Eben geguckt

  • Emma Thompson und Antony Hopkins sind superb!!!

    absolut!


    Hier lief eben Berüchtigt/Notorious.....mit einem so verirrten Cary Grant, dass es weh tut :rolleyes:. Obwohl er nicht ganz so verhindert ist, wie der Butler oben, in Remains of the day. Bei dem zerdeppere ich fast mehrere Vasen vor Frust <Zoran springt auf und räumt alles schnell weg>


    Aber es zeigt: beides super Filme. Auch die Mutter mit ihrem Zopf. Wieder eine "Hitchcock" Mutter.



    PS: verirrt sind natürlich die Figuren, nicht die Schauspieler - die machen ihre Sache sehr gut!

  • mit einem so verirrten Cary Grant, dass es weh tut :rolleyes: .

    Ich bitte dich. Part of his charme. ^^


    'Notorious' ist ein toller Film. Und ja, die Mutter, fürchterlich in diesem Fall. Und natürlich der passende Sohn dazu. ;)


    :wink:Wolfram

  • mit einem so verirrten Cary Grant, dass es weh tut :rolleyes: .

    Ich bitte dich. Part of his charme. ^^

    playing hard to get - kann übel in die Hose gehen für einen Mann. Bei einer Frau gehört es ja zur Ausstattung ansonsten ist sie eine floozy, wie Devlin ja auch immer wieder befürchtet. Nur bemerkt er gar nicht, dass er sie durch seine Verhinderung erst dazu macht. Sein Eindruck von ihr kommt nur durch sein eigenes Benehmen zustande. Wenn er sich anders verhalten würde, würde sie ihm anders erscheinen. Ist doch interessant, wie verirrt er ist.


    Das ganze wird von Hitchock in der Party Szene am Anfang suggeriert, als die beiden sich zum ersten mal sehen. Er sitzt stocksteif und schweigend mit dem Rücken zu uns da, hält sich bedeckt und lässt sie herumtanzen und um ihn werben. Selbstverständlich wird diese Dynamik in die Spionagestory eingpackt, sodass es für uns erst so aussieht, als wäre sein Benehmen damit zu erklären, dass er eben ein Agent ist. Aber ich meine es ist wieder nur die eine Ebene des Films. Die andere ist, ähnlich wie in The Birds, was mit diesem unentschlossenen, unsicheren Mann los ist, der nicht weiss, wie man mit einer Frau umgeht und nur in der Extremsituation den Weg zum entschlossenen Handeln findet.

    Schon sehr bezeichnend, wie uns beide in dieser ersten Party Szene miteinander vorgestellt werden. Diese Dynamik zieht sich durch den ganzen Film, bis Devlin am Ende die Kurve kratzt, weil Alice in höchster Gefahr ist. Vorher lässt er es einfach laufen. Sie bemüht sich um ihn, er beobachtet und prüft sie. Im Grunde ist dieser Film ja das "ernste" Gegenstück zu Indiscreet, bzw andersherum. Notorious wurde eher gedreht und natürlich von einem anderen Regisseur.


    Aber interessant, dass dir die politische Seite deines Films heute so aufgefallen ist. Ich schau ihn mir in den nächsten Tagen auch mal wieder an.

    Hast du den Roman gelesen? Ich vor sehr langer Zeit, aber ich kann die Erinnerung daran nicht von der Erinnerung an den Film trennen.

  • Emma Thompson und Antony Hopkins sind superb!!! Das ist groß, mitreißend, berührend.

    Da bin (auch ich) ganz bei dir, lieber Wolfram! :thumbup: :thumbup: :thumbup:

    Großes Kino, sehr politisch.

    :jaja1: Ich habe den Film neulich zum 2. Mal gesehen. Ein Film, den man sich mehrmals anschauen kann, wie ich finde.

    Du holde Kunst, in wie viel grauen Stunden, wo mich des Lebens wilder Kreis umstrickt, hast du mein Herz zu warmer Lieb' entzunden, hast mich in eine beßre Welt entrückt!“ („An die Musik“, Franz Schubert)



  • Emma Thompson und Antony Hopkins sind superb!!! Das ist groß, mitreißend, berührend.

    Da bin (auch ich) ganz bei dir, lieber Wolfram! :thumbup: :thumbup: :thumbup:

    Großes Kino, sehr politisch.

    :jaja1: Ich habe den Film neulich zum 2. Mal gesehen. Ein Film, den man sich mehrmals anschauen kann, wie ich finde.

    schließt sich mein Brägen an....ein Favorit => dieser Ivory bleibt feste im Stammkader eingebunkert...

