Streichquartett der Woche - ein lockerer Austausch

  • Felix Meritis - ich habe verstanden! :) :)

    Mein Vorschlag für die nächsten acht Tage ist ein nicht gar so bekanntes spätromantisches Quartett eines deutschen (1) Komponisten. Die Schwere und Dunkelheit des Werks hat mich immer fasziniert, dabei kenne ich es in der Originalfassung (1) noch gar nicht so lange. Ein irgendwie rätselhaftes Werk - finde ich, aber das soll jetzt nicht zwangsläufig ein Hinweis sein im Gegensatz zum Fettgedruckten.

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • ... noch kurz zu Werk 127: Die andere Meinung von Alexander freut mich. Die CD steht ja nicht im Regal, um nie mehr gehört zu werden. Beim nächsten Mal versuche ich wieder ein wenig anders zu lauschen ... ;) :)

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • deutschen (1) Komponisten.

    Originalfassung (1)

    Handelt es sich bei der eventuell existierenden "anderen Fassung" etwa um eine ausgewachsene Sinfonie?

    :clap: :clap: :clap:

    (Und um eines, welches nach einer Mersenne-Primzahl nun mit der kleinsten Quadratzahl, welche keine Primzahlpotenz ist, aufwartet ...? :versteck1: )

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ach ja, die Hagens ...

    ... sie erschüttern einfache Weltmodelle. - Mein Weltmodell bei Aufnahmen ist ganz einfach: Es gibt Aufnahmen eines Werkes, die sind in meinem Olymp, es gibt andere Aufnahmen, die sind knapp davor, und alle anderen sind draußen.

    Bei den Hagens passt wieder nix. So sehr ich die ungeheure Zahl junger (und nicht mehr ganz so junger) Ensembles schätze, die seit gut zwei Jahrzehnten mit fantatischer Qualität aufwarten (artemis, Belcea, Ébène, Casals, Cremona, Arcanto, Minetti, Doric, Klenke, Quiroga, Zaide, Alexander, ... Entschuldigung, wenn ich Eure Favoriten "vergessen" habe), so sehr fällt es mir bisweilen schwer, deren Alleinstellungsmerkmal herauszuhören. Alles ist perfekt und dann ...?

    Bei den Hagens höre ich, dass es eben doch den perönlichen Fingerabruck gibt. Langsamer Satz - eben nicht heiter-gelassen, sondern eher heiter-vergrübelt bis philosophisch. Und dann dieses swingende Scherzando ...

    Nicht meine Lieblingsaufnahme, aber von vorne bis hinten spannend. Vielleicht keine fürs Leben, aber eine, die Dir ein Hörerlebnis bereitet, welches Du nicht vergisst ...

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Die Schwere und Dunkelheit des Werks hat mich immer fasziniert,

    Dann hat der Komponist möglicherweise auch ein "dunkles Reich" beschworen? Und für die vorgeschlagene Komposition gilt laut Christoph Schlüren: " einer der wundervollsten und in seinen feinen Verästelungen geheimnisvoll eigentümlichsten Gattungsbeiträge aus jener Zeit. "

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Mindestens eine weitere gibt's noch. Gekoppelt mit Schoenberg 4

    Wenn ich das richtig verstehe, kann ich jetzt laut wihan.

    Grins1

    Es grüßt Gurnemanz

    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Nö, eher meckert mein Hund: "Liebes Herrchen, welche Sprache ist denn das?" Und dann gehen wir Gassi, auch in der Straße, die nach dem veritablen Stinkstiefel benannt wurde, worüber hier schon heftig gestritten wurde.

    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz

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    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Gratulation an Euch alle! Ich hätte zumindest das gefettete Adjektiv deutsch erst mal weglassen sollen oder alternativ die andere Fettung, die Originalfassung, dann wäre es eine Nuance spannender gewesen - vielleicht. Und - in der Tat - mehr als Wihan kenne ich nicht, was ja nichts heißt.

    Es soll also um das - sicher auch von Meister Amfortas geschätzte - Streichquartett in cis-Moll von Hans Pfitzner gehen, dem die Nazis nicht vornehm genug waren oder so - aber lassen wir das. Es trägt die Opuszahl 36, als Sinfonie dann 36a, und datiert von 1925. Wenn durchgezählt, dürfte es sein drittes (1) sein - aber diese Zählungen sind oft genug mit Vorsicht zu genießen (1) und bei Mozarts Klavierkonzerten bin ich nicht willens, sie mir zu merken, wo doch - für mich zumindest - die KV-Nummern wesentlich einfacher zu memorieren sind.

