Wolfgang Koeppen: Tauben im Gras

  • Und wer nun meint, das alles brauche man nicht, weil man ja schließlich selber denken könne und von selber auf das komme, was hier in den Kommentaren zu finden ist, und die Kommentare seien ohnehin nutzlos usw., der/die sei hiermit herzlich begückwünscht!

    Das ist ja völlig illusorisch, dass man sehr viele Texte im Schulsetting ohne Kommentare machen kann! In Latein waren die begleitenden Kommentarbände sogar dicker als die Texte selbst. Viel Spaß mit Tacitus & Co. ohne Erläuterungen! Aber auch etwa Faust II ohne Kommentar ist für Jugendliche reinste Zeitverschwendung. Goethe richtet sich an die gebildeten Menschen seiner Zeit - und diese Bildung umfasste eben ganz andere Inhalte als jene unserer Zeit.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Ich post lieber noch einmal das ursprüngliche Posting. Vielleicht klappt es ja dann:

    Als Privatperson kann man so viele Bücher verbrennen, wie man will. Ob es intelligent ist, ist natürlich eine andere Frage. In der NS-Zeit hat aber der Staat Bücher verbrannt. Ich hoffe, der Unterschied ist verständlich.

    "Privat" contra "staatlich". Der Unterschied ist verständlich, natürlich. Mit "öffentlich" hat das aber nichts zu tun.

    Exakt, weshalb Dein Hinweis, die Bücher wären in der Öffentlichkeit verbrannt worden, völlig gegenstandslos ist. Es würde Dir gut anstehen, einmal einen Fehler einzuräumen.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Und wer nun meint, das alles brauche man nicht, weil man ja schließlich selber denken könne und von selber auf das komme, was hier in den Kommentaren zu finden ist, und die Kommentare seien ohnehin nutzlos usw., der/die sei hiermit herzlich begückwünscht!

    Das ist ja völlig illusorisch, dass man sehr viele Texte im Schulsetting ohne Kommentare machen kann! In Latein waren die begleitenden Kommentarbände sogar dicker als die Texte selbst. Viel Spaß mit Tacitus & Co. ohne Erläuterungen! Aber auch etwa Faust II ohne Kommentar ist für Jugendliche reinste Zeitverschwendung. Goethe richtet sich an die gebildeten Menschen seiner Zeit - und diese Bildung umfasste eben ganz andere Inhalte als jene unserer Zeit.

    Genauso ist es.

    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz

    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Exakt, weshalb Dein Hinweis, die Bücher wären in der Öffentlichkeit verbrannt worden, völlig gegenstandslos ist. Es würde Dir gut anstehen, einmal einen Fehler einzuräumen.

    Du verlierst den Überblick.

    Der Hinweis war keineswegs von mir :

    Darin wurde über öffentliche Bücherverbrennungen in einigen US-Staaten geschrieben.

    Mit dem Fehler einräumen, bist also eindeutig Du dran.

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor Ludwig Wiesengrund)

  • Bei den "Abiturienten", die ich in verschiedenen Unternehmen gesehen habe, hat sich mir bisweilen die Frage aufgedrängt, was dieser Abschluss noch wert ist ... und ich bin sicher, dass Du durch Deine Beiträge die Berechtigung dieser Frage nicht weiter untermauern möchtest.

    Und ich bin sicher, daß das, was Du hier betreibst whataboutism in seiner Reinstform ist. Die Diskussion ging die ganze Zeit um Unterricht über Literatur mit Kommentaren versus mit Lehrern. Von "Unternehmen" ist nicht die Rede. Und da ist es sehr wohl angebracht, über die Güte eines Unterrichts und eines Abschlußes zu sprechen.

    Im übrigen steht es Dir nicht zu, Dich über mein Abitur auszulassen.