    Fetzig kommt gleichfalls folgende Ishiguro-Verfilmung von Romanek rüber:
     

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Fetzig kommt gleichfalls folgende Ishiguro-Verfilmung von Romanek rüber:

    :thumbup: Ich meine dennoch, dass der Film gegenüber dem Roman sehr verliert. "Never let me go" ist der englische Originaltitel. Auch das trifft es sehr viel besser als der deutsche Titel. Der Roman ist ein absoluter Schocker. Ich finde Ishiguro geht da an einen Ort, an den man ihn nicht ohne Konsequenzen gehen lassen kann. Ich meine, man muss bereit sein dafür. Gut, jedes Kunstwerk kann Dinge bewegen, aber es gibt einige, die in eine (so meine ich) wirklich existentielle Ebene eindringen - wenn man sie lässt. Es gibt ein paar solche Romane für mich, zB auch Cormack McCarthy The Road. Das eigentlich Existentielle "passiert" natürlich erst zusätzlich zu den geschriebenen Sätzen. Die "Bilder", die entstehen. Und deswegen finde ich einen Film für solch ein Werk unpassend. Er drängt mir Bilder auf, die mich einschränken. So meine persönliche Empfindung.

  • Ich meine dennoch, dass der Film gegenüber dem Roman sehr verliert. "Never let me go" ist der englische Originaltitel. Auch das trifft es sehr viel besser als der deutsche Titel. Der Roman ist ein absoluter Schocker. Ich finde Ishiguro geht da an einen Ort, an den man ihn nicht ohne Konsequenzen gehen lassen kann. Ich meine, man muss bereit sein dafür. Gut, jedes Kunstwerk kann Dinge bewegen, aber es gibt einige, die in eine (so meine ich) wirklich existentielle Ebene eindringen - wenn man sie lässt.

       

    Reinziehn von Ishiguros Roman inzwischen lange her. Mein Brägen hat den Roman derart auf Schirm, dass darin Entsetzliche/Grauenhafte in beiläufig-zurückhaltenden Ton rüberkommt, als ob es ganz selbstverständliche Chose zu sein scheint… das kommt Brägen schockierend rüber…


    Romaneks Film versucht – glücklicherweise - diese Haltung gar nicht erst zu kopieren..
    Ja, ja, okay, okay, okay, an Romaneks fehlender - quasi "emotionalen" - Distanz bei der Umsetzung könnte rumgemäkelt werden.. muss man aber andererseits auch nicht …
    Insofern ist diese Chose keine Verfilmung, sondern eher quasi – jedenfalls für meinen Brägen gelungene - Variation … … hatte allerdings erst Film, dann Roman mir reingezogen….


    Die handelnden Personen im Film bzw. Erzählhaltung im Roman lassen – bei allen Unterschieden – doch m.E. auch Gemeinsamkeit rüberkommen:
    Mehr als Stoff der Story (= tödliches Organ-Ausweiden von dazu vorbestimmten Menschen), lassen vor allem mentale Unfähigkeit, also Totalst-Mangel an Subjektivität, trotz vorhandener operativer Intelligenz (bzw. aseptischere Kurz-Formel: Bewusstseinsschwäche) aller „totgeweihten“ Opfer und nicht bloß diese, die dazu nötigt, diesen Verhältnissen beflissen, ohne Widerspruch sich dienstbar zu machen/zu bleiben, das Reinziehn so beklemmend rüberkommen …

    ..bis zu ihrer Entsorgung identifizieren alle Organlieferer mit dem was ist sich derart dolle, dass nicht mal Alternative zur eigenen Vernichtung/Auslöschung denen irgendwie vorstellbar/denkbar ist … quasi Vision eines kollektiv-zurechtgekneteten, gleichmütigen Desinteresses am eigenen Überleben/Leben …..

    Es gibt ein paar solche Romane für mich, zB auch Cormack McCarthy The Road.

    :thumbup: :thumbup: :jaja1: :jaja1: :jaja1:

       
    Darin scheint der Erzählduktus quasi unmittelbar mit dem Jungen sich zu identifizieren.
    Das Ende versucht zwar mit einen Contrapunkt rüberzukommen. Aber der verstärkt m.E. rückwirkend den geschilderten Schrecken… der Film kam mir leider nicht so dolle rüber, schade.. vielleicht hätte mein Brägen zunächst Film und später erst Roman sich reinziehn sollen …..

