Beiträge von Fugato

    Von den künstlerischen Leistungen Quasthoffs einmal abgesehen, über die man sicher unterschiedlicher Meinung sein kann: Die Art und Weise, wie hier teilweise diskutiert wird, ist für mich eine skandalöse, niveaulose, geradezu unglaubliche Verhöhnung der Contergan-Geschädigten. Wer meint, hierzu seine Kommentare abgeben zu müssen, sollte sich besser vorher über die Sachverhalte informieren, beispielsweise beim Bundesverband der Contergangeschädigten.

    Dies war mein letzter Beitrag in diesem Forum.

    ich kann nicht feststellen, dass diese Aufnahmen mehr wären als 'state of the art-HIP-Musikzieren

    Ich schon, und einer der wesentlichen Punkte dabei ist das, was in der Rezension geschrieben wurde, die Carola oben verlinkt hat (Hervorhebung von mir):

    Zitat

    Intonatorisch bleiben auch in druckvoller Attacke keinerlei Wünsche offen, dazu gehört die detaillierte und doch in einen übergeordneten Kontext integrierte Artikulation zu den ganz starken Aspekten der Aufnahme: Nichts geschieht da zufällig, nichts scheint vernachlässigt, alle Teile des Stimmengeflechts sind sorgfältig ausgeleuchtet, die pulsierende Basslinie ist perfekt kontrolliert.

    Die (im Vergleich zu anderen Aufnahmen, die ich kenne) sehr differenzierte Artikulation, die aber trotz ihres Detailreichtums immer auf das Gesamte bezogen bleibt und nicht eher zufällig, sondern sinnvoll eingesetzt wird, führt zu einem sehr lebendigen und durchsichtigen Stimmengewebe - bei Bachs polyphon angelegtem Satz ein enorm wichtiger Aspekt.

    Viele Grüße,
    Andreas

    Eher enttäuschend, kein Vergleich mit den vielen guten anderen CDs der oft von cpo beschäftigten Ensembles. Werde ich sicher nicht oft hören.

    Mir verderben der Altus und insbesondere der Bass den Hörgenuss. Allerdings muss ich sagen, dass mich auch bei dieser CD,

    die ich heute nachmittag nochmals gehört habe, die Sängerinnen und Sänger nicht besonders überzeugt haben, und der Organist hätte ruhig etwas differenzierter artikulieren können.

    Viele Grüße,
    Andreas

    Angenehme Nachtruhe.

    Bei BWV 227 passt das schon:

    Heute morgen gehört - barocke Weihnachtsmusik abseits der sonst zu dieser Zeit üblichen Komponisten und Werke:

    Viele Grüße,
    Andreas

    Wie gesagt, ich mag diesen gedämpften Klang der Cembalos, aber in dem Fall wäre es wohl doch besser gewesen, sie näher ans Mikro zu stellen bzw. lauter abzumischen.

    Das wäre auch der einzige Kritikpunkt, den ich bei diesen Aufnahmen anzubringen hätte - das Cembalo ist mir, insbesondere bei den Cembalokonzerten und beim 5. Brandenburgischen Konzert, etwas zu leise.

    Allerdings kann dieser Eindruck auch durch Hörgewohnheiten entstanden sein, die sich durch andere Aufnahmen gebildet haben, bei denen möglicherweise die Tontechnik das Instrument in den Vordergrund gestellt hat. (Man hat ja irgendwie die Erwartung, dass das Soloinstrument im Stereopanorama in der Mitte angeordnet ist und sehr deutlich zu hören ist.) Vielleicht hat man hier nur versucht, die natürliche Balance zwischen Cembalo und dem übrigen Ensemble zu belassen und nicht tontechnisch nachzuhelfen, um so die Erwartung des Hörers zu erfüllen.

