Beiträge von Mina


    Gestern Abend nach sehr langer Zeit endlich mal wieder gesehen: „Soylent Green“, der in Deutschland unter dem Titel „2022...die überleben wollen“ in die Kinos kam.
    Ich habe den Film als Kind verbotenerweise im Spätprogramm gesehen, und er hat mich damals sehr beeindruckt. Vor allem zwei Szenen habe ich nie vergessen: Sols Sterbeszene und natürlich die Schlußszene in der dieser gewisse Satz fällt... :D
    Charlton Heston habe ich nie für einen begnadeten Mimen gehalten, aber den Cop der zu spät begreift, was die Welt verloren hat kriegt er ganz gut hin.

    Dessay hat selber oft betont, daß die Violetta so ziemlich an der Grenze ihrer Möglichkeiten liegt...
    Ich denke, wir werden wohl in absehbarer Zeit mit ihrem Karriereende als Sängerin rechnen müssen, auch das hat sie schon angekündigt. Wie Fairy schreibt: sie würde gerne ins Schauspiel wechseln. Ich mag diese Sängerin sehr, sehr, sehr, aber offen gestanden denke ich, daß es tragischere Fälle gibt als ihren: eine Künstlerin mit einer großartigen Karriere die sich in immer noch relativ jungen Jahren entscheidet in absehbarer Zeit den Beruf zu wechseln und die ganz sicher auch hier großen Erfolg, aber vielleicht etwas weniger nervliche Beanspruchung haben wird. Es ist doch großartig wenn so etwas möglich ist! Ich denke eine so profenssionelle, selbstkritische und ehrgeizige Sängerin wie Dessay wird abtreten eher sie das entwickeln wird was ich sehr ungern das Villazón-Syndrom nenne. Und ich denke, es wird bald geschehen.

    Ich war so etwa 10, und schuld war ausgerechnet Richard Wagner: im Fernsehen lief „Lohengrin“. Die Musik hat mich noch nicht besonders beindruckt, aber das Spektakel fand ich schon damals toll: verkleidete Menschen, die singen und eine Geschichte erzählen.
    Kurz danach habe ich im Fernsehen meine erste Traviata (Domingo und Cotrubas :juhu: ) und im Theater meine erste Boheme gesehen. Das war’s dann: ich war dem Virus vefallen und bin es bis heute. Neben Fernsehen und Theater trugen auch die alten Opernplatten meiner Mutter zu meiner Opernbegeisterung bei: bis heute liebe ich die alten Opernquerschnitte und habe eine große Vorliebe für Künstler wie Melitta Muszely, Erna Berger, Rita Steich, Josef Metternich, Fritz Wunderlich etc.
    Und natürlich hatte das alles die Konsequenzen die so was in diesem Alter haben kann: auch ich wollte mit 14 unbedingt Opernsängerin werden, mußte aber leider irgendwann einsehen, dass mir nicht die Begeisterung, wohl aber das Talent dafür fehlt. War vielleicht auch besser so...seit ich 10 bin krähe ich aber im Chor fröhlich vor mich hin und bin jedem verfallen, der wirklich singen kann. :rolleyes:

    EDIT

    Zitat

    aber als Kind und Jugendliche war die Klassik für mich ein Refugium, eine Art Initiation und ein abgetrennter Flucht- und Eigen-Raum.


    Ja, ja, ja! Das ging mir ganz genau so!

    OFFENBACH - Barbe-Bleue, der lustige Massenmörder...

    Als zweites Werk der Felsenstein-Edition habe ich am Wochenende Jacques Offenbachs „Ritter Blaubart“ gesehen. Hier die Besetzung:

    Blaubart - Hanns Nocker
    Boulotte - Anny Schlemm
    Bobèche - Werner Enders
    Clementine - Ruth Schob-Lipka
    Hermia (Fleurette) - Ingrid Czerny
    Saphir (Daphnis) - Manfred Hopp
    Popolani - Rudolf Asmus
    Graf Oscar - Helmut Polze
    Alvarez - Hans-Otto Rogge
    Isaure - Irmgard Arnold
    Heloise - Evelyn Bölicke
    Eleonore - Eva-Maria Baum
    Rosalinde - Christa Noack
    Blanche - Ute Trekel-Burckhardt

