Beiträge von Maurice

    Duke Ellington: The mid-fifties classic Albums - davon "Historically Speaking" & "Duke Ellington presents...." AD: jeweils 07./08.02.1956, Chicago

    Hier präsentiert der Duke erstmals seine nun wieder "fertige" Bigband, deren Umbau mit der Rückkehr von Johnny Hodges und dem neuen Drummer Sam Woodyard abgeschossen ist. Eine neue Ära konnte beginnen, die bis ca. 1967 ging, als Billy Strayhorn verstarb.

    Cat Anderson, Clar Terry, Willie Cook und Ray Nance (auch Violine, Gesang) - Trompeten
    Britt Woodman, Quentin Jackson, John Sanders (Posaunen)
    Johnny Hodges, Russell Procope (auch Klarinette) - Altsax
    Paul Gonsalves , Jimmy Hamilton (auch Klarinette) - Tenorsax
    Harry Carney (Baritonsax, Klarinette, Bassklarinette)
    Duke Ellington (Klavier)
    Jimmie Woode (Bass)
    Sam Woodyard (Drums)
    Jimmy Grissom (Gesang; zum Glück nur ein Titel)

    Der Duke nahm hier vor allem seine alten Nummern neu in Stereo auf. "Ellington '55" wurde 1954 eingespielt und bereits viele Solisten in der Band, die auch 1956 dabei waren (etwa den kompletten Trompetensatz). Allerdings hatten er und Billy Strayhorn von 1949-1956 eine gewisse ""Schaffenskrise", und auch die Band musste viele Wechsel seit 1943 hinnehmen. Doch wenn man sich die Aufnahmen anhört, wird man nichts davon spüren. Die Fans des Duke sahen das anders, denn "In the Mood" einzuspielen, war dann doch des Guten zu viel gewesen.

    Wer so bescheiden sein Begehr vorträgt , dem wird freudig Bescheid zuteil . Du hast ja recht , der Auslegungen sind einige möglich . Preußisch meinte ich im Sinne von gradlinig , nicht zackig , ein wenig korrekt , aber durchaus musikalisch .Wohingegen ich mit k.u.k. keineswegs das Schlaperte meinte, sondern das etwas aufgelockerte , fein - deliziöse . Bekommst du so einen Eindruck ?

    :verbeugung2: Ich danke Dir, lieber Major. Da lag ich nicht ganz so weit weg. Alles klar. :cincinbier:

    Joseph Haydn : Sinfonie No. 85 . Diesmal aber mit dem Jahrgangsgenossen Kurt Sanderling und dem Berliner Sinfonie - Orchester . Es lag auf der Hand : während Sanderling preußisch klingt , gibt es bei Vegh einen k.u.k. Haydn . Keine Vorliebe .

    Darf ich mal ganz bescheiden fragen, was Du unter "Preußisch" meinst? Ist das mit "zackig, geradlinig" zu umschreiben? "KU&K-Haydn" ist dann was? Verspielt, gemäßigt, mit Bedacht gewählte Tempi"?

    Es gab so einiges Neues bei mir die Tage. Sibelius unter Adrian Leaper (Naxos). Bilder gibts nicht davon (Amazon sei Dank). Ebenfalls neu von JPC sind diese beiden Sachen:

    Felix Mendelssohn: Die Sinfonien Nr. 1-5 unter Manacorda
    Ludvig Norman : Sinfonie Nr.3 unter Johannes Gustavsson

    Egon Gabler: Hornkonzert , Klarinettenkonzert Nr.3, u.a. unter Pavel Baleff

    https://www.amazon.de/Mendelssohn-5-Symphonien-Edith-Mathis/dp/B000001GCO/ref=sr_1_3?crid=1KJAAWN5X79KN&dib=eyJ2IjoiMSJ9.Cj_gqmn384BlDpzsdF3w3weZ7wluKWvc3sSarc6Dw6shRE4adWC0SdPlxe-sWqTLeJHXntCrvWO-1Ai9buuWmn2EpqzGYzR7pmJXAkEHAQ6-eFJ6EFTnUvK0ArfVksPLBeKcji91iODL-zqiqTqx3DynHtjaNO5AlFh7W5jgrmh3xCv9KqwI0k4K_-2VOZvRJ0D3Yqf1Snnaq3et5EoF0XYqNjDhN2Kc_O-e1JldjpY.2K5A2ItS4Clmx8j3PGv7lybEUblLN1hl9t2YJ4QcMww&dib_tag=se&keywords=mendelssohn+karajan&qid=1707903513&s=music-classical&sprefix=mendelssohn+karajan%2Cclassical%2C85&sr=1-3

