Konzertabsagen: Gründe, Folgen und der Umgang damit

  • Ja, der Preis ist nicht so wichtig, da man sich für den Abend ja auch vorbereitet, Zeit reserviert etc.. Meinen Freunden zahle ich keinen Cent, um sie zu treffen. Sagt mir aber einer 4x hintereinander ab, wird es keine Initiative für ein fünftes Treffen von meiner Seite geben.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Was auch der von Diskursprodukt kritisierten Verständnisverweigerung entspringt: die eine Absage isoliert zu diskutieren, obwohl music lover davon sprach, dass es die vierte Absage in nur zwei Jahren war. Wie wahrscheinlich ist es denn, dass da jedesmal eine Erkrankung dahinterstand? Diese Wahrscheinlichkeit muss im Promille- oder Subpromillebereich liegen. Und mit anderen KünstlerInnen passiert ihm das ja auch regelmäßig. Das man da angefressen ist, wundert nicht.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Der Punkt ist, dass Du das halten kannst, wie Du willst. Das heißt, Du kannst Dich jeglicher Spekulationen enthalten. Kein Problem. Was aber immer mehr um sich greift, ist es, anderen vorzuschreiben zu wollen, was sie gefälligst zu tun oder zu sagen haben. Ist man zufällig mal am receiving end, dann nennt man das "wokeness" oder "political correctness" auf Seiten der anderen und jammert, bearbeitet man die anderen hingegen mit dem Tugendhammer, dann nennt man es "Anstand". Das ödet an.

    Das ist jetzt wirklich lustig: Ich nehme an, dass Dir der Unterschied zwischen "Wir sagen ein Konzert ab, weil dort eine Band mit weißen Sängern, die Dreadlocks tragen, auftritt" bzw. "Wir verbannen die Bücher Karl Mays aus unserem Regalen" und "Es ist anmaßend, verächtliche (ich sage nur: Zahnreinigung) Spekulationen über die Absagen einer Pianistin öffentlich in einem Internetforum zu posten" wohl bekannt ist. Du wirst doch hoffentlich nicht die dritte dieser Aussagen mit den ersten beiden einen Topf werfen?!


    Da muss ich nochmals einhaken:

    Niemand wird gezwungen, 198 Euro für die Karte auszugeben. Wie ich bereits geschrieben hatte, kann man ab 15 Euro auch dabei sein.

    Ich habe hier das Gefühl, dass du das Gelingen der Kommunikation hier absichtsvoll unterläufst: Natürlich muss niemand 198 Euro ausgeben. Es ist aber doch legitim und zumindest abstrakt für einen verständigen Menschen nachvollziehbar, dass diejenigen, die sich als Fans verstehen, das tun. Und dann auch enttäuscht sind, wenn die Sause mit anderem Personal stattfindet. Man kann ja (einmal) schreiben, dass man das nicht tun würde und da andere Schwerpunkte setzt. Aber darauf zu beharren, dass der eigene Standpunkt der einzige ist, der Geltung beanspruchen kann, finde ich schräg. Kommunikation ist etwas mehr als der beharrliche Austausch von Standpunkten.


    Ja, man kann für 15 Euro dabei sein. Und ja, wer 198 Euro ausgibt, bekommt in der Regel etwas geboten (Nähe zum Star, besserer Sound, ein unmittelbarer Blick auf Yuja Wangs Hände, höheres Sozialprestige oder sonst irgendetwas), für das er/sie offensichtlich den Mehrpreis zu zahlen bereit ist. Kompliziert zu verstehen ist das meines Erachtens eigentlich nicht.

    Dein Eindruck ist falsch. Erstens habe ich nicht darauf beharrt, dass mein "Standpunkt der einzige ist, der Geltung beanspruchen kann" (wo habe ich das denn Deiner Meinung nach?), und zweitens ist es eben mitnichten "für einen verständigen Menschen nachvollziehbar", dass ein sogenannter Fan viel Geld ausgibt: Wozu denn auch? Ich bin auch Fan mancher Künstler und zahle nicht mehr. Dass man "enttäuscht" ist, "wenn die Sause mit anderem Personal stattfindet", verstehe ich ja (wie ich oft geschrieben habe!), aber das ändert nichts an der Sachlage.


