Walter Gieseking - Klavier und Schmetterlinge...

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  • Komische Begründung.

    Ich habe es verkürzt . Ich hoffte , daß sein Ansatz klar würde . Wenn nicht : mein Unvermögen . Ansonsten : S.111-117 in besagtem Buch ..

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Ich verrate mal meine liebste WG-Aufnahme eines Klavierkonzerts: Sie findet sich hier in dieser bemerkenswerten Box.




    https://www.youtube.com/watch?v=98fDu2qsEVU



    1951 nahm er das d-moll-Konzert von Brahms mit Hans Rosbaud und dem damaligen SWF-Sinfonieorchester auf. Über einige Imperfektionen im Orchester höre ich gern hinweg - hier stimmt einfach der Spirit.


    Wer sich für die Box interessiert: Das B-dur-Konzert spielt Geza Anda.


    Cheers,
    Lavine :wink:

    “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability."
    Oscar Wilde

  • 1951 nahm er das d-moll-Konzert von Brahms mit Hans Rosbaud und dem damaligen SWF-Sinfonieorchester auf

    Korinthenkackerei oder kleine Korrektur : Das Aufnahmedatum ist mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit der 8.Januar 1950 , Kurhaus Baden-Baden . So der SWR in der Box , so CRQ.Editions , und so vor allem Joan Evans in der Bio-Bibliography : Hans Rosbaud , New York 1992 . In dem vorbildlichen Buch stimmen wirklich alle Daten , was eine Heidenarbeit voraussetzt .( Ein anderenorts genanntes Datum 14/12/1951 war als Broadcast benannt , was eine Ausstrahlung vermuten läßt . Woher der 17/3/1953 , der auch genannt wird , stammt , ist nicht zu ermitteln . Alle mit den falschen Daten versehenen Aufnahmen sind aber die 1950 Aufnahme , nur in schlechterer Qualität .)

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Ich möchte auf die - allerdings schon 1930 abbrechende - Autobiographie von Walter Gieseking hinweisen .

    Da hat er wohl tausend Jahre vergessen...


    Ich habe inzwischen mal im Buch "So wurde ich Pianist", 4. Auflage 1975, nachgesehen: Die von Walter Gieseking verfasste Autobiografie bricht nicht 1930 ab, sondern mit der Schilderung des Konzerts am 20. August 1939 in Salzburg mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Karl Böhm. Der letzte Satz dieser Autobiografie lautet: "Es war das letzte Konzert vor dem Kriege, der so Entsetzliches über die Welt bringen sollte" (a.a.O. S. 70). Sodann folgen in dem Buch (S. 70 f.) im Kursivdruck einige Anmerkungen von Jutta Hajmássy, der Tochter Giesekings, die wie folgt beginnen: "Hier brechen die Aufzeichnungen meines Vaters ab. Er hatte sie begonnen, als ihm infolge eines Autounfalles im Winter 1951 in der Schweiz eine längere Ruhepause aufgezwungen war. Sobald er aber seine Konzerte wieder aufnehmen konnte, was er mit höchster Ungeduld erwartete, fehlte es ihm an der Zeit, diese Autobiographie fortzusetzen." Den Rest des Buches bilden Aufsätze von Gieseking.


    Da Du Dich, lieber b-major, auf eine

    1963 erschienene

    Ausgabe beziehst, ich hingegen die 4. Auflage von 1975 besitze, erklärt sich so möglicherweise, dass wir unterschiedliche Jahreszahlen nennen. Vielleicht hast Du Dich bei der Jahreszahl 1930 aber auch einfach nur vertippt (die 9 und die 0 liegen auf der Tastatur ja direkt nebeneinander). Fakt ist jedenfalls, dass Gieseking in seiner Autobiografie auch die Jahre von 1930 bis 1939 berücksichtigt hat. Und es ist hochinteressant, was er über diese Zeit schreibt. Etwa über die hinter vorgehaltener Hand von zahllosen Amerikanern im privaten Rahmen geäußerte Bewunderung für die "efficiency" des Hitler-Regimes, für dessen außenpolitische Erfolge, ja sogar für dessen Antisemitismus, der zumindest gebilligt, wenn nicht sogar für das eigene Land herbeigewünscht wurde (a.a.O. S. 67 f.). Konkret beschreibt Gieseking hier Eindrücke, die er während seiner jeweils etwa dreimonatigen Tourneen durch die USA in den Jahren 1934 und 1935 gewonnen hat.

