Beiträge von Jürgen

    "Die Plage" - für Cembalo

    Das Stück ist zwar inzwischen schon etwas älter (aus 2013), aber es passt jetzt vielleicht ganz gut in die aktuelle Zeit: "Die Plage" (The scourge) für Cembalo. Genau genommen für zwei Cembali.

    Es war damals für mich eher etwas Experimentelles, der Mittelteil (also von ca. 2:33 bis 6:50) ist inspiriert von György Ligetis "Continuum" (damit schon mal klar ist, was auf einen zukommt, wenn man sich das anhört bzw. antut).

    https://app.box.com/s/ddm6kul88b2y7xam2z2l

    Die Abschnitte:

    • Der normale Gang der Dinge (bis 1:00)
    • Leichte Unpässlichkeiten (bis 1:11)
    • Erste Warnzeichen (1:11 bis 1:32)
    • Der nicht mehr ganz so normale Gang der Dinge (1:32 bis 1:47)
    • Alarmzeichen (1:48 bis 2:07)
    • Der Übergang in das Unvermeidliche (2:08 bis 2:32)
    • Der Ausbruch und erste Welle (2:33 bis 4:47)
    • Die zweite Welle (4:48 bis 5:43)
    • Die dritte Welle (5:44 bis 6:05)
    • Interventionen (6:06 bis 6:28)
    • Es lässt nach (6:28 bis 6:50)
    • Licht der Hoffnung (6:51 bis 7:19)
    • Erholung und neue Lebenskraft (7:20 bis 8:45)

    Gibt auch eine Version für Klaviertrio. Kann ich bei Interesse auch posten.

    Er hat auch wahnsinnig viel komponiert. Mehr als 1000 Stücke. Wobei das allermeiste wohl nicht veröffentlicht ist. Ein bisschen was gibt es aber schon und einiges davon gefällt mir ganz gut. Zum Beispiel sein "A soldier of fortune":

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    Ihr könntet allerdings vielleicht noch posten, wieviel euch bisher für Vertonungsgenehmigungen in Rechnung gestellt wurde. Wenn 50 Euro wenig sind, dann bin ich gespannt, was denn ein üblicherer oder "angemessenerer" Betrag wäre.

    Das hängt im Wesentlichen davon ab, wie der Verlag das kommerzielle Potential deiner Aktivitäten einschätzt. Würde beispielsweise ein anderer Verlag dieses Gedicht in einer Zeitschrift mit einer Auflage von 50.000 Stück drucken wollen, sähe die Lizenzgebühr ganz anders aus. Dass dir bisher einige Verlage das Nutzungsrecht gratis überlassen haben, lässt also gewisse Rückschlüsse zu. :P

    @ Jürgen: Deine Position ist mir deutlich geworden. Die kann ich akzeptieren. Genauso solltest du auch meine Position akzeptieren. Ich will nichts umsonst haben, ich habe lediglich nach der Existenz eines Reglements gefragt.

    Was ich geschrieben habe, ist auch nicht meine Position, sondern ich habe nur versucht, deine Frage zu beantworten: Das Reglement ist das Urheberrecht. Da steht alles drin.

    Richtig, ich reagiere ein klein wenig gereizt, wenn die Leute denken, dass alles immer umsonst sein muss. Das hat nichts mit dir zu tun, sondern das ist wohl eher der Zeitgeist. Hat mit dem Internet zu tun. Da gibt es alles mögliche umsonst und irgendwann meinen die Leute, das muss so sein. Oder man habe gar ein Recht darauf. Vor einiger Zeit hat sich hier im Forum jemand darüber aufgeregt, dass die Wiener Philharmoniker dagegen vorgehen, wenn deren Videos auf Youtube hochgeladen werden. Der hat übrigens ganz ähnlich argumentiert (die sollen froh sein für die kostenlose Werbung, oder so). Was soll man da noch sagen.

    Wenn irgendjemand - ob Privatperson oder Firma - an irgendetwas ein Nutzungsrecht hat, dann liegt das meistens daran, dass die sich dieses Nutzungsrecht irgendwann einmal erworben haben. Wenn du dir ein Auto gekauft hast und somit ein Nutzungsrecht daran erworben hast, dann kommt ja auch keiner auf die Idee, dir vorzuwerfen, dass du dein Privileg, über das Nutzungsrecht zu verfügen, schamlos ausnutzt, indem du mit dem Auto fährst.

