• CD 10

    Johann Sebastian Bach
    Matthäus-Passion BWV 244 - Teil I
    Irmgard Seefried, Hildegard Rössel-Majdan, Julius Patzak, Hans Braun, Otto Wiener
    Wiener Sängerknaben
    Chor der Wiener Singakademie
    Wiener Philharmoniker
    D: Wilhelm Furtwängler
    rec. 09. April 1952 (live)

    Der unvollständige Mitschnitt einer Aufführung im Wiener Konzerthaus - es bricht nach Sind Blitze, sind Donner in Wolken verschwunden ab.

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • ...dem reinen Hornklang auch wieder näher kommen

    Angeregt durch obigen Beitrag im Austausch über ein Hornkonzert oute ich mich als Horn-Liebhaber, ob als Soloinstrument oder unverzichtbarer Bestandteil der Orchesterbesetzung.

    Als jemand, der bei Hornkonzerten live noch nicht über den Klassiker Es-Dur KV 495 hinausgekommen ist, mit Marc Gruber beim Hessischen Rundfunkt in Frankfurt, 2020 zu Pandemie-Zeiten ohne Publikum, möchte ich sagen, dass mich dieses Instrument fasziniert. Es ist der "durch und durch" gehende Klang, der mich begeistert. Dass es im Final-Satz in Mozarts letztem von insgesamt vier Hornkonzerten offensichtlich zur Jagd geht, scheint mir unüberhörbar zu sein.

    Der gebürtige Weseler Marc Gruber ist seit 2016 Solo-Hornist im hr-Sinfonieorchester. Den "Ohrwurm" im 3. Satz, dem Rondo, Allegro vivace, spielte er - wohl auf einem sogenannten Ripieno-Horn, wie man mir sagte - bezaubernd und im "Jagd"-Motiv mitreißend. Aber auch in den ersten beiden Sätzen begeisterte mich seine hohe Kunst mit diesem intensiven Instrument.

  • Besten Dank! Das Flügelhorn hat einen wendigen und hellen Klang - es ist halt eine Variante der Trompete.

    Nein, das Flügelhorn kommt vom Bügelhorn und Posthorn her, nicht aus der Schiene Busine - Fanfare - Naturtrompete - Klappentrompete - Ventiltrompete. Das Flügelhorn hat auch ein Mundstück, was dem des Waldhorns und Kornetts näher steht als dem Trompetenmundstück.

    Nakariakov ist doch einer jener Trompeter, die gerne arrangieren, wenn ich das richtig wahrnehme. Und eben auch ein bewusster Virtuose.

    Er lässt arrangieren, weil es leider in diversen Bereichen zu wenig Werke für Trompete gibt. Ich habe damit keine Probleme, denn ER macht das hervorragend. Das mag den "Puristen" abschrecken, aber auch zuvor wurden Werke bereits arrangiert auf diverse Instrumente. So neu ist das also nicht.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Johann Zach (1713-1773): Stabat Mater und Missa Solemnis

    Werke mit innovativen Zügen, in denen der Komponist zu Lösungen jenseits der Konventionen findet, z. B. Entlehnungen aus der weltlichen Musik, Verzicht auf die üblichen Schlussfugen.

  • CD 10

    Ralph Vaughan Williams
    Symphonie Nr. 6
    London Symphony Orchestra
    D: Adrian Boult
    rec. 1949/1950

    Das verworfene Scherzo ist auch dabei.

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Nein, das Flügelhorn kommt vom Bügelhorn und Posthorn her [...]

    Gut, danke! Mich hat die Terminologie immer ein wenig verwirrt und ich habe mir zurechtgelegt, dass man Bügelhorn und Flügelhorn unbedingt trennen muss. Das wird wohl auch stimmen, aber Detailahnung hatte ich von dieser Thematik nie. Eine dieser sehr hübschen kleinen Nummern von Leroy Anderson heißt ja Bugler's Holiday. Das weiß ich.

    Im Übrigen gibt es auch äußerst seltsame Nummern wie die folgende Veröffentlichung. Da ist das Booklet schlicht eine Art Aprilscherz - das kann man zwar mit ein klein wenig Mühe auch als Laie erkennen, aber ich finde es trotzdem grenzwertig.

    Dass man die CD erst anklicken muss, schadet hier quasi nicht .......

    So isser, unser Freund Christian Lindberg - und auf der anderen Seite macht er intensiv Allan Pettersson. Schon verblüffend.

