• Der auf altbritisch gemachte mit den Münchnern? Charmant wenn auch nicht völlig gelungen - ich hätte mich über eine Verbindung zu einem realen Verbrechen mehr gefreut aber es war ok wenn auch nicht eben bahnbrechend...


    Hast du den "Tatort" am Zweiten Weihnachtstag gesehen?

    Immer eine überflüssige Frage da ich jeden Tatort sehe Grins1 (nicht immer die beste Idee, geb ich zu) aber ich liebe das eben. Andere gucken Kochsendungen. Oder Quiz. Nur keiner steht dazu.


    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Es ist hier OT, weil es kein Film sondern ein Buch ist, aber da es hierher paßt.... Ich bitte um Entschuldigung

    (Tja, das Bild / der Link funktioniert nicht... Donald Richie, "The Films of Akira Kurosawa", Ihr findet es auf Amazon wenn Ihr das eingebt)

    Kam heute bei mir an. Ich müßte sowieso mein Englisch aufpolieren, neben dem Erkenntnisgewinn... Ersteindruck: für Fans unbedingt empfehlenswert!


    Allen Filmfans wünsche ich ein ganz großartiges 2023. Und bedanke mich nal für diesen überaus fairen, informativen und von gegenseitiger Empathie getragenen Thread hier! So sollte das Forum immer und überall sein


    :cincinsekt:

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Das Bild öffnet sich leider nicht, lieber Garcia, aber ich tippe mal auf die Kurosawa-Biographie. Mit der liebäugele ich ja auch noch.

    Den Glückwünschen für die Filmfans und deiner Einschätzung für diesen wirklich erfreulichen Thread schließe ich mich natürlich auch an.

    :cincinsekt:Wolfram

    "Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern." (Samuel Beckett)

    "Rage, rage against the dying of the light" (Dylan Thomas)

  • Dieses Buch wurde einige Beiträge weiter oben bereits verlinkt:

    .

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • In den letztern Tagen liefen hier zwei Billy Wilder Filme, einmal Stalag 17 und dann auch Das verlorene Wochenende. Mir waren beide Filme neu und sie machen Lust und Neugierig auf mehr Wilder. Aufgefallen, bzw so richtig bewusst geworden ist mir diesmal (ich kenne ein oder zwei andere Filme von ihm) wie viel Wilder sagt, ohne es zu vertonen. Aber wem sage ich das. Nur ein Beispiel: dieser herrliche Handlungsstrang über die Stiefel des Lagerkommandanten in Stalag 17 !

    Im verlorenen Wochenende waren mir ein paar Szenen zu plakativ. Auch das Ende ging mir auf ersten Blick zu schnell und war mir zu naiv, bzw klischeehaft, aber ich sehe ein, dass beides eventuell nur aus meiner eigenen und ausserdem aus meiner eigenen heutigen Sicht so erscheinen mag. Wenn ich weiter darüber nachdenke, kann mir vorstellen, warum es Wilder damals aber genau so machen wollte. Eine Vermutung von mir ist zB, dass man durch eine längere Beschreibung der positiven Wendung von der eigentlichen Thematik abgelenkt hätte. Bezeichnenderweise sagt Helen am Ende zu ihrem suchtgefährdeten Geliebten ja auch "the only way to stop is to stop", eine Bemerkung, welche das Plötzliche, was mich erst so irritiert hat, perfekt widerspiegelt. Da könnte ich noch mehr dazu sagen, aber das führt mir jetzt zu weit. Insgesamt finde ich den Film bemerkenswert und beeindruckend.

  • "Das verlorene Wochenende" hab ich mir endlich mal bestellt. Ich kenne den Film nicht, habe nur über ihn gelesen (in Kasareks Wilder- Biographie), hatte ihn damals auf dem Schirm und ihn dann wieder verloren. So ist es wenn man alt wird... Schön daß Du mich erinnerst hast :) er wird meine kleine Billy Wilder Sammlung bestimmt bereichern.

    Stalag 17 sagt mir garnix. Ich wußte nichtmal daß es den gibt. Sollte ich versuchen mir zu merken ;)

    Danke! Für den Wochenende - Tip, erstmal


    :)

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    (Shunryu Suzuki)

  • Übrigens lese ich gerade in den Amazon Rezensionen, dass der Film Das Verlorene Wochende auf einem Roman mit demselben Titel bassiert und dass dieser Roman ein anderes Ende habe. Kurz gegooglet und eine Wiki Seite zum Roman gefunden.

    In der Amazon Rezension steht auch, dass Billy Wilder lieber ein anderes Ende gedreht hätte. Ich kann das auf die Schnelle nicht nachprüfen, aber wollte es nur hier erwähnen. Vielleicht wissen andere Foristen mehr darüber - es wäre interessant. Bestellen werde ich mir den Roman sofort.

