Streichquartett der Woche - ein lockerer Austausch

  • Und jetzt habe ich auch den Wikipedia-Artikel überflogen - mehr als überflogen natürlich nicht.

    Offenbar stehen auch mikrostrukturelle, ja mathematische Überlegungen hinter dem Werk. So interessant das sein mag, habe ich Ähnliches - oder halt doch nicht Ähnliches - schon bei den faszinierenden Sinfonien eines Per Nörgard nicht oder auf jeden Fall zu wenig verstanden oder nachvollziehen können.

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Zufälligerweise (?) befindet sich eine Aufnahme des Quartetts von Crawford-Seeger auf einer CD des Pacifica Quartets auf dem auch das SQdW der letzten Woche von Janacek drauf ist. Werde ich mir über die Feiertage mal wieder reinziehen.

    es stellt auch jemand die Nähe zu Eliott Carters erstem Quartett fest.

    Das wiederum haben die Pacificas ja auch eingespielt.

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Dank an Wieland!

    Denn: Grins2 Schau her, da ist auch Janaceks Zweites mit dabei! Und Hindemith - dessen Viertes ich vermutlich nur einmal im Schrank finde. Man hätte also wieder ganz verschiedene Fliegen zugleich erwischt. Das Pacifica Quartet ist mir nicht unbekannt, wobei ich nicht auswendig sagen kann, mit welchen Quartetten sie sich in meinem Regal eingenistet haben.

    Soeben festgestellt: Es sind drei CDs, was mich überrascht - nicht ausschließlich mit dem Quartett allein - aber alle drei Scheiben erinnere ich als äußerst interessant.

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Heute also die erste Annäherung an Cindys Quartett.

    (Kein Bildchen bei jpc, eine Portrait-CD bei DG:

    Es spielen Marijke van Kooten, Heleen Hulst, Karin Dolman, Hans Woudenberg.

    Meinen Antennen kam auf den ersten Lausch am ehesten der dritte Satz mit seinen Überblendungen entgegen.

    Mal schauen, wie sich das entwickelt!

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Und jetzt habe ich auch den Wikipedia-Artikel überflogen - mehr als überflogen natürlich nicht.

    Offenbar stehen auch mikrostrukturelle, ja mathematische Überlegungen hinter dem Werk. So interessant das sein mag, habe ich Ähnliches - oder halt doch nicht Ähnliches - schon bei den faszinierenden Sinfonien eines Per Nörgard nicht oder auf jeden Fall zu wenig verstanden oder nachvollziehen können.

    Wieso ist das eigentlich "natürlich", dass man wikipedia-Artikel nur überfliegt? Und was ist eine "mikrostrukturelle Überlegung"? Z.B. motivische Arbeit ist "mikrostrukturell"? Klingt für mich ungewohnt.

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Das "natürlich", lieber Kollege, bezog sich auf die ganz wenigen Minuten, die sich aus der Abfolge meiner Einträge ergeben haben. Ich habe ihn dann schon noch genauer gelesen.

    Ansonsten hast Du schon Recht. Statt "mikrostrukturell" wäre der Ausdruck "motivische Arbeit" genauso brauchbar oder besser. Grins1

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Das "natürlich", lieber Kollege, bezog sich auf die wenigen Sekunden, die sich aus der Abfolge meiner Einträge ergeben haben. Das muss man vielleicht nicht verstehen, aber man darf. ;)

    Ansonsten hast Du schon Recht. Statt "mikrostrukturell" wäre der Ausdruck "motivische Arbeit" genauso brauchbar oder besser. Grins1

    Ich habe nur überlegt, was damit gemeint sein könnte. Ich glaube, dass "Makrostruktur" vielleicht eher üblich wäre beim Beschreiben eines Musikstückes als "Mikrostruktur", die im klassisch-romantischen Gebiet eben motivisch-thematische Arbeit meinen würde, bei Crawford würde man das wohl nicht motivisch-thematische Arbeit nennen, weil es keine Themen und Motive im klassischen Sinne gibt, denke ich. Bei Ligeti gibt es eine "Mikro-Polyphonie", deshalb widerstrebt mit der Begriff "mikrostrukturell" bei Crawford, weil da die falschen Assoziationen daherkommen. So wirklich nachvollziehen kann man natürlich nicht, was da passiert, wie das konstruiert ist, aber informativ ist der wikipedia-Artikel schon.

    Die beiden letzten Sätze sind aber ganz intuitiv zugänglich, deshalb hatte ich eigentlich mehr positive Resonanz für das Stück erwartet, das ja so offensichtlich sehr originell und für seine Zeit "modern" ist.