    Chor und Orchester der Komischen Oper Berlin
    Regie: Walter Felsenstein
    Filmversion von 1973
    Kurze Inhaltsangabe: die Schäferin Fleurette und der Schäfer Daphnis lieben einander, es stellt sich jedoch heraus, das Fleurette in Wahrheit die verstoßene Königstochter Hermia ist. Als sich herausstellt, dass ihr jüngerer Bruder für die Thronfolge nicht geeignet ist, lässt ihr Vater, König Bobèche, das Mädchen zurück an den Hof bringen. Er will sie mit Prinz Saphir verheiraten. Dem stimmt Fleurette erst zu, als sich erweist, dass Saphir niemand anders ist als ihr Schäfer Daphnis.
    Zeitgleich sucht Ritter Blaubart eine neue Frau: seine Ehefrau ist vor kurzem verstorben. Die fünfte innerhalb von zwei Jahren, was für viel Gerede sorgt...seine Wahl fällt auf die Bäuerin Boulotte, die hocherfreut ist und keine Angst vor Blaubarts Frauenverschleiß hat.

    Kurz nach der Hochzeit mit Boulotte beauftragt Blaubart den Alchimisten Popolani damit, die Ehefrau ins Jenseits zu befördern- wie schon seine anderen 5 Frauen. Er will nun die schöne Fleurette/Hermia heiraten. Unterdessen gibt König Bobèche seinem Diener Graf Oscar den Auftrag Alvarez, einen Verehrer seiner Gemahlin, zu töten. Auch die geschieht nicht zum erstenmal.
    Am Ende zeigt sich, das keiner der Untergebenen sich an seinen Auftrag gehalten hat: Popolani hat die Frauen verschont, Oscar die Männer. Hermia heiratet ihren Saphir, Blaubarts „verstorbene“ Frauen werden mit den „ermordeten“ Hofherren verheiratet, Blaubart und Boulette bleiben ein Paar.

    Zunächst: ich kannte dieses Werk bisher nicht, lediglich Blaubarts Auftrittslied habe ich öfter auf einer alten Schallplatte von Leo Slezak gehört, und es hat mir schon immer sehr gefallen.
    Ich habe also mal wieder keine Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Produktionen oder Aufnahmen.
    Felsenstein lässt das Werk mit einem kleinen Prolog beginnen: in den Studios der DEFA in Berlin wird die Dekoration für einen soeben abgedrehten Film abgebaut der offensichtlich in Paris um 1860 gespielt hat, in jener Zeit also in der Offenbach seine opéra-bouffe geschrieben hat. In dieses Studio fallen die Musiker und Sänger der Komischen Oper ein, die hier für ihren geplanten Blaubart-Film proben wollen. Wir erleben das gesamte Werk als Probe in den Restkulissen des Paris-Films, garniert mit einigen Blaubart-Bühnenelementen.
    Zu Beginn der „Probe“ spielen Ingrid Czerny und Manfred Hopp als Fleurette und Saphir denn auch etwas hölzern und unentspannt, bis sie sich in ihre Rollen gefunden haben. Wie es eben im Theater manchmal so zugeht.
    Felsenstein hat, wie es offenbar seine Art war, für seine Version des Blaubart eine neue deutsche Textfassung erstellt, deren Feinheiten mir aber entgangen sind, da ich wie gesagt keine andere Version kenne als seine und mir daher lediglich die Textveränderungen bei Blaubarts Auftrittslied aufgefallen sind.
    Hanns Nock ist m.E. ein grandioser Blaubart: lebensfroh, gespenstisch, charmant, gruselig und ganz eindeutig ziemlich verrückt erinnert er in seinen besten Momenten an Sir Peter Ustinov und dessen Kaiser Nero...singen tut er nach meiner Meinung ganz hervorragend, und ein bisschen ist es mit ihm wie mit Don Giovanni: ein ganz übler Kerl, aber die Welt wäre ärmer, die Bühne leerer ohne ihn...

