Eben geguckt

  • Dieser ist meisterhaft aber auch grenzüberschreitend - auf seine (nee:jede) Weise harter Stoff.



    Lyrik & Grausamkeit.



    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Hier Kurosawa.


    Akahige - Dr. Rotbart


    Ein dreistündiges, tief humanistisches Drama um einen jungen wie arroganten Assistenzarzt, der in einem ländlichen Armenkrankenhaus unter dem Einfluß des äußerlich rauhen, eigentlich aber hoch engagierten Chefarztes (der titelgebende Rotbart) langsam lernt, worauf es in seinem Beruf wirklich ankommt. Das Ganze in erlesenen Bildern und extrem beeindruckend umgesetzt - ich mag die "ernsten" Dramen Kurosawas ("Einmal richtig leben", "Nachtasyl") im Grunde ohnehin noch lieber als die berühmteren Samuraifilme. Dieser hier, von 1965, war sein letzter Schwarzweißfilm und seine letzte Zusammenarbeit mit seinem Dauerhauptdarsteller Toshirō Mifune und insofern der Schlußpunkt einer langen Ära seines Schaffens. Trigon-Film sei Lob und Dank für solche Veröffentlichungen!



    :)


    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Heute dieser:


    Kurosawas "Dodeskaden - Menschen im Abseits"


    ...und damit nach seinem letzten Schwarzweißfilm gestern sein erster farbiger heute. Von 1970. Damit hat er sogar noch später mit Farbfilm begonnen als Ingmar Bergman, dessen erstes farbiges Werk "Ach, diese Frauen" von 1964 stammt (und in meinen und in Bergmanns eigenen Augen zu seinen schwachen Filmen zählt - er hat dann ja auch erstmal in gewohnter Manier weitergemacht).


    "Dodeskaden" war kein Erfolg, weder bei der zeitgenössischen Kritik noch beim Publikum, aber es ist ein sehr starker Film in meinen Augen: ein Episodenwerk über verschiedene, teils sehr skurrile Figuren, die verbindet, daß sie einen heruntergekommenen Slum in Tokyo bewohnen und sich alle irgendwie durchschlagen. Dies ohne einen durchgehenden Handlungsbogen. Komische Aspekte mischen sich mit einer tiefen Melancholie - eine erstmal merkwürdig anmutende Mischung, die aber über die lange Spieldauer eine ganz eigene Sogwirkung entfaltet.


    Beim Lesen nimmt mich Yasushi Inoue gerade sehr gefangen, beim Film werde ich meinen derzeitigen Urlaub nutzen, um bei Kurosawa tiefer einzusteigen - es liegen noch ein paar seiner Filme ungesehen hier, andere will ich zum zweiten Mal schauen. Ein virtueller Japanurlaub sozusagen Grins1



    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • um das geile Capriccio-Weekend in Wismar noch eine Weile im Brägen zu halten, zogen wir uns die ersten Folgen davon rein ...

    ... Sven Waasner kommt toll rüber

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • um das geile Capriccio-Weekend in Wismar noch eine Weile im Brägen zu halten

    Bei mir war es dann dieser hier:



    Diesmal durchaus auch unter dem Gesichtspunkt: 'Ach, da waren wir ja gerade.' Leider sind ja gar nicht mal so viele Szenen in Wismar entstanden, nach drei/vier Tagen waren sie schon wieder weg und reisten weiter.


    Aber es ist einfach ein toller, irrer Film.


    :wink:Wolfram

  • Diesmal durchaus auch unter dem Gesichtspunkt: 'Ach, da waren wir ja gerade.'

    vor allem darin liegt momentan vermutlich (Nosferatu bisher nicht eingeschmissen) in beiden Fällen der Hase im Pfeffer !

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • vor allem darin liegt momentan vermutlich (Nosferatu bisher nicht eingeschmissen) in beiden Fällen der Hase im Pfeffer !

    Yeah!


