Beiträge von andréjo

    Danke Dir für die guten Wünsche, werter Maurice! Musikalische Vorhaben im Sinne schlichten Hörens und eventuell mich dazu Informierens lasse ich kommen, wie's kommt. Musikalische Besprechungen für das Regionalblatt möchte ich natürlich weiterhin gern schreiben. Und das private (nur selten lokalöffentlich den Chor oder Freunde und Bekannte am Instrument begleitende) Klavierspiel sollte etwas mehr Raum einnehmen.


    Ich frage mich immer und um so mehr jetzt im Ruhestand, wo die ganze Zeit bleibt ...


    :) Wolfgang

    Frank und Khampan waren es, die mich aufgrund ihres sehr positiven Urteils zum folgenden Kauf verleitet haben:



    Frank kommt gerne ins Schwärmen und da gebe ich viel drauf - doch wenn auch Khampan ins Schwärmen gerät, dann ... na dann ... ;) :clap:



    Es ist nicht obige CD, die vor einigen Wochen im anderen Thread verlinkt wurde, doch die werde ich mir auch noch besorgen. Die andere Scheibe wurde in erster Linie erworben, um endlich einmal das frühe Trio von Zemlinsky kennenzulernen. Zemlinskys Fassung für reguläres Klaviertrio steht dann ebenfalls zum Kauf an - welche Version nun die eigentliche ist oder ob man das gar nicht so sagen kann, das weiß ich noch nicht. Zemlinskys Trio wird gar nicht so selten gespielt und auch eingespielt, wie mir scheint. Zemlinskys Frühwerk ist so meisterlich gearbeitet wie reizvoll zu hören. Allerdings hatte ich es mir etwas moderner erwartet, ausgehend von meiner etwas besseren Kenntnis des strukturell recht ungewöhnlichen und in mancherlei anderer Hinsicht hoch raffinierten 2. Streichquartetts.


    Ob Zemlinskys Kammermusik heute noch eine Rarität darstellt, soll dahingestellt bleiben. Carl Frühlings Kammermusik gewiss. Den Komponisten findet man kaum in Lexika - in meinen sowieso nicht, aber als allgemeiner gültig wird das auch im Internet behauptet. Dort gibt es freilich einen recht passablen deutschsprachigen Wikipedia-Artikel und weitere Links, die Information enthalten. Frank hat in seinem obigen Beitrag auch Informationen über das Leben dieses Komponisten zitiert, die Rückschlüsse ermöglichen. Überdies ist das Werkverzeichnis der Klassika-Seite bemerkenswert umfangreich. Auf dem Markt sind mehrere Einspielungen jenes Klarinettentrios verfügbar, ansonsten bleibt die Werkausbeute sehr dünn und beschränkt sich, wenn ich das richig sehe, auf Kammermusik, obwohl er auch für Chor und für Orchester geschrieben hat.


    Das Klarinettenquintett ist herrlich melodiös, straff gearbeitet und steht in der Tradition eines quasi leichtfüßigen Johannes Brahms. Es kann nicht überraschen, dass Frühling kein Neuerer war und kein Genie. Aber er hätte mehr Bekanntheit verdient und auf die CD mit den zwei Kompositionen, welche die beiden Mitforisten vorgestellt haben, freue ich mich schon mal.


    :) Wolfgang

    Ich versuche es an anderer Stelle erneut mit Robert Fuchs. Und tatsächlich erscheinen mir diese rund 20-minütigen Sonaten auf anhieb gelungener als die beiden Sinfonien. Jedenfalls sprechen sie mich stärker an, wenngleich sie mir manchmal ein wenig zu süffig-schön erscheinen, so ganz ohne Ecken und Kanten.

    Ich finde es einfach nur gelungene Musik, die für den vermutlich nicht ganz so großen Rahmen sehr schön anzuhören sind. Auch die Naxos-Einspielungen finde ich sehr ansprechend gespielt.

    Da hast Du sicher auch Recht. Man braucht die richtige Stimmung und dann erfreuen diese Klänge. Wie bei Schönberg, bloß wieder anders ... ;) Grins2


    Ich höre jetzt gleich und erstmals nach kürzlichem Erwerb:



    Mullova verspricht Qualität. Die CD habe ich mir gekauft im Rahmen einiger Sonderangebote bei einer anderen Firma, nicht bei den Partnern. Sonst hätte ich sie mir nicht unbedingt erworben.


