Querflöten-Frischlinge

  • Was schätzt ihr, welches Tempo das auf dem Metronom ist?

    Das ist ca. Viertel = 60.
    Ich habe mal in Spotify ein bisschen quergehört. Die Tempobandbreite reicht von ca. 50 bis ca. 65.
    Wobei Viertel=65 für mich gerade noch akzeptabel ist.


    Beim Selbstspielen muss man ja auch noch berücksichtigen, dass selbst wenn beide Spieler ihren Part in dem angestrebten Tempo können, es immer noch diesen heiklen Stellen gibt, wo beide schnelle Bewegungen parallel spielen müssen. Z.B. Takt 73 - 75 die 16tel-Triolen bzw. 32stel.
    Wenn man da nicht synchron ist, dann klappert es gewaltig und klingt sehr unschön. (Das weiß ich aus eigener Erfahrung :pfeif: ).

    Das merkt man halt erst wenn man zusammenspielt. Vorher denkt man (dachte ich), dass man seinen Part drauf hat.


    Noch ein Tip: Manche Software-Metronome haben ein "Tap" Funktion. Da gibt man nicht das Tempo als Zahl in BPM vor, sondern per Klopfen oder Tippen.
    Damit kann man ganz einfach das Tempo einer Wiedergabe bestimmen: Einfach ein paar Sekunden den Takt "mitklopfen" und das Metronom zeigt einen gemittelten BPM Wert an, der der Klopffrequenz entspricht.

    :wink:

  • Konkret: Ich habe das mal mit einem Flötisten gespielt mit einem Tempo von ca. Viertel = 52-56.

    Das finde ich persönlich zu langsam. Ich tendiere zu Viertel = etwas über 60 - Mitte 60. Darunter wird der Satz für meinen Geschmack arg lang und arg zäh.

    Man zählt also auf einen Schlag zwei Achtel, richtig?

    Grundsätzlich kann man die Viertel in Achtel unterteilen, aber in vielen Fällen, zu denen auch das betreffende Andante gehört, würde ich das vermeiden wollen! Das Denken in kleineren Einheiten hat nämlich durchaus einen Einfluss auf den Charakter der Interpretation; größere Einheiten führen oft zu weniger "Buchstabieren" und zu besserem Fließen der Musik.

    Als ich Ende der 70erJahre mit der Oboe anfing, wurden langsame(re) Sätze, die in Vierteln notiert waren, von Solisten und auch Dirigenten sehr häufig (nahezu gewohnheitsmäßig) in Achtel zerhackt. Mittlerweile ist man weitgehend davon abgekommen - und das hat durchaus gute Gründe!


    Herzliche Grüße


    Bernd

  • Manche Software-Metronome haben ein "Tap" Funktion. Da gibt man nicht das Tempo als Zahl in BPM vor, sondern per Klopfen oder Tippen.
    Damit kann man ganz einfach das Tempo einer Wiedergabe bestimmen: Einfach ein paar Sekunden den Takt "mitklopfen" und das Metronom zeigt einen gemittelten BPM Wert an, der der Klopffrequenz entspricht.

    Ein klasse Tipp, vielen Dank!

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Das finde ich persönlich zu langsam. Ich tendiere zu Viertel = etwas über 60 - Mitte 60. Darunter wird der Satz für meinen Geschmack arg lang und arg zäh.

    Bei dem "lang" stimme ich durchaus zu. Der Satz ist eh überschnittlich lang :schwitz1: .
    Natürlich war bei uns das Tempo nicht nur von musikalischen Aspekten bestimmt, sondern auch von technischen Begrenztheiten ;) .

    Im übrigen sind wir nie so weit gekommen, dass wir gemeint hätten, das wäre vorzeigbar.


    :wink:

  • Das Denken in kleineren Einheiten hat nämlich durchaus einen Einfluss auf den Charakter der Interpretation; größere Einheiten führen oft zu weniger "Buchstabieren" und zu besserem Fließen der Musik.

    Ja, ds leuchtet mir ein. Ich werde das Denken in Vierteln mal ausprobieren. Zumal über meinen Noten der Hinweis meiner Lehrerin "Fließender spielen" steht.

