• Neu entdeckt für mich:

    Eine Besonderheit fällt beim Hören gleich zu Beginn auf: Das normal dem vollen Orchester vorbehaltene Eingangs-Ritornello wird von der Sologeige sogleich mitgestaltet. In den Bässen setzt zweimal ein absteigendes Unisono-Thema mit rhythmisch markanter Entschiedenheit ein. Dem setzt die Sologeige sofort zweimal eine entschiedene Abwärtsfigur entgegen, bevor sie mit einer einfachen rhythmisierten Melodie in Doppelgriffen einen Abschluss des Ritornello vorschlägt. Doch die Bässe insistieren gegenüber dem vorzeitigen Geigensolo und spielen ihr rhythmisches Unisonothema nochmals. «Konzertierend», also spielend streitend, finden sie einen gemeinsamen Abschluss des Eröffnungs-Ritornellos.

    Erst jetzt sollte eigentlich das Konzertieren der Sologeige beginnen, was dann auch sofort geschieht. Dieser und die folgenden Soloabschnitte der Geige präsentieren ganz verschiedene Varianten von sich abwechselnden Solo-Figurationen, die sich mit dem als Ritornello immer wieder auftauchenden Unisonothema ablösen.

    Ob man als Hörhilfe in diese Partitur auch Bilder hineinprojizieren darf? Wenn es eine Hilfe zum Hören ist, warum nicht? Vivaldi liebte es, nicht nur in den Vier Jahreszeiten mit Klängen bildliche Assoziationen zu wecken. Hören Sie hier auch einen wilden Ritt, Jagdhörner oder gar Kanonensalven und Pferdegetrampel? Wie auch immer, in die Moderne übersetzt könnte man sagen: Es ist die Freude an Tempo, Mobilität und Freiheit, die uns entgegenklingt....

    Mehr zu den Violinkonzerten von Vivaldi:

    Antonio Vivaldi: Concerti RV 226; RV 243; RV 254; RV 278; RV 314A; RV 333
    Antonio Vivaldi geboren 4. März 1678 in Venedig gestorben 28. Juli 1741 in Wien Entstehung: Concerto D-Dur RV 226, nach 2020-24 Concerto d-moll RV 243 («senza…
    unbekannte-violinkonzerte.jimdofree.com
  • CDs 12-13

    César Franck
    Prélude, fugue & variation op. 18
    Choräle Nr. 1-3
    Pière op. 20
    Final op. 21
    2 Fantaisien
    Pièce heroique
    Cantabile
    Grande pièce symphonique op. 17
    Pastorale op. 19
    Alexandre-Pierre-François Boëly
    Fantasie & Fuge op. 18
    Théodore Dubois
    Toccata G-Dur
    Alexandre Guilmant
    Orgelsonate Nr. 1 - III: Finale
    Marie-Claire Alain (Orgel)

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • In den Tagen , als Jahrhundert und D-Mark sich ihrem Ende zuneigten , kaufte ich als Ausverkaufsware für 9,90 DM eine Nielsen CD . Wegen der 4. Sinfonie mit Martinon und dem Chicago Symphony Orchestra . Der Beifang entwickelte sich aber zum Hauptgewinn : Die 1. Sinfonie mit Andre Previn und dem London Symphony Orchestra . Previn hat meines Wissens sonst nichts von Nielsen gemacht , aber manchmal haben ja die Aussenseiter einen anderen - und gleichwohl überzeugenden - Zugang als die Spezialisten . Für 6 großartige Versionen der Nielsen Sinfonien brauche ich keine GA . Aus denen sind natürlich einzelne Einspielungen willkommene Alternativen , aber es geht auch ohne . Wie Martinon ( der bei der 4. heutzutage allerdings ein wenig hinter Gibson bei mir liegt) und Previn hier hören lassen .

    Good taste is timeless "Ach, ewig währt so lang " "But I am good. What the hell has gone wrong?" A thing of beauty is a joy forever.

  • CD 22

    Jehan Alain
    3 Sätze für Flöte & Orgel*
    Charles Chaynes
    Konzert für Orgel, Streichorchester, Pauken & Perkussion°
    Marie-Claire Alain (Orgel)
    *Jean-Pierre Rampal (Flöte)
    °Orchestre Philharmonique de l'ORTF
    °D: Serge Baudo

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • CD 3

    Felix Mendelssohn
    Symphonie Nr. 3 & 4
    Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR
    D: Roger Norrington

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Carl Nielsen 1.

    Der Beifang entwickelte sich aber zum Hauptgewinn : Die 1. Sinfonie mit Andre Previn und dem London Symphony Orchestra .

    das lese ich mit großem Interesse, nachdem du mich mit der Gibson-Vierten schon so überzeugt hast. Passenderweise habe ich heute morgen gleichfalls die 1. gehört, und zwar mit Sakari Oramo:

    Bekanntermaßen werde ich nicht müde, für die sagenhaft gute Einspielung der 3. auf dieser CD Werbung zu machen. Doch heute war die andere dran, und just dachte ich, verachtet mir die Erste nicht... :)

    Im Vergleich mit den nachfolgenden Sinfonien scheint sie mir zwar ein wenig überfrachtet, mit den Ansprüchen des aufstrebenden Komponisten an sich selbst oder was auch immer. Aber rückwärts betrachtet steckt da schon genügend Nielsen drin, um auch diesen Erstling mit Genuss zu hören (auch mit dem Genuss, die paar Eierschalen herauszusuchen, die hier noch anhaften und bei den späteren abgeworfen sind).