  • Fakt ist jedenfalls, dass Gieseking auch die Jahre von 1930 bis 1939 berücksichtigt hat.

    Danke für die Korrektur. Horowitz sagt in "Evenings with Horowitz" von David Dubal (was mir mal jemand beim Nordtreffen geschenkt hat :) ), Gieseking sei "supporter of the Nazi" gewesen, gibt aber als einzigen Beleg die Tatsache an, dass er nicht emigriert sondern in Deutschland geblieben ist. Er und Rubinstein hätten ihn nicht mehr auf der Bühne sehen wollen und gegen seine USA-Tournee protestiert. Wörtlich sagt Horowitz "I*m not sorry I do that". Er erkennt aber dennoch an, dass Gieseking ein "big artist" war.

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • was mir mal jemand beim Nordtreffen geschenkt hat :)

    Gern geschehen :D


    In dem Buch "Walter Gieseking - Die Paradoxie des Vollkommenen" von Rainer Peters wird in dem Kapitel "The Gieseking Case" (S. 41 ff.) ein Versuch einer Klärung von Giesekings Haltung zum Hitler-Regime unternommen und auf sich widersprechende Zeugenaussagen hingewiesen. Wichtig erscheint mir folgender Satz von Peters: "Zum Nazi-Sein fehlten Gieseking offenkundig einige wichtige Komponenten: darunter der Glaube an die fraglose Suprematie deutscher Kunst und der Antisemitismus" (a.a.O. S. 45). Dass er seinen jüdischen Konzertagenten (und Trauzeugen!) Arthur Bernstein nach dessen Berufsverbot noch jahrelang bis zu dessen Emigration weiter bezahlte, obwohl er nicht mehr für ihn arbeiten durfte, hast Du bereits in Posting #12 erwähnt.


    Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass der in Lyon geborene und an der Cote d'Azur aufgewachsene Walter Gieseking, der eine tiefe Vorliebe für das französische Repertoire pflegte und sich nachweislich nicht an das NS-Aufführungsverbot von Debussy und Ravel hielt (dokumentiert sind Pariser und Brüsseler Konzerte sowie Auftritte in der Türkei 1944, in denen Gieseking beide Komponisten aufführte), irgendetwas "Völkisches" in seinem Denken hatte.

  • Ich zitiere einmal Rubinstein: Mein glückliches Leben" Jeweils die Seiten der TB Ausgabe
    Leider wird es schwer, das jeweilige Datum zu finden, das erfordert etwas mehr Recherche.


    Zitat von 252 ca. 1924

    Walter Gieseking erregte in Paris Aufsehen mir seinem sehr persönlichen Debussy-Spiel und die Kritik pries ihn einhellig als den idealen Interpreten.
    ..
    Ich ging in eines seiner Konzerte und war bezaubert von dem unterirdischen, delikaten Klima, .. das er zu schaffen verstand.

    Walter Gieseking, den ich aus Paris als den besten Interpreten Debussys kannte, kündigte einen Abend an. Ich ging hin und war ganz bezaubert davon, wie delikat und echt impressionistisch er diese oft so unangreifbaren Stücke spielte.

    Gruß aus Kiel

    Was soll ich mit einem Oldtimer? Ich kauf mir doch auch keinen Schwarz-Weiß-Fernseher. (Jeremy Clarkson)

  • erklärt sich so möglicherweise, dass wir unterschiedliche Jahreszahlen nennen. Vielleicht hast Du Dich bei der Jahreszahl 1930 aber auch einfach nur vertippt (die 9 und die 0 liegen auf der Tastatur ja direkt nebeneinander). Fakt ist jedenfalls, dass Gieseking in seiner Autobiografie auch die Jahre von 1930 bis 1939 berücksichtigt hat.