    Und jetzt mal ehrlich: 50 Euro! Das ist ja wohl eher ein Unkostenbeitrag als eine Lizenzgebühr.

    Wisst ihr von einer rechtlichen Grundlage für eine solche Lizenzgebühr? Das Urheberrechtsgesetz hilft nicht weiter,

    Natürlich hilft das Urheberrechtsgesetz weiter. Und zwar §12 und §31:

    §12: (1) Der Urheber hat das Recht zu bestimmen, ob und wie sein Werk zu veröffentlichen ist.
    §31: (1) Der Urheber kann einem anderen das Recht einräumen, das Werk auf einzelne oder alle Nutzungsarten zu nutzen (Nutzungsrecht). Das Nutzungsrecht kann als einfaches oder ausschließliches Recht sowie räumlich, zeitlich oder inhaltlich beschränkt eingeräumt werden.

    Es kann davon ausgegangen werden, dass der Urheber dem Verlag das Nutzungsrecht eingeräumt hat. Somit kann also der Verlag nach eigenem Gutdünken bestimmen, wie die Nutzung erfolgt. Er kann Lizenzgebühren verlangen oder auch nicht, ganz wie er will, ob 50 Euro oder 50 Millionen spielt keine Rolle. Er kann eine fremde Nutzung auch komplett untersagen, was nach meinem Kenntnisstand auch oft vorkommt. Es ist natürlich auch unerheblich, dass die Zustimmung des Verlags zu deiner geplanten Nutzung aus deiner Sicht keine "Leistung" ist. Außerdem ist es eine Leistung: Es muss sich jemand hinsetzen und dir einen Brief schreiben.

    Es gibt übrigens auch bei den Hörtests (Audiogramm) unterschiedliche Verfahren. Wesentlich besser, als das bei den HNO-Ärzten üblicherweise angewendete Verfahren (allmählich lauter werdender Ton und man drückt einen Knopf sobald man ihn hört), finde ich das Bésésky-Verfahren: "http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%A9k%C3%A9sy-Audiometrie". Hier steuert man durch den Druckknopf das lauter und leiser werden des Tones selbst. Man drückt auch hier den Knopf, sobald man ihn hört. Solange man gedrückt hält, wird er dann allmählich leiser und wenn man ihn nicht mehr hört, lässt man den Knopf dann los. Dann wird der Ton wieder lauter. So macht man das mehrere Zyklen pro Frequenz.

    Ist natürlich wesentlich zeitaufwendiger, als das übliche Verfahren (und wird deswegen entsprechend selten angewendet), es liegt mir aber wesentlich besser, als das Normalverfahren. Einmal bin ich vom HNO-Arzt mit einem einigermaßen beunruhigenden Ergebnis rausgekommen (leichte Delle bei 8000 Hz auf dem rechten Ohr). Ich bin dann sofort ins Klinikum Rechts der Isar in München abgezischt, um einen vernünftigen Test nach dem obigen Verfahren zu machen (ist auch der einzige Ort, den ich kenne, die das Verfahren anwenden). Und dort war das Ergebnis dann gleich ganz anders, sprich besser.

    Ein Hörtest, den ich weiterempfehle (die Erfahrungen mit dem ersten Hörgerät, das ich jetzt wieder zurückgegeben habe, waren eher enttäuschend): Wie hört Ihr den Schluß von Debussys Prélude à l'après-midi d'un faune? Dort erklingen in den letzten Takten 3 Töne antiker Zimbeln (Crotales -> "http://de.wikipedia.org/wiki/Crotales"), zunächst zweimal ein e'', dann ein h'' - so ist es zumindest notiert, ich vermute aber, daß es real 1-2 Oktaven höher klingen soll. Sehr hohe Töne und das auch noch ppp!

    Zwei Oktaven höher, e'''' und h''''.

    Ich hab' die Töne mal extrahiert:
    "https://app.box.com/s/byjwqr868pdonyf719jn3l6s0ipk8fc8

    Zu hören sind dort die letzten beiden Zimbel-Töne aus dieser Aufnahme: "

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    Die Stelle ist bei dieser Aufnahme ab 10:46, wobei der erste Zimbel-Ton hier tatsächlich etwas schwer zu hören ist.

    Welche Frequenzen sind das?

    Ca. 2600 Hz und 4000 Hz.