    Manchmal fühlt man sich hier wie in einer Tretmühle, wenn man eigentlich nur über musikalische oder kulturelle Themen diskuieren möchte. Angebliche Missverständnisse, "überlesene" Argumente, zyklische Diskussionsverläufe zuhauf.... *ächz*

    Ich glaube nicht, dass Dir entgangen ist, dass dieser Thread "Konzertabsagen: Gründe, Folgen und der Umgang damit" heißt. Also wird in diesem Thread natürlich genau darüber diskutiert. Für "musikalische oder kulturelle Themen" (wohl ein einschließendes "oder") gibt es unzählige andere Threads.


    Vom Balkon rede ich nicht, das sind mit Abstand die schlechtesten Plätze (schlechter vllt. noch Parkett UNTER dem Balkon). Ich rede von den weiter vorne gelegenen Seitenlogen oder auch vom Parkett ab dem zweiten Drittel. Meinetwegen noch Estrade erste Reihe. Aber gut, man muss ja nicht alles hören oder sehen und wenn's dir am Juche oben gefällt...

    Kenne ich alles. Und man hört tatsächlich von dort nichts oder nur wenig (Ausnahme: Soloklavier). Aber bitte, dann nimmst Du mir wenigstens nicht guten Plätze weg ;) :cincinbier:


    Aber die Preisdebatte ist vollkommen unerheblich.

    Sie wurde nicht von mir in die Diskussion eingebracht, ich habe darauf lediglich reagiert.


    Ja, der Preis ist nicht so wichtig, da man sich für den Abend ja auch vorbereitet, Zeit reserviert etc.. Meinen Freunden zahle ich keinen Cent, um sie zu treffen. Sagt mir aber einer 4x hintereinander ab, wird es keine Initiative für ein fünftes Treffen von meiner Seite geben.

    Das ist ein völliger Fehlschluss: Du tust so, als hätte Yuja Wang ALLE Konzerte, die sie jemals spielen sollte, abgesagt. Das ist aber nachweislich nicht der Fall.

    Ob das jetzt die erste oder die vierte Absage ist, spielt für die Krankheits-"Spekulationen" keine Rolle.


    Was auch der von Diskursprodukt kritisierten Verständnisverweigerung entspringt: die eine Absage isoliert zu diskutieren, obwohl music lover davon sprach, dass es die vierte Absage in nur zwei Jahren war. Wie wahrscheinlich ist es denn, dass da jedesmal eine Erkrankung dahinterstand? Diese Wahrscheinlichkeit muss im Promille- oder Subpromillebereich liegen. Und mit anderen KünstlerInnen passiert ihm das ja auch regelmäßig. Das man da angefressen ist, wundert nicht.

    Wieso unterstellst Du mir eigentlich eine Verständnisverweigerung? Ich glaube, sehr genau zu verstehen, was Du und andere meinen, und eben deshalb widerspreche ich.


    Außerdem gehe ich jede Wette ein, dass Music Lover nicht signifikant öfter von Vorstellungsabsagen, Programmänderungen und Umbesetzungen betroffen ist als jeder andere regelmäßige Konzert- oder Operngeher.

  • Da muss ich nochmals einhaken:

    Niemand wird gezwungen, 198 Euro für die Karte auszugeben. Wie ich bereits geschrieben hatte, kann man ab 15 Euro auch dabei sein.

    Ich habe hier das Gefühl, dass du das Gelingen der Kommunikation hier absichtsvoll unterläufst: Natürlich muss niemand 198 Euro ausgeben. Es ist aber doch legitim und zumindest abstrakt für einen verständigen Menschen nachvollziehbar, dass diejenigen, die sich als Fans verstehen, das tun. Und dann auch enttäuscht sind, wenn die Sause mit anderem Personal stattfindet. Man kann ja (einmal) schreiben, dass man das nicht tun würde und da andere Schwerpunkte setzt. Aber darauf zu beharren, dass der eigene Standpunkt der einzige ist, der Geltung beanspruchen kann, finde ich schräg. Kommunikation ist etwas mehr als der beharrliche Austausch von Standpunkten.