    Wie Hermia und Daphnis verfällt auch er gelegentlich vom Deutschen ins Französische: immer dann nämlich, wenn die Gäule mit ihm durchgehen und er voller Stolz und Selbstverliebtheit verkündet „Je suis Barbe-Bleue!“

    Anny Schlemm ist eine zupackende Boulotte, bei der man vom ersten Augenblick an klar ist, dass Blaubart es mit ihr nicht ganz so leicht haben wird wie mit seinen anderen Verflossenen und die jedem ungeschminkt und ungefragt ihre Meinung ins Gesicht sagt.
    König Bobèche ist ein grotesker kleiner Tyrannen-König: gekleidet in eine Art Strampelanzug mit der Bourbonen-Lilie tobt und geifert er mit sich überschlagender Stimme und hektischen Bewegungen. Walter Felsenstein hat in einem Interview gesagt, dass er an keinen bestimmten Tyrannen gedacht hat, daß man als Deutscher Zuschauer aber sicher besonders an einen Bestimmten denkt, ist aber wohl auch kein reiner Zufall...
    Der gespenstisch-komische Höhepunkt seines Auftritts ist für mich jene Szene, in der sich Bobèche auf ein militärisches Reizwort als ganz offensichtlich kriegstraumatisiert offenbart: mit einem starren Blick dass es einem eiskalt den Rücken runterläuft, musikalisch aber so unglaublich komisch dass mir, und ich übertreibe nicht, vor lachen fast der Teebecher aus der Hand gefallen ist.
    Für diese Szene allein lohnt sich die ganze DVD, und man kann, um sie zu beschreiben, wohl nur noch Schiller bemühen: „Und treiben mit Entsetzen Scherz“.
    Ebenfalls grandios in diesem Moment ist Ruth Schob-Lipka als Bobèches Gattin Clementine, die solche Auftritte wohl nicht zum erstenmal erlebt, auch sie bedauernswert und unglaublich komisch zugleich.
    Ich persönlich finde so manches Opern- oder Operetten-Happyend ja ziemlich verlogen, so auch hier: zwei Menschen (Bobèche und Blaubart) die nur deshalb nicht zum Serienmörder geworden sind weil ihre Untergebenen mehr Herz gezeigt und die Tötungsbefehle verweigert haben. Fünf Paare, die ohne gefragt zu werden zusammen gegeben werden, gerade mal ein paar das in wirklicher Zuneigung zueinander findet. Dabei kann einem nicht wohl sein.
    Das ist es Boulette auch nicht, die plötzlich abbricht und sagt, dass ihr das alles zu verlogen ist. Empörte Rufe von ihren Kollegen: das könne sie doch nicht machen, der Film müsse doch fertig werden. Nein, so Boulotte, so gehe das nicht. Was solle man bei so einem Ende denn machen? Na was schon „Operette spielen!“ und so stürzen sich alle miteinander in ein ungutes, unrealistisches, verlogenes Operettenfinale, das dann auf einmal doch wieder viel Spaß macht.

    Mir hat dieser Blaubart sehr, sehr gut gefallen.
    Wer die Produktion kennt und und in dieser Hinsicht berufener ist als ich, kann sich wenn er mag ja mal zu den musikalischen Leistungen äußern. Ich persönlich kann es nur mit den Worten eines anderen Forumsmitglieds in einem anderen Zusammenhang tun: „Ich sitze da und finde alles toll“. :angel:

    Ich habe neulich "Der Hölle Rache" von einer Poptussi gehört, die das Ding ca. einen Kilometer nach unten transponiert und mit Schlagzeug versehen hat. Man sollte sie teeren, federn und aus der Stadt jagen. :cursing: :boese:
    Dann lieber die gute alte Florence Foster-Jenkins :D
    Das hohe-Töne-sind-mir-zu-hoch-Gefühl kenne ich aus eigener unschöner Chorerfahrugn nur zu gut. Gestern in der Probe zur Schöpfung war es wieder soweit. Hohe Töne UND Halsentzündung..gar nicht gut :shake:

    Das Finale aus dem Figaro: „Contessa perdono...“
    Jedesmal und immer wieder ein Moment in dem die Zeit still steht und ich kaum zu atmen wage.
    Ein kurzer Augenblick, nur wenigeTakte, in dem das Paradies auf Erden Wirklichkeit wird und Frieden ist. Für mich viel, viel mehr als das vermeintliche Happy End einer wunderbaren Oper.