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Insofern ist diese Chose keine Verfilmung, sondern eher quasi – jedenfalls für meinen Brägen gelungene - Variation

    ja stimmt...diese Haltung ist sicher sinnvoller.

    Mehr als Stoff der Story (= tödliches Organ-Ausweiden von dazu vorbestimmten Menschen), lassen vor allem mentale Unfähigkeit, also Totalst-Mangel an Subjektivität, trotz vorhandener operativer Intelligenz (bzw. aseptischere Kurz-Formel: Bewusstseinsschwäche) aller „totgeweihten“ Opfer und nicht bloß diese, die dazu nötigt, diesen Verhältnissen beflissen, ohne Widerspruch sich dienstbar zu machen/zu bleiben, das Reinziehn so beklemmend rüberkommen …

    PS: Klar, die Geschichte ist ja "nur" ein Vehikel, welches bestimmte Erkenntnisse befördern kann.

    Ich muss den Roman (Ishiguro) nochmal lesen. Aber in etwa seh ich das auch so. Ganz abgestellt ist das Bewusstsein für ihre Situation aber nicht, denn die beiden versuchen ja irgendwann eine "Sondergenehmigung" zu bekommen, was aber im Grunde ihre Naivität nur noch um so herzzerreissender darstellt. Es hat auch etwas Kafka-artiges. Die Sinnlosigkeit der Suche nach Erbarmen, nach Erlösung, nach Menschlichkeit, nach Mitleid. Das "Existentielle", von dem ich sprach, sind dann bei mir die Fragen, die ich mir daraufhin beginne zu stellen. Ebenso, wie bei Cormack McCarthy, nur sind es andere Fragen. Denn was ich erkenne, steckt auch in mir - beide Seiten der Angelegenheit. Es kann nicht anders sein, alles andere wäre Illusion (denial). Erschreckend.

    Das Ende versucht zwar mit einen Contrapunkt rüberzukommen. Aber der verstärkt m.E. rückwirkend den geschilderten Schrecken… der Film kam mir leider nicht so dolle rüber, schade.

    Ja, auch hier viel Rückwirkendes, ebenso, wie bei Ishiguro. Unbeschreiblich erschütternd ist die Realisation, wie die Mutter wahrscheinlich ihren Tod gefunden hat....und ihre und die ihres Mannes durchgemachten mentalen und emotionalen Stadien, bis sie soweit waren, es geschehen zu lassen. Für das Kind.

    Ich wusste gar nicht, dass es hiervon auch einen Film gibt.

  • Es gibt ein paar solche Romane für mich, zB auch Cormack McCarthy The Road.

    kurzer Nachtrag: ein dritter fällt mir ein. Edgar Hilsenrath: Nacht. Ich erinnere wenig Detail, denn ich habe ihn als Jugendliche gelesen. Aber zurückgeblieben ist der Eindruck des unbeschreiblichen menschlichen Abgrunds. Und wiederum die Einsicht, dass allles in einem selber ebenso enthalten ist, was man bei anderen erkennt.

  • Manch einer:e mag ja meinen, er verwittere langsam zu seiner eigenen Karikatur, und dem hab ich nichts entgegenzusetzen, das mag stimmen, nur: es ist egal. Jedenfalls mir.



    Großartiger Film, sparsam im Einsatz der Mittel, voll auf den Punkt, und Clint hat sowieso immer Recht Grins1

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Die Tage bin ich mal wieder bei dieser Box dabei:



    Es ist immer wieder ein Vergnügen, eine großartige Satire, teilweise geradezu absurdes Theater. Und Hugh Laurie/Stephen Fry reihen sich ohne Probleme in die Ahnenreihe großer Komikerduos ein.


    :wink:Wolfram

  • Von Irma Vep erscheint übrigens demnächst ein Remake als Miniserie, vom selben Regisseur. Und mit Alicia Vikander als Irma Vep.


    First Look: Olivier Assayas' 'Irma Vep' With Alicia Vikander Hits HBO On June 6 After Its Cannes Premiere In May
    Olivia Assayas updates his 1996 cult-classic "Irma Vep" as a mini-series with Alicia Vikander; it has a June HBO release after Cannes.
    theplaylist.net

    A First Look at Alicia Vikander in Olivier Assayas’s Bold New ‘Irma Vep’
    Ahead of its HBO premiere in June, see the first stills from “Irma Vep,” Assayas’s much-anticipated reimagining of his 1996 cult hit.
    www.vogue.com


