaczewski.

    Ich möchte dabei auch auf die Einspielungen von Dennis Russell Davies, Ivor Bolton und Mario Venzago hinweisen, die leider hier viel zu kurz kommen immer wieder mal. Thielemann ist und bleibt für mich ein Langeweiler, der immer nur auf "schöne Stellen" aus ist. Das ist kein Konzept, das ist Mache, sonst nichts. Allerdings mit Orchestern, die ihre Zeit bestimmt mit anderen Dirigenten mehr gewinnbringend verbringen könnten. Ich hoffe, dass man in Dresden ein gutes Händchen für seinen Nachfolger haben wird.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Thielemann ist und bleibt für mich ein Langeweiler, der immer nur auf "schöne Stellen" aus ist.

    Na, dann besteht doch gar kein Bedarf, dieses Wissen in irgendeiner Weise in Frage zu stellen.


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Danke für die Einschätzung eines Forums- Experten, dessen Meinung ich sehr schätze.

    Walter!
    Wenn Du so viele Aufnahmen Dein eigen nennst, könntest Du Deine Präferenzen bzgl. der Versionen und ihrer Interpreten benennen.
    Ich bin da etwas ratlos, da ich bei Bruckner erst bei Nr. 4 eingestiegen bin und der 3. erst jetzt auf die "Schliche" komme.
    Gruß aus Kiel

    Was soll ich mit einem Oldtimer? Ich kauf mir doch auch keinen Schwarz-Weiß-Fernseher. (Jeremy Clarkson)


  • Heute war mir danach. Keine Ahnung, wie diese Aufnahme von den Experten eingeordnet wird. Vom Hörvergnügen her ist es bei mir nicht ungetrübt, aber noch befriedigend.

  • Sergei Prokofieff:
    bzw. bzw. hier
    (AD: 09. Februar 2020, Royal Festival Hall, Southbank Centre London)


    Sinfonie Nr. 5 B-Dur, op. 100


    Philharmonia Orchestra
    Santtu-Matias Rouvali

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • Sinfonie Nr. 5 B-Dur, op. 100


    Philharmonia Orchestra
    Santtu-Matias Rouvali

    Oh, danke für den Hinweis! Ist fürs Pfingstwochenende vorgemerkt.


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Spukt mir dauernd im Kopf herum, Schrekers Franz. Deshalb diese:



    Franz Schreker
    Der ferne Klang
    Thomas Moser, Gabriele Schnaut, Victor von Halem, Siegmund Nimsgern, Hans Helm
    Radio-Symphonie-Orchester Berlin
    Gerd Albrecht


    Lauter Wagner-Sänger hat er im Aufgebot - dieser ferne Klang. Der Klang in der Ferne ist aber nicht gemeint. Eher die Suche nach einem spezifischen Klang.

    "You speak treason" - "Fluently"
    "You've come to Nottingham once too often!" - "When this is over my friend, there'll be no need for me to come again!"

  • Arnold Bax:
    bzw. bzw. hier
    (AD: 18. März 2010 & 14. Oktober 2010, The Bridgewater Hall, Manchester, live & BBC Studio 7, New Broadcasting House, Manchester)


    Spring Fire


    &


    Jean Sibelius:
    bzw. bzw. hier
    (AD: 02. August 2006 [op. 73], BBC Studio 7, New Broadcasting House, Manchester & 04. Februar 2007 [op. 49] & 19./20. September 2012 [op. 43], The Bridgewater Hall, Manchester, teilweise live)


    Die Okeaniden, op. 73


    Hallé (The Hallé Orchestra)
    Sir Mark Elder

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • kurze Anmerkung zu Bismuth spielt Biber Rosenkranzsonaten...

    Heute war mir danach. Keine Ahnung, wie diese Aufnahme von den Experten eingeordnet wird. Vom Hörvergnügen her ist es bei mir nicht ungetrübt, aber noch befriedigend.

    es beruhigt mich, dass die tontechnischen Mängel (mal gemutmaßt dass die für dein eingeschränktes Vergnügen verantwortlich sind) nicht unbemerkt bleiben. Vor 6 Jahren schrob ich hier was dazu, oder auch da. Seitdem sind noch einige hervorragende Aufnahmen dazugekommen, was den Qualitätsunterschied umso evidenter erscheinen lässt.


    Khampan

  • Walter!
    Wenn Du so viele Aufnahmen Dein eigen nennst, könntest Du Deine Präferenzen bzgl. der Versionen und ihrer Interpreten benennen.
    Ich bin da etwas ratlos, da ich bei Bruckner erst bei Nr. 4 eingestiegen bin und der 3. erst jetzt auf die "Schliche" komme.
    Gruß aus Kiel

    Lieber Doc


    Huch, das hat man davon, wenn mann so forsch aufschneidet mit seinen Besitztümern 8) ...


    Nichtsdestotrotz hat mich Dein Interesse und Deine Anfrage sehr gefreut. Danke.


    Dein Wunsch sollte mir eigentlich Befehl sein,
    indes bin ich im brucknerschen Fassungsgestüt von der Tribüne aus gesehen alles andere als sattelfest :versteck1: ...


    und ich bräuchte eine längere Recherche in meinen Beständen, für welche ich im Moment weder Kraft noch Lust habe :versteck1: :D


    Wenn ich jeweils eine "Dritte" ins Rennen schicke, schaue ich nie auf die Version, sondern ich greife nach dem Zufallsprinzip zu einer Gesamtaufnahme.


    Und dann schau' ich mal, wie sich der Gaul präsentiert ...


    ***


    Grundsätzlich bevorzuge ich bei allen Bruckner-Sinfonien die Erstfassungen:


    Bei der Dritten (1873) wäre das:


    Inbal/Frankfurt (Teldec 1983/Warner 2003)
    Norrington/RSO Stuttgart (hänssler 2007)




    Das sind zwei total verschiedenartige Realisierungen der Urfassung von Nr. 3, die sich aber mE in ihren unterschiedlichen Sichtweisen (klassisch und hip) wunderbar ergänzen.


    ***


    Eine grössere Synopse wäre schon länger mein Plan ... aber eben. Ich mache vielleicht mal eine Schnelldurchsicht von "meinen Dritten" und werde gegebenenfalls berichten, dann aber in einem brucknerspezifischen Faden.


    Trotzdem - oder gerade erst recht:
    :cincinbier:
    Scha(u)mgruss aus Bern vom Walter