Welches klassische Musikstück hat für Euch das spektakulärste Ende ?

  • Diese Frage habe ich von der aktuellen Umfrage der Berliner Philharmoniker "geklaut" ... die sprechen zwar nur von "Musikstück", aber ich würde es gerne auf das Genre "Klassik" eingrenzen.

    Denn diese Frage hat mich neugierig gemacht auf spektakuiläre Schlüsse Wow1

    Mir persönlich fiel spontan erst mal nur Dvoraks 8. ein - daher würde mich brennend interessieren, was es da noch so alles gibt.

    Gerne auch mit besonders gelungenen Hörbeispielen Grins1

    Und nein - ich habe selbstverständlich nicht vor, aus Euren Favoriten die Umfrage der Berliner zu füttern ;)

    Viele Grüße - Allegro

    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

    Einmal editiert, zuletzt von Allegro (22. September 2023 um 21:08) aus folgendem Grund: Rechtschreibfehler korrigiert

  • Tchaikovsky 6 finde ich recht spektakulär, weil die Musik einfach verschwindet

    Mahler 9 verschwindet aber noch stärker…

    Ich weiß sowieso nicht, was da nun mit „spektakulär“ gemeint sein soll,

    aber als Überraschungsmoment empfinde ich besonders das völlig unbestimmte und changierende Aufhören im letzten Bild von Bergs Wozzeck nach dem Hopp-Hopp von Mariens Kind

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    Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)

  • Tchaikovsky 6 finde ich recht spektakulär, weil die Musik einfach verschwindet

    in der Tat, so kann man das auch sehen. In ähnlicher Weise spektakulär gibt's bei Schostakowitsch verschiedenes. Meine Favoriten:

    Sinfonie 4, Sinfonie 15

    Und natürlich Mahler 6

    Was spektakulären Wumms betrifft, geht nix über Tournemire Sinfonie 6, das stellt selbst Mahler 2 + 8 in den Schatten.

  • Was spektakulären Wumms betrifft, geht nix über Tournemire Sinfonie 6, das stellt selbst Mahler 2 + 8 in den Schatten.

    Genau, der erstaunliche Fall eines Überfinales. Tournemire ist leider immer noch so verkannt.

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  • Mir kommen spontan in den Sinn -- hier mal nur Sinfonien:

    Schostakowitsch 1, 4, 5, 10, 14, 15

    Mahler 1, 5

    Weinberg 17

    Prokofjew 5

    Die Frage ist natürlich auch, wie weit man "Ende" fasst.

    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga

    Ich lieb‘ den Schlaf, doch mehr noch: Stein zu sein.
    Wenn ringsum nur Schande herrscht und nur Zerstören,
    so heißt mein Glück: nicht sehen und nicht hören.
    Drum leise, Freund, lass mich im Schlaf allein.
                       --- Michelangelo Buonarroti (dt. Nachdicht. J. Morgener)

  • Zurückgezogen .

    Good taste is timeless "Ach, ewig währt so lang " "But I am good. What the hell has gone wrong?" A thing of beauty is a joy forever.

    3 Mal editiert, zuletzt von b-major (25. September 2023 um 09:28)

  • Richard Strauss, Also sprach Zarathustra ... H-Dur im hohen Holz und C pizzicato in den Kontrabässen ...

    Bruckner 8. Auch, wenn nur wenigste DIrigenten den Schluss schlüssig (haha) mit dem Rest verbinden.

    Mahler 8, gerechnet der ganze Schlusschor.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Hm......

