Beiträge von Duc de Berry

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    Nun, der Grund ist dich ganz einfach: Es gab den gewissen Kreis, der es sich leisten konnten, und die die dafür arbeiten und bluten mussten, dass der gewisse Kreis es sich leisten konnte!


    Ludwig II. war ein Visionär und Genie? In erster Linie war er ein Genie darin, Steuergelder zu verschwenden und sein Land zu ruinieren! Ich für meinen Teil bin heilfroh, dass heute solche Spinner nicht einfach über Leib und Gut anderer Menschen verfügen können, ich bin heilfroh, dass ich die Chance habe, Bücher, Musik und Kunst überhaupt kennen zu lernen, ich bin heilfroh, dass nach über 200 jahren Aufklärung Menschen mit solchen kruden Ansichten, wie sie hier vorgetragen wurden, nicht mehr über mich entscheiden dürfen!


    Entschuldigung, aber das musste jetzt sein! Es heißt ja nicht umsonst: "Wer austeilen kann, ..." :pfeif:



    wer austeilen will, sollte sich vorher informieren von was er redet ;+)


    Ludwig II. hatte seine Schlösser allein aus seinem Privatvermögen bezahlt, an "Steuergelder" kam er gar nicht heran, den auch er bezog eine Art Gehalt vom Staat.
    Ludwig II war kein absolutistischer Monarch, sondern hatte sich dem Parlament zu fügen und unterzuordnen.
    Von einer Verschwendung von Steuergeldern zu sprechen geht also so ziemlich an den geschichtlichen Fakten vorbei.


    Und selbst wenn, so hat das Land Bayern, die damaligen Baukosten mit der hemmungslosen Vermarktung und der damit verbundenen Entweihung dieser Orte längstens wieder drin.




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    Eines jedoch will mir nicht in den Sinn: Was machst Du bei so einer Veranstaltung?


    ja jetzt frage ich mich das auch - ich bin mit völlig falschen Vorraussetzungen an diese Sache heran gegangen.
    Wenn von Barockkonzerten, beleuchtete Wasserspielen etc. die Rede ist, dann rechne ich nicht mit einem Bierzelt.
    Ich hatte ein kompremiertes Kulturfest erwartet - so einen Fehler macht man auch nur einmal.
    Ich denke durch diese Erfahrung kann ich mir auch sämtliche andere Veranstaltungen in dieser Richtung in Zukunft schenken.


    In Frankreich habe ich Feste erlebt, da ist gar kein Vergleich.
    Man wandelte durch den Park, lauschte der Musik und ließ sich von den Klängen, dem Licht der Fackeln und dem rauschen der Fontänen in eine andere Welt entführen.
    Nun ja statt Bier und Currywurst wurde da auch Champagner gereicht.


    Aber wenn ich an den Königsplatz in Kassel denke, der wurde auch angekündigt mit "Wasserspiele wie in Versailles" - stattdessen eine peinliche mißglückte Brunnenanlage, dessen Wasserverschwendung ein absoluter Hohn ist, wenn man daran denkt, das über eine Mrd Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser hat.
    Das meiste Wasser dieser grandiosen Anlage klatscht einfach auf den Platz und man hat im Sommer stets nasse Füße.
    An solchen Dingen merkt man schon wie das hier läuft....


    Ich bin einfach im falschen Land - das Land der Dichter und Denker...das ich nicht lache, ja dicht waren die alle, von denken aber keine Spur.



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    Das Fluidum, in dem der "Duc" sich bewegt, ist mir ausgesprochen fremd. Ich vermute auch mal, daß wir uns im direkten persönlichen Kontakt nicht einmal ansatzweise verstehen würden.


    das glaube ich nicht - ich bin keinesfalls so abgehoben, wie das scheinen mag.
    Und umgänglich bin ich auch - aber dieses Erlebnis hat mich gerade sehr mitgenommen und das konnte ich nicht für mich behalten.


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    Am liebsten würde ich diesen Thread mitsamt dem ganzen Elitegedöns in Richtung Wien verschieben. Leider nicht möglich.


    Tja bis zu dieser Nacht, hatte ich eine ähnliche Einstellung, das hat sich nun gewandelt.


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    Harnoncourt meinte einmal, er könne sich nicht vorstellen, dass es IRGENDEINEN Menschen gibt, der von Mozarts Krönungsmesse NICHT ergriffen wäre...


    ja das gleiche Problem wie bei mir - weltfremd in Bezug auf das Interesse der menschen an Kultur - er sollte mal die nächste Museumsnacht in Kassel besuchen und da die Messe aufführen, mal sehen was er dann sagt :whistling:



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    Dieses "primitive Pack" hat dir die ersten 31 Jahre deines Lebens finanziert. Und dabei wird es vermutlich nicht bleiben.


    Meinen Sie nicht das es langsam reicht ?
    Mein Leben wurde bisher von meinen Eltern und deren Arbeit finanziert, danach habe ich für mich selbst gesorgt.
    Und was da noch von ihrer Seite mitschwingt verbitte ich mir.


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    Es könnte dir evtl. helfen, wenn man deine "Kunst" offen diskutieren würde. Aber das erscheint hier nicht möglich, es würde einem als Beleidigung ausgelegt.


    warum ? ich befinde mich ständig in Diskussionen darüber. Es gibt einen Teil von Menschen die sind begeistert, ein andere Teil findet es ist absoluter Mist - ein dritter Teil nimmt es gar nicht war - damit muss man leben, das geht jedem Kunstschaffenden so. An konstruktiver Kritik wachse ich nur - ich versuche ständig dazu zulernen.
    Aber man kann es nie allen recht machen - warum auch ?
    Mann kann das akzeptieren oder eben nicht - und solange ich diese breite Unterstützung von Kuratoren, Professoren und anderen Kunstschaffenden erhalte, habe ich nicht das Gefühl "ein Problem" zu haben, ganz im Gegenteil. Die bisherige Resonanz des Publikums in bezug auf meine Arbeiten war alles andere als ablehnend, man ist interessiert, diskutiert und hackt nach.
    Wenn man mich fragt, was soll der ganze Kram, dann bekommt er/sie auch eine Antwort in der ich versuche zu erklären worum es mir geht.
    Ein Großteil versteht allerdings sofort was Sache ist.


    Das Studium, Ausstellungen, das entwickeln neuer Arbeiten das alles ist eine ständige Diskussion.

    Museumsnacht 2009 in Kassel

    Am Samstag den 5. September war es wieder so weit, die alljährliche Museumsnacht lockte mit fast 300 Ausstellungsorten.


    Das Wetter war zuerst dem Vorhaben nicht gewogen und so regnete es den ganzen Samstag, doch am späten Nachmittag klärte es sich auf und pünktlich zur Eröffnung um 17:00 Uhr strahlte wieder die Sonne.