    Felix Mendelssohn: Sinfonie Nr.1 AD: November 1972

    Berliner PO, Herbert von Karajan

    Erstaunlich frisch klingt diese nun schon über 50 Jahre alte Aufnahme. Dazu zupackend, nichts verschleppend. Schade, dass Karajan Mendelssohn nur selten dirigierte. Das Frühwerk hat er sehr gut hinbekommen. Leider nur mit dem direkten Link zu Amazon.

    Die Nr.5 von Mendelssohn aus der gleichen Box lege ich noch nach. Das klappt doch noch heute Morgen. AD: Februar 1972

    https://www.amazon.de/dp/B00002755A?psc=1&ref=ppx_yo2ov_dt_b_product_details

    Jean Sibelius : Sinfonien Nr. 3 & 4 AD: 1990

    Slowakische Philharmonie (Bratislava) , Adrian Leaper

    Heute mal was Altes von Naxos. Auch Adrian Leaper hat zwei ganze Zyklen der Sinfonien von Sibelius eingespielt. Einen für Naxos (incl. Violinkonzert und weiteren Orchesterwerken) einen für Arte Nova (auch hier mit Violinkonzert; mit seinem damaligen Orchester aus Gran Canaria). Es fehlt vielleicht so der letzte Biss, aber das ist nicht schlecht. Auch sein Carl Nielsen kann sich hören lassen übrigens.

    Diese RCA Living Stereo-Einspielung ist nicht nur hinsichtlich der Interpretation großartig, sondern von der Aufnahmetechnik her geradezu unschlagbar. Wenn eine solche Klangqualität schon 1956 (!!!) möglich war, fragt man sich, warum zahlreiche Aufnahmen der darauf folgenden Jahrzehnte soviel schlechter klingen.

    Diese Frage stelle ich mir auch seit Jahren. Vor allem, wenn man weiß, dass bereits 1932 (!!!) mit der Stereo-Technik probiert wurde und etwa Konzerte aus dem Cotton Club (meine ich, New York definitiv) von Duke Ellington so mitgeschnitten wurden. Auch diese Aufnahmen klingen bereits unglaublich gut für diese Zeit. Okay, es war noch sündhaft teuer und in der Entwicklung gewesen, aber um so erstaunlicher ist es, was man teilweise noch in den 1960-er Jahren an Schrott präsentiert bekommen hat, was die technische Seite angeht.

    Ich bin neulich beim Stöbern auf eine Aufnahme des dritten Klarinettenkonzerts von Egon Gabler (1876-1959) gestoßen. Ich kenne bisher nur die Hörproben, aber es scheint in dieses Thema zu passen.

    Danke für den Tipp. Es kann gerade sehr preisgünstig bei Amazon erworben werden, was ich gleich getan habe, denn es gibt auch noch gleich ein Hornkonzert dazu. :grins3:

    https://www.amazon.de/Klarinettenkonzert-Hornkonzert-Langbein-Philharmonie-Baden-Baden/dp/B09WWHQ3X3/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=35GQGTP4TAGXY&keywords=egon+gabler&qid=1707812476&s=music-classical&sprefix=egon+gabler%2Cclassical%2C122&sr=1-1

    Beim Namen Sandor Vegh - so er bekannt ist - kommt wohl zuerst der Geiger und Gründer des Vegh Quartetts in den Sinn . Aber gegen Ende seines langen Lebens tratt er auch als Dirigent hervor , nicht nur in Salzburg .

    Ich mag seinen Mozart und Schubert sehr, den er aus Salzburg eingespielt hatte. Das sind rundherum gelungene Aufnahmen, die ich nicht missen wollte. Alleine dafür möchte ich ihm herzliche danken. Da sind auch einige der "Pultstars" nicht besser, im Gegenteil.

    Bernd!! Selber hoeren macht klug

    Als ich das geschrieben hatte, gab es gleich wieder überbordende Reaktionen, bei Dir kommt nix. Schon erstaunlich.