    Du hast völlig recht .Die Erstausgabe scheint mit deiner identisch zu sein . Wieso ich 1930 schrieb , weiß ich nicht . Also : Gieseking brach seine Biographie mit dem Jahr 1939 ab . Sein Aufsatz über seine Nachkriegsausladung in New York wird für einen anderen Anlass geschrieben worden sein .

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • ch zitiere einmal Rubinstein: Mein glückliches Leben" Jeweils die Seiten der TB Ausgabe

    Du hättest vielleicht noch erwähnen sollen , daß das Buch 1980 erschienen ist . Da mutet der Satz " Und seither habe ich ihn weder angeredet noch angeschaut." schon etwas seltsam an .

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • "Kommen Sie doch auch mit, aber halten Sie uns den Nazi vom Halse"
    "Was meinen sie damit?" erwiderte er hochfahrend. "Ich bin überzeugter Nationalsozialist, der Führer ist der Retter unseres Vaterlandes"


    Wen meint Rubinstein eigentlich mit 'halten Sie uns den Nazi vom Halse'? Stand da womöglich noch ein so richtig 'Führertreuer' daneben?


    Ich finde die zitierte Gieseking-Äußerung so plakativ, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass er sie so geäußert hat. Es gab ja diesen massiven Boykottaufruf in den USA nach 1945 gegen deutsche Musiker, die irgendwie mit Nazi-Deutschland verbandelt waren, angeführt u.a. von Heifetz und Horowitz. Menuhin konnte ein Lied davon singen. Möglicherweise wollte Rubinstein seine Haltung in dieser Angelegenheit nachträglich rechtfertigen und hat deshalb diese Äußerung so massiv und eindeutig klingen lassen. Ich weiß es nicht, wir wissen es alle nicht, nur irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie nicht zu Gieseking passt.


    :wink: Wolfram

  • Stand da womöglich noch ein so richtig 'Führertreuer' daneben?

    Sicher nicht, denn im Text steht doch: "Gieseking, der allein und verlassen dastand"


    halten Sie uns den Nazi vom Halse

    bedeutet für mich soviel. "Nerven Sie uns nicht mit Nazipropaganda."


    Gruß aus Kiel


    Im Übrigen: Rubinstein ist nach dem 1. Weltkrieg nie mehr in Deutschland aufgetreten, seine Abneigung resultiert aus dem Verhalten des Kaiserreiches. Fast schon witzig gelang es Dohnanyi und dem Kölner Rundfunk Sinfonie Orchester ihn als Solisten zu gewinnen: In Zürich.
    Er war auch häufiger in Hamburg, bei Steinway, darüber gibt es sogar nen Film. Aber ein offizielles Konzert. Nie.

    Was soll ich mit einem Oldtimer? Ich kauf mir doch auch keinen Schwarz-Weiß-Fernseher. (Jeremy Clarkson)

  • Ich finde die zitierte Gieseking-Äußerung so plakativ, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass er sie so geäußert hat. Es gab ja diesen massiven Boykottaufruf in den USA nach 1945 gegen deutsche Musiker, die irgendwie mit Nazi-Deutschland verbandelt waren, angeführt u.a. von Heifetz und Horowitz. Menuhin konnte ein Lied davon singen. Möglicherweise wollte Rubinstein seine Haltung in dieser Angelegenheit nachträglich rechtfertigen und hat deshalb diese Äußerung so massiv und eindeutig klingen lassen. Ich weiß es nicht, wir wissen es alle nicht, nur irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie nicht zu Gieseking passt.