    Wir besuchten diese Veranstaltung diesmal in unseren Barockkostümen – wollten auch vorzugsweise im "barocken Kassel" unterwegs sein: Orangerie und Schloss Wilhelmshöhe (wobei das Schloss ein wieder aufgebauter klassizistischer Bau ist)


    Schon der Weg zu den Veranstaltungsorten war apart, die Kasseler Jugend die sich in einer Hinterstraße betrank, sparte nicht mit Beleidigungen.
    Nun sie hatten wohl nicht die 90cm Klinge bemerkt die ich bei mir trug.
    Aber mittlerweile bin ich darüber hinweg dieses Verhalten persönlich zu nehmen.
    Perspektivlosigkeit, Neid, Selbsthass und Langeweile gepaart mit gezielter Verdummung durch die Hauptschulen war die eigentliche Quelle für diese Äußerungen.
    Man hätte auch in einem Smoking vorbei kommen können, das Resultat wäre das Gleiche.



    Nun der Weg zu Orangerie über die "Gustav Mahler Treppe" war weniger als spärlich beleuchtet. Es ist die einzige Verbindung zwischen Orangerie und der Stadt.
    Dass man es hier versäumte Beleuchtungen aufzustellen machte den Gang zu einem recht gefährlichen Unternehmen.


    Wir freuten uns auf die Orangerie und die Karlsaue.
    Aber außer dem Marmorbad und einer schwachen Fassadenbeleuchtung der Orangerie war es stockdunkel.
    Aus der Finsternis traten mal wieder die altbekannten Laserstrahlen hervor, die sonst vom Dach des Fridericianums leuchteten.
    Vor der Orangerie war eine kleine Bühne für einen Sänger aufgebaut, im Marmorbad fand dann um 22:00 Uhr ein Konzert mit barocken Instrumenten statt.


    Das Bad selbst wurde von mehreren Gorillas bewacht, als seien alle Besucher potentielle Randalierer – man fühlte sich sogleich wohl, zumal diese Typen bestimmte Besucher auf dem Kieker hatten und diese beharrlich verfolgten und nicht aus den Augen ließen.
    So was nenne ich Service.
    Die drei Musiker auf Violine, Gambe und Theorbe spielten herrliche Sonaten aus dem 17. Jahrhundert – und wenn man das teilweise ziemlich desinteressierte Publikum übersah und vor allem überhörte, so gelang ein ganz wunderbarer Zauber zwischen Architektur und Musik.


    Das Marmorbad ist vielleicht der größte Schatz den Kassel zu bieten hat.
    Ein Kleinod an barocker Prachtarchitektur.
    Orientiert an der Badewohnung Louis XIV, jedoch im italienischen Stil, vereint das Bad in meisterhaften Reliefs und Statuen sämtliche berühmten Liebeszenen der Mythologie.
    Eine dermaßen gelungen und qualitativ hochwertige und zutiefst berührende Schöpfung mag man vielleicht noch in Rom, Florenz oder Paris vermuten.


    Laut den Führern ist dieses Bad natürlich nie benutzt worden, nun ja ich habe eine andere Meinung dazu – so etwas baut man nicht um es nur anzusehen – es mag sein dass die Fertigstellung unter Landgraf Karl es nicht zuließ, dass er es benutzen konnte – im 18. Jh. verlor man an solchen Bauwerken natürlich das Interesse, auch Louis XV ließ die Badewohnung des Sonnenkönigs entfernen.


    Was weniger verzauberte, die Klänge des Barden vor der Orangerie zerschnitten mit den Tönen seine E-Gitarre die zarten barocken Melodien.
    Herausragende Organisation nennt man so etwas wohl.
    Die Besucher waren von der barocken Pracht wohl weniger begeistert, eine Dame meinte nur: ach komm wir gehen, ist eh immer das gleiche.


    Tja Kassel ist und bleibt ein Paradebeispiel für den Spruch „Perlen vor die Säue“
    Es hatte schon seinen Grund, dass man solche Schätze dem Pöbel vorenthielt.


    Ich hätte mich Stunden in diesem Raum aufhalten können und mich von den bezaubernden Reliefs und den sinnlichen Statuen an die altbekannten Geschichten von Ovid erinnern lassen.



    Viel mehr Andrang erfuhren die Fress- und Saufbuden.


    Wir gingen und machten uns auf nach Wilhelmshöhe.
    Leider war die Museumsnacht wohl schon gegen 23:00 Uhr zu Ende.
    In Wilhelmshöhe trafen wir auf eine ganz entzückende Gruppe von Damen, sieben an der Zahl, die ebenfalls mit historischen Kostümen unterwegs waren.
    Und dies war auch der schönste Teil des Abends.
    Nun wurde ich zum Kurfürsten ernannt und soll bei den künftigen Treffen im Park unbedingt anwesend sein.
    Und diesen Damen konnte ich unmöglich diesen Wunsch abschlagen. großes Grinsen


    Wir wollten noch ein wenig durch die Galerie der Alten Meister wandeln.
    Die Dame am Empfang sah uns an, als wären wir mit Scheiße überzogen gewesen.
    Man sieht es eben nicht gerne, wenn man etwas Farbe in den Museumsalltag bringt. Man ist wohl eine potentielle Bedrohung.


    Diese Dame hatte ohnehin die Angewohnheit das Museum als ihren persönlichen Besitz zu begreifen, ich war immer froh wenn sie nicht da war, weil es ihr schon ein Dorn im Auge war, wenn ich mit Zeichenblock ankam.



    Doch soweit ich weiß, gehören die Kunst- und Kulturschätze uns allen – oder aber zumindest dem Land Hessen, was aber doch eigentlich das gleiche ist, wenn ich die Demokratie nicht missverstanden habe.



    Ein Großteil des Publikums reagiert auf uns sehr positiv, das will ich gar nicht verschweigen.
    Und der neue Kontakt mit der Damentruppe war schon mehr als eine Entschädigung für das erlebte.
    Aber mir hat dieser Besuch doch gezeigt, dass der normale Bürger überhaupt kein Wertgefühl für Kunst besitzt. Es interessiert nicht, es wird nicht begriffen, weil die Bildung fehlt.
    Der normale Bürger von der Straße ist anscheinend doch sehr viel dümmer als ich bisher gedacht habe.


    So hielt man mich für Napoleon. wacky





    Die Museumsnacht mag vielleicht einige Kunstinteressierte Menschen anziehen.
    Aber in erster Linie ist es ein Saufgelage zu dem die Kulturschätze als Aufhänger missbraucht werden. Hier geht es nur ums schnelle Geld.



    Die Organisation krankt an allen Ecken und Enden, es ist einfallslos und ohne Ideen umgesetzt. Im Grunde hat man die Museen die ansonsten um 17:00 schließen, erst um 17:00 Uhr geöffnet, ein paar Musiker überredet sich dafür herzugeben und besagte Fress- und Sauf - Buden dazu aufgebaut – mehr nicht.
    Der Eintrittspreis von 9 Euro, bzw. 6 Euro mit Ermäßigung habe ich für die 3 Barockmusiker sehr gerne gezahlt – aber aufs Ganze betrachtet ist es eigentlich eine Frechheit.


    Alle Vorurteile bestätigen sich immer wieder aufs Neue, es wird zwar versucht etwas in Kassel zu bewegen, aber das ganze ist mehr PR als wirklich dahinter steckt.
    Es war absolut enttäuschend und ich werde die Museen lieber wieder besuchen, wenn ich weiß, dass vor den Eingängen keine grölenden Besoffenen herumhängen.


    Was hingegen gut funktionierte waren die zusätzlichen Straßenbahnen, die an und abreise von bestimmten Locations ganz gut ermöglichte.


    Mann muss wahrscheinlich andere Stellen besuchen, abseits der Hauptanziehungspunkte, am besten solche die nicht mal im Programm stehen …


    Mag sein das ich anderen Stellen mit meinem Bericht Unrecht tue, zumal ich sie nicht gesehen habe - es ist einfach auch nicht möglich alles zu besuchen – das ist schon ein Denkfehler in dieser ganzen Konzeption, wie soll man 300 Ausstellungs- und Veranstaltungsorte besuchen, wenn man mal gerade ein paar Stunden Zeit hat ?
    Um 23:00 Uhr wurden bereits viele Anlaufpunkte geschlossen.


    Auch der Vorverkauf war Semiprofessionell.
    Ich bin natürlich dahin gegangen wo ich mir alle nötigen Informationen erhoffte, ins Informationsbüro der Touristik in Kassel: geschlossen – am Tag der Museumsnacht.
    Da fehlen mir einfach die Worte.

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    Doch. Natürlich haben sie (die Richter) das zu entscheiden. Das ist gerade ihre Aufgabe.


    tut mir leid, aber dem werde ich nie zustimmen können.


    Allerdings dem Rest Deines Beitrages sehr wohl :prost:



    Nun zu Herrn Deck


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    Kompliment übrigens an die Künstlerlobby, die es geschafft hat, Privilegien gegenüber dem Rest der Bevölkerung zu ergattern. Tipp an die Handwerker: Nicht so viel arbeiten und lieber mehr Zeit in die Lobbyarbeit stecken.


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    Stimmt, den Thread gab's schon. Und er zeigt, welche absurden Probleme entstehen, wenn sich die Künstler weigern, ihrer Bürgerpflicht nachzukommen.


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    Damit befinden sie sich allerdings in guter Gesellschaft. Jede Gruppe will möglichst viele Leistungen vom Staat haben, aber möglichst wenig dazu beitragen.


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    Und so werden halt entweder illegal Steuern hinterzogen, oder "legal" Spezialgesetze durchgesetzt, die der entsprechenden Gruppe die Steuern teilweise erlässt.



    Diese Aussagen sind fast schon zu unglaublich um darauf noch antworten zu können.
    als ob keine andere Berufsgruppe dem Staat mehr schaden würde, als die Künstler.





    Jetzt will ich Ihnen einmal eines sagen.
    Ein Großteil der Künstler lebt gerade so an der Armutsgrenze.
    Es gibt kein gesichtertes Einkommen. Und doch sind diese Menschen Tag und Nacht produktiv, anstatt sich auf die nächste Bank zu setzen um sich zu besaufen.
    Kunst wird in erster Linie für die Gesellschaft gemacht, aber man braucht es ja kaum zu erwähnen mit wieviel Achtung bzw. respekt über Künstler geredet wird.
    Sie gelten als abgehobene Spinner die dem Staat auf der Tasche liegen.
    Hier in Kassel wurde der Ruf sogar laut die Kunstakademie zu schließen, weil es Steuerverschwendung wäre.


    In Wien werden den Kunststudenten sogar das Material bezahlt, wärend wir hier alles selbst finanzieren müssen.
    Künstler müssen dafür bezahlen, dass sie überhaupt tätig sein können.
    Das Geld wird mit schlecht bezahlten Nebenjobs herangeschafft.


    Und dann kommen Sie und wagen es solche Aussagen in den Raum zu stellen.


    Man ist als Künstler für die Gesellschaft tätig und muss sich noch auf so eine schäbige Art beleidigen lassen (siehe oben).
    Unsere Arbeit endet nicht einfach nach einem 8 Stunden Tag, sie begleitet uns 24 Stunden.
    Es ist eine verdammt harte Arbeit, die nicht weniger wert ist, als die eines Handwerkers oder Arztes.
    Kunst ist nicht nur ein Beruf, es ist eine Berufung für die man mit vielem bezahlt und für die man mit völliger Hingabe leben muss.
    Es ist kaum möglich eine normale Beziehung zu führen, weil die meisten Menschen mit dem Leben und dem Denken eines Künstlers nicht zurecht kommen.
    Weil eben immer die Arbeit an erster Stelle steht. Sie muss es auch, weil es ein Brennen ist, das einen dazu zwingt unermüdlich und ohne Rücksicht auf den eigenen Körper zu arbeiten.


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    Im Übrigen bin ich für Freiheit und Gleichberechtigung und daher auch für Kunstfreiheit. Aber alle sollen gleich viel Steuern bezahlen, und für alle sollen die gleichen Grenzen zwischen Meinungsäußerung und Beleidigung gelten. Das macht dann zwar einige Juristen und Steuerberater arbeitslos. Die werden dann eben an anderer Stelle gebraucht, z.B. in der Altenpflege.


    das ist weltfremd.
    Jeder muss nach seinen Möglichkeiten Steuern zahlen, das war schon das Ziel unter Louis XIV.


    Im Übrigen ist es eine Bodenlosigkeit, mit welcher Verachtung sie vom Berufsstand der Altenpflege hier sprechen, als ob, das jedermann könnte.
    Das ist ein thema auf das ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen möchte.




    Aber um im gleichen Ton zu antworten, es beweißt sich immer wieder aufs Neue, dass der Großteil des Volkes niemals verstehen wird, was Kunst ist und sein kann.
    Ein Glück, dass die Entscheidungsgewalt bei den gebildeten Gruppen liegt.
    Ich finde es unglaublich, dass man sich mehr oder weniger für seine Existenz als Künstler hier zu schämen hat.




    Das ist das letzte Wort das ich an Sie gerichtet habe.


    Den auf so einem armseligen Niveau weigere ich mich eine Auseinandersetzung zu führen.




    unfassbar. :shake: :shake: :shake:



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    in der Moderation haben wir durchaus Verständnis für Deine Position und auch für Deinen Ärger - solange Du argumentierst und nicht unter die Gürtellinie zielst. Im Sinne der Forenregeln bitten wir Dich, die von Dir selbst gekennzeichneten persönlichen Beleidigungen und den wirklich unnötigen Verweis auf "Musikschaffende um 1940" aus Deinem Posting zu entfernen.



    Anmerkung:


    ich habe meine verbalen Entgleisungen gestrichen, mit stillem Protest, aber mit der Rücksicht auf die Forenregelen - eine Entschuldigung wird es allerdings nicht geben.
    Da wären ganz andere Herrschaften zuerst an der Reihe.

    jepp, und dessen Kompositionen verschlagen einem leicht den Atem.
    z.B. sein Klavierkonzert oder die Symphonie in d-moll (für mich die Symphonie No. 42 :D ) lassen einem einfach nur den Kiefer runterklappen.


    Ulli hat diesen Stil bis zur Perfektion drauf und ich glaube wenn er wollte, könnte er Mozarts unvollendete Werke angemessen beenden - das dumme ist nur, er hat da zuviel Erfurcht davor und würde das nie tun - schade, denn er ist wohl einer der wenigen, der das wirklich könnte.


    Leider ist es auch so, dass eine solche Gabe in unserer Gesellschaft nicht wirklich gewürdigt und nur als Stilkopie abgetan wird, anstatt sich darüber zu freuen, dass es jemanden mit dieser Fähigkeit überhaupt gibt.

    das Problem ist, dass man eben die Frage "Was ist Kunst" nur sehr schwer beantworten kann - je nachdem welche "Schule" man durchlaufen hat.


    Nach Beuys ist der Standpunkt der Richter wohl ziemlich daneben.


    Und wenn man sich auf Kant beziehen würde "Kunst ist etwas, was keinen Zweck" erfülle, dann wird es eigentlich noch haariger.


    Was um alles in der Welt ist denn etwas, was wirklich gar keinen Zweck erfüllt ? Mir fällt absolut nichts ein.
    Kunst ist Heute in erster Linie Gegenstand einer Kommunikation, einer Darstellung bestimmter Visionen, eine Anregung zum Denken - und das ist sehr wohl ein Zweck, ein ganz gewichtiger sogar.


    Ich glaube es wäre wirklich Kunst etwas zu schaffen, was wirklich absolut gar keinen Zweck erfüllen würde, was nichtmal zum Denken anregen würde - aber das ist einfach unmöglich - weil der Zweck der Kunst eine gewisse Reflektion ist. In dem Moment in dem man "das Zwecklose" als Kunstwerk wahrnehmen würde - wäre schon wieder ein Zweck erfüllt. Das ist also eigentlich völliger Stuss.


    Zumal ich meine das Kant dieses "Zwecklose" auch etwas anders meinte, als es eben jetzt hier ausgelegt wurde (der Mann war ja kein Dummkopf)



    Im Grundgesetzt ist die Freiheit der Kunst verankert - d.h. sie haben nicht darüber zu entscheiden, wie oder was Kunst zu sein hat.
    Da begiebt man sich auf sehr dünnes Eis.
    Eine ähnliche Diskussion gibt es ja über die "Körperwelten" des Herrn von Hagens - ich sehe das z.B. absolut als Kunst.
    Er will es als "Aufklärung" verstanden wissen.



    aber man drehe die Situation mal um und lasse einen Künstler Recht sprechen... am besten noch Jonathan Meese :D
    Ich finde es einfach bedenklich, wenn sich Personen aus einem völlig anderen Metier dazu ermächtigen über das zu Urteilen was nun Kunst ist, oder was nicht.
    Mit diesem Richterspruch hätten sie auch Duchamp mit seiner Toilette verknackt und wer weiß wen noch....


    Aber darum geht es mir eigentlich nicht, wenn er beschissen hat wie auch immer, kann man das nachweisen - das einzige Problem um das es mir geht, ist eben diese Anmaßung zu entscheiden was nun Kunst ist, das hätten sie sich verkneifen sollen als seriöses Gericht.






    Und das Problem mit Philosophie ist eben, es sind ja auch nur subjektive Meinungen einzelner, die dann eben Anhänger finden (dann wird es zur Philosophie) oder eben nicht (dann ist er / sie ein Wirrkopf)
    Die Philosophie, so schön sie auch als solche sein mag, betrachte ich immer mit einer Grundskepsis - noch mehr wenn sie sich in reiner Kritik erschöpft oder aber sich in bestimmte Bereiche hineinhängt, die dem analythischen Denken doch eher fern stehen.
    Und ganz besonders sauer aufgestoßen ist mir da Adorno, wenn er über Kunst und Musik schreibt.


    Und da nehme ich mir einfach das Recht heraus zu sagen, dass ich mit diesen Kopfgeburten nicht einverstanden bin - zumindest im Moment. :whistling:


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    und das wäre wohl, was ein Kunstwerk vom Kunstgewerbe unterscheidet,


    das ist es ja eben - ist ein Kunstwerk das für den Kunstmarkt produziert wurde nicht auch schon Kunsthandwerk ?
    Eben weil es in einer Galerie zum Verkauf hängt ? Eben weil es später eine Dekoration einer Chefetage wird ?


    Daher kommt ja auch mein Standpunkt Kunst so zu machen, dass sie nicht verkauft und in Besitz genommen werden kann - erst dann - so meine Philosophie :D - ist es ein reines Kunstwerk, das nicht zu einer Ware oder einer Dekoration degradiert werden kann. Es bleibt immer Kunst aber dient sehr wohl einem Zweck :D

    nun ja die Kunstphilosophie von Kant ist ohnehin ein Thema für sich - und meiner Meinung nach kann man das zwar lesen, aber der Kram gehört genauso wie das Zeugs von Adorno, Hegel, Baumgarten, Nietzsche etc. in die Tonne.
    Das sind alles Werke die in ihrer Zeit, in ihrem Kontext verstanden werden sollten und auch nur da ihren Platz haben.
    Kunst funktioniert Heute anders und wird morgen wieder anders funktionieren.
    Das Problem ist einfach, das völlig unsinnliche Menschen versuchten über die Verkörperung der Sinnlichkeit zu schreiben. :shake:


    Selbst unsere Kunst- und Philosphieprofessoren können deren Thesen und Ansichten nur noch aus einer humorigen Seite betrachten - was ein Glück!!
    wirklich sinnvoll sind Kants Worte "lernen deinen eigenen Verstand zu gebrauchen" - mehr bedarf es eigentlich nicht.

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    Der Amtsrichter urteilte übrigens "Kunst ist, was keinen Zweck hat"!



    Bei einer solchen Aussage dreht sich mir der Magen rum.


    Aber mich wundert das persönlich wenig, da dies der allgemeine Weg unseres Staates ist und die Freiheit ohnehin der Sicherheit weichen wird.


    Mittlerweile stehen an unseren Briefkästen Aufkleber "Zu ihrer eigenen Sicherheit werden Sendungen stichprobenartig geöffnet"


    wie lange dauert es noch bis es heißt "zu ihrer eigenen Sicherheit sind Nachrichten, Internet und Rundfunkt stark zensiert, damit sie sich nicht aufregen"


    bzw. wer ein unbescholtener Bürger ist, der braucht sich vor der Kontrolle des Staates nicht zu fürchten - nur die Schuldigen müssen noch Angst haben ! (O Ton Robespierre)


    oder anders


    Der Mensch hat nur solange Rechte, wie er sie sich bewahren kann.

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    Von deiner Familienchronik bin ich echt geplättet! Du bist also ein lebender Königsprätendent und schlüpfst nicht in fremde Masken!


    das war mir sehr wichtig, denn ich benutze nur die Stilmittel.
    Louis XIV ist einfach der Archetyp eines Königs.


    Überhaupt ist das ganze Zeitalter von Versailles ja auch damals das Vorbild gewesen - daher kann ich gar nicht anders.


    Für mich ist diese Epoche eine Art "Antike" die mir als Vorbild dient.


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    Wie haste das hingekriegt? Ist der Adelsbrief auch Teil der Ausstellung?



    war geplant, wurde dann aber nicht gemacht, weil es zuviel wurde.
    Da stellen ja noch andere Künstler aus und ich bin ja schon ziemlich präsent: die Performance, der Sound, Bilder... das ist schon ziemlich breit.


    Aber der Brief wird bei der Ausstellung im Oktober zu sehen sein.
    Ich mach mal ein Photo. Kenner werden über diesen plumpen Versuch wahrscheinlich lachen, aber die ersten Leute sind schon drauf reingefallen.
    Aber um Verarsche geht es mir ja nicht.
    Ich will diese ganze Idee nur so glaubhaft und realistisch machen wie es geht, eben so, dass man als Außenstehender nicht mehr beurteilen kann, was ist real und was nicht.



    Dieser Ritter ist z.B. ein unehelicher Sohn des Herzogs von Berry, daher kommt auch mein Nick :D
    Das Wappen mit dem verräterischen Streifen ist dann aber später verschwunden :D


    in PC Grafik sieht das aktuelle Wappen übrigens so aus:



    und hier die Staatsflagge:




    Durch die nicht ganz astreine Abstammung wird natürlich auch der Anspruch auf den frz. Thron erhoben. Was die Engländer können, können wir schon lange :D
    Das schwarze Lilienbanner ist jedenfalls die "Hausfarbe"


    Die Hymne des Reiches ist natürlich eine Adaption von "Vive Henri IV." (man suche bei youtube) allerdings kömpt da noch ein anderer Text hinzu :D



    wie man so ein Dokument macht ?
    Nun ja erstmal muss das Papier uralt aussehen, dazu nimmt man etwas festeres Papier, damit es die nachfolgende Prozedur übersteht:
    Dieses Papier wird in ettlichen Lagen mit Kaffe bestrichen, auch ruhig mal fleckig, damit unterschiedliche Schattierungen entstehen, auch Wasserflecken etc.


    Dann muss man eine alt anmutende Handschrift beherrschen und mit Tusche und Feder den Text verfassen, in die Mitte kommt das Wappen, das mit Wasserfarben und Blattgold gemacht werden kann.
    Dann fehlt noch das Siegel, das kann man mit spezieller Modelliermasse faken - oder aber diese Masse dann aushärten und damit dann echten Siegelwachs prägen.


    so einfach ist das :D


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    Wie wäre es mit einer Aktion "Falstaff trifft Louis XIV." ... untermahlt abwechselnd von Lully und Verdi ... verschiedene Shakespeare-Charaktere haben Gastauftritte, ebenso historische Personen der Geschichte ... Hamlet lamentiert mit Marie Antoinette über "Kopf ab oder Kopf nicht ab, das ist hier die Fage" ... und Falstaff verführt Ludwigs Mätresse und zeugt Prinz Eugen ... und dann kommt Captain Picard und bringt das Raum-Zeit-Gefüge wieder in Ordnung ...


    Falstaff


    für sowas bin ich immer zu haben :thumbup:

    also die Umgebung ist in der Tat eine Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst - aber gerade da wirkt es abstrus - in einer Galerie der Alten Meister (haben wir in Kassel ja auch) wäre das sicherlich auch ne Nummer, aber ich tue mich noch etwas schwer in Kunst-Kontext an einem passenden Ort aufzutreten.


    Ich tendiere da eher dazu, in völlig abwegige Situationen zu schlüpfen: z.B. mal mit der kompletten Montur beim Aldi einkaufen gehen - als ob nichts wäre...


    Aber zumindest wird es am 5. September zur Museumsnacht etwas ähnliches geben, da besuche ich die Galerie in den Klamotten.





    Allerdings bin ich keine leblose Statue, ich bewege mich ganz natürlich.
    Und jeden Tag versuche ich auch mal was anderes, ich experimentiere gerne.
    Zur Eröffnung hatte ich noch den Spiegel - eine Anspielung auf Pygmalion... denn was macht Pygmalion, wenn er selbst das Kunstwerk ist ?




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    Eine Opernloge während der Aufführun einer Barock-Oper: Der Zuschauerraum würde in das Bühnenkunstwerk mit einbezogen werden, die Zeitebenen würden verwischen... warum ist noch niemand aufdie Idee gekommen?!


    gibt es längst, in Bayreuth (nein nicht auf dem Hügel) sondern im Markgräflichen Opernhaus gab es immer eine ganze Klientel die in absolut perfekten Kostümen im Zuschauerraum saß.
    Frag mal den Ramist - der gehört dazu :D




    Ja klar gibt es Musik, ich habe in monatelanger Arbeit einen ganzen Opernspielplan erstellt:



    Am Tag der Eröffnung der „B4“ habe ich mir ein „Barock Pasticcio“ gebastelt mit Opernszenen aus


    Cesti :Il pomo d’Oro (Ensemble Spectaculum)
    Cesti : Orontea (Concerto Vocale / Jacobs)
    Fux : La Costanza e fortezza (Gradum ad Parnassum / ORF Chor)
    Lully : Psyche (Boston Early Music Festival Ensemble / O’Dette)
    Lully : Cadmus et Hermione (Le Poeme Harmonique / Dumestre)
    u.v.a.




    dann die regulären Opern (diese werden in einer sehr zufälligen Abfolge ausgewählt, je nach Tagesstimmung)

    Francesco Cavalli: Ercole amante 1662

    Academy d’Ambronnay / Garrido


    Jean Baptiste Lully: Alceste, ou le Triomphe d'Alcide 1674
    La Grande Ecurie et la Chambre du Roy / Maloire


    Jean Baptiste Lully: Atys 1676
    Les Arts Florissants / Christie


    Jean Baptiste Lully: Amadis 1684
    La Symphonie du Marais / Reyne


    Jean Baptiste Lully: Roland 1685
    Les Talens Lyriques / Rousset


    Jean Baptiste Lully: Armide 1686
    Les Arts Florissants / Christie


    Marc Antoine Charpentier : Medée 1693
    Les Arts Florissants / Christie


    Marin Marais : Alcyone 1704
    Les Musiciens du Louvre / Minkowsky


    Georg Friedrich Händel : Rinaldo 1711
    Freiburger Barock Orchester / Jacobs

    Georg Friedrich Händel: Giulio Cesare 1726

    Concerto Köln / Jacobs


    Georg Friedrich Händel: Alcina 1735
    City of London Sinfonia / Hickox


    Jean Philippe Rameau: Les Indes Galantes 1735
    Les Arts Florissants / Christie


    Jean Philippe Rameau : Abaris, ou les Boreades 1764
    The English Baroque Soloists / Gardiner


    Francois Francoeur & Francois Rebel: Pirame et Tisbe 1726
    Ensemble Stradivaria / Cuiller


    Locke / Purcell / Blow / Eccles “Restoration Opera” (ein Pasticcio aus englischen Bühnenwerken)


    Jean Marie Leclair: Scylla et Claucus 1746
    The English Baroque Soloists / Gardiner


    Jean Joseph Cassanea de Mondonville: Les Fetes de Paphos 1758
    Les Talens Lyriques / Rousset


    Josef Myslivececk : Il Bellerofonte 1767
    Prazsky Filharmonicky Sbor & Komorni Orchstr / Pesko


    Niccolo Jommelli: Fetonte 1768
    Kammerorchester Stuttgart / Bernius

    Niccolo Piccinni: Catone in Utica 1770

    Ensemble der Mannheimer Nationaloper / Goebel


    Christoph Willibald Gluck: Iphigenie en Aulide 1774
    Opera de Lyon / Gardiner


    Wolfgang Amadeus Mozart: Mitridate, Re di Ponto 1770
    Les Musiciens du Louvre / Minkowski


    Wolfgang Amadeus Mozart : Idomeneo, Re di Creta 1781
    Freiburger Barockorchester / Jacobs


    Joseph Martin Kraus: Proserpin 1780
    Stockholm Kammerorchester / Tatlow



    :wink:



    ach ja, ich habe im Zuge der Arbeit eine eigene fiktive Familienchronik erschaffen.
    Angefangen mit einem Ritter, der an der Seite von Franz.I. bei der Schlacht von Pavia gekämpft hatte und mit ihm gefangen genommen wurde.
    Für diesen Ritter habe ich einen Adelsbrief komplett auf Latein verfasst und entsprechend bearbeitet, damit es wie ein historisches Dokument aussieht.


    Dieser Ritter wurde zum Grafen von Les Roches ernannt, später dann zum Herzog von Arvacenne.


    Dann führt die Familiengeschichte weiter, durch sämtliche Verwicklungen der Geschichte bis zu mir.
    Ach ja das Herzogtum Arvacenne ist ebenfalls rein fiktiv, ich habe es auf einem Gebiet angesiedelt wo sich die drei Departements Lorraine, Elsaß und Franche Comté treffen.
    Da ist nur Wald - absolut nix :D


    Im Zuge der Konterrevolution wurde dem damaligen Herzog ein souveränes Königreich versprochen, d.h. das Königreich Arvacenne existierte von 1814 - 1830 bis zur Julirevolution. Aber eben nur auf dem Papier.
    Als der damalige Herzog und erste König abdanken musste, schmiss er frustriert den Bettel hin und ging nach Amerika (zweite Linie der Familie)
    Es gab allerdings schon um 1580 den Versuch sich von Frankreich loszusagen, was aber mit der Hinrichtung des damaligen Herzogs endete.
    Ich stelle somit Matthias VI. (als König da) oder aber Matthias de Richetairrie, 14. Herzog von Arvacenne, Graf Les Roches.
    Und als ultraroyalistisches Zeichen trage ich den, seit 1830 nicht mehr existenten "Saint Esprit" Orden.


    :D

    Ein großes Mißverständnis, wenn man historisch informierte Aufführungspraktik -bzw. die tatsächliche historische überlieferte Besetzung immer mit kleinen Ensembles in Verbindung bringt.


    Gerade höfische Orchester - oder eben jene Konzerte in Rom waren ziemlich stark besetzt.
    Das frz. Hoforchester umfasste auch gute 60 Musiker, da sind 50 Musiker bei Händel keineswegs zu hoch gegriffen.



    Zitat

    Bedingt durch die klimatischen Bedingungen auf der nächtlichen Themse hat man wohl auf empfindlichern Instrumente wie Cembalo und Lauten verzichtet haben.


    Solche Instrumente wurden bei der Freilichtmusik prinzipiell nie benutzt - ich glaube da hat man sich auch an Frankreich orientiert, da man da Mittel und Wege fand, ein ganzes Orchester dem König durch die Gärten spielend folgen zu lassen.
    Ich wusste nur durch die Quellen, dass das so gemacht wurde - aber ich konnte mir nicht vorstellen wie man das gemacht hat, gerade wegen den Instrumenten die man ja nur sitzend spielen kann.


    Aber es gab Gamben und man denke an das Cello da spada, die an der Brust gehalten wurden: Problem gelöst :D



    Was die Continuo Instrumente betrifft, so gibt es die These, dass diese Instrumente in der Oper bei den Ensemblestücken (also Instrumentalnummern) nicht mitspielten, sondern nur die Rezitative begleiteten.
    Daher ist es denkbar, dass man auch bei der Aufführung von Suiten darauf verzichtete.
    Es gibt da verschiedene Versuche das so zu machen - ob man das mag, muss man selbst entscheiden - ich persönlich mag beide Ansätze mit und ohne :D

    Natürlich musst wieder etwas passieren, was mich fast dazu brachte, alles abzublasen: :cursing:


    einer meiner Professoren, also ein der beiden Prüfer ist nicht erreichbar.
    Wohl im Urlaub, ein gemeinsamer Prüfungstermin kommt so nun nicht mehr zu Stande.
    Um Haaresbreite könnte mein Examen also doch noch platzen - wegen "Unlust" :rolleyes:


    Nach einem Tobsuchtsanfall, gefolgt von heftiger Depression mit gerade verhinderter Kurzschlussaktion, habe ich mich wieder gefangen und überlegt was noch zu retten ist.


    Aber zum Glück steht der andere Prüfer zu mir und wir überlegten uns eine Alternative. So wird es im Oktober eine Art Retrospektive geben, eine Ausstellung an der Akademie, wo dann eben jene Fragmente der jetzigen Performance ausgestellt werden (Kostüme, Photos etc.)


    Das ist vielleicht sogar noch besser als der ursprüngliche geplante Ablauf, denn so könnte ich auch nochmal eine Statement an der Akademie ablassen....




    Wiedereinmal habe ich erfahren müssen, dass ein gegebenes Wort nichts mehr in unserer Zeit bedeutet. In anderen Zeiten hätte ich auf Genugtuung bestanden :wut2:



    Aber warum Ärgern. Von meinem anderen Prüfer habe ich zumindest schon mal die Rückmeldung bekommen, dass die Schriftliche arbeit ganz gut sei.


    (die gesamte schriftliche Arbeit umfasst zwei große Teile:
    Teil I: beschreibt im Detail meine fiktive Welt, das Hofrecht, den Palast, es sind die Konzepte und Dokumentationen frühere oder geplanter Aktionen enthalten, eine Mege Zeichnungen, Skizzen und Pläne.
    Der zweite Teil ist das Grundgerüßt meiner kompremierten Encyclopedie des Absolutismus.)



    deshalb poste ich wie versprochen hier meinen Einführungstext:





    Die Ausstellungseröffnung



    Der Tag der Eröffnung war ziemlich stressig, zuerst war es noch recht warm, was mich ordentlich zum schwitzen brachte, aber dann hatte ich mich langsam eingewöhnt.
    Es war deshalb auch so anstrengend, weil ich von 16:00 – 21:00 Uhr, also fünf Stunden in dem Kostüm zubrachte. Denn vorab gab es noch Probesitzungen.


    Dann kam Jan Hoet und ich war angenehm überrascht, ein sehr netter Mann, überhaupt nicht abgehoben. Wenn ich da an einige der Professoren an unserer Uni denke..... :rolleyes:
    Dann ging es endlich los, ich nahm meinen Platz ein, auf meinem „Thron“ natürlich in meine beste Robe gekleidet.


    Die Räume füllten sich mit Besuchern.


    Es schien so, als wäre meine Aktion mal etwas erfrischend anderes – was mich angenehm überraschte, ich spürte und vernahm nur positive Resonanz.
    Es ist schon komisch, außerhalb der Hochschule funktioniert es immer... :whistling:


    Bis auf einen Typen der auch immer auf dem Rundgang der Kunsthochschule herumfällt und prinzipiell alles Scheiße findet – da frage ich mich dann natürlich, warum geht er dann überhaupt zu solchen Veranstaltungen hin ?
    Leider ist das auch jemand, der sich auf gar nichts einlassen kann und will – und somit nie begreifen wird was Kunst alles sein kann. :thumbdown:




    Es gab auch viele Leute die sich mit mir dann ablichten lassen wollen – die Rolle der Attraktion hat schon was. Jedenfalls ist das doch schon ein schönes Gefühl, wenn man etwas gemacht hat oder in dem Fall gerade macht, was anderen Spaß und Freude bringt – gefällt mir. :D



    Nun ja, dann kamen der offizielle Teil.
    Da die Ausstellung in den Räumen der Brüder Grimm Platz e.V. stattfindet, hatte auch der Vorsitzende des Vereins zuerst das Wort, er stellte natürlich erst mal den Verein vor und dessen Aufgaben.



    Dann kam endlich Jan Hoet an die Reihe.
    Mit einem liebenswürdigen belgischem Akzent präsentierte er sich als gewandter Redner und zeigte sich sehr angetan über die Leistung von Simon Großpietsch und seinem Team. Ohne dessen Einsatz wäre eine solche Ausstellung kaum möglich.
    Und Herr Hoet redete auch den Kulturmachern in Kassel ins Gewissen (die waren nur nicht anwesend), es sei falsch, sich nur auf die großen Projekte zu stützen und die Stadt nur alle 5 Jahre für die Documenta aufzupolieren. Es seien gerade diese kleineren Ausstellungen die man nach Kräften unterstützen müsste.


    Soweit ich informiert war, hatten die Stadtverantwortlichen wenig Interesse an einer Unterstützung und zeigten sich dementsprechend unkooperativ. Simon suchte ja ewig nach einem Raum für die Ausstellung, als Antwort bekam er recht patzige Antworten.


    Umso erfreulicher war es, dass die Brüder Grimm Platz e.V. ihre Räume zu Verfügung gestellt haben.


    Nach dieser Ausstellung und nachdem ich hoffentlich mein Examen doch noch machen kann, werde ich meine Erfahrungen mit dieser "Kulturhauptstadt" veröffentlichen.
    Das ist dann auch verbunden mit meiner Abreise aus diesem Provinznest.




    Herr Hoet wiederholte fast meine Worte: bildende Kunst ohne den Rückgriff auf Vergangenes sei nicht möglich, Kunst braucht Vorbilder.
    Das hat mich dann doch recht bestärkt in meiner Sicht der Dinge.
    Dann sprach von der Präsentation von Kunst.
    Sie sei Heute ebenso wichtig wie die Idee der Arbeit.
    So wurde aus seiner offiziellen Rede schnell ein persönliches Gespräch, was ebenfalls sehr gut bei Publikum und Künstlern ankam. Er sprach bestimmte Arbeiten in seiner Rede an um das zu verdeutlichen.
    Er meinte dann zu mir, das meine Präsentation perfekt sei und lobte dann den Verweis auf die Geschichte.
    Eine große Ehre für mich - ich war schon ein bisschen stolz


    Lustig fand ich auch den einen Kerl, als er mich auf meinem Thron sah und ausrief: "das ist ja mal richtig geil!"


    Dann denke ich mal, dass es doch nicht so eine blöde Idee war, das zu machen.
    Obwohl ich zwischendurch immer mal wieder dachte: was mache ich hier eigentlich ?!


    Aber auch Simon dachte das zwischendurch immer wieder.
    Es sind ganz seltsame Momente in denen man einfach das Gefühl hat im falschen Film zu sein.
    Zum Glück legt sich das sehr rasch wieder.



    Es hat sich doch ausgezahlt jetzt auf die gesamte Ausstattung soviel Wert zu legen, richtige Schuhe, gute Perücken, Hüte mit Qualität - und mein besonderer Stolz, ich bin seit vorgestern bewaffnet
    mit einem echten Degen. Das alles zusammen ist eine ganz andere Liga, als im Jahr 2007. Und allein das Wissen darum, das eben jetzt eine gewisse Qualität hat, bestimmt schon mein ganzes Gefühl.


    was ich aber total verrückt fand, ich habe den Degen gerade mal einen Tag getragen und schon kam ich mir ohne ihn nackt und hilflos vor.
    Waffen haben eine ganz enorme Wirkung, und ich bin über diese Erfahrung eigentlich erschrocken.
    Ich hab es nie verstanden warum man eine Waffen haben muss, jetzt allmählich beginne ich zu begreifen, es unterstreicht eben auch die Männlichkeit.
    Zumindest dürfte eine 90cm lange Klinge immer Respekt einflößen...man muss ja nicht dazu sagen, dasss das Teil nicht mal warmes Wasser schneidet





    Ein erstes Gruppenphoto gibt es jetzt schon auf der offiziellen Webseite:


    http://www.b4-2009.de



    und hier noch etwas Bildmaterial von der Vernissage:










    Liebe Grüße,


    Matthias


    :wink:

    ja ich meinte mit "ästhetischer Erfahrung" wirklich etwas anderes, das was Du meinst trifft den aber den Nagel am Kopp :D


    Zitat


    Der Künstler zeigt mir seine Welt, die in besonderer Weise ein Spiegel oder ein Kondensat unserer gemeinsamen Welt ist, darin sehe ich die besondere Kommunikationsweise der Kunst. Ich möchte aber wirklich eine Welt sehen, hören etc. Wenn ich Ideen kennenlernen und begreifen möchte, wende ich mich lieber an die Wissenschaft und an die Philosophie.



    ich sehe z.B. meine eigene Arbeit auch eher als das zeigen einer bestimmten Welt - meiner Welt, aber ich schließe nicht aus, dass dadurch auch "kunstfremde" Bereiche angesprochen werden.
    Ob meine Welt nun besonders originell ist, weiß ich nicht, das ist mir auch nicht so wichtig.
    Wichtig ist vielmehr, was sie mir bedeutet.
    Es gibt nur sehr wenige Künstler die ähnlich arbeiten - aber das empfinde ich nicht als negativ.


    Leider ist es aber bei einem Teil der Künstler so, dass sie eben keine eigene Welt zeigen, sondern eben nur reflektieren (..ich möchte mit meiner Arbeit auf das Elend der Tiere aufmerksam machen etc...)
    Ganz schlimm finde ich auch Maler, die sich ständig nur an einen momentan in Mode gekommenen Maler "anhängen" und sobald wieder etwas neues dran ist, wechseln sie auch ihre gesamte Ästhetik - ich kann es gar nicht verstehen, wie man sich selbst so "ausklammern" kann.


    Das ist für mich keine Kunst - zumindest nicht in "meiner Welt" :D


    Zitat

    Wenn ich mich nicht irre, hast du bald Abschlussprüfung? Good luck schon mal!


    Merci, jepp in 5 Tagen geht es los.
    Dann treffe ich auch Jan Hoet mal persönlich :D


    http://www.b4-2009.de


    Ich hatte gestern auch schon ein lustiges Erlebnis, denn im Moment bin ich ja das einzige "greifbare" aus meiner Welt und ich hatte gestern die Anprobe meines neuen "Staatsrocks" und es klingelte die Post :D
    Tja so musste ich in voller Montur meine Post entgegen nehmen, der Blick war unbezahlbar :mlol:
    ich meinte nur "keine Sorge ist nur Kostümanprobe"
    der Postbote" ach in meinem Beruf wundert man sich über nix mehr"
    ich bin bestimmt der erste im Barock-Kostüm, aber wieviel Männer in Strapsen hat er wohl schon gesehen.... ^^

    Zitat

    Eine solche Kunst macht sich aber auch überflüssig. Ich habe das in meinem ersten Posting anzudeuten versucht. Ein Künstler, der fortwährend reflektiert, sollte zum Philosophen umschulen.Warum auch nicht? Vielleicht gibt es ja Zeiten und Umstände, in denen es wichtiger ist, nachzudenken statt zu produzieren.



    Ich kann mich ja eigentlich gar nicht objektiv an dieser Diskussion beteiligen, weil ich als "Betroffener" :D ja selbst eine Position finden muss(te) und daher bestimmte Herangehensweisen ablehne oder beführworte.


    Aber die Heutige Kunst hat absolut nichts mehr mit einem rein "ästhetischen Prozess" zu tun. Es ist vielmehr.


    Oder wie es ein Professor bei meiner Aufnahmeprüfung formulierte (bevor er die fünf Kanditaten nannte, die aufgenommen wurden)
    (freie Widergabe):


    "Es ist jedesmal wieder aufs neue für uns erschreckend, was für Leute sich hier erfrechen Kunst studieren zu wollen.
    Weder Ahnung von Kunstgeschichte noch von dem was Heute ab geht.
    Es kann doch nicht sein, das wir alte Säcke mehr über die jetzige Kunstszene wissen als die Jungen?!
    Und ohne eine gewisse Grundbildung sich an eine Hochschule zu trauen ist schon an sich ein starkes Stück!


    Zudem scheint nicht klar zu sein, das Kunst mittlerweile ein halb philosophischer Studiengang ist.
    Nun zum Glück gibt es auch immer erfreuliche Ausnahmen."




    Kunst ist mittlerweile eine Form der Philosophie, das war sie meiner Definition nach schon immer.


    Daher liegt es in der Natur der sache, dass Kunst auch nur noch reines Gedankenspiel sein kann, Thesen, Konzepte.



    Aber die Frage "was ist (die eigene) Kunst" muss gerade jeder Künstler für sich selbst klären - unabhängig von dem was die Kunstwisschaft, Professoren, Künstler oder Besucher meinen zu wissen. Das muss eine ganz persönliche Entscheidung bleiben.
    Ich lehne bestimmte Formen der bildenden Kunst strikt ab. Und ich denke das ist auch mein Recht, genauso wie meine Arbeitsweise von anderen Künstlern ebenfalls abgelehnt wird.
    Man denke nur an die Serialisten die Minimal Music meist konsequent ablehnen und umgekehrt - Lagerbildung ist fast nicht zu verhindern, wenn man sich selbst positioniert.
    Aber das ist keine außergewöhnliche Entwicklung, sondern etwas wovon die gesamte Kunst- und Musikgeschichte geprägt wurde.


    Ich halte mittlerweile gar nichts mehr von Werken, die nur Kunst werden, weil der Kontext verändert wird (Duchamps etc.)
    Ebenso reagiere ich allergisch auf Kunst die allein aus der Provokation schöpft - oder auf platteste Art gesellschaftliche Misstände anzeigt.
    Das begnet einem vor allem in der Kunst der III. Welt - da mag das auch seine Berechtigung haben.... mich interessiert das aber absolut nicht.


    Für mich muss Kunst mehr sein, als eine rein ästhetische Erfahrung.
    Es muss zum philosophischen Denken angeregt werden - Kunst ist eben auch eine Form der Kommunikation.