Manfred Klumpp: Nordwärts, Fantasieouvertüre op. 13

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    1. Eistraum

    2. Jultanz

    3. Der Ruf

    4. Halo

    5. Gulon

    6. Im Sturm

    7. Am Ziel

    Gruß,

    Manfred

    Das verstehst du noch nicht, sagten sie. Ich verstand. (Fred K. Linden)

  • Hallo,

    stellt Euch folgendes Szenario vor:

    Konzertsaal, Orchester. Publikum. Die letzten Takte des Werks erklingen, der Dirigent verharrt noch einige Augenblicke.

    Und dann: Nichts. Stille. Der Dirigent verbeugt sich. Immer noch nichts. Die Musiker stehen auf, verbeugen sich. Stille. Kein Applaus. Auch keine Buh-Rufe, einfach gar nichts. Das Publikum verlässt den Saal.

    So etwa lief es für mich nach meinen letzten drei Vorstellungen - Nordwärts, 2. Sinfonie, Intrada.

    Nicht dass kein Publikum dagewesen wäre - es hat nur kommentarlos den Saal verlassen.

    Mir fehlt eine Reaktion, ich bin enttäuscht.

    Das verstehst du noch nicht, sagten sie. Ich verstand. (Fred K. Linden)

  • Hallo, Fred K. Linden,

    ein sehr spielerisches, wenn nicht gar "verspieltes" Umgehen mit dem Material prägt diese Stücke.

    Dies ist bereits in der Auswahl der Instrumente zu spüren. Herausgekommen sind reizvolle Stücke, die sich zum Teil

    durch das Bewegungsprinzip wie losgelassene Fabeltiere repräsentieren und ihr "Material" insbesondere durch Harfe und Cembalo aufblitzen lassen.

    Ihnen stehen die Hörner als beinahe plakativ gesetzt, beruhigend gegenüber.

    Mit "echten" Instrumenten gespielt, stelle ich mir die Stücke in ihrer Wirkung farblich frisch und inspirierend vor.

    Viele Grüße

    Arnold Wohler

  • Lieber Arnold,

    vielen Dank für Deine Rückmeldung zu "Nordwärts"!

    Das Spielerische, Verspielte, wie Du es nennst, hat wahrscheinlich seinen Grund in meiner kompositorischen Naivität - ich würde es Unbekümmertheit nennen.

    (Deine Musik, soweit ich sie kennengelernt habe, würde ich eher als "grüblerisch" empfinden - korrigiere mich, wenn ich falsch liege.)

    Das Material ist Eis, Schnee, Wind. Dafür passen die hohen Register von Cembalo und Harfe in schneller, flirrender Bewegung. Und Signalrufe, Windgeheul und der Schlusschoral, dafür sind die Hörner gut geeignet.

    Fabeltiere: Wie kommst Du darauf? Der Gulon (5. Satz) ist tatsächlich ursprünglich ein skandinavisches Mischwesen mit ausgeprägter Fressgier - folgerichtig hat der Vielfraß den systematischen Namen Gulo gulo.

    Was Du zu den echten Instrumenten sagst - ich befürchte, dass eine echte Harfe das nicht hinkriegt. Andererseits waren ja auch die Violinkonzerte von Brahms und Tschaikowski einmal unspielbar - verzeih, wenn ich die in einem Atemzug mit mir nenne. Was meinst Du? Du hast ja mit der Harfe was am Hut Grins2 .

    Liebe Grüße

    Manfred

    Das verstehst du noch nicht, sagten sie. Ich verstand. (Fred K. Linden)

  • Hallo, Manfred,

    ich fühl mich durchaus, zumindest in die richtige Richtung gehend, charakterisiert, wenn Du sagst, meine Musik sei "grüblerisch". Also "falsch" liegst Du damit keinesfalls!

    Wie komme ich auf "Fabeltiere" in Bezug auf Deine Fantasie-Ouvertüre op. 13? Ich denke über assoziative Umwege. Die Stücke haben für mein Verständnis programmatischen Charakter in Richtung "Peter und der Wolf". Sie entfalten spezifische Charaktere, die ich selbst mit eben Fabeltieren assoziiere.

    Das Problem der Spielbarkeit von Notentexten stellt sich für mich auf zweierlei Ebenen dar:

    Die erste Ebene ist mit der Frage verknüpft: Ist das, was geschrieben wurde, überhaupt - theoretisch - auf dem Instrument umsetzbar?

    Die zweite Eben ist mit der Frage verknüpft: Wie ist das, was geschrieben wurde, auch praktisch auf dem Instrument reproduzierbar?

    Bei der Harfe treten diese Fragen vielleicht noch klarer hervor als bei anderen Instrumenten. Denn hier müssen die Pedale bzw. die Wechsel der Pedale mit komponiert werden, d.h., es müssen " stumme Freiräume" in die Aktionen einkalkuliert werden, die das Umstellen der Pedale in der Weise ermöglichen, dass ein musikalischer Zusammenhang erhalten bleibt.

  • Hallo Arnold,

    danke für Deine Antwort.

    Bezüglich Harfe - da war mein Vergleich mit Brahms / Tschaikowski natürlich nicht logisch - bei den Violinkonzerten hängt die Spielbarkeit eben nur vom Spieler ab, bei der Harfe hingegen vom grundsätzlichen Aufbau der Instruments (solange es keine chromatische Harfe gibt), deshalb:

    dass eine echte Harfe das nicht hinkriegt

    Es ist ja eine grundsätzliche Schwierigkeit für einen Komponisten, Instrumente einzusetzen, deren Spielweise und Möglichkeiten er nicht kennt. Der Tonumfang nach unten ist noch das geringste Problem, den kann man nachlesen (tu ich ja auch). Am Anfang habe ich für meine Klaviersonate Akkorde verwendet, die nur mit einer Handspanne von 50 Zentimetern (einer achtfingrigen Hand) - na ja, so schlimm nicht - zu schaffen sind. Ich habe das dann korrigiert und maximal eine Dezime auf die Hand gelegt.

    Ein ganz nettes Video gibt es auf YouTube:

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    Liebe Grüße,

    Manfred

    Das verstehst du noch nicht, sagten sie. Ich verstand. (Fred K. Linden)

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