Eben gehört 2022/2023

  • Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 12

    Vasily Petrenko, RLPO


    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga

    Ich lieb‘ den Schlaf, doch mehr noch: Stein zu sein.
    Wenn ringsum nur Schande herrscht und nur Zerstören,
    so heißt mein Glück: nicht sehen und nicht hören.
    Drum leise, Freund, lass mich im Schlaf allein.
                       --- Michelangelo Buonarroti (dt. Nachdicht. J. Morgener)

  • Antonin Dvorak (1841-1904)

    Sinfonie Nr. 4

    Czech Philharmonic Orchestra, Jiri Belohlavek

    Decca, DDD, 2014

    Antonin Dvorak (1841-1904)

    Sinfonie Nr. 4

    London Symphony Orchestra, Witold Rowicki

    Philips, ADD, 65-71

    Belohlavek ist in meinen Ohren wirklich nicht dull oder mulmig, in klanglicher Hinsicht, wie in manchen Amazon-Rezensionen zu lesen ist. Andererseits aber auch sicher nicht exemplarisch spritzig oder transparent. Rowicki gefällt mir hier dennoch besser, da eben packender, dynamischer und trotz des Alters der Aufnahmen klanglich durchaus ebenbürtig.

    Für meinen Geschmack ist Dvoraks' Vierte als Werk nicht gerade ein absoluter Hit. Es gibt einige gelungene Ansätze, manche Stellen wirken epigonenhaft (Brahms grüßt von nicht allzu weit entfernt) und letztlich verfängt (bei mir) wenig. Bei Wiki steht "Die 4. Sinfonie gilt heute als wichtiger Punkt auf dem Weg des Sinfonikers Dvořák. Dieser schaffte es mit der neuen Sinfonie, seinen persönlichen Stil souverän mit der Form der Sinfonie zu verbinden.", was zutreffen mag, meine Begeisterung für das Werk aber dennoch nicht erhöht. Eine Sinfonie, die man als "Beifang" einer GA ganz gut mal hören kann, deren seltene Veröffentlichung abseits von werdenden Gesamtaufnahmen mich persönlich aber nicht verwundert.

    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
    but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need" - H. W. M.

  • Weiter in Sachen vergleichendes "Dvorak-Hören" :) :

    Antonin Dvorak (1841-1904)

    Sinfonie Nr. 6

    London Symphony Orchestra, Istvan Kertesz

    Decca, DDD, 1963-1970

    Antonin Dvorak (1841-1904)

    Sinfonie Nr. 6

    Czech Philharmonic Orchestra, Jiri Belohlavek

    Decca, DDD, 2014

    Die 6. Sinfonie hat in meinen Ohren eine andere Qualität, als die oben von mir gescholtene 4. Ich empfinde das Werk als thematisch interessanter und der ganze (Spannungs-)Aufbau erscheint mir zwingender, besser gelungen.

    Zum Vergleich habe ich mal den Klassiker mit Kertesz am Pult herangezogen. Wieder kann ich nicht behaupten, Belohlavek klänge mulmig (?). In meinen Ohren sind beide Einspielungen absolut von ähnlich (sehr hoher) Qualität. Belohlavek erscheint mir an der ein oder anderen Stelle vielleicht etwas schöner im Ausdruck, was mir jedoch sehr gut gefällt und bspw. dem Adagio zu noch besserer Geltung verhilft.

    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

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  • Nikolai Miaskowsky (1881-1950)

    Symphonien Nr. 5 & 9

    BBC PO, Downes

    MP, DDD, 92

    Nikolai Miaskowsky war ein bedeutender sowjetischer Komponist des 20. Jahrhunderts und einer der führenden Vertreter der russischen Sinfonie. Er schuf eine Vielzahl von Werken, darunter 27 Sinfonien, Kammermusik und Opern. Seine Musik zeichnet sich durch eine sehr individuelle Klangsprache aus, die Elemente der russischen Volksmusik mit modernen Kompositionstechniken verbindet. Miaskowskys Werke sind geprägt von einem tiefen emotionalen Ausdruck und einer starken dramatischen Wirkung, die ihn zu einem der wichtigsten Komponisten seiner Zeit machten.

    Miaskowskys Ideenreichtum mit Blick auf Melodien und Stimmungen ist eine Wucht und macht das Kennenlernen dieser Scheibe zu einer Freude. Ebenso die fein ausgehörte Deutung und der gute Klang. Jener ist vielleicht etwas diffus-distanziert, bei schöner Dynamik, was aber gut zur Musik passt. Bei frühen Marco Polo/Naxos-Produktionen, wie der Vorliegenden, waren Klang und Interpreten ja überwiegend wunde Punkte, so dass hier auch die hochkarätige Besetzung verwundert. Ich tippe mal völlig spekulativ darauf, dass diese Produktion ursprünglich für ein anderes Label (eventuell Chandos?) gedacht war, dann aber durch MP veröffentlich wurde.

    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
    but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need" - H. W. M.

