• Und wenn Gatti doch so mies ist, warum haben diese Orchester in so oft engagiert, dass Stimmenliebhaber so ironisch davon sprechen kann, dass "jetzt sicher alles anders wird"?

    Und warum hat die Sächsische Staatskapelle ihn sich dann als Chef ausgesucht?

    Vielleicht sollte Stimmenliebhaber doch mal den von mir eingestellten Artikel lesen. Z. B. das hier:

    Vor Kurzem konnte man den Dirigenten Daniele Gatti bei den Münchner Philharmonikern erleben. Er wirkte ganz anders, als man ihn in Erinnerung hatte, gab sich gelassen, vermittelte dem Orchester Vertrauen, animierte es zu spielen, ohne dass er andauernd eingriff. Er trat auf als entspannter Minimalist, der gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern die Musik empfindet, atmet, versteht. Diese waren danach entsprechend begeistert, manche von ihnen sahen in ihm einen möglichen Nachfolger für Valery Gergiev, ihren geschassten Chefdirigenten, der seiner ostentativen Putin-Treue zum Opfer fiel.

    Staatskapelle Dresden wählt Daniele Gatti zum Chefdirigenten
    Die Staatskapelle Dresden wählt Daniele Gatti zum Chefdirigenten. In Amsterdam wurde er wegen des Vorwurfs sexueller Belästigung entlassen.
    www.sueddeutsche.de
  • Mir ist Gatti bislang nur vom Tonträger aus bekannt. Und deshalb hatte ich auch nie das besondere Bedürfnis, ihn live zu erleben. Oder: Es hat sich einfach nie ergeben.

    Allein vom Repertoire aus betrachtet, fand ich, dass Thielemann und die Dresdner Staatskapelle bestens zusammenpassen. Dass das menschlich nicht so gewesen sein dürfte, ist bei Thielemann nun nicht so überraschend, aber eben angesichts der besonderen Abende, die ich in Dresden hatte, für mich eben auch bedauerlich.

    Und wenn schon Neuanfang, dann würde ich mir etwas Mutigeres wünschen, als jemanden, der „eine der renommiertesten Dirigentenpersönlichkeiten“ sein soll. Das hat das Concertgebouw selbst mit Mäkelä spannender gelöst, oder auch das DSO damals mit Ticciati. Zumal das Nichtverlängern des Vertrags von Thielemann explizit damit begründet wurde, dass man die Staatsoper/Staatskapelle modernisieren wolle. Mit Gatti?

    Aber was soll‘s, thomathi hat begeistert vom jüngsten Dirigat Gattis in Dresden berichtet:

    Zitat

    Das erschöpfte Publikum applaudierte mit kraftvollen stehenden Ovationen Daniele Gatti und einem außergewöhnlich lange auf dem Podium ausharrendem Orchester für diese im Semperbau wohl noch nicht gehörte Form einer Mahler-Interpretation.

    Das ist doch das Wichtigste.

    Jein (Fettes Brot, 1996)

  • Zumal das Nichtverlängern des Vertrags von Thielemann explizit damit begründet wurde, dass man die Staatsoper/Staatskapelle modernisieren wolle. Mit Gatti?

    Genau das ist der springende Punkt. Es wurde damals irgendwie suggeriert, dass es eine Art Generationenwechsel geben müsste! Insofern ist die Entwicklung auf den ersten Blick seltsam.

  • Stimmenliebhaber kann natürlich seine Meinung haben, aber ich denke mir meinen Teil dazu.

    Wenn's dabei bliebe. wäre es völlig in Ordnung. Die Wahrheit ist aber eine andere: Du arbeitest dich in einer Art und Weise an die nicht in den Kram passenden Meinungen ab (wie jetzt in meinem Fall), dass mir das vom quantitativen Ausmaß her ehrlich gesagt nicht mehr ganz gesund vorkommt. Ich habe jedenfalls keine Lust auf solche "Debatten", dafür ist mir meine Lebenszeit zu schade. Ich habe kurz und knapp meine Meinung geäußert, und du kannst deine gerne dagegen setzen, aber dieses permanente Rumgestochere ("War er denn immer dabei?" und ähnlicher Blödsinn) geht mir doch mittlerweile ziemlich auf den Zeiger, das wollte ich dich jetzt einfach mal gerne wissen lassen!

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

    Einmal editiert, zuletzt von stimmenliebhaber (11. Juli 2022 um 20:49) aus folgendem Grund: 3. Wort "bleibe" in "bliebe" korrigiert

  • Stimmenliebhaber kann natürlich seine Meinung haben, aber ich denke mir meinen Teil dazu.

