Querflöten-Frischlinge

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • Wenn ich mich dann aber daran erinnere, dass ich vor knapp einem Jahr (nach 30 Jahren Pause) gerade einmal ein paar Weihnachtslieder spielen konnte und Mühe mit der zweiten Oktave hatte, bin ich doch schon ein gutes Stück vorangekommen.

    Das ist doch klasse - und ja, die längeren Abschnitte betrachtend, ist auch für mich deutlich motivierender als nur von Woche zu Woche ....


    Ich habe mir heute mal wieder die nun schon länger nicht mehr gespielte oben erwähnte Bach´sche g-moll (für Flöten h-moll)-Sonate vorgenommen und stelle fest: an einigen Stellen ist es schon etwas flüssiger geworden - an vielen aber noch nicht (vor allem musste ich erst mal ganz viele Notizen von früher ausradieren, weil die mich nur noch verwirren ^^ ), aber: mein Klang und mein Ausdruck sind meiner Einbildung nach an vielen Stellen schon deutlich besser geworden. 8o
    Und ich habe mir auch mal den zweiten Teil des Prestos vorgenommen und festgestellt, dass der gar nicht schlimm ist - wenn man den geänderten Takt berücksichtigt ...
    Ich weiß nur nicht, ob ich mich traue, mir den mal anzuhören wegen des Zieltempos :/

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • an vielen aber noch nicht (vor allem musste ich erst mal ganz viele Notizen von früher ausradieren, weil die mich nur noch verwirren )

    Sind denn die Atemzeichen noch aktuell? Ich hoffe darauf, dass ich mit der Zeit etwas weniger häufig atmen muss. Die erste Phrase (die ersten beiden Takte mit Auftakt) kann ich in einem durch spielen und meine Lehrerin ist der Meinung, wenn ich das kann, sollten auch anderen Passagen ohne Luftholen machbar sein. Aber je weiter das Stück fortschreitet, desto anstrengender wird es. Außerdem kann ich zwischendurch nicht so lange und tief Luft holen wie am Anfang.


    Jedenfalls freut es miich zu lesen, dass du das Stück inzwischen flüssiger spielst als früher - das motiviert mich. Was das Presto angeht: Klar, wenn man die Halben, Viertel und Achtel sieht, macht das einen gemütlichen Eindruck aber Presto ist eben Presto.

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Aber je weiter das Stück fortschreitet, desto anstrengender wird es. Außerdem kann ich zwischendurch nicht so lange und tief Luft holen wie am Anfang.

    Ich weiß zwar, dass man bei der Flöte deutlich mehr Luft braucht, als bei der Oboe - daher weiß ich nicht, ob mein Tipp hierfür auch passt: vor dem Einatmen erst mal die restliche Luft ausatmen.
    Das ist zumindest das Geheimnis beim Oboespielen - das ich leider auch noch nicht immer verinnerlicht habe :S

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • vor dem Einatmen erst mal die restliche Luft ausatmen.

    Welche restliche Luft? Ich pfeife buchstäblich aus dem letzten Loch, wenn ich Luft hole. Ich erinnere mich andererseits aber, diesen Tipp auch schon mal in einem Querflöten-Video gehört zu haben.

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Versuch macht klug ? :rolleyes:


    Darüber, nicht "flach" zu atmen, sondern tief "in den Bauch" brauche ich mich sicher nicht auszulassen - das dürfte Dir wohlbekannt sein und wird sicher auch von Dir so paktiziert ^^

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • das dürfte Dir wohlbekannt sein und wird sicher auch von Dir so paktiziert

    In der Tat. In der Physiotherapie komme ich damit immer groß raus und es hilft mir bei diversen Übungen. Manche Patienten brauche angeblich Wochen, um mit ihrem Zwerchfell Bekanntschaft zu machen.

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Kannst du denn den ersten Satz ohne Pause spielen? Das sind etwa acht Minuten. Für mich wohl leider nicht mehr machbar.

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Nein - natürlich nicht ... aber da sind doch einige echte Pausen und ansonsten auch viele Stellen, an denen man kurz atmen kann ?(

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Nein, ich meine keine kurzen Pausen, sondern eine richtige Pause von mehreren Minuten.

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Und ich habe mir auch mal den zweiten Teil des Prestos vorgenommen und festgestellt, dass der gar nicht schlimm ist - wenn man den geänderten Takt berücksichtigt ...