    Viele Grüße,
    Andreas

    Bei mir zu später Stunde die "Missa per illo tempore" von Monteverdi in dieser Aufnahme:

    Diese 1610 komponierte Messe ist - ähnlich beispielsweise Purcells Gambenfantasien - eigentlich ein klingender Anachronismus, weil der Stil, in dem sie geschrieben wurde, zu dieser Zeit nicht mehr modern war. In ihrer überwiegend sehr dichten, kaum durch Einschnitte gegliederten Polyphonie erinnert sie fast an Nicolas Gombert. Monteverdi beherrschte eben auch den "alten" Stil meisterhaft.

    Eine sehr ansprechende Aufnahme in solistischer Besetzung, die einen Mittelweg findet zwischen meditativer Versenkung und Lebhaftigkeit - unbedingt hörenswert.

    Viele Grüße,
    Andreas

    Klar. Die Krönung war das Sanctus aus der H-Moll-Messe. Das hatte fast schon parodistische Züge in seiner opernhaftigkeit.

    Was will man auch erwarten, wenn man in der Vorankündigung so etwas liest:

    Zitat

    Thielemanns Interpretationen deutsch-romantischer Opern und Konzerte gelten als exemplarisch. Deshalb darf man gespannt sein auf das ZDF-Adventskonzert, bei dem Barockmusik von Vivaldi, Telemann und Bach auf dem Programm stehen wird.

    Ob man da gespannt sein darf, wage ich zu bezweifeln - es ist ohnehin klar, was dabei herauskommt. Ich habe vor ein paar Jahren mal ein Adventskonzert aus der Frauenkirche im Fernsehen gesehen - da wurde mir allein schon wegen der showtypischen Kamerafahrten und der Sprecherstimme aus dem Off ("Freuen Sie sich nun auf blablabla") übel. Das tue ich mir nicht mehr an.

    Bei mir gerade Magnificats von Kuhnau, Zelenka und Bach:

    Interessante Zusammenstellung, gefällt mir gut.

    Viele Grüße,
    Andreas

    Eine Gesamtaufnahme der Orchesterwerke erschien in den 90er Jahren bei cpo, Werner Andreas Albert dirigierte so illustre Klangkörper wie die Symphonieorchester von Sidney, Melbourne und Queensland, und es erscheint geradezu symbolisch, das es Orchester von der anderen Seite des Erdballs waren, mit denen diese Werke eingespielt wurden, als sich in Europa, auch im Jahr seines hundertsten Geburtstages 1995, offenbar nahezu niemand mehr für Hindemith interessierte. Über diese solide, aber kaum begeisternde Gesamtaufnahme hinaus sind viele Werke nur in historischen Aufnahmen, dirigiert von Furtwängler oder von Hindemith selbst, zu bekommen.

    Diese Gesamtaufnahme mal so eben en passant und mit einer Prise Ironie ("illustre Klangkörper") abzuqualifizieren halte ich nicht für angebracht. Sie ist für mich vielmehr eine Pioniertat allerersten Ranges, für die man als Hindemith-Begeisterter dem Label cpo nicht dankbar genug sein kann - denn wie Du schon bemerkt hast, sind viele von Hindemiths Orchesterwerken wenn überhaupt nur in historischen Aufnahmen zu bekommen.

    Ob man von einer Aufnahme nun "begeistert" ist oder nicht, ist eine sehr subjektive Angelegenheit (davon abgesehen stellt sich die Frage, ob Hindemith überhaupt mit seiner Musik "begeistern" wollte). Ich war jedenfalls begeistert, dass ich durch diese Gesamtaufnahme einige Orchesterwerke überhaupt zum ersten Mal hören konnte - bis dahin kannte ich sie nämlich nur aus Werkverzeichnissen.