    Wenn's dabei bleibe. wäre es völlig in Ordnung. Die Wahrheit ist aber eine andere: Du arbeitest dich in einer Art und Weise an die nicht in den Kram passenden Meinungen ab (wie jetzt in meinem Fall), dass mir das vom quantitativen Ausmaß her ehrlich gesagt nicht mehr ganz gesund vorkommt. Ich habe jedenfalls keine Lust auf solche "Debatten", dafür ist mir meine Lebenszeit zu schade. Ich habe kurz und knapp meine Meinung geäußert, und du kannst deine gerne dagegen setzen, aber dieses permanente Rumgestochere ("War er denn immer dabei?" und ähnlicher Blödsinn) geht mir doch mittlerweile ziemlich auf den Zeiger, das wollte ich dich jetzt einfach mal gerne wissen lassen!

    Soso. Die "Wahrheit"? Nicht mehr "ganz gesund"? Das kannst du mich gerne alles wissen lassen, nur kehrt es mich nicht. Du lenkst ab von der Sache auf die Person. Das hilft deiner Sache nicht.

    Denn Du hättest mich eventuell mit weitern Details zumindest dazu bringen können, deine Meinung als gewichtig erkennen zu können. Das hast du dir aber nun so ziemlich verbaut.

    Nur zur Erinnerung: das ist hier ein Diskussionsforum. da darf man Meinungen haben, sie so darstellen, dass andere sie nachvollziehen können, anderer Meinungen anzweifeln usw. Wenn Dir es nicht passt, dass man deine Zweizeiler auf diese Weise ernstnimmt, dann solltest Du sie vielleicht nicht schreiben. So bist Du sicher keine dir nicht passende Meinung hören zu müssen.

    Ehrlich gesagt, Du kannst Dir kein qualifiziertes Urteil über Gattis Engagement leisten, wenn Du ihn 3 mal live gehört hast. Schon gar nicht solltest du solch respektlos ironische Bemerkungen ventilieren wie:"aber jetzt wird sicher alles anders". Und wenn Du das aber tust, dann würde ich gerne mehr darüber hören. Sonst hake ich dein Schreibwerk als nichts-sagend oder als öffentliches Ventilieren irgendwelcher Launen ab.

  • Sonst hake ich dein Schreibwerk als nichts-sagend oder als öffentliches Ventilieren irgendwelcher Launen ab.

    So solltest du mal dein eigenes "Schreibwerk" einordnen. Gerade nachdem du selbst gesagt hast, dass deine letzten Gatti-Eindrücke Mitte der 1990er Jahre waren, hättest du dir alles Weitere von deiner Seite zu diesem Thema sparen können!

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Nein, wenn man mitdenkt, habe ich mMn nichts Überflüssiges oder emotional Geladenes geschrieben. Ich habe Beispiele gebracht usw. Nur passt es Dir nicht. Im Gegenteil, mein Schreibwerk hat dazu beigetragen, dass nun jene Meinungen zu Gatti, die hier erstmal per Einzeiler oder Zweizeiler in den Raum gesetzt wurden, mMn von anderen Lesern besser eingeordnet werden können. Es haben ja andere darauf reagiert.

    Nur Du hast nichts weiter zur Sache geäussert.

    Ich hatte mich wirklich für Deine Erfahrungen mit Gatti interessiert und hätte sie ernst genommen. Vielleicht hast Du Dich an meinen Formulierungen gestört - aber du fasst die Leute hier auch nicht gerade mit Samthandschuhen an. Also bitte.

  • Nein, wenn man mitdenkt, habe ich mMn nichts Überflüssiges oder emotional Geladenes geschrieben.

    Wenn man nochmal nachliest, hast du Etliches geschrieben, was nicht nur überflüssig, sondern gerdazu übergriffig ist. Einige Beispiele:

    Aber haben sie genau hingehört?

    in ihrer Einstellung (Du und Stimmenliebhaber).

    Und war Stimmenliebhaber immer dabei?

    Ich bin nicht bereit, meine Zeit weiter mit dieser Diskussion zu verschwenden, während du anscheinend ja nichts Besseres zu tun hast, als alles Mögliche zu suggerieren und sogar Angaben über die Zahl meiner Gatti-Erlebnisse machst, ohne dass ich dazu irgendeine Angabe geliefert hätte.

    Ehrlich gesagt, Du kannst Dir kein qualifiziertes Urteil über Gattis Engagement leisten, wenn Du ihn 3 mal live gehört hast.