    Ja, man kann für 15 Euro dabei sein. Und ja, wer 198 Euro ausgibt, bekommt in der Regel etwas geboten (Nähe zum Star, besserer Sound, ein unmittelbarer Blick auf Yuja Wangs Hände, höheres Sozialprestige oder sonst irgendetwas), für das er/sie offensichtlich den Mehrpreis zu zahlen bereit ist. Kompliziert zu verstehen ist das meines Erachtens eigentlich nicht.

    Weshalb ich 198 Euro für ein Klassikkonzert ausgebe und nicht 15 Euro? Weil ich Künstlern, die es mir wert sind, dieses Geld zukommen lassen möchte. Ich gehöre auch noch zur altmodischen Spezies, die CDs kaufen (und zwar nicht zu knapp, ich gebe Tausende von Euro jedes Jahr dafür aus), statt alles gratis hören zu wollen. Eine „Geiz ist geil“-Mentalität ist mir zuwider, wenn es um meine große Leidenschaft Musik geht. In meiner - offenbar völlig aus der Mode gekommenen - Gedankenwelt haben die mir soviel Freude bereitenden Menschen es nun mal verdient, dass ich sie anständig bezahle. Deswegen buche ich immer nur die höchste Preiskategorie in Jazz- oder Klassikkonzerten und geize auch nicht bei der Anschaffung von Tonträgern. Ist das so schwer nachzuvollziehen, lieber sadko?

    «Weil ich nicht schlauer bin als solch ein Titan!»

    (Günter Wands Antwort auf meine Frage, warum er nicht wenigstens bei Bruckners Erster die nun wirklich bessere frühere Linzer Fassung dirigiert)

  • Deswegen buche ich immer nur die höchste Preiskategorie in Jazz- oder Klassikkonzerten und geize auch nicht bei der Anschaffung von Tonträgern.

    Ganz im Ernst: Ich finde, man kann sein Geld sinnloser verpulvern.


    :tee1:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Weil ich Künstlern, die es mir wert sind, dieses Geld zukommen lassen möchte.

    Ich vermute, dass dieses vermeintlich ehrenwerte Argument nicht sticht. Die Konzerthäuser sind allesamt Zuschussbetriebe. Das einzige, was kommerziell funktioniert, ist ein Soloabend für teures Geld. Aber so bald irgendwo ein Orchester am Start ist, finanziert Vater Staat dein Hobby & nicht du die Künstler…

    ...auf Pfaden, die kein Sünder findet...

  • Ich vermute, dass dieses vermeintlich ehrenwerte Argument nicht sticht. Die Konzerthäuser sind allesamt Zuschussbetriebe. Das einzige, was kommerziell funktioniert, ist ein Soloabend für teures Geld. Aber so bald irgendwo ein Orchester am Start ist, finanziert Vater Staat dein Hobby & nicht du die Künstler…

    Ok. Direkt an den Künstler geht das Geld nicht. Aber es hilft doch den Kunstbetrieb zu finanzieren.

  • Weshalb ich 198 Euro für ein Klassikkonzert ausgebe und nicht 15 Euro? Weil ich Künstlern, die es mir wert sind, dieses Geld zukommen lassen möchte. Ich gehöre auch noch zur altmodischen Spezies, die CDs kaufen (und zwar nicht zu knapp, ich gebe Tausende von Euro jedes Jahr dafür aus), statt alles gratis hören zu wollen. Eine „Geiz ist geil“-Mentalität ist mir zuwider, wenn es um meine große Leidenschaft Musik geht. In meiner - offenbar völlig aus der Mode gekommenen - Gedankenwelt haben die mir soviel Freude bereitenden Menschen es nun mal verdient, dass ich sie anständig bezahle. Deswegen buche ich immer nur die höchste Preiskategorie in Jazz- oder Klassikkonzerten und geize auch nicht bei der Anschaffung von Tonträgern. Ist das so schwer nachzuvollziehen, lieber sadko?

    Lieber Music Lover! Danke für Deine Erklärung, das ist für mich absolut nachvollziehbar (in Anbetracht der Einwände, die von Diskursprodukt genannt wurden -- denen ich nicht komplett zustimme, denn je höher die Eigenmittel des jeweiligen Hauses, desto besser), es ging mir allerdings überhaupt nicht darum, Dich wegen Deiner Konzertkartenkäufe zu kritisieren oder Dich gar zu einer Rechtfertigung, wieso Du den Preis x anstatt den Preis y bezahlst, zu bringen!