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    :wink:Wolfram

  • Gestern Abend gab es hier den letzten Film, den Kurosawa gedreht hat:



    Die Geschichte eines zu Beginn in Rente gehenden Professors bis ins hohe Alter, der aber seinen Studenten eng verbunden bleibt und einer von Altersweisheit geprägten Sicht auf die Welt und das Leben immer mehr sich annähert. Ein sehr warmer, emotional berührender Film. Allerdings ist er von den Bildern her nicht so betörend wie viele andre Werke des Meisters, und ich fand auch, daß er hier und da doch recht arge Längen hatte - trotzdem sehr lohnenswert, im Ganzen.



    :)

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  • Heut Nachmittag mal von Kurosawa abgewichen zugunsten von


    Tarkowskis "Nostalghia".



    :)

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    (Shunryu Suzuki)


  • Da will man mal 'ne Pause bei Hitchcock einlegen und dann landet man bei Variationen zu '39 Steps' und ähnlichen Szenarien. :D


    Der von allen Seiten Gejagte, der sich nur retten kann, wenn er denn hinter das Geheimnis des 'McGuffin' kommt. Hier natürlich härter, desillusionierender und ohne romantisches Happy End dargestellt, aber letztlich eine ähnliche Idee. Hinsichtlich des 'McGuffin', des unbekannten Objekts der Begierde, bin ich eher auf Hitchcocks Seite. Man muss es nicht verraten, weil a) eigentlich uninteressant und b) - so wie in diesem Fall - die Auflösung durchaus einen Spannungsabfall bedeuten kann. 'Ach, um Öl geht es.' - wie bei einem klassischen 'Whodunnit' erfüllt die späte Nennung selten die aufgestauten Erwartungen. Immerhin hält Cliff Robertson hier als CIA-Mann noch eine -leider- recht vorausschauende Rede.


    Aber das ist vielleicht auch der einzige Schwachpunkt eines unglaublich gut gemachten Thrillers, spannungsreich, schnell und hart inszeniert und mit einer gehörigen Portion an (berechtigtem) politischem Misstrauen. Wie die Aliens agieren die Protagonisten jeglicher Couleur mehr oder weniger unbeachtet in einem New York voller 'normaler' Menschen und prägen sie doch ungemein mit ihrem Handeln. Aber niemand schaut hin.


    Ein zutiefst negativer Film, schildert er doch letztlich Scheitern auf ganzer Linie, privat wie gesellschaftlich. Aber auch ein großartiger, politischer Film aus einer Zeit, in der man mit dieser Art von Scheitern noch 'Kasse' machen konnte.


    :wink:Wolfram

  • Und den gab es auch noch:



    Warum auch immer. :versteck1: Natürlich ist es toll die drei Großen des französischen Films (oder drei von den großen) vereint auf der Leinwand zu sehen, aber 'n bisschen mehr an gutem Drehbuch und guter Regie würde man sich schon wünschen.


    Drei Geschichten (der eigentliche Coup, die Beziehung zwischen Delon und der Schwiegertochter seines Chefs und Delons Flucht vor der Polizei) werden hier miteinander verknüpft, aber keine davon wird richtig zu Ende erzählt, wird psychologisch mal ein wenig entwickelt. Das ist alles ganz nett, manchmal auch ein wenig spannend, aber dann doch auch immer wieder sehr altbacken. Ich dachte immer wieder 'jetzt geht es los', aber dann trat leider wieder nichts ein. Schade eigentlich. So blieb es bei leichter Unterhaltung und dem unglaublichen Gesicht des alten Jean Gabin, das allerdings immer wieder toll anzuschauen ist.


    :wink:Wolfram

  • Da ich heute die 5. Impfung bekam, habe ich mir 'Beine hoch' verschrieben und leichte Kost auf dem Bildschirm:



    Ich weiß nicht, was mich geritten hat, diese BluRay zu kaufen. Oder eigentlich doch. Gedacht war sie für langweilige Wintertage mit schlechtem Wetter, in der Hoffnung auf eine wenig anspruchsvolle Geschichte mit ein paar Rennszenen. Dass das jetzt eine Orgie in Formel-1 oder wie das damals hieß, werden würde, habe ich nicht geahnt. Für Fans dieser Sportart mag das beeindruckend sein, aber ich bin leider keiner davon. Von daher habe ich das gesamte Renngeschehen und die durchaus tollen Aufnahmen eine (kurze) Zeitlang genossen, aber dann war's das auch.


