Zum Tag der Hausmusik - Was ist erlaubt?

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  • Zum Tag der Hausmusik - Was ist erlaubt?

    Zum Thema gab es heute einen Beitrag bei BR-Klassik:


    https://www.br.de/mediathek/po…k-was-ist-erlaubt/1842712


    Danach bin ich mit meiner halben Stunde täglich auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Dennoch habe ich mich bei meinen Nachbarinnen erkundigt, ob sie meine Flötentöne hören und ob die womöglich nerven. Der Nachbar unter mir ist schwerhörig, die anderen nehmen mein Spiel als nicht besonders laut war.


    Wie ist das bei Euch?

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Erfreulich. Keine Nachbarn Wand an Wand und keine, die mein Gekratze stört. Im Gegenteil bittet die eine Nachbarin mich manchmal, das Fenster offen zu lassen, wenn ich übe (da gehts es mehr ums Spielen), weil sie das gern hört.


    Meine Frau verlässt bisweilen den Raum, vor allem wenn ich noch am Anfang der Stücke bin und selten das ganze Stück, sondern sehr oft dieselbe Stelle spiele (insbesondere: Intervall rauf, runter, rauf, runter ...).


    Mein Hund mag das Geräusch (m)eines Cellos. Der kommt immer und legt sich zu mir und verhält sich insgesamt sehr unkritisch.

  • Mein Hund mag das Geräusch (m)eines Cellos. Der kommt immer und legt sich zu mir und verhält sich insgesamt sehr unkritisch.

    das kenne ich vom Bass-Üben.

    Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
    daß Alles für Freuden erwacht

  • Keine unmittelbaren Nachbarn, da Eigenheim. Üben findet im seitlich gelegenen Arbeitszimmer statt, gelegentliches Üben mit der Freundin an der Querflöte im Wohnzimmer nach vorn raus. Man hört die Oboe sowieso immer, da gibt es nichts zu beschönigen.


    Meine im Januar verstorbene Hündin hat immer „mitgesungen“, was meinen Sohn veranlasste zu sagen, sie sänge schöner als ich spiele. :boese1:
    Meine alte Hündin erträgt alles mit stoischer Gelassenheit, Hauptsache, sie darf neben mir liegen. Der Welpe findet Musik noch komisch. :D

    Liebe Grüße
    Jori :verbeugung2:

  • Bei uns im Haus: Drei Klaviere, einschließlich einer Profipianistin, dazu noch mein bescheidenes Geklimpere ... Beschwert hat sich überraschenderweise noch keiner ...


    :jaja1:

  • Bei uns im Haus: Drei Klaviere, einschließlich einer Profipianistin, dazu noch mein bescheidenes Geklimpere

    Und da traust du dich zu spielen? Wenn ich mit einer Profi-Flötistin im Haus wohnen würde, hätte ich vermutlich Hemmungen.

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Ich untalentierte Lusche habe immer sehr viel Toleranz unter den Profis erlebt. Die meisten freuen sich, dass man ihre Leidenschaft teilt. Und nicht jeder kann nunmal Profi sein.

    Liebe Grüße
    Jori :verbeugung2:

  • Die meisten freuen sich, dass man ihre Leidenschaft teilt. Und nicht jeder kann nunmal Profi sein.

    Genau!

    :thumbup:

    jep.


    Wobei, wenn ich selber Musik im Kopf oder den Händen spazieren gehen habe - also eigentlich immer - kann ich eigentlich überhaupt keine Beschallung musikalischer Art gebrauchen, da spielt die Qualität überhaupt keine Rolle. Allerdings bin ich mit Übenden oder Spielenden aus Prinzip toleranter als mit Konserven-Bedienern...


    Ich verstehe natürlich auch, dass meine Nachbarin regelmäßig im Frühling über meine Lautstärke mosert, die sich im Winter so einschleicht - meine Wohnkiste hat schon gewisse Eigenschaften einer Bassbox, und ich MUSS ja nicht immer aufdrehen... auch wenns natürlich Spaß macht...


    Es ist schon ein Kreuz mit den Bedürfnissen: einerseits will ich nicht beschallt werden, andererseits beanspruche ich das Recht auf zumindest zeitweilige Lautstärke... Zum Glück ist die Welt groß genug... und meine sonstigen Ansprüche an Wohnkomfort gering...

    Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
    daß Alles für Freuden erwacht

  • Ich habe bisher Glück mit meinen Nachbarn. Der ältere Herr über mir hat mir gesagt, dass ich spielen kann wieviel ich möchte, bis zehn Uhr abends sei das kein Problem für ihn. Das finde ich sehr grosszügig. Das junge Paar unter mir hat sich noch nie geäussert, grüsst aber recht freundlich im Treppenhaus. Selbst das Thema ansprechen vermeide ich. Allerdings würde ich mich ihnen gegenüber auch niemals über deren Videogame-Sounds aus dem Subwoofer beklagen.

    Der Herr über uns wird irgendwann ausziehen. Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, was tun, wenn die neuen Bewohner sich beklagen würden. Allein das Gefühl, dass man andere stört, beeinträchtigt doch schon die Spielfreude.

  • Allein das Gefühl, dass man andere stört, beeinträchtigt doch schon die Spielfreude.

    stimmt.

    Ich denke, davon muss man sich freimachen. Als ich mit Oboe angefangen habe, mussten die Nachbarn im Mehrfamilienmietshaus das Getröte auch ertragen.


    Manchmal klimpert mein alter Nachbar auf seinem total verstimmten Klavier und singt dazu. 80-jähriger Tenor…mehr muss ich nicht sagen. :alter1:

    Liebe Grüße
    Jori :verbeugung2:

  • Ich denke, davon muss man sich freimachen.

    Stimmt. Ich denke, ich werde die leiseste Klage mit dem Kauf einer Bassklarinette quittieren. :pfeif:

    Manchmal klimpert mein alter Nachbar auf seinem total verstimmten Klavier und singt dazu. 80-jähriger Tenor…mehr muss ich nicht sagen. :alter1:

    Klingt irgendwie rührend.

  • Das im Radiobeitrag besprochene BGH-Urteil von 2018 erlaubt zwei bis drei Stunden an Werktagen und an Sonntagen ein bis zwei Stunden. Ausgenommen ist die Mittagszeit von 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr und die Nachtruhe ab 22.00 Uhr. Das sind natürlich nur Richtwerte, entschieden wird immer der Einzelfall und teilweise auch nach Instrument (Schlagzeug darf nur kürzer gespielt werden). Aber ich finde das insgesamt schon recht großzügig.


    Ich spiele etwa eine halbe Stunde am Tag, liege also weit unter der erlaubten Zeit. Trotzdem ist mir wohler, seitdem ich mit den Nachbarinnen gesprochen habe. Vor allem wenn ich die dritte Oktave übe, die leider bei mir immer noch schrill und laut klingt. Sollte sich jemand dadurch extrem gestört fühlen, wäre ich auch zu Kompromissen bereit. Zum Beispiel nur zu einer bestimmten Zeit zu spielen. Berechenbar bin ich jetzt aber auch schon. Ich spiele immer im Zeitraum zwischen 15.00 Uhr und 16.00 Uhr. Wer das überhaupt nicht ertragen kann, muss dann in dieser Zeit eben spazieren gehen.

    An Sonn- und Feiertagen spiele ich übrigens nicht, da höre ich nur. Jetzt in der Adventszeit werde ich aber eine Ausnahme machen. Meine "Advents-Deko" wird eine akustische sein und im Spielen der üblichen Advents-und Weihnachtslieder bestehen.

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr?

    Ist das nicht ein alter Zopf?

    Unter der Woche/an Werktagen schon. Kein Bauarbeiter legt in der Zeit den Presslufthammer still. Aber als guter Nachbar muss man ja niemanden beim Mittagsschläfchen stören.

    Liebe Grüße
    Jori :verbeugung2:

  • Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr?

    Ist das nicht ein alter Zopf?

    Nein, das steht so im erwähnten BGH-Urteil von 2018. Und auf den BGH sollte man in diesen Fragen besser hören.

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

  • Wenn man in Deutschland lebt, sicherlich.

    Ich meinte nur, dass das Urteil etwas an der Realität vorbei geht, oder?

  • "Realtität" ist in einem Mietverhältnis zunächst mal der Mietvertrag. Und der enthält in der Regel eine Hausordnung, in der auch die Mittagsruhe geregelt ist.

    Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. Arthur Schopenhauer

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