    Da du über mich und meine Beweggründe für mein Urteil ja viel besser Bescheid weißt als ich selbst, ist es völlig überflüssig, dass ich mich dazu auch noch äußere... Diskutiere doch am besten mit dir selbst hier weiter, das liegt dir sowieso ungemein!

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Hatte jemand hier im Forum mal ein ausgesprochen positives Opern- oder Konzerterlebnis mit ihm?

    Und ob.

    z.B. France-Musique-Mitschnitt (29.04.10) Mahler Sinfonie Nr. 3 mit Orchestre National de France unter seiner Fuchtel.... Mitschnitt bisher einer der Mega-M3-Favoriten im Mitschnittskader... und andere..

    Daniele Gatti könnte sehr fruchtbar für die Staatskapelle rüberkommen.. .

    Diskutiere doch am besten mit dir selbst hier weiter, das liegt dir sowieso ungemein!

    Nee, nee... im Gegentum !

    Rosamundes Beiträge kommen sehr kommunikativ rüber. Und mein Brägen zieht die sich gerne rein.

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Zumal das Nichtverlängern des Vertrags von Thielemann explizit damit begründet wurde, dass man die Staatsoper/Staatskapelle modernisieren wolle. Mit Gatti?

    Genau das ist der springende Punkt. Es wurde damals irgendwie suggeriert, dass es eine Art Generationenwechsel geben müsste! Insofern ist die Entwicklung auf den ersten Blick seltsam.

    Für irgendeinen "Aufbruch" steht Gatti zumindest wohl kaum. Andererseits ist die Staatskapelle natürlich auch in der etwas misslichen Lage, einerseits sicherlich einen bekannten Namen für die Thielemann-Nachfolge zu benötigen, andererseits aber nur mit auf dem Markt verfügbaren Dirigenten agieren zu können. Wenn die Lösung dieser Zwickmühle letztlich den Namen "Gatti" trägt, hätte man m. E. auch einfach mit Thielemann verlängern können.

    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Mit Gatti und der Dresdner Staatskapelle?

    Nein, nur mit den Berliner und Wiener Philharmonikern, aber jetzt wird sicher alles anders...

    Du hast dich hier "gefragt", warum ein Spitzenrorchester Gatti engagiert. Was ist das für ein Ton? Das hätte man auch anders formulieren können. So, wie es da steht, muss man sich das mal auf der Zunge zergehen lassen. Erstens zweifelst Du damit das Orchester an, zweitens Gatti. Dann verfolgst du diese Linie auch noch mit einer Bemerkung im Zitat oben, die so gut wie alles, was er mit anderen Spitzenorchestern gemacht hat, in die Tonne tritt und seine zukünftige Arbeit gleich mit. Damit also auch ausserdem wieder eine Anzweiflung des Urteilsvermögens und der Qualität der Orchester selber, die ihn ja immerhin wiederholt engagiert haben und mit "grossen" Dirigenten Erfahrung haben.

    Es ist dabei auch ein wesentlicher Unterschied, ob Symbol ihn in den Meistersingern uninspiriert findet, oder du ihn bei allem und für alle Zeiten anzweifelst. Du willst ja nicht sagen, wie oft es dir nicht gefallen hat und bei welchem Repertoire, sondern du belässt es bei einer generellen Aussage. Das ist einfach unfair.

    Ich dagegen habe nur um Erklärung gebeten und versucht darzustellen, warum ich sie gerne hätte. Mein Ton .... ok, ich entschuldige mich bei allen ernsthaft dafür und werde mich bessern, aber ich sagte schon, Deiner ist auch nicht gerade zuvorkommend, ist mir schon in einem anderen Thread aufgefallen, wo du gereizt auf eine völlig freundlich gestellte Frage reagiert hast.

    Anyway, ich bin bereit mich in Hinsicht Gatti belehren zu lassen, habe ich ja nun schon mehrmals gesagt. Ich habe mir sogar soweit wenigstens eine weitere live Aufnahme von ihm angehört, Sacre mit Concertgebouw, welche mMn eines Spitzenorchesters würdig ist.

    Seinen Parsifal 2013 an der MET habe ich vor einiger Zeit auch angehört. Mehrmals sogar. Dass ich also seit meiner beruflichen Erfahrung vor etwa 20 Jahren nichts mehr von ihm beurteilen könnte und deshalb hier auch nichts weiter sagen sollte, ist auch nicht fair.

