Internationaler Chopin-Wettbewerb 2020

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • Die CD mit Mitschnitten aus Bruce Lius Wettbewerbsbeiträgen von der Qualifikationsrunde bis zum Halbfinale ist jetzt bei der Deutschen Grammophon (auch bei Spotify zu hören) erschienen:



    Leider fehlt das e-Moll-Klavierkonzert aus dem Finale, aber dafür enthält die CD eine fulminante Darstellung der frühen Variationen über Mozarts "Là ci darem la mano", einen brillanten As-Dur-Walzer op. 42 und manches mehr.

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Die Pose des Pianisten auf dem Frontcover ist an Natürlichkeit nicht zu überbieten. Ich bereue zutiefst, dass ich jemals für möglich gehalten habe, dass er seine Posen vor dem Spiegel einstudiert hat.

  • Die Pose des Pianisten auf dem Frontcover ist an Natürlichkeit nicht zu überbieten. Ich bereue zutiefst, dass ich jemals für möglich gehalten habe, dass er seine Posen vor dem Spiegel einstudiert hat.

    Ich weiß, Du bevorzugst sparsame, bescheidene Körpersprache:


    https://www.muenchenmusik.de/s…nberg_0.jpg?itok=n0nS4uKx
    https://cdn.unitycms.io/image/…nFVOP15KOq89vGYWClZGm.jpg


    Wenn Du mal wieder etwas zur Musik zu sagen hast, gib Bitte Bescheid. Bis dahin kann ich Dich leider in diesem Thread nicht mehr ernst nehmen.

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Ich wollte schon schreiben: "Demgegenüber ist Pianist:innen wie Yuja Wang ihr Äußeres vollkommen egal." Tue ich jetzt doch. :D

  • Bis dahin kann ich Dich leider in diesem Thread nicht mehr ernst nehmen.

    Damit habe ich kein Problem. Erfreue Du Dich an dem von Dir geschätzten Bruce Liu, ich höre mir dann doch lieber andere Pianisten an.

  • Wollt Ihr das nicht einfach ausramboen? :D


    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Die Pose von Bruce Liu reißt mich jetzt nicht vom Stuhl, aber die von Currentzis hat das gewisse Extra, die erste, meine ich. Die zweite ist schlicht zu verschwitzt ... 8)


    Mein bescheidener Beitrag zur Versöhnung ... :versteck1:


    Was ist "rambön"? :|


    :D Wolfgang

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Die Pose von Bruce Liu reißt mich jetzt nicht vom Stuhl

    Mich auch nicht. Aber solche oder ähnliche Fotos kann man während eines Konzertes von praktisch jedem Solisten machen. Es ist ein Zug der Zeit, dass heutzutage so etwas für das Cover ausgewählt wird, aber im Mittelpunkt der Beschäftigung mit einer CD sollte doch wohl die Musik stehen. Bruce Liu ist ein außerordentlicher Pianist und sehr ernsthafter Künstler, er spielt technisch perfekt und mit enormer Fantasie und Gestaltungskraft. Von seiner Debüt-CD finde ich einiges großartig, bei anderem bin ich skeptisch, nichts langweilt mich. Man könnte darüber einen interessanten Meinungsaustausch führen, aber nicht mit jemandem, der nur aufs Cover schaut und außer Gehässigkeiten nichts beiträgt. Dazu ist mir meine Zeit wirklich zu schade.

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Hier ist - um die Diskussion mal zu versachlichen - ein knappe Stunde Unterricht von Bruce Liu bei Dang Thai Song im Juli 2021 zu sehen. Sie üben die Ballade Nr. 2 op. 38 von Chopin ein:
    https://www.youtube.com/watch?v=mdil14Fwwfs


    Und hier spielt er die mit Dang Thai Song einstudierte Ballade Nr. 2 op. 38 drei Monate später beim Chopin-Wettbewerb im Oktober 2021:
    https://www.youtube.com/watch?v=U2Xxku2Hwaw


    Findet Ihr diese Balladen-Interpretation gut?


    Zum Vergleich hier die Interpretation derselben Ballade durch den beim Chopin-Wettbewerb 2021 zweitplatzierten Kyohei Sorita:
    https://www.youtube.com/watch?v=Wslm1ZL9EI8

  • Findet Ihr diese Balladen-Interpretation gut?

    Ja. Und Du?


    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Ja. Und Du?

    Darauf antworte ich mit einer Aufzeichnung derselben Ballade durch den Gewinner des Chopin-Wettbewerbs 2015 Seong-Jin Cho, ebenfalls beim Wettbewerb mitgeschnitten:
    https://www.youtube.com/watch?v=2l9Wpg_y45g


    Liegen da nicht Welten in der pianistischen Souveränität dazwischen?