    Also ich habe jetzt bewertet. Mylnikov wurde nun doch noch getoppt. Und zwar von Stefan Abels. Sein Stück finde ich auch großartig und es passt vielleicht stilistisch besser zum vorgegebenen Thema. Ich habe aber beiden 5 Sterne gegeben, so genau kann man da nicht differenzieren.
    Ich werde mir auf jeden Fall meine Liste aufheben. Ich bin schon ziemlich neugierig, was die Jury meint. Vielleicht liege ich ja auch komplett daneben.

    Alexey Mylnikov! Boah ey!

    Ich bin immer noch nicht mit allen Stücken durch, aber das dürfte schwer zu toppen sein. Er hat auch eine ziemlich interessante und aufschlussreiche Erläuterung zu dem Stück geliefert. Jedenfalls interessanter, als das Geschwafel, das andere so schreiben.

    Zuerst ein kleines Orchesterstück, dass eher leichten Charakter haben soll:

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    Klingt wie Musik aus Zelda:

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    Also, ich hab jetzt knapp die Hälfte durch. Mein Favorit bisher ist das Stück "Foike" von Graciela Muñoz Farida. Verströmt in etwa eine Aura wie "Traced Overhead" von Thomas Adès. Ist auf jeden Fall gut gemacht. Und interessant notiert. Wobei ich streckenweise meine Zweifel habe, ob man allein aus der Notation herauslesen könnte, wie man das genau darbieten soll.

    Am besten gefällt mir der zweite Teil des Stückes. Mit der Hand auf die Klavierseiten schlagen, ist zwar nicht neu und inzwischen auch nicht mehr besonders originell, aber so habe ich es eigentlich noch nie gehört.

    Bewerten werde ich die Stücke aber erst, wenn ich alle durch habe. Das kann noch etwas dauern. Aber es ist ja noch Zeit.

    Ich als Komponist erliege dem naiven Glauben, dass mit der Fertigstellung der Partitur <meine> Arbeit erledigt sei.


    Das ist allerdings naiv. Jedenfalls dann, wenn es das Ziel sein soll, das Ergebnis deiner schöpferischen Tätigkeit einem breiteren Publikum näher zu bringen. In diesem Fall wirst du mit dieser Einstellung kein Bein auf den Boden bringen. Wenn du aber damit zufrieden bist, für "die Schublade" zu komponieren, dann ist deine Einstellung natürlich ok. Ansonsten muss man heutzutage davon ausgehen, dass man mit derartigem Micky-Maus-Sound nicht ernst genommen wird. Damit wirst du absolut vollautomatisch in die Hobby-Komponisten-Ecke gesteckt.

    Diabelli Contest

    Die Münchner Künstlerhausstiftung hat in Zusammenarbeit mit einigen Firmen (Musicalion, Capella Software, Finale) einen Kompositionswettbewerb für ein Klavierstück ausgeschrieben. Die Modalitäten sind recht ungewöhnlich: Die 126 Einsendungen kann man sich jetzt alle im Internet anhören und sollen dort bewertet werden. Aus den am besten bewerteten Stücken wird dann eine Jury die Preisträger ermitteln. Vorgegeben war ein rhythmisches Thema, das in dem Stück verarbeitet werden sollte. Vielleicht hört ihr euch mal ein paar Stücke an, würde mich interessieren, was ihr davon haltet (keine Angst, ich hab nicht mitgemacht, mein Zeug müsst ihr also nicht bewerten ;+) :(

    Hier ist der Link:
    "http://www.diabelli-contest.com/de/contest/vote

    Ganz nett. Ruhig und entspannend. Natürlich ist das Stück kompositorisch ziemlich schlicht, aber es muss ja nicht alles immer gleich große Kunst sein. Man kann sich's jedenfalls anhören. Also ich zumindest. Jedenfalls bis zur Hälfte, dann fängt's auch mir an, langweilig zu werden. Bei ca. 7:20 solltest du es (spätestens) zum Ende kommen lassen. Warum es dann noch bis 10:40 weitergehen muss, obwohl dir offenbar die Ideen ausgehen, ist mir nicht ganz klar.

    Naja, also Windows-Orchester ist natürlich schon noch mal eine Steigerungsstufe. Bei dem Sound kräuseln sich echt die Fußnägel. Wobei das Stück an sich gar nicht mal schlecht ist. Ich meine, wenn man den ersten Schock mal überwunden hat und zwei bis drei Minuten durchgehalten hat (was allerdings etwas Überwindung kostet). Dann allerdings kommt das Teil richtig in die Gänge. Aber wirklich, dieser Sound, das kannst echt nicht bringen.