Beiträge von Harnoncourt-Fan

    Alles gepasst hat bei mir auch mal was:



    Prokofiev Symphonie Nr. 2

    Litton, Bergen PO


    Ich bin ja bisher nicht wirklich mit dem Stück warm geworden (wie auch mit der 3.), aber irgendwie passt meine Stimmung heute perfekt zur Musik und auch die Interpretation sagt mir sehr zu. Klanglich ist BIS neben Chandos für mich schon länger das non-plus-ultra.

    Also die Begründung ist Bulls***. Er hat gewusst, wann die Aufführung stattfindet (27.11. vormittags), die Fluglinien geben Flugpläne lange im Voraus bekannt, dass spät abends nicht mehr viele Flüge gehen, weiß der Laie. Ein Management muss das sowieso wissen. Ich glaube eher, dass die Zusage für Dresden später kam und man jetzt irgendwie aus der Nummer in Wien, die sicher keine oder weniger Gage bedeutet, raus wollte. Dass er nicht die ganze Nacht durchfahren will, verstehe ich ja noch. Proben sind nicht das Argument, weil am Tag der Gala sowieso keine große Probe mehr angesetzt gewesen sein wird.


    Frau Hahn mit Sarasates Carmen-Fantasie. Kenne das Stück mit Mutter. Frappant wie unterschiedlich die beiden Töne sind. An manchen Tagen brauche ich Mutters Gold, heute bin ich aber mit Hahns Silber sehr glücklich. Macht viel Freude.

    Genau so habe ich das gestern auch erlebt, nur bewerte ich Hahns Leistung noch deutlich höher. Technik zum Staunen.

    Am Ende des Tages bin ich eh auch im Team Hahn. Mutter ist eher mein guilty pleasure.

    Sprich hier mal für Ostösterreich. In Tirol ist das Stimmungsbild mal nicht so klar. Der Sager war ganz klar ironisch.

    Vor allem aber würden die Südtiroler die Idee einer Wiedervereinigung mit Österreich als gefährliche Drohung auffassen. Die haben nach vielen Jahrzehnten der Unterdrückung durch Italien jetzt eine Situation mit der sie sehr, sehr, sehr gut fahren.


    Frau Hahn mit Sarasates Carmen-Fantasie. Kenne das Stück mit Mutter. Frappant wie unterschiedlich die beiden Töne sind. An manchen Tagen brauche ich Mutters Gold, heute bin ich aber mit Hahns Silber sehr glücklich. Macht viel Freude.


    Heute also den Rott.

    Nun was soll ich sagen: schön gespielt, wundervoller Klang, Hrusa geht hörbar an mit der gleichen Ernsthaftigkeit an das Stück heran, dass er auch einem Bruckner oder einem Mahler zuteil lassen würde. Dann noch bei der DGG erschienen. Also alle Zutaten für eine diskographische Großtat? Wäre da nicht Paavo Järvi. Im direkten Vergleich (grade noch mal das Scherzo verglichen), ist Järvi in allen Punkten dann doch überlegen. Was bei ihm und dem RSO Frankfurt abgeht, ist der pure Wahnsinn, da brennt die Luft. Selbst die ruhigeren und klangschönen Passagen (die oft nicht Järvis Stärke sind) sind organischer, fließender. Den Eindruck hatte ich damals bei Rott auch im Live-Erlebnis beim Brucknerfest Linz. Die Orchester schenken sich nichts, klanglich sind die Aufnahmen ebenfalls ebenbürtig. Und Sony ist ja jetzt auch kein Hinterhoflabel.


    Ich schätze Hrusa als Dirigenten sehr. Im Booklet gibt er zu Rott nicht gekannt zu haben und bei der Recherche zu Bruckners Schüler auf ihn gestoßen zu sein. Er hätte dann im Internet eine Aufnahme der Symphonie gestreamt und war dann komplett für sie eingenommen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es Järvis Aufnahme war.

    Für den Rott fehlt mir heute die Zeit und die Geduld, daher nur den Mahler und den Bruckner:



    Der Bruckner ist ja in seiner Urheberschaft ja scheinbar nicht 100%ig sicher, aber man mag es schon glauben.

    Blumine habe ich bisher nur mit Hengelbrock auf CD und zweimal live gehört. Hrusa und die Bamberger spielen das wunderbar, es Mahlert enorm. Klangtechnisch 1a.

    Die Aufnahme mit dem COE gibt/gab es auf DVD. Die Tempi sind vllt. eine Spur schneller, aber natürlich ist die komplette Klangarchitektur und die Akzentsetzung einerseits aufgrund der Naturtrompeten wie auch durch die Besetzungsgröße völlig anders.

    Das Problem mit der zähen Moldau hat er in allen drei Aufnahmen gehabt (Wr. Philharmoniker, COE, Concertgebouw). Sonst bin ich leider mittlerweile so auf seine Aufnahme geprimet, dass ich kaum andere Aufnahmen aushalte, weil sie entweder gehetzt wirken (wobei sooo langsam ist er vielfach gar nicht, wenn man andere Aufnahmen vergleicht) oder viele Details unterschlagen

    Harnoncourt hat mit dem COE zumindest Naturtrompeten und Pauken sowie eine kleine Besetzung gehabt. Ich bin jedenfalls gespannt.

    Dvorak wäre auch so ein noch unbeackerter Komponist. Da gibt es meines Wissens nach zwar einen Zyklus unter Marek Stryncl und der Musica florea, der über Qobuz zu beziehen ist, aber da ist die Interpretation leider ziemlich manieriert (relativ viele heftige Rubati und gefühlt nicht stimmige Temporelationen).

