Streichquartett der Woche - ein lockerer Austausch

  • Verdi fände ich super. Ich habe einige Zeit lang überlegt, ob ich nicht das Verdi Streichquartett als SQdW auswählen soll.

    Das Verdi Quartett ist übrigens im gleichen Jahr entstanden wie Brahms op. 51,2.

  • Quasi meinte das letzte SQdW, also Beethovens e-Moll Quartett. Das Ergebnis bleibt aber dasselbe. Grins1

    Echt jetzt? Da gibt es eine CD mit beiden Werken? Ich glaube, ich steh' auf dem Schlauch ...

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ich habe einige Zeit lang überlegt, ob ich nicht das Verdi Streichquartett als SQdW auswählen soll

    Du hattest mir doch schon beim letzten Mal die Fanny Hensel "weggeschnappt"!

    Also: was noch lange drumherumreden! Das Streichquartett der nächsten Woche ist das 1873 entstandene Quartetto in Mi minore von Giuseppe Verdi.

    Verdi war im November 1872 nach Neapel gereist, um die Proben zur dortigen Aida-Produktion zu überwachen. Die Premiere verschob sich durch eine Indisposition der Hauptdarstellerin bis ins Frühjahr 1873; Verdi nutzte die Zeit zu seinem einzigen Streichquartett, das - abgesehen von zwei Jugendwerken in der Studienzeit - gleichzeitig auch sein einziges Instrumentalwerk bleiben sollte. Es wurde kurz nach der Neapeler Aida-Premiere im privaten Freundeskreis uraufgeführt; erst drei Jahre später konnten die Ricordis den Komponisten zu einer Veröffentlichung bewegen.

    Das Stück orientiert sich an klassischen Vorbildern. Der Kopfsatz (Allegro) ist eine Art Sonatenhauptsatz ohne Durchführung, bzw. die Durchführung ist in die Reprise mit eingebaut. Das Andantino ist ein ständig zwischen Dur und Moll changierender dreiteiliger Gesang im Mazurka-Rhythmus. Im Prestissimo-Scherzo hört man in den Begleitstimmen Figuren, wie sie für Verdis Opern typisch sind. Das Finale ist eine sehr dicht gesetzte Fuga.

    Verdi-typisch finde ich die starken Kontraste, die allen Sätzen zu eigen sind; da kommt schon sehr der Dramatiker zum Vorschein! Operntypisch finde ich allerdings immer nur einzelne Stellen. Ich habe das Werk nach langer Zeit mal wieder gehört, zunächst in Aufnahmen des Schumann-Quartetts, des Hagen-Quartetts, des Quartetto di Cremona und in einer Live-Version mit Christian Tetzlaff, Florian Donderer, Hartmut Rohde und Maximilian Hornung, aufgenommen bei Lars Vogts Spannungen-Festival in Heimbach/Eifel.

    Und bei Youtube gibt es diese Version mit Partitur; wer da spielt, müssen wir noch rauskriegen!

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    Bernd

    Fluctuat nec mergitur

  • Ja, die Kopplung des Artemis-Quartetts mit Brahms op. 51/2 war gemeint. Ich weiß schon gar nicht mehr, welches Stück gerade dran ist ;( Geht alles so schnell hier!

    Bernd

    Fluctuat nec mergitur

  • Bellissimo. Wieder ein Quartett, das bei mir zu selten zum Zug kommt.

    Habe ja gerade schon mit dem Schumann Quartett begonnen:

    Und war ziemlich begeistert. Die von Quasi genannten Qualitäten, zumal die starken Kontraste und die Dramatik, kommen hier mMn exzellent zur Geltung.

  • Obwohl schon die ganze Zeit darüber gemutmaßt wird, darf ich mich sozusagen als erster oder ehrenhalber oder offiziell oder überhaupt bei Bernd bedanken.

    Ich freue mich über die Wahl, höre das Quartett, seit ich es kenne - überschaubarer Zeitraum - gerne und finde eine Einspielung oder auch zwei im Regal.

    Darüber hinaus meine ich, dass dass das Quartett schon zu seinem Opern-Schöpfer passt dank der sich unmittelbar erschließenden präzisen Melodik. Die Melodik müsste markant diatonisch sein - aber ich weiß es trotzdem nicht ohne weiteres Nachhören und vielleicht auch dann nicht mit Sicherheit. Indes wurde ja freundlicherweise eine Noten-Datei verlinkt.

    Als sehr zurückhaltender Opernfreund - nein, Freund ist in der Tat nicht das richtige Wort, selbst wenn das Gegenteil keineswegs richtig wäre - schätze ich diesen Ausrutscher, der wohl gar keiner ist, allenthalben.

    :) Wolfgang

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Na denn, lieber Bernd, vielen Dank! Wieder ein Werk, das hier im Regal steht und in der Kategorie "Müsste ich mal hören " steckt. Nunc est bibendum! oder so.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Und ich muß offen bekennen, daß mir das Verdi-Quartett noch komplett unbekannt ist. Immerhin wußte ich von dessen Existenz.

    Auch von mir Dank an Quasi für diese schöne Anregung!

    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz

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    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • NB @ CD: Kühne Mischung! Wir müssen hier gewiss nicht die Gemeinsamkeiten diskutieren, aber ganz persönlich hätte ich durchaus nichts dagegen. Ives war ja nun kein Opernkomponist, indes vielleicht so was Ähnliches ...

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Mindestens eine Aufnahme des Verdi-Quartetts besitze ich und hab' es sicher auch mal gehört. Mehr aber auch nicht. Also, auf geht's. Aber erst morgen.

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

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