    Das Presto ist insgesamt heftig schwer, wenn man es in einem vernünftigen Tempo spielen will. Im Studium konnte ich den Satz mal; mittlerweile bin ich weit davon entfernt, während der erste Satz noch ganz gut geht. Dieses Finale müsste ich über etliche Wochen hinweg üben.... und auch dann.... :/


    Ich weiß zwar, dass man bei der Flöte deutlich mehr Luft braucht, als bei der Oboe - daher weiß ich nicht, ob mein Tipp hierfür auch passt: vor dem Einatmen erst mal die restliche Luft ausatmen.
    Das ist zumindest das Geheimnis beim Oboespielen - das ich leider auch noch nicht immer verinnerlicht habe


    Welche restliche Luft? Ich pfeife buchstäblich aus dem letzten Loch, wenn ich Luft hole.


    Die Einteilung der Luft ist bei der (Quer)flöte eine völlig andere Geschichte als bei der Oboe. Ich musste beim BW-Musikkorps mal Spielmannspfeife spielen; rein atemtechnisch war das für mich der Horror, weil die ganze Luft immer sofort "wegging". Schon nach drei Tönen hatte ich, der den Luftstau in der Oboe gewohnt war, immer das Gefühl, nachatmen zu müssen....


    Herzliche Grüße


    Bernd

  • Heute habe ich mir mehrmals BWV 1030 mit Andrea Oliva und Angela Hewitt auf CD angehört. Ich finde die Aufnahme sehr schön.


    Bei YouTube kann man die beiden mit dem ersten Satz der Es-Dur-Sonate, BWV 1031 hören:


    https://www.youtube.com/watch?v=jsR30ThEJYk


    Dann schrieb ich an eine Freundin:


    Wenn ich auf der Querflöte einen schnellen Lauf einigermaßen hinkriege, macht mich das glücklicher als alle verkauften Bücher zusammen - typisch Dilettantin. Die Profis gehen viel nüchterner damit um.


    Sehen die Profis das tatsächlich nüchterner? Geht womöglich die Freude am Spielen durch den Stress, den Konkurrenzdruck, die oft schlechte Bezahlung irgendwann verloren? Ich bin jedenfalls froh, dass ich das "just for fun" mache, was mich nicht hindert, einen gewissen Ehrgeiz zu entwickeln und meine tägliche halbe Stunde auch dann zu üben, wenn ich müde bin, schlechte Laune habe oder einfach keine Lust. "Fun" trifft es also nicht ganz, es ist mehr als das.

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Sehen die Profis das tatsächlich nüchterner? Geht womöglich die Freude am Spielen durch den Stress, den Konkurrenzdruck, die oft schlechte Bezahlung irgendwann verloren?

    Diese Frage kann ich für mich nicht eindeutig beantworten. Grundsätzlich habe ich immer noch große Freude beim Spielen; das regelmäßige Üben, welches ich seit ein paar Jahren (der Halbautomatik sei Dank) wieder betreibe, ist mir alles andere als eine Last. Und auch Kammermusik mit Menschen, die mir grundsätzlich wohlwollend gegenüberstehen, mache ich leidenschaftlich gerne. Das gilt besonders für die Proben, aber mit dem Quintett empfinde ich auch öffentliche Konzerte nicht als Tortur, weil eben alles minutiös geprobt wurde.


    Bei Muggen sieht das oft anders aus. Da reicht die Probenzeit in Kombination mit dem Vermögen des Dirigenten oft nicht aus, um vernünftig an Fragen des Ausdrucks zu arbeiten. Oft genug geht es nur darum, irgendwie unfallfrei von oben links bis unten rechts zu kommen - und selbst in dieser Frage ensteht oft keine Sicherheit für die Aufführung. Bei meiner letzten Mugge (BWV 80) war das so, und dann überwiegt im Konzert der Stress die Freude bei weitem. Hinzu kommt bei mir, dass ich in Bezug auf meine Rohrbauarbeit in chronischer Zeitnot lebe. An einem Muggenwochenende sehe ich mich immer noch zusätzlich genötigt, möglichst lange in der Werkstatt zu sitzen; am 31. Oktober fand die Aufführung von BWV 80 um 15:00 statt, und um 9:00 habe ich an diesem Sonntag noch Rohre für meine Kunden aufgebunden. Insofern bedeuten Muggen für mich in rein zeitlicher Hinsicht eine enorme Zusatzbelastung. Wenn ich an den Wochenenden nichts anderes anderes zu tun hätte, als eine Probe und eine Aufführung zu absolvieren (bei vielen Kollegen, die rein vom Unterrichten leben und insofern eine 5-Tage-Arbeitswoche haben, ist das so), wäre das Stressgefühl insgesamt wohl geringer.


    Eine große Rolle spielen zudem noch diejenigen, die beim Konzert direkt neben einem sitzen. Bei BWV 80 waren das zum Glück zwei sehr fähige Kolleginnen, mit denen ich mich menschlich und musikalisch hervorragend verstehe. In einer bestimmten Kirche erlebe ich aber regelmäßig den umgekehrten Fall (zumindest musikalisch passt es mit der betreffenden Kollegin vorne und hinten überhaupt nicht). Freude am Spielen kann da dann leider (trotz des hervorragenden Dirigenten) kaum aufkommen.