    ich kenne sicherlich weniger Werke als viele hier, aber dennoch würde ich die letzten etwa 8 Minuten des Rings, von "Grane mein Ross" ab, als DEN ergreifendsten Schluss bezeichnen, der mir bis jetzt untergekommen ist. Als ich ihn im Alter von etwa 25 zum ersten mal hörte, war dies fast ganz aus dem Zusammenhang gerissen, ohne Sänger, ohne Bühne, ohne stundenlanges Sitzen, ohne, dass ich den Inhalt der Oper, bzw des Zyklus genau überblickte. Wir haben ihn nur einmal durchgespielt, am Ende einer Orchesterprobe, die auch noch woanders stattfand, es war glaube ich im Royal College, weiss gar nicht wieso. Nachdem der letzte Akkord ausgehallt hatte, war die Probe beendet. Die Kollegen standen auf, schwatzten miteinander, man packte die Instrumente ein und der Saal leerte sich. Ich selber war so ergriffen, dass ich mich samt meines Bratschenkastens in die Damen-Toilette flüchtete und mindestens 20 Minuten in einer Kabine bei geschlossenem Deckel sitzend verharrte, bevor ich mich wieder ans Tageslicht traute um nach Hause zu fahren. Es war unglaublich und so etwas habe ich nie wieder erlebt, nur starke Anklänge daran bei jedem erneuten Hören seitdem. Selbst heute noch. Ich kann gar nicht beschreiben, wie sich das anfühlte. Eventuell hatte es auch etwas damit zu tun, dass ich inmitten des Klanges sass und ihn miterzeugte, als ich es zum ersten Mal hörte und dass meine Mutter bewusst oder unbewusst (?) dafür gesorgt hatte, dass Wagner uns Kindern ausser einem einzigen Lohengrin in der Kölner Oper so gut wie unbekannt blieb. Ich hatte allerdings zur Zeit dieser Probe den Holländer schon einmal mit Dohnanyi durch. Es lag also nicht nur an Wagner generell, sondern ganz speziell an dieser Musik, welche völlig losgelöst vom Inhalt der Oper bei mir diesen Effekt hervorrrief.

    Ausserdem anführen würde ich - allerdings in einer anderen Kategorie von "spektakulär"- den Schluss von Tristan und Isolde.

    Was nicht bedeutet, dass ich den Hopp-Hopp Schluss des Wozzecks oder das Ende der 4. von Schostakowitsch nicht ergreifend finde.

  • Da fällt mir sofort ein, dass der Schluss von Verdis Otello mich auch jedesmal völlig fix und fertig macht....das ganze Gegenteil von Wagner. Es öffnet sich ein Abgrund, eine abgrundtiefe Tragik ...ein Einblick in die menschliche Natur. Aber hier wirkt es auf mich nur im Zusammenhang mit dem Inhalt.

  • Apropos Wagner ... Tristan ist natürlich ein Kandidat. Tristan-Akkord in Takt 2, Auflösung nach gut vier Stunden.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • ....sagte ich ja auch schon.


    Aber auch Messiaen hat ähnliche Wirkung. Da gibt es einige spektakuläre Schlüsse. Mir blieb in Erinnerung die letzte Nummer der Vingt Regards. Regard de l'eglise d'amour. Ich meine dieser Schluss entfaltet seine Wirkung nur nach dem Hören des gesamten Werkes.

  • Messiaen - pour la fin du temps.....

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  • Charles Ives: Sinfonie, Nr. 2

    ... oder wieder ganz anders ...:

    Charles Ives: Sinfonie, Nr. 4

    :) Wolfgang

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Mit Superlativen habe ich es ja gar nicht, aber weil Allegro den Thread eröffnet hat....

    Ausserdem anführen würde ich - allerdings in einer anderen Kategorie von "spektakulär"- den Schluss von Tristan und Isolde.

    Ja, das kann ich aufgrund meiner eigenen jugendlichen Schlüsselerlebnisse mit "Tristan und Isolde" durchaus nachvollziehen.

    "Vier letzte Lieder" von Strauss wären für mich ebenso zu nennen wie Pfitzners "Palestrina".

    Und um noch zwei sehr gegensätzliche (!) kammermusikalische Schlüsse ins Feld zu führen, wäre ich bei Robert Schumann: Violinsonate Nr.3 op. posth. sowie "Gesänge der Frühe" op. 133.

  • Das Stück hat auch einen Schluss? Grins1

    Klar, das Werk dauert doch auch nur ca. eineinhalb Minuten. Grins1

    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga

    Ich lieb‘ den Schlaf, doch mehr noch: Stein zu sein.
    Wenn ringsum nur Schande herrscht und nur Zerstören,
    so heißt mein Glück: nicht sehen und nicht hören.
    Drum leise, Freund, lass mich im Schlaf allein.
                       --- Michelangelo Buonarroti (dt. Nachdicht. J. Morgener)

  • Alban Berg Kammerkonzert 3. Satz: Mucke bricht schier ab, aber das bildet Teil der Konstruktion ..

    Bach Kunst der Fuge: letzter Contrapunctus, im 3. Abschnitt gleichfalls Muckenabbruch, das funzt aber nicht als Element der Form ...

    "@arundo donax"

    ..und um "Gift für die Seele " Grins1 zu potenzieren (Pfitzners Palestrina dockt m.E. an Romantik an) , das Glockengedöns am Ende des 1. Akts vom Palestrina liefert rückwirkend dazu coolen Kontrast ...

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

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