    Ausgang der Debatte über den Preis war ja, dass Du selbst die Summe von 198 Euronen genannt hast, was ich aufgefasst habe als "Wenn ich schon diese Summe zahle, verlange ich, dass die angekündigte Yuja Wang spielt oder ich zumindest das Geld zurückbekomme."


    Es ging mir auch gar nicht darum, Dich persönlich anzugreifen oder zu kritisieren; ich habe ja nur manche Deiner Postings hier kritisiert. Ganz abgesehen davon wünsche ich Dir (und das ist wirklich ehrlich ohne jede Häme!) weiterhin interessante Aufführungen, die möglichst selten anders als angekündigt stattfinden (auch wenn das in der Praxis nicht immer so möglich ist).


    Franz Grundheber gehört auch zu meinen Lieblingssängern

    Das freut mich, und ich habe Deine Beschreibung Grundhebers mit Vergnügen gelesen. Es gibt hier übrigens einen eigenen Grundheber-Thread, ich würde mich sehr freuen, wenn Du diesen Deinen Beitrag inkl. der persönlichen Anekdote auch dorthin stellen könntest :) Hier in diesem Thread würde das bedauerlicherweise untergehen.

  • Der Punkt ist, dass Du das halten kannst, wie Du willst. Das heißt, Du kannst Dich jeglicher Spekulationen enthalten. Kein Problem. Was aber immer mehr um sich greift, ist es, anderen vorzuschreiben zu wollen, was sie gefälligst zu tun oder zu sagen haben. Ist man zufällig mal am receiving end, dann nennt man das "wokeness" oder "political correctness" auf Seiten der anderen und jammert, bearbeitet man die anderen hingegen mit dem Tugendhammer, dann nennt man es "Anstand". Das ödet an.

    Hier geht es weder um wokeness noch um eine Vorschrift, was andere sagen dürfen oder nicht. Ich sage nur, dass ich es unfair finde, hier über vermeintliche Krankheiten oder vermeintliches Fehlverhalten einer in der Öffentlichkeit stehenden Person zu spekulieren, zumal sie sich hier nicht dazu äußern kann (und auch nicht muss).


    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Weil ich Künstlern, die es mir wert sind, dieses Geld zukommen lassen möchte.

    Ich vermute, dass dieses vermeintlich ehrenwerte Argument nicht sticht. Die Konzerthäuser sind allesamt Zuschussbetriebe. Das einzige, was kommerziell funktioniert, ist ein Soloabend für teures Geld. Aber so bald irgendwo ein Orchester am Start ist, finanziert Vater Staat dein Hobby & nicht du die Künstler…

    Vater Staat finanziert es, wenn z.B. das Boston Symphony Orchestra eine Europatournee macht und ein privater Konzertveranstalter, der hierfür die Elbphilharmonie für einen Abend bucht, 240 Euro pro Eintrittskarte in der obersten Preiskategorie aufruft? Das glaube ich nicht. Aber auch wenn es so sein sollte, dann refinanziere ich mit meinen 240 Euro eben eine eventuelle finanzielle Beteiligung des Staates. So oder so würden diese Konzerte nicht stattfinden können, wenn es nicht Leute gäbe, die hierfür Geld zu bezahlen bereit sind.

    «Weil ich nicht schlauer bin als solch ein Titan!»

    (Günter Wands Antwort auf meine Frage, warum er nicht wenigstens bei Bruckners Erster die nun wirklich bessere frühere Linzer Fassung dirigiert)

  • Weshalb ich 198 Euro für ein Klassikkonzert ausgebe und nicht 15 Euro? Weil ich Künstlern, die es mir wert sind, dieses Geld zukommen lassen möchte. Ich gehöre auch noch zur altmodischen Spezies, die CDs kaufen (und zwar nicht zu knapp, ich gebe Tausende von Euro jedes Jahr dafür aus), statt alles gratis hören zu wollen. Eine „Geiz ist geil“-Mentalität ist mir zuwider, wenn es um meine große Leidenschaft Musik geht. In meiner - offenbar völlig aus der Mode gekommenen - Gedankenwelt haben die mir soviel Freude bereitenden Menschen es nun mal verdient, dass ich sie anständig bezahle. Deswegen buche ich immer nur die höchste Preiskategorie in Jazz- oder Klassikkonzerten und geize auch nicht bei der Anschaffung von Tonträgern. Ist das so schwer nachzuvollziehen, lieber sadko?

