Querflöten-Frischlinge

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins hier statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • @ Carola, wenn Du mal irgendwann "Nachschub" brauchst, empfehle ich Dir - um bei Bach zu bleiben - die Sonate in Es-Dur BWV 1031. Am ersten und zweiten Satz versuche ich mich schon lange, und ganz aktuell auch am dritten, jeweils mit großem Vergnügen.

    Hallo Allegro,

    die Sonate ist wahrscheinlich von C.P.E.Bach (wie auch BWV 1033), aber das soll uns nicht weiter stören. Ich habe BWV 1031 gleich mal aufgelegt und in die Noten geschaut. Die ersten beiden Sätze sind auf jeden Fall für mich machbar, sie scheinen mir deutlich leichter als "meine" BWV 1030. Aber vom Blatt spielen könnte ich die Es-Dur-Sonate sicher nicht. Ich finde die drei bs auch ein bisschen knifflig, aber durchaus zu bewältigen.


    Es muss schön sein in Noten zu blättern und dieses oder jenes einfach mal so vom Blatt spielen zu können. Das schaffe ich bisher nur bei einfachen Liedern (gestern habe ich eine halbe Stunde lang ein Weihnachtslied nach dem anderen gespielt - war schön!)

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Ich habe nie behauptet, dass ich BWV 1031 vom Blatt spiele :neenee1:


    Ganz im Gegenteil: den doch recht leicht scheinenden 2. Satz habe ich mir vor vor 4 Jahren für einen "Meisterkurs" in der Schweiz (der auch Laien offensteht) ausgeguckt.

    Vier Wochen vor dem Kurs habe ich angefangen mit dem üben. Und für das, was ich dort dann beim Abschlussvorspiel abgeliefert habe (trotz Anleitung durch den 1. Solo-Oboisten des Tonhalle Orchesters Zürich) schäme ich mich heute in Grund und Boden.

    Es lag zwar auch an der Bergluft, in der die Oboenrohre extrem "schwer" wurden; aber jetzt erst - nach weiteren vier ! Jahren übens daran - habe ich endlich eine schlüssige Artikulation gefunden und werde langsam mit meinem Klang und Ausdruck in diesem Siciliano zufrieden ;)


    Und auch am 1. Satz muss ich weiter fleißig üben, damit er irgendwann mal durchgängig flüssig wird ...

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Ich habe nie behauptet, dass ich BWV 1031 vom Blatt spiele

    Dann hatte ich offenbar falsche Vorstellungen.


    Du übst also ein Stück für eine Weile, legst es dann erst mal weg, gehst zu einem anderen Stück über und holst dann später das erste Stück wieder hervor? Das scheint mir ein guter Weg zu sein.

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Ja ... einfach deshalb, weil ich nicht ständig tagelang nur immer das Gleiche spielen mag .... manchmal übe ich aber auch tatsächlich zwei Wochen lang ein und dasselbe Stück - mit ein wenig anderen Sachen dazu als bunte Mischung ... manchmal bleibt ein Stück auch sogar länger als zwei Wochen auf meinem Pult liegen ...


    Und es ist echt erstaunlich: wenn ich es weggelegt und nach Wochen / Monaten wieder hervorkrame, bin ich oft erstaunt, dass so einiges, mit dem ich vorher gekämpft habe, nun fast von selbst "geht". Manchmal fange ich aber auch wieder fast bei Null an ....


    Aber tatsächlich kann ich viele leichtere Sachen als diese Bach-Sonaten mittlerweile vom Blatt spielen; am besten barocke Sachen. Meine Lehrerin hat mir öfters unbekannte Sachen auf`s Pult gelegt und dann haben wir im Duett einfach losgelegt .... 8)

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Zu meinen Erfahrungen mit der Es-Dur-Sonate BWV 1031:


    Ich mag dieses Stück unabhängig davon, ob es nun von C.P.E. oder J.S. (oder beiden?) stammt, sehr gerne und habe es auch schon mal in einem öffentlichen Konzert gespielt. Aber schwer finde ich alle drei Sätze; der erste ist nicht gerade kurz und weist schon aufgrund der Tonart einige Passagen auf, die ziemlich verquer in den Fingern liegen. Und das berühmt-berüchtigte "Siciliano" bereitet mir bei seiner Gestaltung enorme Probleme, die schon mit der Frage losgehen, wie man es mit den Punktierungen halten soll. Das genauso notierte "Amsterdam, Amsterdam" in der WO-Sinfonia z.b. besitzt für meinen Geschmack einen anderen Grundcharakter, den man gut mit etwas mehr "Swing" umsetzen kann....