    Das vom SQdW induzierte Nielsen-Fieber kann noch eine Weile andauern.
    :cincinbier: Khampan

  • CD 5

    Johannes Brahms
    Symphonie Nr. 4
    Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR
    D: Roger Norrington

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Benjamin Britten

    "War Requiem" op. 66

    Erich Leinsdorf leitet bei der Amerika-Premiere des Werkes das Boston Symphony Orchestra am 27.Juli 1963 in Lenox, Massachusetts. Solisten Phyllis Curtin, Nicholas di Virgilio und Tom Krause. Chorus pro Musica und Columbus Boychoir, Organist Daniel Pinkham.

    Erschütternd für mich in diesen Kriegszeiten. Eine ebenso packende wie einfühlsame Interpretation, finde ich. Die Uraufführung war 1962 in der wiederaufgebauten Kathedrale von Coventry. Die oratoriumsartig angelegte Komposition besticht in dieser Interpretation durch gewaltige Steigerungen, erscheint mir aber immer sehr transparent "ausgeleuchtet", jedes Detail ist hörbar. Stimmlich überzeugt mich die Aufführung.

  • CD 2

    Hector Berlioz
    Les Francs-Juges - Ouvertüre
    Symphonie fantastique op. 14
    Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR
    D: Roger Norrington

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Davon:



    Hanns Eisler: Kleine Sinfonie op. 29 (1932)
    RSO Berlin, Leitung: Heinz Rögner

    Auch das ist (wenn ich das in der Partitur recht sehe) zb im Kopfsatz irgendwie 12tönig - die Reihe (von der Trompete vorgetragen) ist 9tönig, aber die drei fehlenden Töne gibts in der Streicherbegleitung (übrigens ein Vamp, der ein Drone ist oder umgekehrt). Aber der Charakter des Stücks ist - anders als im Streichquartett - sehr defitistisch und anti-establishment. Mein Gott, ist das eine rotzige Antibürger-Attitüde! Großartig! Die ganze Sinfonie (ja, sie ist sehr „klein“) mit ihren vier Sätzen dauert in der Rögner-Aufnahme kaum mehr als 12 Minuten (10 Minuten sind in der Partitur als Spieldauer angegeben). Ich weiß gar nicht, ob „Distanziertheit“, „Sachlichkeit“ usw. die richtigen Vokabeln sind, um das Ding zu fassen oder ob das nicht nur diskursive Normalisierungsversuche des hegemonialen Systems sind (Luhmann würde sagen: Reflexive Komplexitätssteigerung, um Störungen des Systems abzufedern und es zu stabilisieren). Eigentlich ist das einfach Spucke im Gesicht des Bildungsbürgers (hier kein generisches Maskulinum). Ich mag das.

    Das Streichquartett hat diesen rotzigen Gestus nicht. Eigentlich ist das SQ ästhetisch viel, viel affirmativer. Trotzdem ist es sehr gute Musik.

    Adieu
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • bei mir auch Hanns Eisler - 14 Arten den Regen zu beschreiben, op70

    für Flöte, Klarinette, Violine, Viola, Cello und Klavier. Ursprünglich komponiert als Filmmusik für einen stummen Dokumentarfilm namens Regen. Dann Arnold Schoenberg zum 70. Geburtstag gewidmet.

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    und nochmal in einer Aufnahme von 1967, kein Cover gefunden.

  • CD 47

    Benjamin Britten
    War Requiem
    Galina Wischnewskaja (s)
    Peter Pears (t)
    Dietrich Fischer-Dieskau (bt)
    The Bach Choir
    London Symphony Orchestra Chorus
    Highgate School Choir
    Melos Ensemble
    London Symphony Orchestra
    D: Benjamin Britten

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Wegen Flagstad und sozusagen als Begleitung zur Biographie:

    Melchior, Flagstad, Thorborg, Janssen, List - Leinsdorf, MET 1941

    Mitreißend!

    :wink:Wolfram

    "Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern." (Samuel Beckett)

    "Rage, rage against the dying of the light" (Dylan Thomas)

  • Ich bin weder sentimental, noch habe ich einen "Letzte-Werke-Fetisch" (so hat das Eckart Henscheid mal genannt, wenn ich mich recht erinnere), aber bei Op 147 muss ich doch immer einen Kloß im Hals feststellen.

    Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere.

  • Leider ohne Bild bei JPC:

    Wagner: Siegfried
    Melchior, Schorr, Flagstad, Thoborg, Laufkoetter - Bodanzky, MET 1937

    :wink:Wolfram

    "Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern." (Samuel Beckett)

    "Rage, rage against the dying of the light" (Dylan Thomas)

  • Saint-Saens: Symphonie 3, Biggs - Ormandy, 1962

    Weil gerade erst für 0,50 Cent ergattert und weil es mit Wagner erst morgen weitergehen soll. ;)

    :wink:Wolfram

    "Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern." (Samuel Beckett)

    "Rage, rage against the dying of the light" (Dylan Thomas)

  • Leider ohne Bild bei JPC:

    Wagner: Siegfried
    Melchior, Schorr, Flagstad, Thoborg, Laufkoetter - Bodanzky, MET 1937

    :wink:Wolfram

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • Leider ohne Bild bei JPC:

    Wagner: Siegfried
    Melchior, Schorr, Flagstad, Thoborg, Laufkoetter - Bodanzky, MET 1937

    :wink:Wolfram

    Ist das gut anhörbar (so tonqualitätmäßig)? Frage ist Ernst gemeint (bin interessiert)

    Adieu
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Danke dafür, lieber Lionel. :cincinbier:

    Und was die Aufnahmen angeht, die ich kenne, eine sehr zu empfehlende Box.

    :wink:Wolfram

    "Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern." (Samuel Beckett)

    "Rage, rage against the dying of the light" (Dylan Thomas)

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