    :) Wolfgang

    Robert Fuchs


    Das Klavierkonzert könnte ich mir mal wieder anhören. Die Serenaden sind mir nicht unbekannt und sie sind in der Tat weniger lohnend - da gebe ich Frank gerne Recht. Das Konzert ist ein anderes Kaliber, in mehrfacher Hinsicht: allein schon der Umfang, ein gewisses Pathos von Beginn an, Ideenreichtum und die Verarbeitung des griffigen Materials.



    Eine zweite Einspielung, die ich nicht kenne, gibt es noch im Rahmen der Hyperion-Serie..


    :) Wolfgang

    Klavierquintette sammle ich nun nicht gerade bis aufs I-Tüpfelchen, aber ich mag sie sehr. Deshalb absolute Zustimmung, was den vorletzten Beitrag (den von Wieland) betrifft - und Dank für die Anregung an Quasimodo. Diese Scheibe von cpo ist vorgemerkt.


    Kennt jemand die folgenden Raritäten - das gilt wohl auch für den Komponisten:


    ...... Constantino Gaito ... längst gepostet ... wusst' ich's doch ...


    :) Wolfgang

    Das kann ich spontan für die zweite Sinfonie gut nachvollziehen. Ansonsten bedürfte es einer zukünftigen Aufmerksamkeit - es soll schlimmere Forderungen geben ... ;)


    Umgekehrt bin ich oft erstaunt, wie viele Komponisten des 20. Jahrhunderts - von Malcom Arnold bis Robert Simpson - sich (auch) auf Sibelius beziehen oder per Rezeption auf ihn bezogen werden. Da scheint mir Sibelius gleich nach Mahler (1) zu rangieren. Bruckner kommt dann auch rasch ...


    (1) Das kann ich nicht immer nachvollziehen, allerdings scheint mir Mahlers Musik aufgrund ihrer zeitgeschichtlichen, biographischen, ideo-, sozio- und psychologischen Vieldeutigkeit auch diesbezüglich problematischer als - eben - zum Beispiel Sibelius oder Bruckner.


    :) Wolfgang

    @ Mondnacht:


    Auf die Gefahr hin, dass ich bereits Gesagtes wiederhole, da ich den Thread eher oberflächlich durchgegangen bin.


    Das interessante Phänomen an der Schumann-Vertonung - schon irgendwie auch mein persönliches Lieblings-Kunstlied - besteht darin, dass harmonisch und melodisch erst das Postludium am Klavier eindeutig zur Ausgangstonart zurückführt. Die letzte Verszeile im Irrealis bleibt auch musikalisch in der Schwebe aufgrund des mitschwingenden erniedrigten Leittons. Ein wunderbares Exempel neben manchen Gemälden von Caspar David Friedrich, um die romantische Weltsicht Eichendorffs zu veranschaulichen - nicht zwangsläufig auch die Weltsicht eines Novalis, eines Brentano und natürlich auch nicht eines E.T.A. Hoffmann.


    Der romantische Katholik Eichendorff sieht die Natur nur als Durchgangsstadium hin zum Licht, zu Gott. Das steht konträr gegenüber jeglichem Pantheismus, hat auch nichts zu tun mit der Sturm-und-Drang-Lyrik etwa Goethes in seinem Mailied.


    Da ich kein großer Liedkenner bin, kann ich nur mit vermutlich zwei Einspielungen dienen. Fischer-Dieskau/ Moore wurden oben bereits vorgestellt. Diese Aufnahme habe ich - auf Kassette - meinen Oberstufen-Zöglingen vorgespielt. Die Kassette enthält Liedaufnahmen zu einigen romantischen Gedichten und ist gezielt für Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer gedacht.


    :) Wolfgang

    Gewinnen - ja, die Frage lasse ich gelten. Meine Antwort ist klar, aber das ist nun nicht relevant bei einer solchen Diskussion. Was aber soll ich verlieren, wenn etwas beachtet wird, was laut Partitur unmissverständlich vorgeschrieben ist? [Ich weiß schon auch, dass jetzt das Glatteis naht und sich Fragen stellen zum Werkbegriff, falls es einen gibt ... oder gar in Richtung Regietheater ..............]


    Ganz werde ich das Gefühl nicht los, dass ich jetzt anfange, mich im Kreis zu drehen ...


    :wink:

    Ich würde mich hüten, zu behaupten, genau zu wissen, dass ich nachvollziehen kann, was da musikalisch geschieht.

    Niemand hat behauptet, irgendetwas genau zu wissen.