    :mlol: :mlol: :mlol:
    Ich habe soeben meinen Kaffe über die Computertastatur verteilt. Und das im Büro...
    Am besten gefällt mir der "Mecht Knallchus" und der rundliche Kater. Die "Weichtier Trauergeister" habe ich vorgestern noch bei der Beerdigung eines Chormitglieds gesungen, und ich bin froh, daß ich diesen Thread erst heute gelesen habe, sonst, und trotz der traurigen Umstände... :D
    Ich singe zur Zeit im Chor die "Schöpfung", deren Essenz unser Chorleiter mit einem knappen Satz auf den Punkt gebracht hat:
    "Super! Toll! Preiset den Herrn!"
    Ds hat mir so gut gefallen, daß ich es mir auf die erste Seite meines Klavierauszuges geschrieben habe :thumbup:

    Tante EDIT sagt

    Bekannt sind sicher die Kirchenlieder "Herr, deine Ziege frißt das Gras am Ufer", und das immer wieder gerne in der Christmette gesungene "Lobt Gott, ihr kriegt se alle gleich!"

    Die gereimte "Norma"


    Asterix und Obelix,
    Gallien und Idefix
    Zaubertrank und Prügelei
    „Römer raus!“ und allerlei
    andres Zeug kennt jedermann
    der ein wenig lesen kann.

    Wüst ging’s zu in jenen Tagen,
    will uns auch Bellini sagen.
    Norma ist der werte Name
    einer nicht mehr jungen Dame,
    die den heilgen Hain bewacht.
    Da steht sie nun bei Tag und Nacht,
    schneidet Misteln, singet leise
    zur keuschen Göttin eine Weise
    die besonders innig klang
    als Maria Callas sang.

    Das Berufsbild der Druiden
    will vor allem daß die nie den
    Reiz der Liebe kennenlernen.
    Ew’ge Keuschheit mußte schwören
    Norma einst, s’ist länger her...
    ob Miraculix so schwer
    es auch hatte ? Ach wer weiß.
    Doch vermutlich galt so’n Scheiß
    wieder mal für Frauen nur...
    Wie auch immer: Norma schwur.

    Eines Tages kam sodann
    ein großer Haufen Römer an.
    Alle stöhnten ganz entsetzt:
    „Ganz Gallien ist von Rom besetzt!“
    Ganz Gallien? Nein! Wir wissen ja,
    was andernorts derweil geschah.
    Frau Norma dies nicht intressierte,
    das Luder bald fraternisierte
    mit Pollione, Weh und Ach!
    der Römer legt’ die Priest’rin flach!
    Und nicht mal gegen ihren Willen,
    sondern um BEIDER Liebeslust zu stillen...
    Was gescheh’n mußte, geschah:
    alsbald waren zwei Knäblein da:
    zwei Knäblein hold, zwei Knäblein fein,
    so schön kann manchmal Eidbruch sein.

    Das ist jetzt ein paar Jahre her,
    Frau Norma hat es nun recht schwer
    denn Pollione ist ein Mann,
    der irgendwie nicht treu sein kann.
    Auf Adalgisa fiel sein Blick,
    so schön, so reizend und so schick
    stand sie vor kurzem mit im Hain
    Den Römer deucht „Die muß es sein!“
    Frau Norma kann dies nicht gut heißen
    „Der Römer will mich wohl betrügen!“
    heult sie des Nachts in ihre Kissen
    und noch dazu darf niemand wissen
    daß sie zwei Kinderlein gebar.
    Ach Leute, es ist wirklich wahr:
    recht schwer haben es die Priester schon
    in jeder, wirklich jeder Religion.

    Ich könnte hier noch viel erzählen,
    Frau Norma muß sich schrecklich quälen
    mit Liebeskummer und mit Rache,
    zum Schluß da endet diese Sache
    auf einem blöden Scheiterhaufen...
    Ich will nun schnell zum Kiosk laufen
    und hol’ den neuen „Asterix“
    mit Zaubertrank und Idefix
    mit Römern und mit Prügelei
    drum werter Leser, nun verzeih’
    daß ich hier nicht mehr weiter spinne
    und keine Reime mehr ersinne.
    Du kannst ja ins Theater geh’n
    und dir die Oper selbst anseh’n.
    (Das hab ich schon einmal geschrieben,
    ich weiß es ja. Adé, ihr Lieben!)


    Ich kenne die Szene, im Booklet der Harnoncourt-Einspielung ist sie vollständig abgedruckt; auch hat sie Loriot in seiner Freischütz-Interpretation wieder eingebaut.


    Im Freischütz-Film von 2010 (den ich zum abgewöhnen finde...) kommt die Szene auch vor: hier wird sie als Kasperle-Theater vor einer staunenden Kinderschar gespielt. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube, René Pape himself, der im weiteren Verlauf der Handlung den Eremiten gibt, ist hier auch der Puppenspieler.