    Wenn Du darauf wartest, dass heutzutage die erste Dirigenten- und Orchestergarde Werke von Hindemith einspielt, wirst Du wohl lange warten müssen, denn damit kann man weder Ruhm und Ehre noch Geld verdienen. Es werden - wenn überhaupt - nur einzelne Werke (Mathis der Maler, Nobilissima Visione, Symphonische Metamorphosen, Die vier Temperamente) oder Werkzyklen (Kleine Kammermusiken) eingespielt, bei allen übrigen wird die Luft schon erheblich dünner.

    Viele Grüße,
    Andreas

    Was soll denn der Blödsinn? Wenn Du, lieber Fugato, Deine Augen öffnen würdest, könntest Du weiter oben lesen, welche Aufnahmen ich besitze.

    Wie kommst Du darauf, dass ich mit dem "Hörer, der an üppig besetzte Orchester gewöhnt ist", ganz konkret Dich gemeint haben könnte? Das ist für mich nicht nachvollziehbar und eine Unterstellung, die ich ganz entschieden zurückweise.

    Dein Beitrag trägt leider nichts zur Sache bei - es wäre schon interessant gewesen zu lesen, was im Detail zu Deiner negativen Bewertung geführt hat. Wenn es andere Aufnahmen sind, die Du kennst, wäre es hilfreich, sie hier auch zu nennen.

    Viele Grüße,
    Andreas

    Es ist bedauerlich, dass sich die kritischen Stimmen, die sich hier und hier negativ geäußert haben, nicht an dieser Diskussion beteiligen, denn bisher wurde zumindest in diesem Thread überwiegend Positives geschrieben (was auch weitgehend mit meinen eigenen Höreindrücken übereinstimmt).

    Warum habe ich diese Box gekauft? Nicht nur weil sie preiswert war, sondern weil die Kritiken bei Erscheinen der Einzel-CD's immer sehr positiv, teilweise schon fast enthusiastisch waren. An Aufnahmen der Bachschen Orchesterwerke herrscht in meiner Sammlung nun wahrlich kein Mangel, aber meine Erfahrung ist, dass man mit anderen Interpretationen auch immer wieder andere Facetten dieser Werke entdeckt.

    Zum Thema der Tempi: Was sollte ein Ensemble heute noch Neues dazu beitragen? Die Bandbreite der HIP-Aufnahmen ist so groß, dass hier von "extrem langsam" bis "extrem schnell" alles bereits vertreten ist. Allerdings: Wenn zwei Ensembles im (nahezu) gleichen Tempo spielen, bedeutet das noch lange nicht, dass beim Zuhörer die gleiche Wirkung entsteht, denn das Tempo ist eben nur ein musikalischer Parameter von sehr vielen. Der dritte Satz des dritten Brandenburgischen Konzerts wirkt bei Musica Antiqua Köln gehetzt auf mich, so als ob da absichtlich an äußersten Tempolimit gespielt und alles andere beiseitegeschoben wird. Der entscheidende Unterschied zu Café Zimmermann ist jedoch, dass dieses Ensemble trotz des schnellen Tempos immer noch musikalisch differenziert gestaltet und nicht dem Tempo alles andere unterzuordnen scheint - und deswegen wirkt das Tempo hier nicht gehetzt auf mich.

    Wem diese differenziert gestaltete, transparente Musizierweise mit historischen Instrumenten in kleiner Besetzung nicht zusagt, der kann ja beispielsweise zu dieser Aufnahme

    greifen. Die Bachsche Polyphonie fällt dabei dem fetten, breiigen Orchesterklang zum Opfer und der Esprit den langsamen Tempi, aber der "Sound" entspricht dann wohl eher den Erwartungen und ist auch nicht mehr so weit von Schostakowitsch entfernt. Ob man allerdings damit Bachs Musik gerecht wird, wäre zumindest bedenkenswert - aber wer denkt schon beim Musikhören. Dass weniger durchaus mehr sein kann, leuchtet dem Hörer, der an üppig besetzte Orchester gewohnt ist, eben nicht unmittelbar ein - dafür muss man sich Zeit lassen, und hier ist es ähnlich wie beim Denken: Wer hat heutzutage schon noch Zeit...