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  • Natürlich war bei uns das Tempo nicht nur von musikalischen Aspekten bestimmt, sondern auch von technischen Begrenztheiten ;)

    So geht´s mir auch. Den Beginn würde ich gerne schwungvoll und zügig spielen. Aber spätestens ab Takt 21 komme ich dann ins Schleudern.

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Bei Achtel-Takten wird es dann schon etwas anders; so zählt man ab dem 6/8 nur 2 Schläge; also auf die 1 und die 4. Im 9/8 dann 3 und im 12/8 entsprechend 4 Schläge.

    Das kommt aber auch schon auf das Grundtempo an. Z.B. beim 2. Satz der h-moll Sonate Largo e dolce wird keiner auf 1. und 4. zählen, weil das einfach viel zu langsam ist. Da bleiben dann nur die einzelnen Achtel als die Zählzeiten.

    :wink:

  • Das kommt aber auch schon auf das Grundtempo an. Z.B. beim 2. Satz der h-moll Sonate Largo e dolce wird keiner auf 1. und 4. zählen, weil das einfach viel zu langsam ist. Da bleiben dann nur die einzelnen Achtel als die Zählzeiten.

    Das ist natürlich auch richtig; an solche Sätze hatte ich gar nicht gedacht :versteck1:



    Ich höre gerade Beethovens Serenade D-Dur op. 25 und bin geradezu entzückt ob dieses äußerst hübschen Werkes - noch dazu, da es hier ganz hervorragend und absolut wohlklingend von einem meiner Liebslingsflötisten :) gespielt wird:

    Sebastian Wittiber vom hr-Sinfonieorchester:


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    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Nachdem mich das Metronom bei der h-moll-Sonate (BWV 1030) total kirre macht und ich nahe daran war, das Ding mit seinem tok-tok an die Wand zu pfeffern, möchte ich es jetzt noch einmal mit einem leichteren Stück versuchen.


    Dafür habe ich mir die Sarabande aus der Solo-Partita, BWV 1013, ausgesucht.


    file:///C:/Users/Carola/AppData/Local/Temp/Partita%20in%20A%20minor,%20BWV%201013%20-%20Complete%20score.pdf


    Anderer Link: https://musopen.org/de/music/3…tita-in-a-minor-bwv-1013/


    Die Sarabande ist auf Seite 6.


    In welchem Tempo würdet ihr das spielen?

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • In welchem Tempo würdet ihr das spielen?

    In meiner Peters Ausgabe steht "anmutig und langsam" (Herausgeber ist Maximilian Schwedler).

    Ich spiele ca. Viertel = 60.


    NB: Sicherheitshinweis: Falls du dich mal an die Allemande herantraust, empfiehlt es sich, immer ein Sauerstoffgerät greifbar zu haben. Grins1


    :wink:

  • Falls du dich mal an die Allemande herantraust, empfiehlt es sich, immer ein Sauerstoffgerät greifbar zu haben. Grins1

    Das glaube ich sofort. Wenn ich diese endlosen Sechzehntel-Ketten sehe, wird mir schon beim Anschauen schwindlig.

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Nun habe ich mich gerade eben auch mal an dieser Sarabande versucht, nachdem ich mir dachte: irgendeine Bach-Partita habe ich doch auch an Noten da - und siehe da: es ist genau diese.

    Nur: in meiner Ausgabe steht gar keine Tempo- oder Vortragsangabe / -empfehlung, stattdessen ist sie weitgehend mit - m.M. nach - vollkommen unsinnigen Bindebögen versehen X/ und noch dazu in g-moll gesetzt (für Oboe halt).

    Ich muss mir nun also erst mal eine passende Phrasierung suchen und dann werde ich sie auch mal in a-moll versuchen ... beim Tempo hatte ich mich eben bei Quantz orientiert, der eine Sarabande mit Tempo Viertel = 80 angibt.

    Anmutig klang es bei mir zwar noch nicht ;) , aber daran werde ich noch arbeiten.