    Unabhängig von etwaigen Finanzierungen, fand ich das Utopia-Geschwurbel schon sehr pathetisch und auch ein bisschen überdemonstrativ. Das hat sehr gemenschelt. WENN (! WENN !) es stimmt, dass da erst wieder auch russisches Geld geflossen ist, dasavouiert sich Currentzis immer mehr selbst.

    Also so recht kauf ich dem Jordan seine plötzliche Epiphanie nicht ab. Die Kritik an so mancher Inszenierung teile ich sehr wohl, aber dass ihm das just zu dem Zeitpunkt einfällt, wo er keine Verlängerung erhält, halte ich für mehr als zufällig.

    Ungeachtet dessen, ob er mit solchen Äußerungen seinen Marktwert zumindest im deutschsprachigen Raum steigert (er ist noch nicht so alt, dass er sich auf ewig als altersweiser Gaststar durch die Welt treiben lassen kann), hat er sich jetzt in eine denkbar schwierige Position manvöriert.

    Auch ohne Retourkutsche aus der Staatsoperndirektion, wirft sein doch vernichtendes Statement, die Frage auf, warum er überhaupt noch einen Tag weiter solche Inszenierungen mit seinem Dirigat unterstützen will und nicht gleich hinschmeißt, was doch eher konsequent wäre. Jetzt steht er ein bisschen als Jammerlappen da (nochmals, die Kritik ist nicht unberechtigt, aber wirkt bei ihm vorgeschoben), der zwar alles scheiße findet, aber halt weitermacht, nur warum (Pflichtbewusstsein wird's ja kaum sein, das ist in der Branche ja selten geworden und dann hätte er es auch nicht an die Öffentlichkeit getragen)?

    Dass Roscic das nicht auf sich und dem Haus sitzen lässt, ist auch verständlich, schließlich sind die Äußerungen sowohl inhaltlich als auch im Ton sehr scharf und grenzen an Rufschädigung. Wenn Jordan jetzt beleidigt reagiert, weil seine Story unglaubwürdig wird und immer mehr durchsickert, dass ihn das schlicht Orchester nicht mehr wollte, dann ist das in erster Linie seine Schuld.

    Ich denke auch, dass das Verhältnis auch mit dem Orchester jetzt noch schlechter wird, was mich zweifeln lässt, ob Jordan das bis ans Ende seines jetzigen Vertrages mitspielen will (auch frühzeitiges Aussteigen aus Verträgen ist in der Branche ja Usus). Wenn sich der Chef lauthals über die Mistigkeit der Firma beklagt, wird er bei der Belegschaft nicht beliebter. Man kann ja Dinge fordern und bekommt sie dann oder nicht, aber wenn er dies aus einer geschwächten Position heraus macht und dann etwas ganz anderes als Grund heraufbeschwört, finde ich das unredlich. Interessant wäre bloß gewesen, ob Jordan schon vor den Verhandlungen gewusst hat, dass das Orchester nicht mehr will.

    Wenn es wirklich stimmt, dass er Exklusivdirigate für Strauss und Wagner haben wollte, wäre das etwas gewesen auf das sich die Staatsoper unmöglich einlassen hätte können, wenn man bedenkt, welche Erfolge hier Thielemann und Möst zuletzt gefeiert haben (Chefdirigentenposten hin oder her) und man überhaupt sagen muss, dass das in einem Haus wie der Staatsoper, wo er nur eine Ko-Direktion inne hat, eine Forderung ist, die schlicht überzogen ist.

    Auch wenn es so scheint, dass eine Vertragsverlängerung über 2024 hinaus schon länger nicht zur Debatte steht, so wird es dem SWR nur so recht sein, dass er sich jetzt auch offiziell von Currentzis löst.

    Hm etwas teuer, für das was mich daraus interessiert (Smetana, Bruckner, Wagner, Rossini). Wäre schön, wenn da manches einzeln wiederkäme. Aber wohl eher nicht.

    Den Smetana kriegst Du einzeln manchmal nachgeworfen. Ist aber nicht wirklich so doll jetzt, dass man den haben muss. Brahms als Einzel-CDs kannst Du ebenfalls sehr günstig erwerben, so habe ich mir den Zyklus auch mal gekauft. Bei Bruckner kannst Du auf die Einspielungen später aus Stuttgart vielleicht greifen, die gibt es günstig neu für unter 13 Euro bei Amazon gerade. (Nr.3,4,6,7 & 9).


    Wenn Du Smetana und Brahms unbedingt haben möchtest, schreibe mir eine PN, vielleicht kommen wir ins Geschäft (ich habe auch die Mendellsohn-Sinfonien 3-4 von ihm noch da aus der EMI-Zeit).

    Wenn der Smetana ned so toll ist, werde ich mich jetzt nicht übermäßig grämen. Bei Bruckner kenne ich die Stuttgarter Aufnahmen und fand sie naja. Live war die 7. ganz naja. Die Klang furchtbar (Venzago mit der 7. in Bern hingegen war phänomenal, bei ähnlichem Ansatz). Hier hätten mich ja eher die historischen Instrumente interessiert, habe leider letzte Saison Haselböcks Dritte im Musikverein zugunsten Mäkeläs Sibelius-Zyklus sausen lassen. Die Mendelssohn 3-4 sind ganz herovrragend.