    Nun ist jetzt schon klar, dass der Originalfilm von 1996 unerreicht bleiben wird. Immerhin ist ein Vierteljahrhundert ins Land gegangen (damals waren Truffaut und Godard noch nicht so weit entfernt), die Zeiten haben sich geändert. Das 1996er Original ist ein faszinierender Film, mit einer gewissen Leichtigkeit, großer Natürlichkeit, Selbstironie, Charme und einer guten Portion Groteske. Z. B. wird es vermutlch nicht nur Gummifetischisten ärgern, dass im Remake Irma Vep keinen Catsuit aus Latex mehr trägt (sondern einen Anzug aus Samt/Seide); hat der funktional unsinnige (wenn man von der Regenszene einmal absieht) Gummianzug doch ein wesentliches, groteskes Element (von einer erotischen Wirkung, für die die wunderbare Maggie Cheung natürlich wesentlich mit verantwortlich ist, mal abgesehen), zumal dieses "Kostüm" auch noch ziemlich im Mittelpunkt des Geschehens steht. Man denke nur an die witzigen Szenen im Sexshop, in dem der rauchenden Kostumbildnerin Zoe ein Gummidildo fast ins Gesicht hängt, oder sie rauchend eine Maske ausprobiert, und der Rauch dann aus den Öffnungen dieser Maske austritt. Originell ist auch, dass die Schauspielerin Maggie Cheung sich selbst spielte, was wohl beim Remake auch nicht mehr (in veränderten Rollen) der Fall sein wird.


    Aber ich bin dennoch gespannt, wie die Miniserie wird, zumal der Regisseur ja derselbe ist und die Hauptdarstellerin auch einiges erwarten lässt. Nur bin ich sicher, man darf keine Verbesserung der Originalversion erwarten, nicht einmal ein gleichartiges Produkt bzw. Wiederholung (was ja auch unsinnig wäre). Aber wenn der neue Film selbstbewusst ein anderes, neues Konzept realisieren kann, und man sich selbst darauf einlassen kann, dann bin ich gespannt darauf.


    Übrigens zu Maggie Cheung möchte ich noch nachtragen: erst eine Weile nach Sehen des Films Irma Vep ist mir bewusst geworden, dass ich Maggie Cheung schon vorher aus einem Film kannte. Ich hatte nämlich vor wenigen Jahren mal mit einem Freund "begonnen", die BBC-Top-100 Liste der besten Filme (aller Zeiten?) anzusehen. (Wir hatten das wohl nur bis ca. Nr. 5 oder so geschaftt.) Der wunderbare Film "In the Mood for Love" (2000), auf Platz 2 (!), im chin. Original (mit engl. UT) war mit Maggie Cheung in der weiblichen Hauptrolle.


    In the Mood for Love – Wikipedia


    maticus


    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Man kann ja nicht immer nur Shakespeare gucken, ab und an braucht es auch mal 'was Vernünftiges. Deshalb nach langer Zeit mal wieder:



    Ich weiß gar nicht, ob das Bild stimmt, ist aber auch wurscht. Es geht hier um die ersten Farbfolgen ab 1967. Das ist einfach beste Unterhaltung, völlig durchgeknallt, satirisch und parodistisch, surrealistisch und manchmal sogar anarchisch. Eigentlich ein großer Comic-Strip, auf die Mattscheibe gebracht, als das Genre bei uns noch Schmuddelware war. Ein wilder Mischmasch, zubereitet mit allen möglichen Zutaten. Einfach großartig. Und dazu eine Ausstattung, die wohl alles völlig hemmungslos miteinander kombinierte, was im Fundus zu finden war und die sich nicht scheute, aufgemoppte Pappkartons als furchterregende Weltvernichtungsmaschinen erscheinen zu lassen, was mich natürlich sofort an das Bügeleisen in 'Raumpatrouille Orion' denken lässt. :D


    :wink: Wolfram

  • Hatten wir die Tage auch mal wieder. Jene Folge mit Christopher Lee als Professor Frank N. Stone. Eine Schau. Mrs Peel wird nach wie vor gebraucht…

    Einzelne giebt es sogar, auf deren Gesicht eine so naive Gemeinheit und Niedrigkeit der Sinnesart, dazu so thierische Beschränktheit des Verstandes ausgeprägt ist, daß man sich wundert, wie sie nur mit einem solchen Gesichte noch ausgehn mögen und nicht lieber eine Maske tragen (Arthur Schopenhauer)

  • Andrei Kontschalowski - Paradies


    „Paradies“ - direkt aus der Hölle der deutschen Nazis; wuchtig, eindringlich und großartig und in schwarz-weiß gefilmt. Ein absolutes Meisterwerk.