    Geht mir genauso. Ganz sicher sind die Rubinstein-Memoiren insgesamt eher als literarisches und weniger als historisches Werk zu verstehen. Als Beleg reicht das auf alle Fälle nicht aus.

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Meinte er also: Kommen Sie mit, aber lassen Sie ihre Nazi-Seite zu Hause. ?


    Na, ob ich unter den Voraussetzungen mitgegangen wäre. :D


    :wink: Wolfram

  • Na, ob ich unter den Voraussetzungen mitgegangen wäre.

    Und dann auch noch mit 2 Juden, bei Orloff bin ich mir nicht sicher. Grässlich diese Vorstellung.. :evil:
    Aber wieder Ernst: Er war ein Opportunist und damit dann wie so viele ein Spielball der Politik. Das ist ihm nicht gut bekommen. Und er war nicht der einzige.
    Zeigt es einmal mehr, das die meisten Künstler als Vorbilder untauglich sind, auch wenn manche es so gerne möchten.
    Gruß aus Kiel

    Was soll ich mit einem Oldtimer? Ich kauf mir doch auch keinen Schwarz-Weiß-Fernseher. (Jeremy Clarkson)

  • Da wir gerade beim Zitieren aus Büchern sind: In der neuen Publikation von Rainer Peters, "Walter Gieseking - Die Paradoxie des Vollkommenen", Wolke Verlag, Hofheim 2021, S. 47, heißt es zu dem von Rubinstein in seinem Memoirenband "My Many Years" ("Mein glückliches Leben") behaupteten Wortwechsel zwischen ihm und Gieseking während des Concours Eugène Ysaÿe in Brüssel 1938:


    Zitat von Rainer Peters

    Er, Rubinstein, habe nach einer Arbeitssitzung einige Mit-Juroren zu einer Zwischenmahlzeit eingeladen. Als er bemerkte, dass Gieseking, der ebenfalls der Jury angehörte, alleine dastand, habe er ihn mit dazu gebeten und angefügt: "But don't let the german Nazi come with us". Darauf Gieseking: "What do you mean by that? I am a convinced Nazi. Hitler is saving our country."


    Rubinsteins Erinnerungen sind meist amüsant, aber häufig - um es vorsichtig auszudrücken - ungenau. Und um einer Pointe willen riskierte er schon mal eine Freundschaft (mit Heifetz) oder exkulpierte den Falschen (Backhaus).


    Seine folgenreichen Anschuldigungen hatte er schon Jahrzehnte vor den Memoirenbänden, kurz nach dem New Yorker Eklat, im Magazin "Life" öffentlich gemacht: "Gieseking boasted to me of being a Nazi." Gieseking dementierte das gegenüber seiner amerikanischen Agentur: "Rubinstein's memory seems to have suffered. I recall meeting him in 1938 in Brussels, when we were both among the members of the jury for the 'Concours Ysaye'. I know distinctly that I've never said that I was a Nazi! Why should I have lied so and just to Rubinstein? It would have been awfully rude and impolite to say such a thing to a jew, whom I always considered to be a great pianist..."


    Von Rubinstein wurde eine Behauptung in die Welt gesetzt, die einem Rufmord gleichkommt. Gieseking hat Rubinsteins Behauptung ausdrücklich dementiert. Ehrlich gesagt: Ich glaube Gieseking - allein schon, weil auch ein überzeugter Nazi sich in der damaligen Situation im Ausland gegenüber einem jüdischen Mitjuror niemals so ungeschickt geäußert hätte. Und jemand, der kein Nazi war, schon überhaupt gar nicht. Aber selbst wenn man das nicht so sieht, also beide Versionen für möglich hält, steht Aussage gegen Aussage. Ich stimme daher Christian zu:

    Ganz sicher sind die Rubinstein-Memoiren insgesamt eher als literarisches und weniger als historisches Werk zu verstehen. Als Beleg reicht das auf alle Fälle nicht aus.