    :wink:Wolfram

  • den haben wir öfters reingezogen, weil fetziger Polittriller. Gehört zu den wenigen Krimis ohne Hochhieven des bürgerlichen Staats als konfliktlösende Monstranz ... eher im Gegentum ...

    Außerdem kommt Robbie Redford gleichfalls höchst fetzig + attraktiv rüber ...

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

    Einmal editiert, zuletzt von Amfortas09 ()

  • Gehört zu den wenigen Krimis ohne Hochhieven des bürgerlichen Staats als konfliktlösende Monstranz ... eher im Gegentum ...

    Sehr im Gegentum. Gehört nicht umsonst zu den 'Paranoia-Filmen' der 70iger. Wobei es ja gar nicht mal der Staat als solches ist, sondern eher ein Teil davon, der wie eine Krake überall seine Finger drin hat und den Staat und die Gesellschaft allerdings auch beherrscht. Kommt zum Glück in der Realität nicht vor. :D


    :wink:Wolfram

  • auf dem DVD- Cover kommt RR leider :( nicht so fetzig und sexy rüber, wie im Film :thumbup: ...

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • aber der Star des Filmes ist Max von Sydow.

    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • Der Schurke hat es immer besser.

    Er ist nicht der Schurke!

    Er hat als einziger ein Ethos "bezüglich ihnen habe ich keinen Auftrag"


    (Redford ist ja nur der NAIVE!! der tumbe Tor, der unschuldige Amerikaner, der in etwas hineingerät. Siehe Hitchcock. "Der unsichtbare Dritte"

    Doch wo Hitchcocks Story trivial bleibt, wird es hier intelligent: Denn es ist klar: Weil er für eine best. Firma arbeitet, ist er bereits "hineingeraten"!!)


    Weiter zu Max: Er schwärmt von Europa.

    Nein, nein, er geht seinem Beruf mit der größtmöglichen Präzision nach, so wie es sich für Profis gehört.

    Ruhig, gelassen und präzise, eben (eher nord)europäisches Erbe. Schweden eben. (Oder Kiel Grins2 )

    Seine Freizeitbeschäftigung weist ihn als einen Menschen mit Talent und Feingeist aus!

    Die Szene, wo er Redford mit in die Stadt nimmt, wunderbar.

    Doch dann quakt Redford in diesem dämlichen Heimatpathos,. "Ich bin Amerikaner und ich will nirgends woanders leben"


    Max von Sydow strahlt in diesem Film eine alttestamentarische Würde aus, die den Amis,- wie lächerlich ist Cliff Robertson, wie lächerlich sind die Geheimdienste, sie erinnern an "Burn after Reading"-, komplett abgeht.

    Und genau das macht den Film so großartig!

    Gruß aus Kiel


    PS. Neben Faye Dunaway hätte ich auch mal gern auf dem Sofa gelegen.

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • Naja, ich weiß nicht, ob man ihn so überhöhen sollte. Letztlich ist er doch eine eiskalte Maschine, schon fast ein Roboter, der so lange funktioniert, seinem Auftrag nachgeht (und der besteht im Töten) und das ohne ein 'moralisches' Wimpernzucken, so lange der besteht und das Geld fließt. Ist das beendet oder jemand zahlt mehr, dann wechselt er sofort seinen Automatismus, sozusagen von schwarz auf weiß oder wie auch immer, jedenfalls völlig konträr zum Vorhergehenden, absolut ohne Schwierigkeiten und Probleme. Eben wie ein Roboter, der neu programmiert wird.


    Natürlich muss RR in Amerika verwurzelt sein, irgendwie wurde er ja schließlich auch für das Kinopublikum in den Staaten als Identifikationsfigur gebraucht. Anders herum würde ich aber Sydow die europäische Herkunft nicht als Plus anrechnen. Auch die ist wohl eher dem Mainstream geschuldet. Das Grauen, das vom schwer zu verstehenden alten Kontinent kommt und so. Und seine Musikvorliebe. Hatten wir hier nicht einmal einen Faden, in dem es um den Bösen, der Klassik hört, ging? Auch das würde ich eher einem filmischen Klischee zuordnen.


    :wink:Wolfram

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