    Ich weiß nicht, ob ich jetzt total falsch liege, aber mMn kriegt weder Yuja Wang noch irgendein anderer Künstler/Dirigent/Orchester eine „Gewinnzulage“, wenn die beste Preiskategorie besonders gut verkauft ist, sondern das sind vorher festgelegte Gagen, die nicht vom Verkauf abhängen. Und bei den berühmten Namen kann man dann ja sowieso die Preise übertrieben hoch ansetzen, die Leute kommen ja trotzdem… auf jeden Fall sind diese Künstler keine Sozialfälle, denen man finanziell unter die Arme greifen muss. Ich sehe daher keinen Grund, dem Moloch Elbphilharmonie samt Konsorten mein Geld in den Rachen zu werfen. Vor 25 Jahren war ich im Förderverein der Salzburger Festspiele, weil ich damals unwahrscheinlich begeistert war von dem frischen Wind, den Gerard Mortier in das verkrustete Festival geblasen hatte. Aber schon seit etlichen Jahren hat sich meine Einschätzung dieser überdimensionierten Festivals, die eher industriellen Wirtschaftsunternehmen gleichen, sehr geändert.


    Ich für meine Person bevorzuge daher kleine Veranstaltungen oder Festivals, so wie z.B. das Oremandsgaard Kammermusikfest in Præstø (Dänemark), das Ende Juli stattfand und eine hervorragende Qualität hatte. Und auch wenn ich dort Freikarten von befreundeten Musikern bekommen könnte, dann kaufe ich trotzdem die Karten, um damit etwas zum Bestand solcher Aktivitäten beizutragen. Da weiß ich mit Sicherheit, dass das Geld sinnvoll verwendet wird.

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    Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)

  • Der Punkt ist, dass Du das halten kannst, wie Du willst. Das heißt, Du kannst Dich jeglicher Spekulationen enthalten. Kein Problem. Was aber immer mehr um sich greift, ist es, anderen vorzuschreiben zu wollen, was sie gefälligst zu tun oder zu sagen haben. Ist man zufällig mal am receiving end, dann nennt man das "wokeness" oder "political correctness" auf Seiten der anderen und jammert, bearbeitet man die anderen hingegen mit dem Tugendhammer, dann nennt man es "Anstand". Das ödet an.

    Hier geht es weder um wokeness noch um eine Vorschrift, was andere sagen dürfen oder nicht. Ich sage nur, dass ich es unfair finde, hier über vermeintliche Krankheiten oder vermeintliches Fehlverhalten einer in der Öffentlichkeit stehenden Person zu spekulieren, zumal sie sich hier nicht dazu äußern kann (und auch nicht muss).


    maticus

    Auch die "Woken" finden Dinge unfair, die dann halt Deiner Meinung nach nicht unfair sind. Kannst Du denn wirklich so gar nicht von Deiner Person abstrahieren? Und, wie Diskursprodukt richtig anmerkt, einmal die eigene Position darzustellen ist natürlich voll und ganz ok, aber hier ging es darum den anderen Standpunkt wiederholt als "unfair" abzuqualifizieren bzw. zu "canceln". Von Stimmenliebhabers Entgleisung fange ich mal gar nicht an.

    Aber Du bist ja Mathematiker. Wenn wir annehmen, dass ein Künstler X 10% der geplanten Aufführungen wegen Krankheit absagen muss (was mir durchaus großzügig bemessen scheint), dann hat Kartenkäufer Y eine Chance von 1:10.000 vier Mal hintereinander eine Niete zu ziehen (0,1*4). Oder sehe ich das falsch?

    Nachtrag: geht man davon aus, dass 5% der geplanten Aufführungen aus Krankheitsgründen abgesagt werden müssen, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer 4-fachen Niete auf ca 1:150.000. Das wird dann so eine Art Negativlotto...