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor Ludwig Wiesengrund)

  • Ich erinnere mich an einen kurzen Artikel im Feuilleton der Zeit, lange, lange her, es muss in den 90iger Jahren gewesen sein. Darin wurde über öffentliche Bücherverbrennungen in einigen US-Staaten geschrieben. Das betraf u.a. 'Huckleberry Finn', weil dort häufiger das Wort 'Nigger' verwendet wird. 'Auswüchse' hat es also schon gegeben.

    :wink:Wolfram

    Als Privatperson kann man so viele Bücher verbrennen, wie man will. Ob es intelligent ist, ist natürlich eine andere Frage. In der NS-Zeit hat aber der Staat Bücher verbrannt. Ich hoffe, der Unterschied ist verständlich.

    Steht da irgendetwas von "Privatpersonen"? Es steht da klar und deutlich: "öffentliche Bücherverbrennungen".

    Die Verbrennung wurde in der Öffentlichkeit von Privatpersonen begangen. Das heißt, dass nicht der Staat/Bundesstaat diese Verbrennung veranlasst hat. Öffentlich ist kein Gegensatz zu Privatperson. Jemand, der in der Öffentlichkeit verbotenerweise uriniert, wird dadurch nicht zu einem Funktionär der öffentlichen Hand. Ich hoffe, mein Kommentar hat Dir die Sache jetzt endlich deutlich gemacht.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Jedenfalls habe ich in meiner Studienzeit sehr viele Reclam-Hefte gesammelt und bemerkt, dass die älteren ohne Fußnoten und auch oft ohne Nachwort waren, in den 70er-Jahren wird dem Leser dann geholfen. Ob ich in der Schule etwas von den Kommentaren gelesen habe, weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall scheint mir das Lesen des Textes selbst wichtiger zu sein.

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Die Verbrennung wurde in der Öffentlichkeit von Privatpersonen begangen.

    Was für ein Unsinn. Woher weiß Du das? Hat das Wolfram irgendwo geschrieben? Ich sehe in sienem Beitrag nichts von "privat". Bemühe einfach mal den Duden und Tante google und finde heraus, was "öffentlich" ist und was "privat".

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor Ludwig Wiesengrund)

  • Die Verbrennung wurde in der Öffentlichkeit von Privatpersonen begangen.

    Was für ein Unsinn. Woher weiß Du das? Hat das Wolfram irgendwo geschrieben? Ich sehe in sienem Beitrag nichts von "privat". Bemühe einfach mal den Duden und Tante google und finde heraus, was "öffentlich" ist und was "privat".

    Da sieht man wie abhängig Du von Kommentaren bist! Ich bin fälschlicherweise davon ausgegangen, dass Personen mit Abitur wissen, dass Redefreiheit in den USA ein elementarer Teil der Verfassung ist und staatlich sanktionierte Unterdrückung von Meinungen (da gehören Bücherverbrennungen dazu) rechtlich unmöglich ist.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Meine Güte, da habe ich ja was angerichtet. Es ist vollkommen richtig, was Felix geschrieben hat. Es ging um einen öffentlich zugänglichen Raum, also nix im Hinterhof, und wurde durch Privatpersonen vollzogen. Inwieweit die organisiert waren, erinnere ich nicht mehr. Jedenfalls war es keine staatlich gelenkte und angeordnete Aktion.

    :wink:Wolfram

    "Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern." (Samuel Beckett)

    "Rage, rage against the dying of the light" (Dylan Thomas)

  • Im übrigen steht es Dir nicht zu, Dich über mein Abitur auszulassen.