    Viele Grüße - Allegro


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  • Anmutig klang es bei mir zwar noch nicht

    Von "anmutig" kann bei mir bisher leider auch keine Rede sein. Eher schwerfällig. Aber das liegt auch daran, dass ich sehr langsam gespielt habe. So klingt sie ziemlich düster und erinnert mich an die Sarabande der fünften Cellosuite (BWV 1011).

    in meiner Ausgabe steht gar keine Tempo- oder Vortragsangabe / -empfehlung, stattdessen ist sie weitgehend mit - m.M. nach - vollkommen unsinnigen Bindebögen versehen

    In der Bärenreiter-Ausgabe gibt es weder Bindebögen noch eine Angabe zum Tempo. 80 scheint mir aber recht schnell, ich werde es erst mal mit 60 probieren.

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  • Und ich habe sie eben in a-moll gespielt und finde sie in dieser, also der Original-Tonart, viel schöner als in g-moll - in g-moll klingt sie noch düsterer, wie ich finde :rolleyes:

    Viele Grüße - Allegro


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  • In diesem durchaus nicht uninteressantem Eintopf ( zusammengerührt aus Etüden, Orchesterstellen und eben auch Stücken) findet sich BWV 1013 auch für Oboisten in a-moll. Ich muss allerdings gestehen, dass die schnellen Sätze für mich nicht spielbar sind: https://www.alle-noten.de/Blae…34c8e929490e1edb9&adcref=

    Ich spiele ca. Viertel = 60.

    Das wäre mir zu langsam. In diesem Tempo finde ich es schwer, den Fluss zu behalten (womit ich nicht gesagt haben will, dass das unmöglich ist).


    ...beim Tempo hatte ich mich eben bei Quantz orientiert, der eine Sarabande mit Tempo Viertel = 80 angibt.

    Das finde ich wiederum zu schnell; ich läge irgendwo zwischen 60 und 80. Aber der Spielraum ist hier groß.....


    Herzliche Grüße


    Bernd

  • Das wäre mir zu langsam.

    Auf deinen Einwand hin, habe ich meinen alten Eintrag in den Noten jetzt mal konkret überprüft = angespielt. In der Tat würde ich das heute schneller spielen. Ich habe eben bei mir ca. Viertel = 70 gemessen.

    Barthold Kuiken spielt das aber noch langsamer als 60, mit viel Agogik: Viertel ca. 50 - 60.

    :wink:

  • Barthold Kuiken spielt das aber noch langsamer als 60, mit viel Agogik: Viertel ca. 50 - 60.

    Wie gesagt: Für einen herausragend guten Interpreten ist ein solches Tempo sicher eine Option. Aber bei mir selber hätte ich Sorge, dass der Satz zerfällt, wenn ich ihn sehr langsam spiele.


    Deine Viertel = 70 stellen in meinen Augen eine gute Wahl für Normalsterbliche dar.


    Herzliche Grüße


    Bernd

  • Ich habe heute mal verschiedene Tempi bei dieser Sarabande ausprobiert.

    Das langsamste Tempo, bei dem ich mich gerade noch wohlfühle, liegt bei 66.

    Mein persönliches Wohlfühltempo dann bei 70.


    Dann habe ich mich mal an dem Schlusssatz dieser Partita, der Bourreé Anglaise versucht und muss sagen, dass mir diese sehr gut gefällt. Sowohl musikalisch als auch zum spielen :)

    Viele Grüße - Allegro


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  • Ich bin inzwischen bei CPE Bach angekommen. Meine Lehrerin schlug mir heute vor, den ersten Satz seiner Hamburger Sonate (WQ 133) zu erarbeiten. Sehr schöne, sehr "empfindsame" Musik. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, die endlosen 32tel-Läufe (das erste Mal ab Takt 9) wirklich irgendwann spielen zu können. Jedenfalls nicht im richtigen Tempo. Aber wer weiß, dass ich mal den ersten Satz von BWV 1030 halbwegs hinkriege, hätte ich vor einigen Monaten auch nicht geglaubt.


    Die Noten gibt es bei IMSLP, aber der Link funktioniert irgendwie nicht.


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    Dann übe ich noch ein eigentlich sehr einfaches Duett mit vielen Trillern. Die Triller machen mich wahnsinnig, aber das nur am Rande.

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  • Dafür lässt sich der Klavierpart auch für den nicht so Versierten gut vom Blatt spielen. Grins1

    Das ist bei den Flötensonaten des Vaters mitnichten der Fall. Vielleicht für Profis vom Ch. Köhn Kaliber, aber nicht für den Amateurpianisten.


    :wink:

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