  • Beethoven : Violinkonzert op. 61 mit der "Beethoven - Kadenz" . Christian Tetzlaff , Sinfonieorchester des Südwestfunks Baden-Baden , Micharrl Gielen . Beethoven hat keine Kadenz für das Violinkonzert hinterlassen , wohl aber eine für den 1.Satz des zum Klavierkonzert umgeschriebenen op. 61 . Diese Klavierkadenz hat Tetzlaff "Rücktransscibiert" , was auch schon Wolfgang Schneiderhan für eine Aufnahme mit Jochum machte . Mir gefällt das , aber neben den "alten" Kadenzen von Joachim und Kreisler gibt es so viel andere , daß ich keine eindeutigePräferenz habe . Nur die von Schnittke gefällt mir weniger , ich brauche die Zitate von Berg und Bartok - auch wenn ihre Namen mit B beginnen - nicht . 1990 ?

    Good taste is timeless - "Ach, ewig währt so lang " - "But I am good. What the hell has gone wrong?" - A thing of beauty is a joy forever.

  • Edward Elgar

    In The South

    Introduction & Allegro

    Enigma-Variationen

    Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR

    D: Roger Norrington

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Bei frühen Marco Polo/Naxos-Produktionen, wie der Vorliegenden, waren Klang und Interpreten ja überwiegend wunde Punkte, so dass hier auch die hochkarätige Besetzung verwundert. Ich tippe mal völlig spekulativ darauf, dass diese Produktion ursprünglich für ein anderes Label (eventuell Chandos?) gedacht war, dann aber durch MP veröffentlich wurde.

    Das muss nicht unbedingt so gewesen sein. Hier mal zwei Beispiele, die auch bei Marco Polo veröffentlicht wurden :

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Johannes Brahms

    Symphonie Nr. 3 & 4

    Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR

    D: Roger Norrington

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Das muss nicht unbedingt so gewesen sein. Hier mal zwei Beispiele, die auch bei Marco Polo veröffentlicht wurden

    Ja. Ich denke hier gilt "Ausnahmen bestätigen die Regel".

    :cincinbier:

    "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
    but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need" - H. W. M.

  • Nochmals Beethoven und die Violine . Richtig gut finde ich den Part im Benedictus der Missa Solemnis . Otto Klemperer und Philharmonia Chorus und Orchestra , live 1963 . Ich habe mich nie bemüht , herauszufinden wer da spielt (ebensowenig , ob Boehme oder doch Frick singt) , vermute aber , daß es Hugh Bean war . Aber schön ist es !

    Good taste is timeless - "Ach, ewig währt so lang " - "But I am good. What the hell has gone wrong?" - A thing of beauty is a joy forever.

  • ... Nur die von Schnittke gefällt mir weniger , ich brauche die Zitate von Berg und Bartok - auch wenn ihre Namen mit B beginnen - nicht . 1990 ?

    Die Philips-CD mit Gidon Kremer war einer meiner ersten, und ein Weitergabe von jemandem der von der Kadenz total schockiert war. Ich fand sie auch immer unpassend... so dass ich mir unter anderem auch mal die Gielen/Tetzlaff-CD aus der JPC-Grabbelkiste gekauft habe. Ich fürchte, ich habe sie noch nie gehört 😶.

    Lohnt es, abseits von der Kadenz?

  • Ja. Ich denke hier gilt "Ausnahmen bestätigen die Regel".

    Stimmt. :cincinbier: Manchmal hatten die lichte Momente und hatten mal richtig gute Orchester zur Hand. Grins1

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Bei frühen Marco Polo/Naxos-Produktionen, wie der Vorliegenden, waren Klang und Interpreten ja überwiegend wunde Punkte, so dass hier auch die hochkarätige Besetzung verwundert. Ich tippe mal völlig spekulativ darauf, dass diese Produktion ursprünglich für ein anderes Label (eventuell Chandos?) gedacht war, dann aber durch MP veröffentlich wurde.

    Das muss nicht unbedingt so gewesen sein. Hier mal zwei Beispiele, die auch bei Marco Polo veröffentlicht wurden :

    Die Furtwängler-Sinfonie sollte ich mir mal zulegen und nicht ewig abwarten. Vorsichtige Frage - ich möchte niemanden wegen Unkenntnis beleidigen: Ist Alfred Walter nicht einer der Dirigenten, die es entweder nicht gab oder mit deren Namen sich andere geschmückt haben? Oder - dritte Möglichkeit - verwechsle ich da was?

    :) Wolfgang

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Ist Alfred Walter nicht einer der Dirigenten, die es entweder nicht gab oder mit deren Namen sich andere geschmückt haben? Oder - dritte Möglichkeit - verwechsle ich da was?

    Du meinst wohl Alfred Scholz - der hat haufenweise Fremdaufnahmen unter eigenem bzw. erfundenen Namen veröffentlicht.

    Alfred Walter hat dagegen wirklich existiert.

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Die Furtwängler-Sinfonie sollte ich mir mal zulegen und nicht ewig abwarten. Vorsichtige Frage - ich möchte niemanden wegen Unkenntnis beleidigen: Ist Alfred Walter nicht einer der Dirigenten, die es entweder nicht gab oder mit deren Namen sich andere geschmückt haben? Oder - dritte Möglichkeit - verwechsle ich da was?

    Alfred Walter gab es wirklich. Er war wohl in Hagen. Du meinst Alfred Scholz, Albert Lizzio, usw. gibt es wohl nicht wirklich. Dazu HIER mal einen Link:

    Alberto Lizzio - Wikipedia

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

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