    (1) Bei Wihan ist es auf dem Cover sein zweites - q.e.d. ...

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    Hier spielt das Franz-Schubert-Quartett - bei Wikipedia wird das Quartett aus Wien modisch ohne Bindestrich geschrieben; wahrscheinlich haben sie es selbst auch so gehalten, sollten sie nicht mehr aktiv sein, was ich ebenfalls vermute.

    Es scheint noch weitere Einspielungen zu geben oder zumindest gegeben zu haben. Eine Partitur habe ich leider (noch) nicht gefunden.

    Ich wünsch uns was!

    :) Wolfgang

    PS: Schönen Gruß an Gurnemanzens privates Raubtier!

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Es gibt auf jeden Fall noch eine Aufnahme mit dem Reger Quartett, die sich auf dieser Vox Doppel CD befindet. Das Cover der CD ist etwas misleading, denn m.W. war Frau Lautenbacher nie Mitglied des Reger Quartetts. Von ihr stammt nur die Einspielung des Pfitzner Violinkonzertes (sowie der Konzerte von Hartmann und Zimmermann).

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Vielen Dank für die Wahl! Es gab bis vor kurzem zwei Streichquartette, die ich unter der Rubrik "groß un lohnend, muss ich irgendwann mal intensiver hören" abgespeichert hatte, das waren Zemlinsky 2 und Pfitzer 3. Nun war das eine schon an der Reihe, und das zweite kommt jetzt ... :sofa1:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Hier Neubegegnung mit dem Stück mit dem Wihan Quartet. Das Franz Schubert Quartett habe ich als nicht ganz intonationssicher abgespeichert, mag mich aber täuschen. Wihan finde ich schonmal ziemlich gut. Und das Quartett ist bislang - bin gerade in der Durchführung des Kopfsatzes - richtig stark. Top-Wahl!

  • Das Franz Schubert Quartett habe ich als nicht ganz intonationssicher abgespeichert, mag mich aber täuschen.

    könnte sein dass dich deine Erinnerung trügt. Das ist schon ziemlich gut gespielt, jedenfalls für meine Ansprüche ausreichend (nicht als Schulnote gemeint, sondern positiv!).

    Allerdings rate ich dringend, diese Aufnahme nicht in der oben verlinkten Youtube-Version zu hören, sondern z.B. beiSpotify.

    Bei Youtube wird das Hörvergnügen immer wieder durch ein deutliches Zirpen gestört, das ein typischer Effekt von mehrmaligem Encodieren-Dekodieren ist (*technischer Hintergrund unten). Bei Spotify gibt es diesen Effekt nicht, der Klang ist sehr gut. Am Spiel des Ensembles stört mich allenfalls die recht hohe Stimmung, die mir immer wieder den Streich spielt, dass ich D-Dur statt Cis-Dur etc. höre.

    Ich staune dass ich von Pfitzner als Quartettkomponist bisher noch gar nichts mitbekommen habe. Das Werk finde ich eigentlich nicht sonderlich düster, für Pfitzners Verhältnisse sogar einigermaßen charmant (ob's am D-Dur liegt :/ ?)

    Danke an andréjo für die schöne Wahl!

    :wink: Khampan


    * Streicherklänge enthalten einen relativ hohen Rauschanteil. Die exakte Übertragung von Rauschen würde als "chaotisches" Signal eine sehr hohe Datenrate beanspruchen. Daher wird es bei Datenreduktionsverfahren mehr oder weniger rabiat durch "künstliches" Rauschen ersetzt, das beim Dekodieren synthetisiert wird. Und zwar abgestuft in zahllosen engen Frequenzbändern (wie auch die Tonübertragung mit den gleichen Frequenzbändern arbeitet).

    Was beim ersten Enkodieren-Dekodieren noch ohne Artefakte funktioniert, kann beim nächsten (oder übernächsten) Enkodieren leicht schief gehen: die besagten künstlich rauschenden Fequenzbänder können vom Enkodier-Algorithmus leicht mit echten Tönen "verwechselt" und nachfolgend zu tonähnlichem Fiepsen/Zirpen synthetisiert werden.

    Leider missachten oder vergessen viele immer wieder die Grundregel, dass alle Datenreduktionsformate ausschließlich zum Anhören, als Endprodukt konzipiert sind und nicht weiter verarbeitet werden soll(t)en.

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