    Vermutlich braucht man halt ein wenig Zeit und recht viel Erfahrung. Ich weiß nicht, ob ich vor fünfzig Jahren diese Sinfonie verstanden hätte. Da kannte ich sie aber noch lange nicht. Musik als "langweilig" zu bezeichnen, hat mich allerdings schon immer leicht enerviert. Das ist schlicht kein Beschreibungskriterium für mich. Ist sie zu breit angelegt bei zu wenig Struktur und Abwechslung? Ist das Material zu uninteressant? Vermag ich zu wenig Individuelles, Neues, Überraschendes wahrzunehmen?

    Mahler war und ist niemals langweilig, aber er schrieb sehr nahe an dem, was er wahrnahm. Als junger Mensch hat man im Normalfall wenig oder überhaupt nichts mit dem Tod zu tun, einem zentralen Thema bei Mahler. Man denke an den Trauermarsch in der Fünften, die "Kindertotenlieder" oder seine Verarbeitung der einfachen Bevölkerung, etwa einem Tanz vielleicht einer Bauernhochzeit. Mahler war in solchen Dingen vielleicht ein früher Vorläufer eines Allan Pettersson, wenn auch noch lange nicht so extrem wie dieser dann Jahrzehnte später.

    Seine Neunte wurde sein letztes, großes Werk, das Alban Berg als "das erste Werk der neuen Musik" bezeichnete. Es gab auch hier einen Trauermarsch (im 1.Satz) und im zweiten Satz gab es Anspielungen an den Ländler, der aber sehr schräg und recht makaber rüberkommt. der dritte Satz wurde teilweise fast schon "frei" geschrieben, Mahler löste die Tonalität zeitweise auf, kehrte aber dann zum Choralspiel zurück.

    Mahler hatte bereits weite Teile der Zehnten ausgearbeitet, bekanntlich einen Satz komplett beendet. Seine Neunte wurde noch komplett fertig gestellt, was einem Anton Bruckner nicht mehr vergönnt war. Doch man kann an der veröffentlichten Zehnten (wenn auch nur als Rekonstruktion) durchaus auch die Auflösung der Tonalität feststellen. Es war also gewollt von ihm. Komppnisten wie Berg, Schhönberg oder Webern haben dies immer wieder betont, wie wichtig Mahler auch für sie war.

    Ich bin bei Karajan gespannt, wie er sich das Werk angenommen hat, ein Dirigent, der immerhin die Zweite Wiener Schule hervorragend zu interpretieren wusste.

    Warum ich mich jetzt schon wieder einmische (1), weiß ich zwar nicht wirklich, aber: Maurice hat doch gesagt, dass er keine Ruhe gehabt habe und dass er die nächsten Tage nicht dazukommen würde. Dann hätte es das "vorkauen" vielleicht nicht mehr gebraucht. Trotzdem ... :)

    Danke Dir.

    Naja, vielleicht hätte die Begründung genügt. Bernd war ja nun freundlich und nicht aufdringlich.

    Nun, es ist halt so, dass es doch ausreichen sollte, wenn man entsprechend darauf verweist, dass es gerade nicht passt zeitlich. Und es sollte doch auch für einen erwachsenen Menschen kein Problem sein, mit einigen Klicks selbst an gewisse Informationen zu kommen. Das Netz ist doch nun wirklich gut damit bestückt.

    Bernd sollte wirklich sich selbst ein Bild davon machen, ich mache mir doch auch mein eigenes Bild über die Musik die ich höre. Außerdem findet man hier im Forum darüber bestimmt auch was. Ich weiß das nicht, weil ich das selbst bei dem Werk noch nicht getan habe.

    Zu Rattle und Prag hat BR-Klassik das so übersetzt:

    Das mag für den BR gelten, die tschechische Seite des Philharmonischen Orchesters Prag übersetzt es mir anders. Da dort keinerlei Vermerk dabeisteht, dass Herr Hrusa seine Tätigkeit als 1.Gastdirigent beenden wird, hat man sich wohl auf diese "Doppel-Lösung" entschieden. Ich interpretiere das mal so: Sowohl Rattle als auch Hrusa haben nicht die Zeit dazu, auf allen Hochzeiten so zu tanzen, dass es wirklich passt. Also teilt man sich den Job.

    Hrusa wird man auch nicht "opfern" wollen, weil (auch das ist meine eigene Fassung nun) man ihn mal als Nachfolger Bychkovs aufbauen wird. Das würde Sinn ergeben.