    Da hat halt wieder die zwischenmenschliche Kommunikation mit ihren paralinguistischen Elementen gefehlt. Ich wollte wirklich nur suggerieren, dass ich mich als Nicht-Experten hüten würde ... und dass sich vielleicht sogar Experten bisweilen gerne hüten ...


    Ansonsten gebe ich zu, dass ich Deine Analyse - soweit ich sie verstehe, also vielleicht knapp in Gurnemanz'schem Ausmaß [ ;) :) :) ] - sehr interessant finde. Auch deshalb, weil wir anfangs vor ein paar Stunden doch recht neben der Sache, neben dem Thread vagisiert - das Verb gibt es allerdings nicht -, generalisiert, gefeixt haben. [ ;) :) ] Dass ich Dir, was bissige Ironie auf äußerst gepflegtem Niveau betrifft, nicht über den Weg traue, so Manches zutraue, darfst Du mir zugestehen wollen!


    :wink: Wolfgang

    Doch noch kurz dazu, ganz ernsthaft, jenseits vom konkreten Sachthema sowieso:


    Auch wenn ich jahrzehntelang Musik höre, vieles kenne, vieles auch gelesen habe: Ich würde mich hüten, zu behaupten, genau zu wissen, dass ich nachvollziehen kann, was da musikalisch geschieht.


    Natürlich bin ich kein Profi, aber ob die das so leicht behaupten würden, wenn es wirklich Profis sind?


    Und jetzt höre ich auf ...


    EDIT: Den etwas intelligenteren Beitrag hat soeben noch Gurnemanz geschrieben.

    Die Argumentation geht ungefähr in folgende Richtung:


    Hört man einen klassisch-romantischen Sonatenhauptsatz zum ersten Mal, so kann es sinnvoll sein, die Themen zweimal zu hören, um sie besser zu memorieren und in der Durchführung besser nachzuvollziehen, was mit den Themen geschieht.


    Hat man das Stück jedoch schon zwanzig Mal gehört, so ist diese Wiederholung eventuell nicht nur unnötig, sondern steht der inneren Dramatik sogar entgegen.

    Da spöttelt wieder einer ganz dezent ... :)

    Danke für den Hinweis mit der Expo-Wdh. , die die Sinfonie Nr.2 für mich unnötig verlängert.

    Für mich nicht. Komme grad heim von einem Konzert, bei dem eben diese Symphonie aufgeführt wurde, mit Expositionswiederholung: Da hat alles gepaßt, nichts war "unnötig verlängert". Gerade der geradezu fließende und wunderbar auskomponierte Übergang in die Wiederholung (ich habe gerade darauf besonders geachtet, auch weil ich nicht wußte, ob wiederholt wird) erschien mir logisch und stringent. Ich hatte gar nicht den Eindruck, daß es wieder von vorn beginnt, sondern daß es sich weiterspinnt - es war insgesamt eine eindrückliche Erfahrung, wie sich das dann ergab. Auch hatte ich nicht den Eindruck, daß die Länge des 1. Satzes die Proportionen des Ganzen störte, ganz im Gedgenteil, mir schien: Genauso muß es sein!


    :)

    Eigentlich verstehe ich beim besten Willen nicht, wieso mich eine Wiederholung stören sollte, wenn die Wiederholung vom Komponisten vorgesehen ist, wenn mich das Werk sehr anspricht und wenn es die Interpretation als solche auch tut ...


    :) Wolfgang

    Die drei Henze-Beiträge von mir und Amfortas habe ich in den Henze-Thread kopiert. Vielleicht bitte dort antworten, wenn noch jemand etwas dazu schreiben möchte.


    Danke an Alexander für den Levit-Beitrag dazu. Wenn er mag, kann er ihn ja auch kopieren.


    Dieser Beitrag und folgende Antworten von Amfortas und mir aus dem allgemeinen Hör-Thread kopiert:


    Vorhin gehört - zum zweiten Mal das Werk überhaupt:



    Tristan - Klavierkonzert von Hans Werner Henze


    So eigenwillig wie meines Erachtens schon recht heterogen, was das Material betrifft. Vielleicht liegt er auch nur an mir, dieser Eindruck. Die Werkidee muss ich nicht zwangsläufig nachvollziehen können - bei Musik ja keine Seltenheit, wenn es nicht gerade die Alpensinfonie ist, also blanker Naturalismus. Auf alle Fälle gepflegter Ästhetizismus, späterer Henze eben.


    Amfortas schreibt kurz darauf:


    Bezieht das sich auf Henzes 2. Konzert für Klavier + Orchester oder auf seinen Tristan ? Letztere Notenquälerei (also Tristan) halten meine Löffel bisher mit für seine gelungenste Mucke (sonst sind die nicht so der ganz große Henze-Nerd) ... inzwischen hatten auch Igor levit und FWM mit den Wienern dieser Chose sich angenommen ...


