Musikstück der Woche - ein lockerer Austausch

  • Ich besitze


    Die letzte Einspielung auf historischen Instrumenten. Beaux Arts und Florestan finde ich praktisch äquivalent - reinstes Hörvergnügen. Die HIP Aufnahme werde ich mir demnächst anhören.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Vielen Dank an Abendroth! Doch, ich mag die Klaviertrios sehr und kenne sie - komplett und ohne die Einzelsätze - die es ja auch noch gibt, wobei sie nicht immer mit eingespielt werden - länger und besser als Mozarts zehn wichtige Streichqartette - was nun nicht heißen soll, dass die Streichquartette weniger gut wären als die Trios. Ob sie deutlich weniger bekannt sind, kann ich nicht wirklich beurteilen. Eine (knappe) Handvoll Einspielungen müsste ich als CDs finden. Das Trio KV 502 gefällt mir (auch) wegen des charmanten Kopfsatz-Hauptthemas, das ein wenig Mozarts spezifisches Understatement zeigt - eigentlich mag ich diese Anglizismen nicht, fällt wem ein deutscher Begriff ein, der hier genauso verwendbar wäre? Dezente Unaufdringlichkeit - unterkühlte / milde Eleganz - passt schon irgendwie ...

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Ganz sicher bin ich mir nicht, aber meine Einspielungen sind vermutlich bei music lovers Liste gar nicht dabei. Demnächst mehr.

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Die Werke werden natürlich häufig eingespielt und dürften im Repertoire jedes Klaviertrios sein. Trotzdem hat Abendroth nicht unrecht, denn populäre Hits wie das Zigeunertrio von Haydn oder Erzherzog und Geister von Beethoven sind nicht dabei. Die Trios sind daher so wie die letzten vier Streichquartette Mozarts eher nur Kammermusikfreaks bekannt.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Maria Joao Pires/Augustin Dumay/Jian Wang

    Ich habe seit heute nachmittag in eine Reihe von Aufnahmen, die auf YouTube verfügbar sind, hineingehört. Diese hier gefällt mir bisher am besten:

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    Welch ein wunderschöner Anschlag bei Frau Pires...

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • Vielen Dank auch von mir, wieder etwas zum Bildungslückenschließen für mich, danke!

    Das Klaviertrio B-Dur KV 502 hat Mozart, so sagt mir das Booklet der Gramola-Aufnahme des Wiener Mozart-Trios, die ich heute in München bei Beck am Rathauseck, inspiriert von dieser Wochenwahl, erworben und soeben mit Gewinn gehört habe, drei Tage nach dem Tod seines dritten Kindes vollendet. Nichts davon zu hören im Werk. Die musikantische Heiterkeit des 1. und des 3. Satzes hat mich sofort angesteckt, und der wunderschöne Gesang des 2. Satzes gleich ganz in seinen Bann gezaubert.

    Herzliche Grüße
    AlexanderK

  • Maria Joao Pires/Augustin Dumay/Jian Wang

    Diese hier gefällt mir bisher am besten:

    Welch ein wunderschöner Anschlag bei Frau Pires...

    Da stimme ich mal sofort gerne zu, nach dem doch etwas braven Wiener Mozart-Trio finde ich diese Aufnahme nun umso spritziger, lebendiger, gelöster. Musste gleich gemedimopst werden. :)

    Herzliche Grüße
    AlexanderK

  • Ich gebe zu, dass ich an Mozarts Klaviertrios bisher eigentlich nur im Plural dachte. (So ähnlich wie in der Feuerzangenbowle: "Damen haben nur im Plural Daseinsberechtigung" und genauso inakzeptabel.)

    Die Box mit dem Beaux Arts Trio steht seit Jahrzehnten brav im Regal, wahrscheinlich habe ich sie nur ein einziges Mal ganz gehört. Gekauft habe ich sie damals wegen der wohlfeilen Vollständigkeit - die Klaviertrios einschließlich Kegelstatt, die Klavierquartette, das Klavierquintett und sogar die Ensemble-Werke mit Glasharmonika. So hat man's (also ich) gerne beim Aufbau einer Sammlung ...

    Schön, dass dieses Werk der Woche Gelegenheit gibt, ein einzelnes Werk der Anonymität der Masse zu entreißen und individuell zu hören - nicht nur darum, aber auch: danke an Abendroth für die Wahl!

    Im Regal steht noch eine Aufnahme mit Schiff, Shiokawa und Perényi, diese Besetzung klingt höchst verlockend, doch ich begann mit dem "gold standard":

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Zitat von Mauerblümchen

    Gekauft habe ich sie damals wegen der wohlfeilen Vollständigkeit - die Klaviertrios [...]