  • Stalag 17 sagt mir garnix.

    Fast ein Vergehen, lieber Garcia. ;) Stalag 17 ist ein toller und durch die Wildersche Behandlung der Thematik durchaus gewagter Film. Absolut sehenswert.

    dass Billy Wilder lieber ein anderes Ende gedreht hätte.

    'Lost Weekend' habe ich als Jugendlicher im TV gesehen, danach nie wieder. Ich erinnere mich, dass ich ihn optisch durchaus aufregend fand, Milland mir sehr gefallen hat, dass ich aber das Ende auch als viel zu 'schnell' empfand.

    Die genauen Umstände diesbezüglich weiß ich nicht mehr, aber nach den katastrophalen Previews wurde das Ende wohl nochmal gedreht. Wie es sich dabei zur Originalversion verändert hat, weiß ich allerdings nicht.

    Jedenfalls war der Film dann ja ein Riesenerfolg und wurde dementsprechend auch prämiert.

    :wink:Wolfram

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  • Jetzt würde ich zu gerne wissen, was Wilder da erst vorgesehen hatte.

    Vielleicht hat er sich stärker am Buch orientiert?

    Mir fällt aber gerade ein, ich könnte mal bei Karasek nachschauen. Vielleicht finde ich da was.

    :wink:Wolfram

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  • Leider umsonst.

    Wilder erwähnt nur, dass er im ersten Treatment für das Studio das Happy End schon eingeplant hatte: Milland kehrt zum Schreiben zurück, die Gefahr des Rückfalles würde aber weiter bestehen bleiben.

    Ansonsten leider nix. Schlecht2

    :wink:Wolfram

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  • Da die bestellten japanischen Filme noch nicht angekommen sind, habe ich mich erstmal mit 'Der Andere' getröstet.

    Die erste Durbridge-Verfilmung im deutschen TV, hier vom NDR 1959.

    Der erste Versuch, man merkt es an alles Ecken und Enden. Kein Meilenstein deutscher TV-Geschichte, aber doch ein interessantes Ensemble.

    Da gibt es den jüdischen Emigranten und Rückkehrer, die beiden, die ihre jüdische Ehefrau nach London ins Exil begleiteten, der Exilant aus politischen Gründen, aber auch der, der seine halbjüdische Ehefrau in Deutschland rettete, die Halb- oder Ganzüberzeugten mit Propagandafilmen im Gepäck, die Ehefrau eines 150ig Prozentigen. Die ganze Bandbreite der Schicksale. Und alle wurden nun im Studio zusammengewürfelt und mussten miteinander spielen. Damals natürlich keine außergewöhnliche Situation, aber wie man wohl miteinander umging. Was musste da einmal mehr verdrängt werden.

    Hauptrolle spielt übrigens Wolf Frees, wenig überzeugend für mein Empfinden. Aber auch wenn der Name einem wenig sagt, das Gesicht kennt man eigentlich. Er spielte den Attentäter in der Royal Albert Hall im 'Mann, der zu viel wusste' 1956 unter Hitchcock.

    Und wenn morgen nun immer noch keine Lieferung kommt, muss ich doch glatt noch den nächsten Durbridge sehen. Grins1

    :wink:Wolfram

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  • Tokyo Story

    Ein Film, der sich ja eigentlich allem, was wir im Westen an Filmästhetik gepflegt haben, verweigert. Zwei Stunden lang die Kamera in der Untersicht, nur zweimal wird sie bewegt, also starre Einstellungen, Blicke durch geometrische Räume, Menschen, die aus dem Bild heraus sprechen oder direkt in die Kamera, Gesprächssequenzen schlagartig unterbrochen von fast fotografisch anmutenden Außenaufnahmen (dann mit Musik). Die Themen (Vergänglichkeit, Generationenkonflikt, Einsamkeit, Tradition und Moderne, Ordnung, Tod) sind wahrlich universell, die Umsetzung ganz japanisch, ganz Ozu.

    "Ganz Ozu" ist das Zauberwort. Ich kennen keinen anderen Filmemacher, der diese Details wie oben genannt so angewendet hat. Die Leute eingebunden im Raum, der Blick spezifisch und niemals "über"heblich, die Worte genau abgestimmt, die Schnitte so lässig und präzise.

    Late Spring

    Kamera stets aus der Untersicht, Blicke durch Häuser hindurch, Menschen, die ins Off sprechen oder direkt in die Kamera, zwischendurch Stillleben von Musik untermalt, Familiengeschichte - all das, was ich schon aus 'Die Reise nach Tokyo' kannte, dazu dann noch die selben Hauptdarsteller.

    Und du wirst das alles immer wieder finden: bei jedem Nachkriegsfilm ab 1947, bei vielen seiner frühen Tonfilmen ab 1936, bei einigen seiner Stummfilmen. Nur er hatte diese optische Eigenart, die wurde auch nie kopiert - nicht in Japan, nicht außerhalb. Es ist ein stetiges Muster.