    Nochmals meine Antwort:


    Ich beziehe mich auf den Tristan. Das zweite Konzert finde ich auch bedeutender; es ist schlicht kohärenter gestaltet. Da komme ich mit Amfortas zusammen - welche Überraschung - 8) :)


    EDIT: Ach so! Du findest den "Tristan" bedeutender. Macht gar nichts. Erstens kann ich den noch ein paar Mal hören und besser hineinfinden. Zweitens wirst Du gegen das noch längere zweite Konzert ja auch nichts haben. Beim ersten Hören vor Jahren konnte ich nur wenig mit diesem Konzert anfangen. Das hat sich mit dem zweiten, dritten, vierten Hören - könnte der aktuelle Stand sein - geändert.


    Übrigens besitze ich auch noch die Einspielung mit Rolf Plagge, mit der ich auch das Werk kennengelernt habe. So richtig verglichen habe ich aber noch nicht.


    Dass Du, Amfortas, eine gewisse Distanz zu Henze hegst, wundert mich nun nicht. Er ist ein echtes Chamäleon gewesen und letztlich hat der Schöngeist gesiegt und vielleicht auch der Großkomponist ...


    Seit ich den Henze-Tristan kenne, wird mir allerdings klarer, warum dieser Beinahe-Schlüsselroman von Hans-Ulrich Treichel so heißt, nämlich Tristanakkord ... Vorher, muss ich gestehen, habe ich den Zusammenhang gerade wegen des Romantitels eigentlich nicht verstanden. Dass es aber um niemanden anderen als Henze geht, das muss man sich nicht denken, aber das kann man sich denken, und schnelle Information im Netz - oder vorher schon in der Zeitung - klärt es endgültig.


    Naja - könnte natürlich auch Germanisten-Propaganda sein ...


    :) Wolfgang

    So eigenwillig wie meines Erachtens schon recht heterogen, was das Material betrifft. Vielleicht liegt er auch nur an mir, dieser Eindruck. Die Werkidee muss ich nicht zwangsläufig nachvollziehen können - bei Musik ja keine Seltenheit, wenn es nicht gerade die Alpensinfonie ist, also blanker Naturalismus. Auf alle Fälle gepflegter Ästhetizismus, späterer Henze eben.

    Bezieht das sich auf Henzes 2. Konzert für Klavier + Orchester oder auf seinen Tristan ? Letztere Notenquälerei (also Tristan) halten meine Löffel bisher mit für seine gelungenste Mucke (sonst sind die nicht so der ganz große Henze-Nerd) ... inzwischen hatten auch Igor levit und FWM mit den Wienern dieser Chose sich angenommen ...

    Ich beziehe mich auf den Tristan. Das zweite Konzert finde ich auch bedeutender; es ist schlicht kohärenter gestaltet. Da komme ich mit Amfortas zusammen - welche Überraschung - 8) :)


    EDIT: Ach so! Du findest den "Tristan" bedeutender. Macht gar nichts. Erstens kann ich den noch ein paar Mal hören und besser hineinfinden. Zweitens wirst Du gegen das noch längere zweite Konzert ja auch nichts haben. Beim ersten Hören vor Jahren konnte ich nur wenig mit diesem Konzert anfangen. Das hat sich mit dem zweiten, dritten, vierten Hören - könnte der aktuelle Stand sein - geändert.


    Übrigens besitze ich auch noch die Einspielung mit Rolf Plagge, mit der ich auch das Werk kennengelernt habe. So richtig verglichen habe ich aber noch nicht.


    Dass Du, Amfortas, eine gewisse Distanz zu Henze hegst, wundert mich nun nicht. Er ist ein echtes Chamäleon gewesen und letztlich hat der Schöngeist gesiegt und vielleicht auch der Großkomponist ...


    Seit ich den Henze-Tristan kenne, wird mir allerdings klarer, warum dieser Beinahe-Schlüsselroman von Hans-Ulrich Treichel so heißt, nämlich Tristanakkord ... Vorher, muss ich gestehen, habe ich den Zusammenhang gerade wegen des Romantitels eigentlich nicht verstanden. Dass es aber um niemanden anderen als Henze geht, das muss man sich nicht denken, aber das kann man sich denken, und schnelle Information im Netz - oder vorher schon in der Zeitung - klärt es endgültig.


    :) Wolfgang