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  • Ich hatte eigentlich auch mit den ersten beiden Sätzen keine Hörprobleme. Sie erscheinen mir konventioneller, wenn man denn doch mal gerne Zwölftöniges von Schönberg oder Atonales von diversen formbetonten Komponisten hört, also das Spektrum von - was weiß ich - Wuorinen (den kenne ich nur zufällig) bis Humphrey Searle (an den musste ich mich zwar gewöhnen, aber dann ging es plötzlich - wohlgemerkt Sinfonien) - während ich den dritten und den vierten Satz sehr originell gefunden habe, quasi stilistisch spezifischer.

    Ich habe nun auch keine Themen im klassischen Sinn erkannt, bin da aber sehr vorsichtig, denn es könnte an meiner fehlenden Kompetenz liegen. Der Ausdruck "Mikrostruktur", auch so wie Du ihn soeben benannt hast, gefällt mir, ohne dass ich das automatisch oder zwangsläufig auf motivische Arbeit beziehen würde. Ich habe versucht, die Aussagen im gelesenen Artikel grob zu umreißen. Und den Einbezug der Mathematik, von der ich auch bei Nörgard mehrmals gelesen habe, habe ich damit ebenso gemeint.

    Letztlich ist das für mich als Halblaien immer irgendwo interessant, aber halt vielfach nur begrenzt verständlich - geschweige denn, dass ich es hören würde. Doch bei Letzterem traue ich noch nicht einmal den Profis über den Weg. :P:)

    Auf jeden Fall ist es erfreulich, mal wirklich moderne Musik kennenzulernen in einem Kontext, wo man eigentlich eher Postromantisches oder Eklektisches erwarten würde. Einerseits hätte ich das bei dem mir, wie gesagt, bereits bekannten amerikanischen Komponistennamen Crawford Seeger quasi erwartet - andererseits aber kenne ich Dich! ;)

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  • Mit Pete Seeger ist die Dame übrigens verwandt - um ein Eck mehr sozusagen.

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  • Die beiden letzten Sätze sind aber ganz intuitiv zugänglich, deshalb hatte ich eigentlich mehr positive Resonanz für das Stück erwartet, das ja so offensichtlich sehr originell und für seine Zeit "modern" ist.

    Also mich hat das Quartett in allen vier Sätzen spontan begeistert. :clap:

    :wink:

  • Freut mich!

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  • Hier lief das Werk mit verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen Cindy Crawford und Pete Seeger mit dem Pellegrini Quartet:

    Ja - für 1931 ist das schon ganz schön ambitioniert! Ich finde das Quartett sehr interessant.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ich hörte das Stück eben in dieser Darbietung:

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    Starke Musik! Muss ich mehrfach hören, aber der Ersteindruch ist seeeeeehr stark. Danke!

    Was mich aber umtreibt: das verlinkte YouTube-Video hat 65.428 Aufrufe und es sind zwei Werbeblocks vorgeschaltet, die nicht übersprungen werden können. Das anderenthreads verlinkte Video zu Stockhausens (sicherlich der ungleich bekanntere Komponist) "Refrain" hat 515 Aufrufe und null vorgeschaltete Werbeblocks. Hm. Was bedeutet uns das?

    Adieu, Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Na servas, wenn ich das Video aufrufe, bekomme ich als Werbevideo "Es braucht einen echten Volkskanzler"

    :ohnmacht1:

    Das sagt aber sicher auch nichts über Ruth Stockhausen.

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  • Das über meinem letzten Beitrag.

    Der Channel-Owner hat jedenfalls viele Abonnenten, vielleicht deshalb die vielen Aufrufe.

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  • Also mich hat das Quartett in allen vier Sätzen spontan begeistert.

    Kann mich nur anschließen! Tolles Stück! (Genaueres schaffe ich aktuell einfach nicht ...)

    Bin dabei, auch von mir vielen Dank. Bei mir die bereits genannte DGG Aufnahme. In solcher Musik bin ich ganz zu Hause. Die Emotion, die Anspannung, die Klangsprache. Für mich bisher das Streichquartett des Jahres, und es wird wohl ein Top Ten Streichquartett meines Lebens werden.

    Sehr lockt mich da nun auch die Ruth Crawford Seeger Klavierwerke CD mit Jenny Lin. Wird zusätzlich vorgemerkt zum Pflichtkauf.

    Herzliche Grüße
    AlexanderK

  • Für mich bisher das Streichquartett des Jahres, und es wird wohl ein Top Ten Streichquartett meines Lebens werden.

    Wow, dann war's eine gute Idee, das Stück vorzuschlagen.

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