    Übrigens hat ja thomathi hier im Forum seinen Bericht der Mahler 9 in Dresden eingestellt. Scheint dem Publikum gefallen zu haben:

    .....Publikum applaudierte mit kraftvollen stehenden Ovationen Daniele Gatti und einem außergewöhnlich lange auf dem Podium ausharrendem Orchester

    Das hat thomathi sicher nicht erfunden.

  • Wenn die Lösung dieser Zwickmühle letztlich den Namen "Gatti" trägt, hätte man m. E. auch einfach mit Thielemann verlängern können.

    Nach bisherigen Eindrücken könnten Mahlers, Bergs oder Bruckners Notenquälereien mit Dresden realisiert unter Gatti im Verhältnis zu Thielemann spannender rüberkommen.... (habe allerdings letzte Bruckner7 mit Staatskapelle Berlin unter Thielemann - als Einspringer für Blomstedt - mir nicht reingezogen)......

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Es ist ja alles nicht mehr zu fassen...

    Du hast dich hier "gefragt", warum ein Spitzenrorchester Gatti engagiert.

    Wenn du dir nochmal ansiehst, was du da von mir zitiert hast, wirst du eine Frage vergeblich suchen.

    Ich hatte viel weiter vorher meine Meinung über diese Chefdirigentenwahl geäußert, die ja angesichts der von einem Jahr bei der Nichtverlängerung von Thielemanns Vertrag (zu alt, Perspektive Semper 2030, Gatti ist gerade mal zwei Jahre jünger, das ist jetzt also alles andere als der in Aussicht gestellte "Generationswechsel"?) auch nur schwer nachzuvollziehen ist:


    Wenn ich eine Chefdirigentenentscheidung europäischer Spitzenorchester der letzten Jahre so gar nicht nachvollziehen kann, dann diese.

    Daraufhin haben mir zwei andere Herren zugestimmt und zwei Damen, darunter du, waren anderer Meinung. So weit, so gut für ein Forum, aber was du dann anschließend in einer zweistelligen Zahl von Beiträgen daraus aufgebauscht hast, das spottet einfach nur jeder Beschreibung!

    Ich dagegen habe nur um Erklärung gebeten

    Das kannst du dir in meinem Falle zukünftig wirklich sparen, ich werde dir nicht mehr antworten angesichts dessen, was du hier in dieser Rubrik abgezogen hast. Über die Stöckchen, die du mir und anderen immer wieder hinhältst, werde ich nicht mehr springen.

    Beste Grüße vom Stimmenliebhaber

  • Die Wahl eines neuen Chefdirigenten ist besonders in diesem speziellen Fall ja auch mit einer nicht unerheblichen strategischen Komponente verknüpft, nämlich etwas in Richtung Aufbruch, Generationenwechsel etc. Unabhängig von den künstlerischen Qualitäten Gattis kann man diese Aspekte mit seiner Berufung nur schwerlich in Verbindung bringen.

    Nun könnte man die genannten Kriterien natürlich (entgegen der ursprünglichen Pläne) hintenanstellen und sich dafür entscheiden, einen künstlerisch absolut herausragenden Dirigenten zu verpflichten, unabhängig von Alter, Öffentlichkeitswirkung etc. Ich formuliere es mal recht vorsichtig: ich bin mir nicht ganz sicher, ob Gatti diese Klasse ohne Abstriche mitbringt, bin aber gerne bereit, mich durch klingende Ergebnisse unter seiner Leitung eines Besseren belehren zu lassen. Einige Hinweise hierzu wurden in diesem Thread bereits gegeben.

    Ob eine Gatti-Leitung der Staatskapelle gegenüber einer hypothetischen, alternativen Verlängerung des Thielemann-Vertrages wirklich so viel bringt? Ich weiß es nicht, die Zeit wird uns wohl einige Hinweise dazu geben.

    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Ob eine Gatti-Leitung der Staatskapelle gegenüber einer hypothetischen, alternativen Verlängerung des Thielemann-Vertrages wirklich so viel bringt? Ich weiß es nicht, die Zeit wird uns wohl einige Hinweise dazu geben.

    ine Gatti-Leitung der Staatskapelle gegenüber einer hypothetischen, alternativen Verlängerung des Thielemann-Vertrages wirklich so viel bringt

