Fortsetzung zum Streifenführer.

  • Fortsetzung zum Streifenführer.

    Hedwig Courths- Mahler - Griseldis.


    Ort der Handlung ist der ländlich gelegene deutsche Grafensitz Treuenfels, in den 1910er Jahren. Graf Harro von Treuenfels hatte einmal, als er noch ganz klein war, von einer Indienreise wegen des schönen Glaserl aus Plastik, ein Fläschchen Gift hoam gebracht, das er gleich in einem Geheimfach seines Schreibtisches sicher versteckte, bis seine Frau Alice eines Tages tot in ihrem Bett gefunden worden ist. Da aber das Gift, an dem sie verstarb, natürlich und ganz klar aus seinem Besitz gewesen ist und er angesichts der schrillen Stimme und Lebeslust dazu gehörenden Lebenslustigkeit und ganz genehmigter Untreue von Alice auch ein Tatmotiv g’habt hat, war Harro in Ketten und Wachhund Isidor vom Untreuenfels, in Untersuchungshaft und vor Gericht und allem möglichen gekommen, aus Mangel an Beweisen aber freigesprochen worden aber ist, den Isidor hat so laut gebellt das sich die Richter die Ohren zu hielten und eam lieber frei ließen.
    Jetzt kommt das Drama aber erst. Die Standesgefährten, wozu auch sein Freund, darunter Baron Fritz Dahlheim, schneiden ihn daraufhin, wie eine Leberässemmel. Nur zwei bis drei Leute stehen zu ihm, aufrecht wie eine Lerche, hoppla meinte eine Eiche halten zu eam, was eam aber schnurzegal ist – seine Tochter Gilda und die ebenfalls im Hause lebende Kusine Beate, die noch sehr hübsch ist, falls man Antiquitäten gern hat. Beate, also mag den Grafenzum Fressen gern, und ist bereit für ihn ins Wasser zu gehen und will eam jetzt heiraten, was er nett will, da kann er obsessiv werden, nur weiß ich gar nicht was das ist. Aber die Liebe zu ihrem Vetter ist einmal entbrannt und kein Feuerlöscher ist zur Hand und so schöpft sie nun Hoffnung, ihn endlich für sich gewinnen zu können.
    Da aber nun Gildas französische Erzieherin, eine gewisse Madame Dupont nach dem enormen Skandal das Weite im nahe Wald gesucht hat, wird ein Ersatz gesucht. Die 5. Wahl fällt, weil die Freiin von Gumpendorf gar nicht wollte, nun auf Freiin Griseldis von Ronach. Diesejenige welche hatte bis vor kurzem mit ihrem Vater ganz sittsam und mit dem Fernsehprogramm äußerst zufrieden gelebt, einem vorzeitig aus der Marine entlassenen und seitdem verbitterten Major und Rettungsschwimmer, der gar nicht schwimmen konnte und, und ihm mit ihrer Lebensfrische und Tapferkeit [heißt das nicht Dampferkeit?] die letzten Lebensjahre versüßen tuat.
    Da er sie völlig arm und ganz unaufgeklärt und mittellos zurückließ, wirkt sie nun als Gesellschafterin im adligen Damenstift St. Marien als Striptease Tänzerin. Dort verbreitet sie nicht nur bei den Stiftsdamen Frohsinn [die alle sich ausziehen, und der Vorhang muss fallen], sondern wird auch von der Oberin, Anna Gräfin Salitz-Halm, bei Familienkummer und Streitigkeiten stets ins Vertrauen gezogen. Dieser Kummer bereitende Familie schließt unter anderem auch den entfernt verwandten Harro ein [keine Ruhe geben’sdem armen Kerl]. Griseldis ist durch die Oberin mit dessen Geschichte von vornherein bestens vertraut und sie derzählt ihr alles, auch Nebensächlichkeiten. Und nicht nur das, jetzt kommt das Drama, Griseldis ist bereits beim ersten Blick auf seine Fotografie leidenschaftlich in ihn verliebt.
    Als dann auch noch Griseldis auf Schloss Treuenfels einzieht, schaut die Kusine Beate zuerst recht blöd drein und dann in ihr zu Recht eine erschreckende Rivalin um Harros Liebe und empfängt sie mit ganz großer Gefühlskälte [wie ein minus 80 Grad warmer Tiefkühlschrank]. Ganz anders Harro, der schon in Indien Hitze ganz gern hatte und der sich sofort zu ihr hingezogen fühlt, was sich noch verstärkt, als Griseldis beim nächsten Kirchgangganz laut singend bekennt, dass sie fest an seine Unschuld denkt und glaubt.