    Herzliche Grüße


    Bernd

  • Eine wahre Gewaltröhre nannte Richard Wagner die Böhmflöte. Dies und noch viel mehr erfährt man im heutigen WDR-Zeitzeichen über Theobald Böhm:


    Audio-Download: Zu jedem Datum ein Stück Geschichte
    Ob Staatsgründung oder Machtverfall, Lebensdaten großer Frauen und Männer, Wendepunkte der Menschheitsgeschichte, Friedensverträge und Katastrophen,…
    www1.wdr.de


    Christoph Siewers kommt ebenfalls ausführlich zu Wort.

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Gerade habe ich mir das "Zeitzeichen" angehört. Christoph Siewers sagt das, was er zu sagen hat, sehr ruhig und konzentriert - so wie ich ihn aus vielen Quintettproben kenne. Ich schätze ihn als Fagottisten wie als Mensch ungemein und bin mir sicher, dass er ein hervorragender Instrumentenbauer ist. --


    Seit einiger Zeit sind übrigens Böhm-Flöten aus Holz immer mehr auf dem Vormarsch. Unsere frühere, leider im August ganz unerwartet an einem Herzinfarkt verstorbene Quintettflötistin spielte auf einer Grenadill-Flöte (der Firma Powell, wenn ich mich nicht irre), und darauf klang sie weicher und dezenter als auf ihrer alten Vollsilberflöte. Bei Holzflöten mit dem Böhm-System scheint es sich also um nicht ganz so arge "Gewaltröhren" zu handeln.


    Herzliche Grüße


    Bernd

  • Seit einiger Zeit sind übrigens Böhm-Flöten aus Holz immer mehr auf dem Vormarsch

    Spannend, davon höre ich zum ersten Mal. Mal sehen, ob ich auf Yuotube Klangbeispiele finde. Den weicheren Klang der Holzflöten kenne ich von den barocken Traversflöten. Die zu spielen stelle ich mir allerdings noch mal schwieriger vor, bei einer Böhmflöte aus Holz kennt man ja zumindest schon mal die Griffe.


    Problematisch wegen der Klangbalance finde ich die Kombination einer Vollsilberflöte mit dem Cembalo. Zum Beispiel in der Aufnahme von Bachs Flötensonaten mit Pahud/Pinnock. Da drückt die Flöte das Cembalo regelrecht an die Wand.


    Aber Wagners Wort von der "Gewaltröhre" weist meine wundervolle Silberflöte hiermit in aller Form zurück.

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Nun habe ich mir die Sendung auch mal angehört - sehr interessant. Das wusste ich alles überhaupt noch nicht.


    Und ich muss gestehen: mir gefällt der zartere und flexiblere Klang der "alten", also der vor-Böhm-Flöten besser :versteck2:

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Böhmflöte? Sind nicht alle ("modernen") Querflöten Böhmflöten?


    Jedenfalls: Querflöten aus Holz (vermutlich Grenadill) sieht man ja schon ab und zu bei Spitzenorchestern. Bei Piccolli natürlich sowieso, aber auch bei den normalen Querflöten.


    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Querflöten aus Holz (vermutlich Grenadill) sieht man ja schon ab und zu bei Spitzenorchestern. Bei Piccolli natürlich sowieso,

    Wieso "sowieso" ? Gibt es die nicht aus Metall :/ ?



    @ Carola, wenn Du mal irgendwann "Nachschub" brauchst, empfehle ich Dir - um bei Bach zu bleiben - die Sonate in Es-Dur BWV 1031. Am ersten und zweiten Satz versuche ich mich schon lange, und ganz aktuell auch am dritten, jeweils mit großem Vergnügen.

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Gibt es die nicht aus Metall

    Die Piccoloflöten für die Orchesterprofis sind eigentlich immer aus Holz (Grenadill). Das liegt daran, dass die Holzvariante weicher klingt, wie bei ihrer großen Schwester. Beim Piccolo ist das noch wichtiger, weil sie aufgrund ihrer großen Tonhöhe generell schriller klingt.


    Da die Vollholzpiccolo nur bedingt im Freien benutzbar ist, gibt es vor allem im niedrigeren Preissegment Flöten, bei denen der Kopf aus Vollsilber ist und der Korpus aus Kunstharz. Das ist die bevorzugte Variante für Militärkapellen und Spielmannszüge.


    Vollmetallflöten (wie in Wikipedia geschrieben) gibt es sehr selten. Ich persönlich habe noch keine gesehen. Ein kurzer Check bei Thomann und einigen anderen Händlern ergab keinen einzigen Treffer.


    :wink:

  • Danke, Scherzo.

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!