    Sprich: Eine solche Bach-Sonate muss auch ich sehr gründlich und über einen längeren Zeitraum hinweg üben, wenn ich zu einem einigermaßen anständigen Ergebnis gelangen möchte. Einfach vom Blatt haue ich so etwas nicht. Jedenfalls nicht in einer Qualität, die mich selber zufriedenstellt.


    Du übst also ein Stück für eine Weile, legst es dann erst mal weg, gehst zu einem anderen Stück über und holst dann später das erste Stück wieder hervor? Das scheint mir ein guter Weg zu sein.

    Das ist, wenn man mich fragt, definitiv ein guter Weg! Man sollte sich nach Möglichkeit nie zu lange an einem einzigen Stück festbeißen. Wobei ich ja in Bezug auf BWV 1031 gerade etwas von gründlichem Üben über einen längeren Zeitraum hinweg gefaselt habe - aber das gründliche Üben eines Stücks bedeutet in meinen Augen kein ausschließliches Üben nur dieses Stücks über etliche Wochen und Monate.


    Herzliche Grüße


    Bernd

  • Aber wenn man immer hin- und her springt kann man am Ende doch nichts richtig. Andererseits will ich jetzt auch nicht monatelang nur den ersten Satz der h-moll-Sonate üben - der ist lang.


    Ich habe wohl die richtige Mischung noch nicht gefunden. Morgen spiele ich jedenfalls mal was Leichteres. Zum Einspielen mache ich das bisher auch schon, aber das sind immer nur zwei, drei Minuten.

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Aber wenn man immer hin- und her springt kann man am Ende doch nichts richtig.

    Diese Gefahr besteht natürlich; aber da muss wohl jeder den für sich passenden Weg finden. Und bei angehenden Profis sieht das sicher auch noch mal anders aus als bei Laien und Hobbymusikern, die weitgehend nur zum eigenen Vergnügen spielen.


    Ich jedenfalls würde sehr schnell die Lust verlieren, wenn ich wochenlang immer nur das Gleiche spielen würde. Ich brauche Abwechslung. Und eine kleine Pause von einem Stück tut - zumindest bei mir - auch am Ende dem Stück gut.

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • In Vorbereitung auf Vorspiele (z.B. Gottesdienst) übe ich nur die geplanten Stücke und zwar sehr gezielt und diszipliniert. Und dabei bin ich von mir selbst fasziniert, wie man immer sicherer wird und sich die Kondition/Kraft aufbaut und man selbst anfangs als anstrengend empfundene Stücke am Ende doch mit einer gewissen Leichtigkeit spielen kann.


    Stücke, die mich eigentlich noch überfordern, z.B. „Bereite dich Zion“ auf der d‘amore, übe ich auch ca. zwei Wochen und lege sie dann eine Weile zur Seite, nehme sie wieder raus…


    Manche Stücke lege ich allerdings auch nach einer längeren Übezeit ad acta, weil ich sie niemals richtig toll spielen werde können. Und damit rumquälen mag ich mich nicht.

    Liebe Grüße
    Jori :verbeugung2:

  • Gestern habe ich mal wieder einige Stücke aus diesem Heft gespielt:



    Und bin dabei bei "Fairest Isle" von Henry Purcell hängengeblieben.


    Noten: https://www.8notes.com/scores/11282.asp


    Ausführung:

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    Bei solchen technisch vergleichsweise einfachen Stücken macht es Spaß, am musikalischen Ausdruck zu arbeiten. Wenn ich schon mit den technischen Schwierigkeiten Mühe habe, kommt die Phrasierung nämlich oft zu kurz.

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

    Einmal editiert, zuletzt von Carola ()

  • In Vorbereitung auf Vorspiele (z.B. Gottesdienst) übe ich nur die geplanten Stücke und zwar sehr gezielt und diszipliniert.

    Klar - wenn ich Vorspiele / Auftritte hätte, würde ich die betreffenden Stücke natürlich auch sehr intensiv üben ;)

    Und bin dabei bei "Fairest Isle" von Henry Purcell hängengeblieben.

    Schööön :)


    Ich habe auf meinem Notenpult dauerhaft auch was von Purcell liegen: die Spielmusik aus dem "Sommernachtstraum" (natürlich nur ein Auszug mit 10 Sätzen). Die liebe ich sehr.

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Ich bin immer noch mit dem 1. Satz von Bachs h-moll-Sonate beschäftigt (BWV 1030). Es klappt mittlerweile besser, deshalb würde ich es gerne mal mit einem Metronom spielen. So ein Ding habe ich vor 30 Jahren das letzte Mal benutzt. Deshalb habe ich mir jetzt eine Metrom-App aufs Tablet geladen, die allerdings auf Englisch ist.