    Viele Grüße,
    Andreas

    Vielleicht wäre das auch besser gewesen, denn die ersten Bemerkungen zur Box hier im Forum waren bisher nicht sehr positiv.

    Ich überblicke jetzt nicht, wer dazu wo etwas geschrieben hat - aber wie dem auch sei: Das heisst noch lange nicht, dass die Aufnahmen nicht gut sind. Möglicherweise entsprechen sie in Besetzungsgröße, Wahl der Tempi etc. einfach nicht dem Geschmack von denjenigen, die darüber etwas geschrieben haben.

    Neu bei mir:

    Viele Grüße,
    Andreas

    Leider kommt diese Aufnahme nicht so ganz an meine persönliche Referenz-Aufnahme mit den Kuijken-Brüdern und Gustav Leonhardt heran: alles ganz nett gespielt, aber der Funke will nicht so richtig überspringen. Das Bessere ist eben der Feind des Guten.

    Viele Grüße,
    Andreas

    Verdienen die da überhaupt noch etwas daran?

    Vielleicht stellen sie dafür wieder ein paar Langzeitarbeitslose ein, die sie erstmal zwei Wochen ohne Gehalt arbeiten lassen (Näheres hier). Mein Mitleid mit dieser Firma hält sich da doch sehr stark in Grenzen. Das ständige Verschieben des Liefertermins, obwohl die Box schon längst lieferbar war, kann ich mir nur so erklären, dass möglichst viele die Geduld verlieren und die Bestellung stornieren sollten - die feine Art, mit Kunden umzugehen, ist das jedenfalls nicht.

    Viele Grüße,
    Andreas

    Amazon hat mir per E-Mail mitgeteilt, dass der Erscheinungstermin noch nicht feststehe (bisher war der 13.10. angegeben). Ich könne auch die Bestellung stornieren, wenn ich wolle. Den Teufel werde ich tun. Als Preis ist dort weiterhin 20,99 € angegeben.

    Ich habe auch eine Mail bekommen, aber die sollen mal schön zu diesem Preis liefern. Ich storniere garantiert nicht!

    Viele Grüße,
    Andreas

    Ich hätte gerne den Rest gehört, er hatte da ja noch was vor sich.
    Und zwar die kompletten Suiten 1-3.
    Der Mann schont sich und alle anderen wirklich nicht.

    Naja, hier greift er nicht ganz so oft daneben wie bei Schumann, aber sein Ton ist genauso unangenehm hart und sägend. Scheint sein Markenzeichen zu sein :shake:

    Beim Thema Phrasierung hat er wohl bei den Meiserkursen gefehlt.

    Nein, er hätte auch das "kleine" D-Dur von Haydn-ne, ist doch nicht von Haydn- oder etwas erbauliches von Stamitz spielen können.

    Am besten etwas für die 1. Lage :D

    Und bloß kein Boccherini - mit den hohen Lagen scheint er's nun gar nicht zu haben (Schluß des Schumann-Konzerts).

    Viele Grüße,
    Andreas

    Ja, gut - er spielt zumindest bedeutend besser Cello als ich...

    Wollen wir mal nicht ungerecht sein - ab und zu trifft er ja auch den richtigen Ton :D

    Als Amateur sollte man wissen, wo die eigenen Grenzen sind und was einfach ein paar Nummern zu groß ist. Wenn man allerdings so von sich überzeugt ist (man beachte seine Mimik und Gestik), kann man auf diese Einsicht nicht hoffen - und dann kommt halt so etwas dabei heraus :faint:

    Was ich neben der Intonation und den diversen technischen und musikalischen Unsicherheiten besonders schlimm finde, ist sein harter, sägender, unflexibler Ton. Da hilft dann wohl auch kein teures Instrument.

    Viele Grüße,
    Andreas