Eben gelesen

  • Manche Dinge bleiben einfach zeitlebens hängen. „Schalke 05“ oder „Tausende standen an den Hängen und Pisten“ oder „Der, der in Bayreuth die Bajazzoarie vorsingen wollte“…

    Einzelne giebt es sogar, auf deren Gesicht eine so naive Gemeinheit und Niedrigkeit der Sinnesart, dazu so thierische Beschränktheit des Verstandes ausgeprägt ist, daß man sich wundert, wie sie nur mit einem solchen Gesichte noch ausgehn mögen und nicht lieber eine Maske tragen (Arthur Schopenhauer)

  • In diesen beiden Positionen entdeckte und förderte er diverse Autorinnen und Autoren

    Und natürlich entdeckte er Hubert Fichte!

    Verglichen mit Fichte wirken die Werke von Strunk und Schamoni wie hilfloses Geschreibsel von Obertertianern.

    Also Leute:

    2 Werke von Fichte, die man gelesen haben sollte, es gibt noch mehr.....

    "Wolli Indienfahrer" und "Die Palette"


    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • Nachklapp zu Raddatz.

    ein Interview:

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    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • Ich mache nach einer längeren Pause mit Philip K. Dick weiter, mit diesem:


    "Ubik".


    Eine zunehmend gedanken- und sinnenverwirrende Story, wie oft bei Dick kreisend um die Frage, was an der Realität eigentlich real ist. Rein literarisch fehlt viel, vor allem eine einigermaßen lebendige Figurenzeichnung, das sind alles Papiermarionetten, und stilistisch ist das eben 50/60/70er SF, aber welch Irrsinnigkeiten der Dick da reinhaut macht es doch zu einer fesselnden Angelegenheit - geradezu zu einem Erlebnis.


    Ich sollte mich nun doch mal an die Valis-Triologie rantrauen; da war Dick wohl schon völlig der uns bekannten Welt abhanden gekommen, aber auf welche Weise, das will ich wissen...



    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Geht den Meisten so und wird auch mir so gehen.


    Aber Abstürzen ist eine Erfahrung! :cincinsekt:



    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Habe mir - angeregt durch die Beiträge weiter oben - mal The three Stigmata of Palmer Eldritch auf den Kindle geladen. Als Teenager besaß ich sogar mal das Buch, aber mein Englisch war damals nicht gut genug.


    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Man kann sich also auch so den Sonntag vertreiben.

    Oder so.

    Wahrscheinlich einer der meistverkauften aber am wenigsten gelesene Roman von Henscheid: "Die Mätresse des Bischofs," denn er kam im Schuber mit den beiden anderen Büchern der Trilogie.

    560 Seiten dreht er sich um ähnlichen Themen doch erweitert er den Roman "Geht in Ordnung" um

    2 Dinge. Religionskritik und Trauer.

    (Das Kapitel, in dem seine Schwiegermutter stirbt ist ganz groß, heiter, traurig, hin und her schwingend und dann wird alles vom Pfaffen versaut)

    Daher lesen sich manche Passagen trotz der erhobenen Sprache bei weitem nicht so süffig glatt wie in den beiden Vorgängern, sondern es stellt sich ein "moderato" ein, das zunehmend pessimistischer auf die Welt blickt.

    Der sich stark vermehrende Schwager mit 7 Kinder, der nen Gebrauchtwagenhandel betreibt, als Geschäftsführer, dumm wie Bohnenstroh ist, aber Hemingway und Weizenbier verehrt, der Foto Fred, der zu nix gut ist. Alfred Wurm, nomen est omen und andere, die die Kleinstadt bevölkern.

    Vor allem aber die Iberer Brüder, beide arbeiten am Hochofen in den Stahlwerken in der Nähe und ihnen gilt die geballte Aufmerksamkeit des Protagonisten.

    Doch auch der Blick verändert sich als einer der beiden heiratet.

    Nichts ist mehr so wie früher, seine Ehe ist lange tot, die Frau verödet vorm Fernseher, die Tristesse in der Kleinstadt wird nur noch ab und zu durch kleine Geschichten gelüftet.

    Zitat von Henscheid Mätresse S. 313

    Wenn alle geläufigen Unsinns- und Unfugsressorcen ausgenuckelt sind, dann kommt auch Gott wieder zu seinem angestammt, strahlenden Recht. Dann springt auch der Bischof wieder ein...

    In dem Roman ist es keineswegs so lustig wie es Henscheid unterstellt wurde und wird, auch wenn ich bedenken muss, der Heimgang des Alfred Leobold in "Geht in Ordnung" war nicht die Spur witzig, wie sich da einer totsäuft und das Scheitern des Herrn Jakkob in den "Vollidioten" war es auch nicht.

    Aber da gab es immerhin sehr komische Szenen. Die sind hier nicht so zahlreich.

    Lustig sind eher die Begräbnisberichte und das Auftauchen des aus den Vollidioten hinlänglich bekannten Herrn Kloßen aus Itzehoe.


    Ein Roman aus der Provinz Ende der 70iger, manchmal guckt mich der Eberhofer aus dem Buch an, oder ist es doch der Rudi?

    Und ist der Streibl am Ende der Flötzinger und Wurm? Ach, was...

    Ich habe das Buch zu lange liegen gelassen, dabei ist es wunderbar zu lesen.

    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

    Einmal editiert, zuletzt von Doc Stänker ()

  • Philip K. Dick

    The three stigmata of Palmer Eldritch


    Starkes Buch, das ich kaum aus der Hand legen mochte. Die Figuren sind naturgemäß typische US-amerikanische Charaktere der 50er und 60er Jahre (Dick zitiert an einer Stelle Run, Rabbit run), aber die Story ist schon sehr originell. Könnte fast unverändert als Drehbuch dienen, würde einen ziemlich abgedrehten Film ergeben. Und der ambivalente Schluß würde im Film sicher besser 'rüberkommen. Dass Dick zur Zeit als er das Buch schrieb (1965) nach eigener Aussage laut wikipedia noch keine Drogenerfahrungen hatte, mag man angesichts der zahlreichen Drogenvisionen im Buch kaum glauben.


    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Und alle guten Dinge sind drei:



    Diesmal auf Deutsch, da das Buch noch im Regal steht.

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • eben durch. Großartig!



    Der Carrère hat mir viel gebracht, nicht nur seine eigenen Bücher, er hat mich u.a. auch auf Philip K Dick gebracht (von dem er ein ganz großer Fan ist), hat mir eine vertiefte Beschäftigung mit dem Christentum eingehandelt, hat mir Houllebeq näher gebracht (den ich aber immer noch nicht mag) und mich mit seinen eignen Büchern immer bereichert.


    Schöne Sache, das.


    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

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