    Das "Posaunenhorn" oder die "Hornsaune" ist freilich ein anderes Kapitel. Aber ich wollte es wieder mal vorführen. Eine seriöse und eine höchst unseriöse Quelle der Verwirrung für den Viertelkenner ... ;)

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Heute nachmittag ist Vinyl-Time

    George Lloyd
    Symphonie Nr. 8
    Philharmonia Orchestra
    Edward Downes

    Johannes Brahms
    Sonate für Viola und Klavier op. 120 Nr. 1
    William Primroese & Rudolf Firkusny

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Und dann noch:

    Richard Wagner
    Götterdämmerung - Prelude
    Helen Watts - Grace Hoffman - Anita Välkki
    Wiener Philharmoniker
    Georg Solti

    P.S. Die gezeigte neue Pressung habe ich nicht, aber eine frühe (London OSA 1604)

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • ...dem reinen Hornklang auch wieder näher kommen

    Angeregt durch obigen Beitrag im Austausch über ein Hornkonzert oute ich mich als Horn-Liebhaber, ob als Soloinstrument oder unverzichtbarer Bestandteil der Orchesterbesetzung.

    Als jemand, der bei Hornkonzerten live noch nicht über den Klassiker Es-Dur KV 495 hinausgekommen ist, mit Marc Gruber beim Hessischen Rundfunkt in Frankfurt, 2020 zu Pandemie-Zeiten ohne Publikum, möchte ich sagen, dass mich dieses Instrument fasziniert. Es ist der "durch und durch" gehende Klang, der mich begeistert. Dass es im Final-Satz in Mozarts letztem von insgesamt vier Hornkonzerten offensichtlich zur Jagd geht, scheint mir unüberhörbar zu sein.

    Der gebürtige Weseler Marc Gruber ist seit 2016 Solo-Hornist im hr-Sinfonieorchester. Den "Ohrwurm" im 3. Satz, dem Rondo, Allegro vivace, spielte er - wohl auf einem sogenannten Ripieno-Horn, wie man mir sagte - bezaubernd und im "Jagd"-Motiv mitreißend. Aber auch in den ersten beiden Sätzen begeisterte mich seine hohe Kunst mit diesem intensiven Instrument.

    "Ripieno-Horn"? Den Begriff habe ich noch nie gehört. Wenn das dieser Konzertmitschnitt von Mozarts KV 495 mit Marc Gruber sein soll:

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    dann spielt Marc Gruber auf einem modernen F/B-Doppelhorn wie es in Sinfonieorchestern und anderen Instrumentalensembles, die auf modernen Instrumenten spielen, üblicherweise verwendet wird.

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • Ripieno bedeutet gerade kein Solo-Instrument, sondern Teil der Tutti-Sektion. Das Solohorn bei Mozarts Hornkonzert kann damit nicht gemeint sein.

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    Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)

  • Ja. Da hat jemand Quatsch gesabbelt, und ein anderer hat es unwissend weitergesabbelt.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ist das auf einer Ripieno-Violine gespielt ?? :versteck1:

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    Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)

  • "Ripieno-Horn"? Den Begriff habe ich noch nie gehört.

    Ripieno bedeutet gerade kein Solo-Instrument, sondern Teil der Tutti-Sektion. Das Solohorn bei Mozarts Hornkonzert kann damit nicht gemeint sein.

    Ich hatte den Begriff als Bezeichnung für ein Horn auch noch nicht gehört und deshalb "wohl" geschrieben, und "wie man mir sagte". Überprüft hatte ich das nicht, gehe aber davon aus, dass die Erklärung von leverkuehn vollkommen richtig ist. Nun habe ich mal bei Wikipedia nachgeschaut, was ja aber, wie wir wissen, nicht zuverlässig ist. Da steht zu KV 495: "Dieses Konzert ist eines von zwei Hornkonzerten Mozarts mit Ripieno-Hörnern (Hörner, die neben dem Solisten im Orchester enthalten sind), obwohl das Solohorn in diesem Konzert im Gegensatz zu KV 417 den Part des ersten Ripieno-Horns in den Tutti-Passagen dupliziert".

  • Eben gehört:

    Sergei Nakariakov und die Jenaer Philharmonie unter Andrey Boreyko mit Trompetenkonzerten von Alexander Arutjunjan, Miecyslaw Weinberg und Reinhold Glière.

    Dann hätte ich mal wieder was von Weinberg in der Hand. Arutjunjan wird sehr gerne gespielt und ist auch eine hübsche Nummer. Von Gliere gibt es ein Trompetenkonzert? Keine Bearbeitung eines seiner anderen Solokonzerte, etwa von dem für Koloratursopran?

    Jetzt hab ich's: Das wird gekauft! Danke!