  • Belassen wir es doch bei dem Zitat aus dem Film „der Mann der Liberty Valance erschoss:“
    Leicht variiert: „dies hier ist Deutschland wir wollen unsere Legenden behalten.“
    Gruß aus Kiel

    Was soll ich mit einem Oldtimer? Ich kauf mir doch auch keinen Schwarz-Weiß-Fernseher. (Jeremy Clarkson)

  • Belassen wir es doch bei dem Zitat aus dem Film „der Mann der Liberty Valance erschoss:“
    Leicht variiert: „dies hier ist Deutschland wir wollen unsere Legenden behalten.“

    Ich will keine Legende behalten, aber ich will auch an keiner stricken. Rubinstein hat in seinen Memoiren nachweislich auch an anderen Stellen einen eher "dramaturgischen" Umgang mit der Wahrheit betrieben, er ist also als einzige Quelle für die angebliche Bemerkung wenig glaubhaft. Horowitz' einziger Vorwurf ist, dass Gieseking überhaupt in Deutschland geblieben ist. Darüber kann man immerhin diskutieren, ob ihm hätte klar sein müssen, dass er sich damit in jedem Fall, ob gewollt oder nicht, zum Werkzeug des Regimes machen würde. Verglichen mit anderen (unter den Pianisten vor allem Ney) war er allerdings ein ziemlich lausiges Werkzeug. Als einzige "Taten" sind ein paar Konzerte für das Winterhiflswerk und die NS-Kulturgemeinde sowie in besetzten Ländern dokumentiert. Weder eine Parteimitgliedschaft noch irgendwelche apologetischen Äußerungen zum Regime sind ausreichend belegt.

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • „Die symphonischen Etüden? Kenn ich nicht“, hätte ich gesagt. Doch nun heute morgen angestellt und siehe da, sofort waren sie mir sehr vertraut. Neulich ist es mir schonmal bei einem Klavierquintett so ergangen. Nie gehört, dachte ich....mal sehen. Es stellte sich heraus, dass ich die Bratschenstimme vor etwa 5 Jahren sogar in mehreren hausmusikartigen Konzerten gespielt habe. Interessant, was man alles vergisst. Lang-ersehnte Ruh’ des überaktiven Gedächtnisses.....? Die Etudes Symphoniques habe ich aber definitv nicht selber gespielt, es ist mir also ein Rätsel, woher ich sie so gut kennen soll. Ich erinnere mich auch an keine Aufnahme, die ich mal besessen haben sollte.


    Nun aber, nachdem sie mir so dermassen vertraut waren und ich Brendel und dann aus Neugier Casadesü angehört hatte, fragte ich mich, wie wohl unser Schmetterlings-Walter sie anbieten würde. Je grösser das Repertoire an schillernden Klangfarben und an Artikulationsfertigkeit des Pianisten, desto besser für Schumann. Und der Gedanke an seinen spontanen Ansatz – ohne viel praktische Vorbereitung – taten den Rest - für Schumann. Gieseking musste her.


    Er enttäuschte nicht. Herrlich. Ich habe beide Aufnahmen (siehe unten) angehört. Ich frage mich, ob man Gieseking erst so richtig geniessen kann, wenn man eine gewisse Vertrautheit mit einem Werk erreicht hat. Ich meine, dass ich erst im Vergleich mit meiner ziemlich detaillerten Erinnerung an das Werk, welches auch immer es ist, seine feinen Schattierungen wirklich heraushören und schätzen vermag.


    Gut, die letzte Variatation schmeisst er (in der live Einspielung) technisch weg, aber musikalisch ist sie dennoch wunderbar !



    Ich habe eine 2. Einspielung auf Spotify, man hört am Ende Applaus, sollte also live sein, aber finde kein CD cover dafür.


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    Übrigens spielt Gieseking gekoppelt mit den live Etudes Symphoniques auf Spotify auch eine Schumann Fantasie (bin mir nicht sicher, ob diese auch live ist) - der 2.Satz hätte von ein wenig üben profitiert, aber der 1. Satz ist einfach hin-reis-send !

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