    Wie auch seine Geschichten, die er ab 1949 in seinen Filmen erzählt: gleiche Motive, mehrere Varianten, ähnliche Konstellationen, die aber immer zu eigenen Abläufen kommen. Wenn man die Filme nebeneinander legt wie Bilder, sehen sie fast gleich aus, aber die Details sind unterschiedlich. Er ist der einzige Regisseur, der wirklich seine Kunst darin sah, das gleiche Thema durch Varianten zu vermehren. Freilich ein Thema, was auch nur damals zeitgenössisch war: der Wechsel der Generationen Japans innerlich wie äußerlich, der Unterschied Tradition und Moderne. Was es aber universell macht, sind die gezeigten Konflikte, weil sie in jeder (realen) Familie möglich sind. Das macht Yasujiro Ozu auch heute noch zu einerm Ereignis.

    Wenn man sich auf englische Untertitel einlassen kann und mag gibt es unwesentlich mehr...

    So sieht es aus. Allein in Großbritannien gibt es fast alle Tonfilme und einige der Stummfilme. Von den 36 erhaltenen Filmen gibt es 26 von ihnen auf DVD bzw. Blu-ray.

    Hier außerdem eine Seite zu Ozus Gesamtwerk (auf Englisch): Ozu-san.

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • (Teinosuke Kinogasa - Japan 1953)

    Der Film, den der Regisseur Kinogasa selber nicht sonderlich mochte, schwelgt in einer wirklich faszinierenden, überwältigenden Farbenpracht. Interieurs, Kostüme, Beleuchtung und eben die Farbfotografie sind wirklich sublim. Ein Genuss.

    Aber darüber hinaus? Eine 'Stalker'-Geschichte, die nicht richtig aufgeht, ein Melodrama, das es mit ein bisschen Verstand der Protagonistin so nicht hätte geben müssen, eine konstruierte Geschichte, extra damals für den westlichen Markt produziert, ein 'Kostümschinken' im exotischen Gewand. In Japan selber ein Flop!

    Och nö, ernsthaft? :(

    Man muß vielleicht sagen, daß der japanische Film dadurch erfahrbar wurde, weil er die Dramaturgie des westlichen Kinos übernehmen mußte - die gab es nicht in Japan, die hatten andere Erzählstrukturen in ihrer Tradition. Es war die filmische Generation um Ozu, die um 1900 Geborenen, die durch ihren Einfluß des frühen Films aus den USA und Europa erst ihre eigene japanische Sichtweise etablierten. In den 1950er Jahren - nach der Zeit der US-Besetzung - gab es das Bedürfnis, den japanischen Film nach außen zu tragen. Deshalb sollte es nicht groß überraschen, daß sie auch amerikanische Genres übernahmen und ins japanische Umfeld einfügten. [Das war jetzt vereinfacht zusammengefaßt, aber ausführlicher zu erläutern würde den Rahmen hier sprengen.]

    Was Gate of Hell betrifft, so hat der Film halt die Schwächen, die ein Melodram nunmal hat. Es gibt genug US-Melodramen, die ebenso wenig Logik verbreiten, weil es darum nicht geht; es geht um die großen Gefühle, um Zorn, Schmerz, Liebe und (vielleicht) Erlösung. Insofern stört dieser vermeindliche Unverstand der Protagonistin eher weniger, weil sonst die Tragik keine Basis hat. Und ein Melodram ohne Herzschmerz ist doch nun wirklich unvollständig... 8)

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  • Och nö, ernsthaft? :(

    Leider ja. ;)

    Du hast natürlich vollkommen recht mit dem, was du geschrieben hast. 'Gate of Hell' war eben ganz bewusst für den internationalen Markt produziert, was ja auch funktioniert hat, was eben auch bedeutete, dass das 'Japanische', eben die besondere Dramaturgie, dabei auf der Strecke blieb, was wohl auch den Misserfolg im eigenen Land erklärte.

    Es ist auch richtig, was du zum Melodram schreibst und trotzdem: Wenn für mich der Konflikt nicht logisch nachzuvollziehen ist, kann ich mit dem Ende wenig anfangen. Zudem finde ich den 'Bösewicht' so unglaublich langweilig, unglaubwürdig und überhaupt nicht bedrohlich. Wenn es wenigstens ein Toshiro Mifune gewesen wäre. ;)

    ----

    Es kommen noch zwei weitere Filme von Ozu an, auf die ich sehr gespannt bin. Ich weiß ja nun, was mich erwartet - und weiß es trotzdem nicht. Da war schon ein wirklicher Individualist am Werk, so sehr seinen eigenen Weg erkundend und nicht davon abweichend.

    :wink:Wolfram

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