    Ich kopiere mal einen Kommentar bei YouTube zu dieser Interpretation von Seong-Jin Cho beim Chopin-Wettbewerb 2015 in mein Posting hinein:

    Zitat

    As a pianist who has studied and performed this piece, I can say after hearing this performance that it seems I never really knew the piece. There are so many elements and fascinating possibilities of voicing in this performance that I have neither ever considered or heard in any recording. One of the best renditions of the piece in recent history surely.

  • Liegen da nicht Welten in der pianistischen Souveränität dazwischen?

    Inwiefern?


    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Da ich dieses Video erst vor einer Minute gepostet habe, kannst Du es noch nicht gehört haben. Höre es Dir an, dann kannst Du vielleicht nachvollziehen, was ich meine. Und wenn Du es nicht hörst, was ich meine, ist es auch okay. Jedem seine Meinung. Ich bevorzuge jedenfalls Seong-Jin Cho. Von einem Krystian Zimerman - ebenfalls früherer Wettbewerbsgewinner - mal ganz zu schweigen:
    https://www.youtube.com/watch?v=Wslm1ZL9EI8


    Die Klasse dieser beiden hat Bruce Liu einfach nicht. Kyohei Sorita hat sie auch nicht, aber dann hätte man eben - wie ich es weiter oben bereits angemerkt habe - keinen Ersten Preis vergeben sollen. Ein geteilter Zweiter Preis für Bruce Liu und Kyohei Sorita bei Nichtvergabe eines Ersten Preises wäre vielleicht angemessen gewesen.

  • Da ich dieses Video erst vor einer Minute gepostet habe, kannst Du es noch nicht gehört haben.

    Habe ich auch nicht behauptet. Gehört habe ich die von Dir angeführte Aufnahme: https://www.youtube.com/watch?v=U2Xxku2Hwaw. Interessieren würde mich, wie Du die Aufnahme findest, vielleicht mit Begründung?


    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Habe ich auch nicht behauptet.

    Eben. Dann höre Dir die früheren Gewinner des Chopin-Wettbewerbs Seong-Jin Cho (2015) und Krystian Zimerman (1975) mal mit dieser Ballade an. Dauert ja jeweils nur etwa 7 1/2 Minuten. Das ist Klavierspiel!! Dagegen ist Liu - vorsichtig gesagt - nicht komplett auf ihrer Höhe. Wie gesagt: Für einen Zweiten Preis möglicherweise ausreichend. Einen Wettbewerbssieg kann ich bei allem, was ich bisher von ihm gesehen und gehört habe, nicht nachvollziehen.

  • Darauf antworte ich mit einer Aufzeichnung derselben Ballade durch den Gewinner des Chopin-Wettbewerbs 2015 Seong-Jin Cho, ebenfalls beim Wettbewerb mitgeschnitten:
    https://www.youtube.com/watch?v=2l9Wpg_y45g


    Liegen da nicht Welten in der pianistischen Souveränität dazwischen?


    Das würde ich so nicht sagen. Ich habe mir eben beide Darbietungen (Liu vs. Cho) angehört und finde zunächst einmal, dass beide Pianisten das Stück scheinbar mühelos beherrschen, so dass man letztlich nach Nuancen suchen muss, wenn man vergleichen möchte. Nach einem Hördurchgang ist mein Ersteindruck unter Vorbehalt der, dass ich Liu in den ruhig-lyrischen Passagen etwas stimmungsvoller finde, während Cho die dramatischen Stellen mit etwas mehr Vorwärtsdrang gestaltet. Das müsste man aber ggf. in einem Blindtest und mit besseren Lautsprechern nochmal vertiefen, wenn man es wirklich so genau angehen möchte. "Welten" kann ich hier nicht als Unterschied ausmachen.


    Lustige Beobachtung: auf dem dramatischen Höhepunkt kurz vor Schluss zeigen beide Pianisten eine ziemlich ähnliche Pose - dies nur als Anmerkung, weil Du Dich an der vermeintlich einstudierten Körpersprache von Liu so gestört hast.


    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • auf dem dramatischen Höhepunkt kurz vor Schluss zeigen beide Pianisten eine ziemlich ähnliche Pose - dies nur als Anmerkung, weil Du Dich an der vermeintlich einstudierten Körpersprache von Liu so gestört hast.

    Naja, dieselbe Pose ist es nun nicht, aber wir wollen ja auch nicht mehr über Äußerlichkeiten reden. Ich habe mir gerade die von Dir genannte Passage noch einmal mit Cho und mit Liu angesehen. Cho spielt wunderbar klar, Liu hingegen mit einem Fehlgriff bei 6.22 min. des Videos und auch sonst eher wischi-waschi gespielt. Diese Passage dokumentiert vielleicht sogar besonders gut, weshalb ich von fehlender pianistischer Souveränität bei Liu spreche, während Cho einfach meisterhaft spielt.

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