    Mehr Worte braucht es nicht, einfach anschauen. Wer sich davon nicht berührt fühlt, der ist bereits innerlich tot.

    Einmal editiert, zuletzt von Cosima ()

  • Wenn ich die innere Ruhe hab, mich auf die eine oder andere Länge einzustellen, ist Fellinis "Stadt der Frauen" immer wieder eine gute Wahl - vielleicht kein schlackenloses Meisterwerk wie sein "Amarcord" oder seine ganz frühen Sachen, aber eine opulente, überbordende, bissige Satire auf überkommene Männerbilder, überzeichnet bis ins Surreale, wundervoll bebildert, das ist er und das mag ich immer wieder sehr.




    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Ah, auch dieser Thread ist zu seinem Vorteil umbenannt ;) super.



    Ich hasse kaum was mehr als Superheldenfilme. Sogar Nolans Batman-Trilogie... Schön gemacht aber die Grundidee, nee...


    Hier die Ausnahme:



    Watchmen ist anders: eine sehr sehr dunkle Dystrophie (eine alternative Realität der 80er-- Nixon hat dank der Watchmen den Vietnamkrieg gewonnen und befindet sich, Kissinger an der Seite, in seiner 5. Amtszeit und die USA sehen entsprechend aus), Superhelden sind verboten und fristen ein Schattendasein am Rande der Gesellschaft, an der Flasche, in Psychiatrien, in Einzelhaft oder sind eh tot.


    Dann wird einer der alten Helden brutal ermordet und einer seiner alten Kumpanen wittert eine gigantische Verschwörung. Mehr jetzt nicht...


    Dieser Film nimmt das alte Superheldengenre nur als Rahmen, um eine Autopsie der heutigen Gesellschaft und ihrer Abgründe zu liefern. Dies ist kein Feelgood-US-Kino, es ist eine hochkomplexe, extrem düstere Angelegenheit, die mehr an Autorenkino als an Popkornkino erinnert. Anstrengend auch. Sehr brutal. Aber nimmt mich mit, so sehr, daß ich mir den Ultimate Cut bestellt hab (oben gezeigter ist aus der Videothek ausgeliehen), und der wird dann 220 Minuten haben...






    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Kann ich nicht mithalten . Ich habe immer mal wieder versucht , den Film zu sehen , aber es geht nicht . Mein Problem ist , daß ich großer Fan des Comic-Originals von Moore / Gibbons bin , und dieses Werk einigermaßen gut kenne . und da passt die filmische Umsetzung nicht in meine besetzte Wahrnehmungswelt . Was mich nun interessiert : Kennst du die Graphic Novel , und wenn ja , was hast du zuerst kennengelernt ?

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Ah, auch dieser Thread ist zu seinem Vorteil umbenannt ;) super.

    Zweifelsohne eine Verbesserung zur höheren Ehre des Forums.


    Eventuell wäre es sogar möglich, nach dem Wechsel vom saloppen "Glotzen" zum umgangssprachlichen "Gucken" eine hochsprachliche bzw. schriftsprachliche Formulierung des Vorgangs der visuellen Wahrnehmung zu finden.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Geglotzt, geguckt, gesehen, betrachtet habe ich heute:



    Ein englischer Kriminalfilm aus dem Jahre 1961, inszeniert von Basil Dearden, eigentlich recht konventionell. Ein klassischer Whodunit, es geht um Erpressung, gepflegt inszeniert, nichts Besonderes. Wenn da nicht ein kleines Wort fallen würde: homosexuell. Zum ersten mal in England in einer Mainstream-Produktion verwandt und das in einer Zeit, als auf homosexuelle Handlungen noch Gefängnis stand und geschätzt 90% aller Erpressungsopfer Homosexuelle waren. Gerade diese Kriminalisierung prangert der Film an. Daher ein damals höchst delikates und für Produktion und Schauspieler auch gefährliches Unterfangen, konnte es doch den Karriereeinbruch bedeuten. James Mason, Jack Hawkins, Stewart Granger sollen die Hauptrolle abgelehnt haben, Dirk Bogarde allerdings nutzte dann die Chance, aus seinem Matinee-Idol-Image auszubrechen, was ihm auch nachhaltig gelang.


    Der Film wurde äußerst kontrovers aufgnommen, war aber dann doch ein Erfolg und hat wohl zur Entkriminalisierung in England beigetragen. Von daher ein filmhistorisch wichtiges und interessantes Dokument, wenn auch filmisch kein Meisterwerk.


    :wink:Wolfram

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