    Habe ich nicht vor, Du tust es ja selbst:

    eines Abschlußes

    Deine eigenen Rechte kennst Du ja schon mal ganz gut. Ein guter Anfang.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Die Kritik an den Kommentaren ist völlig inkonsistent und ja eigentlich nur ein Popanz für die tatsächliche Aussage: man soll den Minderheiten (welchen auch immer) nicht entgegenkommen und ihre Anliegen ignorieren. Jorinde drückte es ja klar aus: "Wo setzt man die Grenze?". Ein großer Teil der Menschen ist zu unsicher, manchmal wohl auch zu narzisstisch, sich selbst zu hinterfragen. Man selbst macht immer alles richtig, man ist die/der Gute. Ja nichts hinterfragen, ja nichts ändern, sonst ist "alles aus". Aus diesem Grunde sind wohl auch solch hyperbolischen Kommentare wie der aus der SZ beliebt. Das Ganze hat auch noch einen "Gruselbonus", wie wir ihn in Thrillern und Horrorfilmen schätzen. Man weiß, dass man eh nicht in Gefahr ist, fürchtet sich aber ein bisschen mit. Bücherverbrennungen, Hexenverfolgungen! *grusel*

    DANKE :verbeugung1:

    :wink: Talestri

    One word is sufficient. But if one cannot find it?

    Virginia Woolf, Jacob's Room

  • Also wie man aus den Meinungen zu "soll Koeppens Roman als Abitur-Thema verboten werden, weil sich manche Abiturienten unwohl fühlen könnten" auf die Einschätzung kommt, dass manche Mitdiskutanten von sich glauben würden, "sie selbst würden immer alles richtig machen" bleibt zwar im Dunkeln, aber einfach den anderen irgendwas unterstellen, ist natürlich immer eine gute Taktik.

    ;)

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  • Inwieweit die organisiert waren, erinnere ich nicht mehr. Jedenfalls war es keine staatlich gelenkte und angeordnete Aktion.

    Das war schon klar. Aber es scheint hier allgemein nicht bekannt zu sein, was das Wort "öffentlich" bedeutet. Das hast Du nämlich ursprünglich geschrieben (öffentliche Bücherverbrennungen) , und nichts von "öffentlich zugänglichem Raum".

    Tut mir leid, aber ich lese genau, und bin auch der deutschen Sprache einigermaßen mächtig.

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor Ludwig Wiesengrund)

  • Ist das nicht reichlich kindisch?

    Der Duden sagt zu "öffentlich":

    1. für jeden hörbar und sichtbar; nicht geheim

    Bsp.: ein öffentliches Ärgernis

    Also eine öffentliche Bücherverbrennung als öffentliches Ärgernis, im Wohnzimmer im Kachelofen wär's ja egal gewesen.

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  • Ist das nicht reichlich kindisch?

    Der Duden sagt zu "öffentlich":

    1. für jeden hörbar und sichtbar; nicht geheim

    Bsp.: ein öffentliches Ärgernis

    Also eine öffentliche Bücherverbrennung als öffentliches Ärgernis, im Wohnzimmer im Kachelofen wär's ja egal gewesen.

    So ist es. Vielleicht glaubt Ira es jetzt.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Hold the horses: Wolfram sprach von "öffentlichen Bücherverbrennungen". Und Felix schrieb:

    Als Privatperson kann man so viele Bücher verbrennen, wie man will.

    Ja, kann man. Aber "privat" ist nicht gleichzusetzen mit "öffentlich". Die Nazis, die die Bücher verbrannt haben, waren schließlich auch Privatpersonen. Oder die Parteileute. Mit Deinen "Privatpersonen" liegst Du in diesem Zusammenhang einfach falsch.

    Putto, entschuldige bitte, aber das "öffentliche Ärgernis" hat mit unserem Sachverhalt überhaupt nichts zu tun. Es war nicht die Rede von einer näheren Bezeichnung der Bücherverbrennung.

    im Wohnzimmer im Kachelofen wär's ja egal gewesen.

    Wenn's niemand erfährt.

    So, Herrschaften, mir hängt das Thema jetzt zum Hals raus, und für mich ist es gegessen. Ich weiß Besseres, womit ich meine Zeit vergeuden kann. Wenn das bei Euch anders ist, dann tut Euch keinen Zwang an.

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor Ludwig Wiesengrund)

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