    Das stimmt, ich kann es mir aber auch nicht vorstellen. Was ich von Gatti bisher gehört habe (hauptsächlich Wagner) hat mich bis auf eine Ausnahme eigentlich immer enttäuscht, weil Langsamkeit zur Langweile wurde, Gatti ist ungefähr gleich alt wie Thielemann, steht also auch nicht für einen Generationenwechsel und er hat in der Außenwirkung die schwere Hypothek seines unrühmlichen Abganges aus Amsterdam "an den Hacken". Die Vorwürfe, die mehrere Orchester gegen ihn erhoben haben und wegen denen die Amsterdamer nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten wollten, bleiben einfach hängen, ob man will oder nicht. Und ebenfalls an die Außenwirkung denkend, ist Gatti über die internationale Opernszene hinaus nicht so bekannt wie Thielemann, gerade in Deutschland. Aus all diesen Gründen teile ich Symbols Skepsis, ich kann es mir auch nicht vorstellen, dass "eine Gatti-Leitung der Staatskapelle gegenüber einer hypothetischen, alternativen Verlängerung des Thielemann-Vertrages wirklich so viel bringt" - und zwar weder künstlerisch, noch - oder sogar noch mehr - im Blick auf die Außendarstellung und Öffentlichkeit.

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Habe mir jetzt auch noch mal Gatti angehört. Wagner, Mahler, Debussy. Und die Verve, mit der Rosamunde sich hier für ihn ins Zeug legt, verstehe ich noch weniger. Ich bin da bei Cherubino, also in der Tendenz empfinde ich seine Dirigate als langsam mit einem Stich ins Langweilige - quer durch die gehörten Aufnahmen.

    Und ja, der Hinweis auf den Abgang beim Concertgebouw muss man wohl auch anfügen. Nicht nur, weil so oder so was hängenbleibt, sondern weil die Vorwürfe in ihrem Kern ja auch von Gatti offenbar gar nicht bestritten sind.

    Und nein, hier geht es nicht darum, die Expertise der Musiker, die ihn wählten, anzuzweifeln. Wie auch, das sind - anders als beispielsweise ich - Profi-Musiker. Ich kann ja nur sagen, warum ich als Außenstehender die Entscheidung nicht verstehe und bedaure.

    Jein (Fettes Brot, 1996)

  • Zumal das Nichtverlängern des Vertrags von Thielemann explizit damit begründet wurde, dass man die Staatsoper/Staatskapelle modernisieren wolle. Mit Gatti?

    Genau das ist der springende Punkt. Es wurde damals irgendwie suggeriert, dass es eine Art Generationenwechsel geben müsste! Insofern ist die Entwicklung auf den ersten Blick seltsam.

    Für irgendeinen "Aufbruch" steht Gatti zumindest wohl kaum. Andererseits ist die Staatskapelle natürlich auch in der etwas misslichen Lage, einerseits sicherlich einen bekannten Namen für die Thielemann-Nachfolge zu benötigen, andererseits aber nur mit auf dem Markt verfügbaren Dirigenten agieren zu können. Wenn die Lösung dieser Zwickmühle letztlich den Namen "Gatti" trägt, hätte man m. E. auch einfach mit Thielemann verlängern können.

    LG :wink:

    Nur, weil das hier ja in Sachen Credibility wichtig zu sein scheint: Ich habe Gatti in den letzten 5 Jahren dreimal gehört - aber bevor er in Amsterdam rausgeflogen ist.

    Im September 2017 in Berlin mit den Berliner Philharmonikern mit Hindemith und Brahms, im Januar 2018 mit dem MCO in Dortmund mit einem Beethoven/Schumann-Programm und im Concertgebouw mit dem Concertgebouworkest und einem Prokofijev/Mahler-Programm.

    Ich habe Gatti als konventionelle Dirigentenpersönlichkeit abgespeichert. Insofern überrascht mich ein Ruf nach Dresden nicht unbedingt, weil ich die Staatskapelle stets als ausgesprochen konventionellen (wenn auch zweifelsohne exzellenten) Klangkörper erlebt habe. Für einen "Neuanfang" nach Thielemann steht er aus meiner Sicht nicht. Eher für einen eingekauften größeren Namen. Überraschend finde ich, dass Dresden sich traut einen wegen dieser Me-too-Geschichte eher beschädigten Namen zu kaufen. Wirkt auf mich schon ein wenig wie ein ausgefahrener Stinkefinger gegenüber der habituellen Diversifizierung des Kulturbetriebs...

    ...auf Pfaden, die kein Sünder findet...

  • Im September 2017 in Berlin mit den Berliner Philharmonikern mit Hindemith und Brahms, im Januar 2018 mit dem MCO in Dortmund mit einem Beethoven/Schumann-Programm und im Concertgebouw mit dem Concertgebouworkest und einem Prokofijev/Mahler-Programm.

    Letzteres war übrigens im Mai 2018.

    ...auf Pfaden, die kein Sünder findet...

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