    Griseldis hat von da an nur ein Ziel, Harro wieder glücklich zu machen, indem sie seine Unschuld beweist und ihn einfangen kann, denn Gilda ist in Liebe zu en Papageien ihrer Großtante so in Anspruch genommen das sie kaum mehr was lernt. Ein Traum [den der Graf ihr auch bei Tag bezahlt] bringt sie auf eine erste Spur, wie beim Inspektor Derrick. Die Ursachen von Alices Tod haben irgendetwas mit ihrem Schlafzimmer zu tun an was das Madl nur denkt. Dr. Freud ist schon unterwegs. In ihrem ganz eigentümlichen eigenen Zimmer, das direkt über Alices liegt, entdeckt Griseldis hinter einem Goldrahmen einen verborgenen Schacht. Dabei war das nur der Lift ins Nebenhaus.
    Griseldis betätigt sich zu Harros Gunsten aber nicht nur kriminalistisch, sondern auch als Diplomatin [in Diensten von einer Mata Hari]. Während eines Spazierganges begegnet sie, nach drei Stunden, aber ganz überraschend Tilly, einer ganz alten Freundin, die von ihrer Verlobung mit Fritz Dahlheim erzählt. Auf Griseldis‘ inständige Bitte hin verspricht Tilly, sich bei ihrem Verlobten für Harro einzusetzen [und ihm die Sünden erlassen kann]. Griseldis führt ihre Schnüffeleien fort und lässt sich von Harro den an die Schlafzimmer angrenzenden, aber fast unbenutzten und ganz schwer zugänglichen Schlossturm endlich zeigen, aber nur von außen. Aber Griseldis ist ja keine Blöde nicht und entdeckt im Inneren auch einen Goldrahmen, wie in ihrem Zimmerlein und der geht ebenso in einen Schacht [eine reine Schachtelei]. Sie studiert die Chronik des Schlosses statt Gilda etwas zu lehren und schleicht sich in Alices Schlafzimmer herum, ja und wie es HCMhaben will, ist auch dort ein Schacht den ein Ahnerl des Schlossherrn einbauen hat lassen.
    Eine Frage dauert es Euch zu lange, dann höre ich auf, aber Nein es geht weiter.
    Griseldis’ Getratsche hat Erfolg: Dahlheim nimmt seinen freundschaftlichen Kontakt zu Harro wieder auf. Dieser erklärt Griseldis seine Liebe und bittet sie um ihre Hand und um ihren Fuß. Doch Griseldis fürchtet, dass er die Verbindung mit einer verarmten Frau [einer Nachbarin aus Gramat Neusiedl] nach seiner Rehabilili bereuen könnte, und sagt zwar Ja meint aber No. Und bittet ihn aber um einen Aufschub. Erst will sie ihn rehabili. Um Beates Gefühle zu verschonen, will Harro sie noch vor seiner Heirat mit Griseldis aus dem Haus schaffen. Beate reagiert aber auf so einen Vorschlag mit Verzweiflung und macht ihm eine Szene, in deren Verlauf sie ihm auch ihre Liebe gesteht [was man ja verstehen kann, denn wie sie aussieht, ganz vergrämt und voller Asche, nimmt sie koaner, selbst der Kuckuck leibt aus Protest im Kastel drin].
    Griseldis hat ihren Lehrberuf aufgegeben und widmet sich ihren heimlichen Untersuchungen fort und fort und entdeckt nicht nur den gesamten Geheimgang zwischen Turm und Schlafzimmern, sondern auch einen Ring, den Beate darin verloren hat. Die eifersüchtige Kusine war es, die Alices Nachttrunk vergiftet hat, so ein Luader. Beate hat aber Griseldis‘ Herumstöbern seit langer Zeit schon bemerkt und schließt die Widersacherin, die sie zu überführen droht, nun im Geheimgang ein [was nicht adelig ist]. Anschließend vergiftet sie sich mit dem im Fläschchen noch verbliebenen restlichen Gift und fragt nicht lange wie sie beim Schluss Vorhang wieder erscheinen soll.
    Als Harro bemerkt, das Griseldis nicht mehr da ist wird er ganz desperat, vermutet er sie zunächst bei Dahlheims, erfährt dann aber, über Internet das es noch gar nicht gab, dass sie dort gar nicht gewesen war. Eine fieberhafte Suche beginnt [alle haben schon 45 Graf Fieber] und endet glücklich und die singen als Abschied ein bis zwei Liadeln. Harro findet Griseldis und kann sie befreien, mit Hammer und Meisel. Beate liegt tot in ihrem Zimmer [sie kann man nicht mehr befreien]. Tilly und Fritz heiraten, und nun steht auch Harros und Griseldis’ gemeinsamem Glück nichts mehr im Wege –
    und jetzt ist die Geschichte aus. Blumen werden auf die Bühne geworfen. Alle können aufgeweckt werden und die nicht Eingeschlafenen verlangen an der Kassa ihr Geld zurück.


    :thumbdown:

  • Wie es sich doch in meinen damals jugendlichen Kopf eingebrannt hat.


    Bei 'Griseldis' fällt mir immer sofort die Verfilmung aus den 70igern mit Sabine Sinjen ein. Es war grauenhaft und trotzdem schaute man alle 5 Verfilmungen an. Mit dem Effekt, dass ich jahrelang die Stimme von Gert Westphal, der hier ja als Erzähler fungiert, nicht ertragen konnte. :D


    Was mit damals natürlich völlig entging, war das komisch-parodistische der Inszenierungen. Ich müsste sie eigentlich mal wieder anschauen. Die Tube bietet ja zum Glück die Möglichkeit. ^^


    https://www.youtube.com/results?search_query=griseldis


    :wink: Wolfram

  • Lieber Wolfram!


    Ja YouTube ist ein Glück, da kann man Gert Westphal hören und ich brauche nicht dran denken das mein Professor, für den Abschluss, Corona hat aber zum Glück in Heim Quarantäne ist,aber es gibt alle 5 Teile auch bei Amazone,


    deshalb kann auch "Griseldis" dran, ich sah es vorige Woche mir an. Warum das nie vertont wurde ist ein Rätsel. :clap: ;)


    Aber Sabinje Sinjen war eine sehr gute Schauspielerin, gell.


    Liebe Grüße vom Streiferl aus Wien. :wink: :wink:

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