    Für mich wäre wohl Adagio eher realistisch als das angegebene Andante. Das wären bei der App 12 (Beats per bar) und 72 BPM, was immer das sein mag.


    In welchem Tempo spielt ihr das?

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Zunächst einmal sollte man die auf den Metronomen angegebenen Zuordnungen von Tempoanweisung und konkreten BPM nicht zu ernst nehmen. Was Andante oder Allegro in einem konkreten Fall bedeuten, muss eben für diesen konkreten Fall entschieden werden und geht zuweilen weit über die von diesen Metronomangaben gesteckten Grenzen hinaus.

    Konkret: Ich habe das mal mit einem Flötisten gespielt mit einem Tempo von ca. Viertel = 52-56.

    Ich habe nochmal in die eine Aufnahme, die ich besitze, reingehört. Da spielt Barthold Kuijken in etwa das gleiche (mittlere) Tempo


    :wink:

  • Also da wäre ich auch in etwa dabei :)


    Ich finde, gerade bei Bach wird Vieles viel langsamer gespielt als man gemeinhin alleine aufgrund der Vortragsbezeichnung denken könnte .... vielleicht auch gerade wegen der vielen sechzehntel-Läufe ?


    Welches Ziel-Tempo spielt denn Deine Lehrerin, Carola ?

    Viele Grüße - Allegro


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  • Beim Auftrittsort muss man sich auch wieder entscheiden. In einer halligen Kirche kann ein zu hohes Tempo bei vielen Noten zu „Mulm“ führen, was der Musik nicht zuträglich ist.

    Ein Presto ignoriere ich grundsätzlich großzügig, so virtuos werde ich niemals spielen.

    Lieber etwas langsamer und klanglich schön mit guter Gestaltung.

    Liebe Grüße
    Jori :verbeugung2:

  • Lieber etwas langsamer und klanglich schön mit guter Gestaltung.

    :thumbup: :thumbup: :thumbup:

    Viele Grüße - Allegro


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  • ch habe das mal mit einem Flötisten gespielt mit einem Tempo von ca. Viertel = 52-56.

    Ja, das wäre machbar. "BPM" scheint "Beats per minute" zu heißen. Wenn ich das auf 52 einstelle, wird "Largo" angezeigt, aber das kann mir egal sein. Man zählt also auf einen Schlag zwei Achtel, richtig?

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Welches Ziel-Tempo spielt denn Deine Lehrerin, Carola ?

    Da habe ich noch nie drauf geachtet. Sie spielt auch immer nur kurze Passagen vor. Vielleicht sollte ich sie bitten, mir den Satz mal ganz vorzuspielen.

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Beim Auftrittsort muss man sich auch wieder entscheiden

    Mein "Auftrittsort" bleibt glücklicherweise auf mein heimisches Wohnzimmer und das einer befreundeten Klavierspielerin beschränkt.


    Nach meinem Eindruck spielen das die Holzflötisten eher flott. Beispiel:

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    Was schätzt ihr, welches Tempo das auf dem Metronom ist?

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • In einem Viertel- oder Halbe-Takt-Maß zählt man die Schläge so, wie sie der Takt vorgibt. Also beim 4/4-Takt sind es 4 Schläge pro Takt; also jeweils einer auf ein Viertel.


    Bei Achtel-Takten wird es dann schon etwas anders; so zählt man ab dem 6/8 nur 2 Schläge; also auf die 1 und die 4. Im 9/8 dann 3 und im 12/8 entsprechend 4 Schläge.


    Wenn eine Metronom-Angabe beim Stück dabei steht, ist i.d.R. auch der entsprechende Notenwert als Zählzeit mit angegeben.

    "BPM" scheint "Beats per minute" zu heißen.

    So hatte ich das auch vermutet.

    Viele Grüße - Allegro


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  • Bei Achtel-Takten wird es dann schon etwas anders; so zählt man ab dem 6/8 nur 2 Schläge; also auf die 1 und die 4. Im 9/8 dann 3 und im 12/8 entsprechend 4 Schläge.

    Hm. Wenn bei der Orchesterprobe für ein Siciliano im 12/8-Takt der Dirigent ansagt: "Wir beginnen nochmal in Takt 39 auf die 10", dann wissen trotzdem alle, was gemeint ist ... und ob der Dirigent einen 4er oder einen 12er schlägt, entscheidet auch der Diri ...


    Ganz so einfach ist es nicht.


    Zumindest im Barock wäre es auch nicht dasselbe, ob der Komponist einen 12/8-Takt vorschreibt oder einen triolischen 4/4-Takt.


    Gruß

    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

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