    Ihr habt gestern Abend ja eigentlich schon alles gesagt, was es dazu zu sagen gibt:

    Genau diese CD ist es, die ich gestern gehört habe. Bei jpc gibt es sie nicht, von Amazon kann man keine Bilder mehr verlinken, also musste es in meinem Beitrag ohne Bild gehen. Ich habe die CD vor bald fünfzehn Jahren besorgt, als ich im Orchester bei einer Aufführung von Arutjunjans Trompetenkonzert mitgespielt habe und zum Üben sowie zur Orientierung eine Aufnahme haben wollte. Die Zusammenstellung mit den Konzerten von Arutjunjan, Weinberg und Glière passt sehr gut, die drei Stücke sind alle in der Sowjetunion und in einer Spanne von nur sechszehn Jahren entstanden (zwischen 1950 und 1966). Daher dann auch der kitschige Albumtitel "From Moscow with Love". Beim Konzert von Glière handelt es sich, wie ihr ja schon festgestellt habt, um ein Arrangement des Hornkonzertes, das Nakariakov auf dem Flügelhorn spielt. Da es mir wie dir geht, lieber Andréjo, und ich das Hornkonzert nicht kenne, schon gar nicht im Ohr habe, habe ich dieses Arrangement unvoreingenommen gehört und so hat es für mich gut funktioniert. Trotz seines Namens klingt das Flügelhorn in meinen Ohren kein bisschen nach Horn.

    Ich habe die CD gestern nach langer Zeit wieder hervorgeholt, weil hier in dieser Woche das Trompetenkonzert von Weinberg auf dem Programm stand. Ich war zwar nicht im Konzert, habe aber davon erzählt bekommen und daraufhin ganz hinten im Regal gegraben, ob ich da nicht auch mal eine CD hatte... hatte ich und ich habe sie mit Vergnügen wieder gehört. Ich muss allerdings auch gestehen, dass alle drei Konzerte keinen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen haben. Vielleicht sollte ich sie in Zukunft häufiger hören.

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • "Ripieno-Horn"? Den Begriff habe ich noch nie gehört.

    Ripieno bedeutet gerade kein Solo-Instrument, sondern Teil der Tutti-Sektion. Das Solohorn bei Mozarts Hornkonzert kann damit nicht gemeint sein.

    Ich hatte den Begriff als Bezeichnung für ein Horn auch noch nicht gehört und deshalb "wohl" geschrieben, und "wie man mir sagte". Überprüft hatte ich das nicht, gehe aber davon aus, dass die Erklärung von leverkuehn vollkommen richtig ist. Nun habe ich mal bei Wikipedia nachgeschaut, was ja aber, wie wir wissen, nicht zuverlässig ist. Da steht zu KV 495: "Dieses Konzert ist eines von zwei Hornkonzerten Mozarts mit Ripieno-Hörnern (Hörner, die neben dem Solisten im Orchester enthalten sind), obwohl das Solohorn in diesem Konzert im Gegensatz zu KV 417 den Part des ersten Ripieno-Horns in den Tutti-Passagen dupliziert".

    https://en.wikipedia.org/wiki/Horn_Concerto_No._4_(Mozart)

    Ja und ?? Genau das hatte ich doch geschrieben…

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    Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)

  • "Ripieno-Horn"? Den Begriff habe ich noch nie gehört.

    Ripieno bedeutet gerade kein Solo-Instrument, sondern Teil der Tutti-Sektion. Das Solohorn bei Mozarts Hornkonzert kann damit nicht gemeint sein.

    Ich hatte den Begriff als Bezeichnung für ein Horn auch noch nicht gehört und deshalb "wohl" geschrieben, und "wie man mir sagte". Überprüft hatte ich das nicht, gehe aber davon aus, dass die Erklärung von leverkuehn vollkommen richtig ist. Nun habe ich mal bei Wikipedia nachgeschaut, was ja aber, wie wir wissen, nicht zuverlässig ist. Da steht zu KV 495: "Dieses Konzert ist eines von zwei Hornkonzerten Mozarts mit Ripieno-Hörnern (Hörner, die neben dem Solisten im Orchester enthalten sind), obwohl das Solohorn in diesem Konzert im Gegensatz zu KV 417 den Part des ersten Ripieno-Horns in den Tutti-Passagen dupliziert".

    https://en.wikipedia.org/wiki/Horn_Concerto_No._4_(Mozart)

    Ja und ?? Genau das hatte ich doch geschrieben…

    Ja, was bei Wikipedia steht, ergibt Sinn und passt genau zu dem, was Leverkuehn geschrieben hat.

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

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