    Es gibt zu diesem Thema "Frauenrechte in der Oper" ein sehr interessantes Buch von Caterine Clement: Die Frau in der Oper. Besiegt, verraten und verkauft.
    Da kriegt nahezu jedes werk des gängien Repertoires sein Fett weg. :pfeif:


    Ich denke nur an Mozarts Zauberflöte, das Stück "Bei Männern, welche Liebe fühlen", die Stelle "die süßen Triebe mitzufühlen ist auch der Weiber erster Pflicht". Widerlichst! Wenn ein Mann verliebt ist in eine Frau, dann ist es ihre oberste Pflicht, auch verliebt zu sein?


    Ja, das ärgert mich auch immer.
    Aber ich kann ganz erstaunlich viel verdrängen was mich im wahren Leben auf die Palme bringen würde, wenn mir nur die Musik gefällt.
    Die Dame Agathe geht auch mir gewaltig auf den Zeiger mit ihren ewigen miesen Laune, aber sie singt halt so schön. Im Idealfall wenigstens.
    Und nein: Aida SOLL nicht lustig sein.

    Ich muß noch mal auf Ännchens „Büßerinnen“ zurück kommen. Ich habe die Stelle immer so verstanden, daß sie Agathe aufmuntern will: sie, als reine, tugendsame Braut die gleich den Mann ihrer Liebe heiraten wird, hat keinen Grund traurig zu sein. Anders als die „Büßerinnen“ in den „öden Mauern“ die irgendein Vergehen (vermutlich das, nicht ganz so rein und tugendhaft gewesen zu sein und nicht bis zur Hochzeit gewartet zu haben) bereuen und betrauern.
    Es hat m.E. also nix damit zu tun, daß diese Frauen unverheiratet sind, sondern mehr mit der Moral der damaligen Zeit.

    Peter
    "Aida" wäre viel lustiger, wenn DU eine deutsche Fassung schreiben würdest :mlol:

    Ich finde schlecht angezogene Leute in Oper und Konzert super. Zwei Dinge sind es, die mich mit meinen 45 Jahren vor wirklichen Peinlichkeiten in der Wahl meiner Kleidung bewahren: der Marschallin Satz „Und in dem Wie, da liegt der ganze Unterschied“(den sich nicht nur alternde Damen wie ich hinter die Ohren schreiben sollten!), und das, was hier so charmant „Fregatten-Spotting“ genannt wird. Da bekommt man doch zur Musik eine Lektion in Stilkunde völlig gratis dazu. Und was zu lästern hat man auch noch. Danke an alle Fregatten dieser Welt. :D
    Ich meinerseits verspreche, im Konzert auf turmhohe Frisuren zu verzichten und meine schönen langen Haare auf weniger störende Weise zu bändigen.
    Was nun das Thema „du sollst nicht krank ins Konzert gehen“ betrifft: gut und schön, solange es sich um ein vorübergehendes Leiden handelt, daß nach einer Woche Bettruhe ausgestanden ist, aber wenn nicht...? ;(
    Wenn sie mich dann irgendwann doch erwischt, die finale Maladie (und das wird sieganz gewiss, die Frage ist nur wann und was) ?
    Wenn ich dann die Gelegenheit habe noch einmal den Figaro zu hören, soll ich darauf verzichten, nur weil das Kunstherz klappert oder der Husten ahnen lässt, daß mich der Koch’sche Bazillus (ist ja wieder auf dem Vormarsch) eventuell noch vor Ende der Vorstellung erledigt? Etwas mehr Mitgefühl Herrschaften. Man weiß nie so GANZ genau, ob der keuchende Nebenmann nur bronchitisch-unhöflich ist, oder vielleicht doch einfach nur zum letzten Mal Mozart hören möchte...
    Und ja: ich gehöre auch zu denen, die in der Pause gerne das Buffet plündern. Glücklich, wer um vier Uhr aus dem Büro kommt und daheim preiswert und gut speisen kann. ICH habe leider erst Dienstschluß wenn um 19.3o der Vorhang hochgeht und kann mich an Opernabenden ausnahmsweise ein paar Minuten eher loseisen (das Theater ist gegenüber). Da bleibt zum essen keine Zeit und man ist gottfroh, wenn man nach dem zweiten Akt zum Sekt ein überteuertes Lachsbrötchen essen darf. :rolleyes: