Beiträge von Maurice

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    Die Borodin-Sinfonien - die 3. ja leider unvollendet - sind wirklich sehr lohnende Werke, die immer noch recht "vergessen" erscheinen. Die "Schwergewichte" am Pult - die großen Russen einmal ausgeklammert - ignorieren sie weitgehend, Ausnahmen (Sanderling, Kleiber) einmal ausgeklammert.


    Roshdestvensky hat sie übrigens auch eingespielt. Gergiev auch....E gibt durchaus ein paar Einspielungen noch.

    ASIN kopieren und dann im Editor auf den entsprechenden Partnerbutton klicken also so wie bisher, d. h. ich stelle da keinen Unterschied zur alten Forensoftwareversion fest.

    Genau DAS habe ich 2x versucht, aber es hat eben NICHT funktioniert. Danke Dir, lieber Lionel.

    Franz Berwald Sinfonien Nr.1 & 4


    San Francisco SO , Herbert Blomstedt


    Die erste CD, die ich im "neuen Outfit" höre ist die Einspielung von Blomstedts Berwald.


    Lieber Quasimodo, muss man beim Einstellen von Bildern was Neues beachten? Wenn ich es mache wie bisher, wird mir das Bild nicht angezeigt.


    Duke Ellington: Aus dieser 10-CD-Box die CD-Nr.1 AD: 11.04.1938-24.08.1938


    Die Box beginnt 1938 und endet genau am 16.Januar 1946. Warum genau diese Einteilung erfolgt ist, kann ich nur bedingt nachverfolgen, hängt aber mit den Rechten der Verwertung zusammen. Ellington machte Aufnahmen für Brunswick, Variete, Vocalion, Okeh, Columbia, später dann Capitol, Verve und kurzzeitig auch Reprise und 1973 auch für Pablo. Es kommen aber nur ein Teil dieser Einspielungen in Frage. Auch Hinsight veröffentlichte Einspielungen 1946-1947, dazu kommen inzwischen die Tresury-Veröffentlichungen, seine "Private Collection" , dazu weitere Live-Veröffentlichungen diverser Rundfunkmitschnitte, etc.


    Hier auf dieser CD findet man Raritäten wie "Pyramid", "Swingtime in Honululu", "Watermelon Man" (!!!, natürlich nicht das Stück gleichnamigen Titels von Herbie Hancock), "Love in Swingtime", "A Gipsy without a Song" und zwei Einspielungen von "Prelude to a Kiss".

    Leider gibt es zwei traurige Nachrichten:


    Der Jazz-Flügelhornist Ack van Rooyen ist im Alter von 91 Jahren verstorben. Ich habe noch keine näheren Infos an was, aber für den Anfang als Nachricht reicht es aus. Ich denke, viele kennen ihn noch von seinem Mitwirken bei Bert Kaempfert, Peter Herbolzheimer, dem United Jazz & Rock Ensemble und der SDR-Bigband unter Erwin Lehn. Er war Mitgründer der SFB-Bigband (1960-1966), wirkte mit Clark Terry, Gil Evans, Lee Konitz, Dizzy Gillespie, u.v.a. Er war noch mit 90 Jahren als Musiker tätig.


    Ebenfalls verstorben ist Dave Frishberg, Pianist, Sänger, Komponist, Arrangeur. Er wurde 88 Jahre alt. Er spielte mit Ben Webster, Al Cohn/Zoot Sims, Anita O'Day, Carmen McRae, Gene Krupa, Judy Garland, Rebecca Kilgore, der Bill Berry-Bigband, u.v.a.


    https://www.nytimes.com/2021/1…4CVox7tVkBrULQ1wX6HpPWZ2Q

    Wassilij Kalinnikoff (1866-1901)
    Sinfonie Nr. 1
    National SO of Ukraine, Theodore Kuchar
    Naxos, DDD, 1994


    Scheint mir absolut konkurrenzfähig, diese Einspielung. Vielleicht sogar vom Ansatz her etwas ausgeruhter, entspannter, als die ein wenig aufgekratzt wirkende Järvi-Aufnahme.

    Sage ich doch. Die Naxos-CD ist absolut ok.


    Rod Mason/Ian Wheeler-Band : The Entertainer AD: Februar 1974, Deutschland


    Rod Mason (Kornett) - Bobby Fox (Posaune) - Ian Wheeler (Klarinette, Altsax) - George Webb (Klavier) - Dick Bishop (Banjo) - Tony Bogat (Bass) - Jimmy Garforth (Drums)


    Rod Mason (1940-2017) dürfte in Europa neben Oscar Klein der beste Kornettist gewesen sein, was die Musik Louis Armstrongs und dessen Zeitgenossen angeht. Er spielte ab 1959 mit Cy Laurie, gründete 1962 zusammen mit Monty Shunshine die berühmte Monty Sunshine-Band, 1965-1970 dann die erste eigene Band. 1970-1973 dann bei Mr. Acker Bilk, ab 1973 dann erneut eigene Band zusammen mit eben Ian Wheeler.


    1980 ging er dann einige Zeit zur Dutch Swing College Band, um 1985 seine berühmte "Hot Five" gründete und ganz im Sinne des frühen Armstrong spielte.


    Ian Wheeler (1931-2011) spielte u.a. 1952-1955 mit der River City Jazz Band, wurde 1955 Nachfolger von Mr. Acker Bilk bei Ken Colyer, bei dem er bis 1960 blieb. 1961-1968 und 1976-1998 war er in der Band von Chris Barber gewesen. Dazwischen, wie geschrieben, lag die Band mit Rod Mason. Nach 1998 wirkte er in der Band "Best of British" mit, die Musiker aus den bekanntesten britischen, traditionellen Jazzbands beinhaltete.


    Jimmie Noone : Moody Melody - The Cradle of Jazz AD: 1934-1940 (CD2)


    Jimmie Noone (1895-1944) gehörte zu den ganz wenigen Musikern schwarzer Herkunft aus New Orleans, die eine hervorragende Ausbildung genießen durften. Er war Schüler von Prof. Franz Schoepp, jenem überragenden Lehrer mit deutschen Wurzeln, der viele Jahre im Chicago Symphony Orchestra spielte, und der auch der Lehrer von Benny Goodman und Buster Bailey wurde.


    Noone selbst wurde letzten Endes nie so bekannt wie etwa George Lewis, Sidney Bechet, Johnny Dodds und Barney Bigard. Zunächst spielte er bei Freddie Keppard, Kid Ory, Buddy Petit, King Oliver und machte auch einige Aufnahmen mit Louis Armstrongs Hot Five 1928. Anschließend wirkte er bei Tommy Ladnier und sechs Jahre bei " Doc Cook's Dreamland Orchestra" mit.


    Ab 1916 hatte Noone auch immer wieder mal eigene Bands. Später sollte sein "Apex Club Orchestra" nach dem gleichnamigen Club benannt, seine Band werden. Ab 1926 hatte er sie immer mal wieder aktiviert. 1938 leitete er kurze Zeit sogar eine eigene Bigband.


    Er spielte bis 1917 ausschließlich in New Orleans, anschließend weitgehend in Chicago, mit Ausnahmen 1931 und 1934 und 1937, als er kurzzeitig in New York tätig war.


    Auf dieser Doppel-CD befinden sich 45 Nummern, von denen nur 9 in New York gemacht worden sind (alle mit Charlie Shavers an der Trompete).


    1944 erlag er einem plötzlichen Herzanfall mit nur fünf Tage vor seinem 49. Geburtstag.

    Sehr schöner Vergleich!


    (Als einfallsreiche Metapher gesehen - den Herrn kenne ich natürlich nicht.)

    Es ist eine Seele von Mensch, so um die 1,90m groß und auch breit wie ein Kleiderschrank. Dabei hat er einen wunderbaren, trockenen Humor.

    Lach......Ja, wenn man manche Musiker beobachtet, wird man feststellen, dass einige dabei die witzigsten Gesichter und Bewegungen machen. Man selbst merkt das übrigens überhaupt nicht. Ich muss selbst lachen, wenn ich sehe, wie ich manchmal herumkaspere. Ich kenne einen Drummer, dem darf man nicht zuschauen, sonst bekommt man einen Lach-Flash. Mit dem einen Bassisten, mit dem ich recht oft zusammen spiele, ist es auch so. Dessen Gesichtsausdruck ist zu köstlich manchmal. Oder einer meiner Jungs am Banjo. Er ist immer so hochkonzentriert beim Spielen, dass man meinen könnte, er würde kleine Kinder fressen wenn sie schreien. :megalol:

    Okay, dann liegt' s wohl daran, dass ich mich, bei einem Auftritt eines Jazz-Trios, noch nie so sehr auf einen Kontrabassisten konzentriert habe wie heute.

    Möglich. Ich hoffe, es hatte nur mit der Musik zu tun :D :versteck1:

    Ist es nicht ziemlich antregend, fast das ganze Konzert hindurch zu zupfen - und kaum zu streichen? Habe heute ein Konzert besucht, in welchem ein (wirklich guter, wie ich finde) Bassist zu ca. 80 % gezupft hat. Da frage ich mich ... wie sehr so etwas die Finger strapaziert und/ oder womöglich sogar Schmerzen bereiten kann/ könnte!?

    Die Antwort kann ich Dir zumindest im Ansatz beantworten. Bassisten bekommen eine Hornhaut an die entsprechenden Finger, sonst könnten sie das nicht machen. Oftmals sitzen sie auf entsprechenden Stühlen. Es betrifft vor allem die KONTRA-Bassisten, aber es gibt auch diverse Größen von Bässen. Viele meiner Kollegen verwenden daher nur einen sog. "halben Bass", der nicht so ein Volumen hat. Schmerzen gibt es eher an der Bandscheibe.


    Firehouse Five Plus Two: Dixieland Favorites AD: 1958&1959&19601964&1969


    Danny Alguire (Trompete) - Ward Kimball (Posaune) - George Probert (Sopransax) - Frank Thomas (Klavier) - Dick Roberts (Banjo) - Don Kinch (Tuba) - Eddie Forrest (Drums)


    Die vielleicht ungewöhnlichste Jazzband in diesem Bereich dürfte die von Walt Disney ins Leben gerufene Band "Firehouse Five Plus Two" gewesen sein. Gegründet 1949, wirkte sie bis 1971, und alle Musiker waren zugleich Angestellte bei Disney gewesen, darunter mit Ward Kimball ein durch zahlreiche Zeichentrickfiguren sogar weltweit gefragter Spezialist. In ihrer Freizeit wirkten sie in ihrem urigen Outfit dann für Größen wie Bing Crosby, wirkten 15 Jahre im Disneyland während der Sommerferien und wirkten auch in zahlreichen Filmen und TV-Shows mit.


    Sie nahmen 12 Alben auf, die weltweit verkauft wurden. Die Besetzung der Band wurde für viele Jazzbands im Dixieland-Bereich Standard, Legionen von Hobby-Musikern gründeten Bands und spielten die Musik nach. Sie waren nicht die erste Band, die sich in diesem Stil übte, aber sie wurden unglaublich erfolgreich damit.


    Kimball (1914-2002) arbeitete ab 1934 für Disney. So war er für Figuren von "Pinocchio" (1940), Alice im Wunderland (1949) und Cinderella (1950) mit, war Regisseur für diverse Kurzfilme und erhielt den Oscar für einen jener Filme 1969. Er arbeitete auch fürs Fernsehen, war am Script zu "Babes in Toyland" verantwortlich und eben auch Bandleader der Jazzband. 1972 ging er in den Ruhestand.


    Don Kinch (1917-2011) spielte Trompete, Bass, Tuba und Violine. Zunächst mit Bob Short und George Bruns unterwegs, kam er zu Turk Murphy 1950, jenen Band, die auch so etwas wie der Pate der Firehouse Five Plus Two werden sollte. Mitte der 1950-er Jahre begann er für Disney zu arbeiten, und ab 1958 übernahm er den Platz an der Tuba in der Band von George Bruns. Anfang der 1970-er Jahre, vermutlich unmittelbar nach dem Ende der Band 1971, ging er nach San Francisco und eröffnte eine Reparaturwerkstatt für Musikinstrumente.


    Danny Alguire (1912-1992) war der einzige Musiker, der nicht bei Disney gearbeitet hat und der einzige Vollprofi-Musiker im eigentlichen Sinne. George Probert (1927-2015) war auch zunächst reiner Profimusiker bei Bob Scobey (1950-1953) und Kid Ory (1953-1954) gewesen, ehe er von 1954-1969 in die Band von Disney kam. Er wurde 1955 Musikalischer Leiter der Walt Disney-Studios, also auch Mitarbeiter bei Disney.


    Es war also eine außergewöhnliche Band, die man da zusammengestellt hat.