    Anhören mal wieder muss ich mir KV 502 erst - heute oder übermorgen, aber an Klaviertrio ist hier noch mehr dabei, das man jeweils vollständig hören kann, da keine Fragmente, und was auch kein schlechter Mozart ist, nämlich die drei Einzelsätze KV 442.

    Oder sind die sogar enthalten? Denn soeben stelle ich fest, dass Deine Ausgabe wieder etwas anderes ist als meine. Ich besitze nur einzelne Collectionen und finde auf die Schnelle auch kein Cover: Brilliant Mozart Edition Volume 10, Kammermusik [nicht alles natürlich]. Dort werden drei der sechs Klaviertrios auf historischen Instrumenten gespielt von Oort/ Wallfisch/ Linden, die anderen drei vom Arion Trio.

    :cincinbier: Wolfgang

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Oder sind die sogar enthalten? Denn soeben stelle ich fest, dass Deine Ausgabe wieder etwas anderes ist als meine. Ich besitze nur einzelne Collectionen und finde auf die Schnelle auch kein Cover: Brilliant Mozart Edition Volume 10, Kammermusik [nicht alles natürlich].

    Drei Sätze KV 442 sind in der Box der 1991er Mozart-Edition enthalten.

    Sie firmieren als "[Trio d-Moll]" (in eckigen Klammern), ergänzt um den Hinweis "ergänzt von Abbé M. Stadler & K. Maguerre".

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Diese Einspielung hat mir deutlich weniger gefallen, als die der Florestans. Zwar sind die Spielzeiten länger, weil alle Wiederholungen eingehalten werden, aber es wird deutlich schneller und auch weniger sensibel, klangschön musiziert. Dadurch verliert das Trio einiges von seinem Zauber.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • In der oben abgebildeten Doppel CD des Abegg Trios sind die drei Einzelsätze KV 442, 1-3 enthalten.

    Eine kurze übersicht über alle Klaviertrios aus Mozarts Feder findet man hier:

    Wolfgang Amadeus Mozart - Die Klaviertrios - Kammermusik - Capriccio Kulturforum (capriccio-kulturforum.de)

    Der Link informiert mich übrigens dahingehend, dass die drei Sätze sehr wohl Fragmente sind und von anderer Seite vervollständigt wurden. Das habe ich wahrscheinlich auch gewusst und halt wieder verdrängt. Danke Euch, Abendroth und Mauerblümchen! :)

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Viel Interessantes und eben auch Strittiges ist schon diskutiert respektive Sekundärmaterial zur Diskussion gestellt worden. Ich würde - mittlerweile - einzelne Streichquartette höher taxieren als dieses Klaviertrio (und alle anderen), das ich - wie schon gesagt - sehr gerne höre. Was Alfred Einstein in seiner einschlägigen Monographie schreibt, ist so reizvoll wie meist sehr kompetent. Sein Enthusiasmus freut den Mozart-Liebhaber, vielleicht übertreibt er bisweilen.

    Teilen würde ich die Beobachtung, dass dem Tasteninstrument ein gewisses Primat zukommt - was sich eigentlich erst bei Beethoven ändert - und dass das Violoncello noch einmal zurücktritt. Hier dürften Mozart und Haydn sich nicht so wesentlich unterscheiden. In entsprechender Reihenfolge werden die Instrumente vielfach bei Aufnahmen auch genannt und Mozart selbst hat es so gehandhabt. Mit den beiden bedeutenden Werken KV 502 und KV 542 wird diese Praxis freilich "aufgeweicht", wie ich gelesen habe.

    Eine Partitur wurde noch nicht verlinkt:

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    Es spielt hier das Wiener Schubert-Trio.

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Ja, es handelt sich im Wesentlichen um begleitete Klaviersonaten, wobei der Violine streckenweise durchaus bedeutendes thematisches Material zukommt. Das Cello hat hauptsächlich eine harmonische und imitatorische Funktion. Zu messen sind die Werke daher an Haydns Trios - oder eben an denen Pleyels &Co.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • HIer lief das Stück mit Mozarts eigenem Fortepiano und einer Violine aus seinem Besitz.

    András Schiff, Fortepiano

    Yuuko Shiokawa, Violine

    Miklós Perényi, Violoncello

    Der Klirr- äh, Klimperfaktor ist im Vergleich zu Steinway samt Konkurrenz freilich hoch. Dennoch: Eine sehr lebendige, facettenreiche Wiedergabe - ich hab das Stück so gerne gehört.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

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