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Ich für meine Person bevorzuge daher kleine Veranstaltungen oder Festivals, so wie z.B. das Oremandsgaard Kammermusikfest in Præstø (Dänemark), das Ende Juli stattfand und eine hervorragende Qualität hatte. Und auch wenn ich dort Freikarten von befreundeten Musikern bekommen könnte, dann kaufe ich trotzdem die Karten, um damit etwas zum Bestand solcher Aktivitäten beizutragen.

    Das finde ich sehr gut! (Habe ich auch so gemacht, nur halt bei anderen Veranstaltungen.)


    Off topic: Ja, die Salzburger Festspiele haben nach dem Abgang Morties leider an Qualität verloren, sofern ich das als Außenstehender beurteilen kann.

  • Auch die "Woken" finden Dinge unfair, die dann halt Deiner Meinung nach nicht unfair sind. Kannst Du denn wirklich so gar nicht von Deiner Person abstrahieren? Und, wie Diskursprodukt richtig anmerkt, einmal die eigene Position darzustellen ist natürlich voll und ganz ok, aber hier ging es darum den anderen Standpunkt wiederholt als "unfair" abzuqualifizieren bzw. zu "canceln".

    Wieso, auch Du wiederholst Dich doch ständig. Du willst mir doch jetzt vorschreiben, was ich schreiben soll und was nicht.


    Was Deine mathematischen Betrachtungen hierzu nun genau sollen, erschließt sich mir nicht.


    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Aber vielleicht ist es besser, das "Mathebeispiel" anhand dem Beispiel von Yuja Wang und music lover aufzuklären:

    Selbst wenn wir davon ausgehen, dass Wang für eine 30-jährige überdurschnittlich oft krank ist (10% des Jahres entspricht etwa fünf Wochen) ist es sehr unwahrscheinlich, dass music lover das passiert, was ihm nun einmal passiert ist; das unter der Annahme, dass sich die Krankentage zufällig verteilen. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Hypothese, abgesagt würde nur, wenn Wang krank ist, falsch ist.

    Zwei mögliche Erklärungen gibt es: 1. Hamburg ist viel öfter von Absagen betroffen, 2. es gibt eine insgesamt viel höhere Zahl von Absagen, die aber dann nicht von einer Krankheit herrühren.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Ich weiß nicht, ob ich jetzt total falsch liege, aber mMn kriegt weder Yuja Wang noch irgendein anderer Künstler/Dirigent/Orchester eine „Gewinnzulage“, wenn die beste Preiskategorie besonders gut verkauft ist, sondern das sind vorher festgelegte Gagen, die nicht vom Verkauf abhängen.

    Naja, wenn sich ein/e KünstlerIn nicht so bombastisch verkauft, können á la longue auch nicht mehr so hohe Gagen aufgerufen werden. Dass das bei einzelnen Konzerten nicht hinterher verändert wird, ändert ja am grundsätzlichen Zusammenhang zwischen Popularität und Gage nix. Kenne mich im Klassikbetrieb nicht so aus, aber in anderen Genres kommt es schon öfter mal vor, dass die Gage von der Menge zahlender Besucher abhängt.

    Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
    daß Alles für Freuden erwacht

  • Wenn wir annehmen, dass ein Künstler X 10% der geplanten Aufführungen wegen Krankheit absagen muss (was mir durchaus großzügig bemessen scheint), dann hat Kartenkäufer Y eine Chance von 1:10.000 vier Mal hintereinander eine Niete zu ziehen (0,1*4). Oder sehe ich das falsch?

    Ich habe übrigens nirgendwo gelesen, dass Yuja Wang vier der musiclover'schen Konzerte in Folge abgesagt habe. Er ist, ausweislich seiner Erklärungen, in Sachen Yuja Wang ein heavy User. Und schrieb, dass es ihm in den letzten Jahren vier mal passiert sei, dass sie absagte (unter einer deutlich größeren Grundgesamtheit).


    Aber vermutlich hat dieser Sachverhalt für die Diskussion hier längst keine Bedeutung mehr...

    ...auf Pfaden, die kein Sünder findet...

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