Beiträge von Michael Schlechtriem

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.

    Lieber Carsten,




    Zitat

    Kennt jemand das Stück und kann mir auf die Sprünge helfen?


    alles, was ich Dir im Moment sagen kann ist, daß es m.M. nach für ein wirkliches Verständnis und gegebenenfalls liebgewinnen dieses Konzertes unerläßlich ist, sich die historische Aufnahme mit Albert Sammons anzuhören.


    M.W. gibt es diese auch preisgünstig bei Naxos.


    Es hat alles mit dem Charakter der Interpretation zu tun und Delius gehört m.M. nach zu den Komponisten, welche nur dadurch zur Geltung kommen können, wenn ein Interpret den Charakter der Musik genau trifft.


    Alles andere ist nur ein Hinplätschern, aber damit wird man Delius nicht gerecht.


    Und im Falle des Violinkonzertes gibt und gab es niemand anderen als Sammons, der diesen Charakter genau trifft, das trifft m.M. nach auch auf seine Aufnahme des Elgar-Violinkonzertes zu, ein Werk, welches ich in anderen Aufnahmen unerträglich fade finde, bei Ihm wird es für mich zum Ereignis.




    Das sind leider vergangene Klangwelten, solch ein charaktervolles Violinspiel gibt es einfach nicht mehr, ein Spiel, welches 100% zu dieser Musik passt und diese dadurch adelt.


    LG,


    Michael

    Hallo Syrinx,


    eine Starker-Aufnahme ist mir nicht bekannt, es gibt eine Aufnahme der "Caprice und Elegy" mit Ihm, aber bei diesen zwei reizenden Stücken, welche ich auch immer gerne spiele, handelt es sich nicht um das Konzert.


    Wallfisch ist ganz ok, aber meine Lieblingsaufnahme ist tatsächlich die Rundfunkproduktion des WDR aus den 70ern.


    Aber ob die noch einmal gesendet wird.............


    Insoferne kann ich gar nichts empfehlen, ich wollte nur darauf hinweisen, daß ich die Aufnahme mit JDP problematisch finde.


    Klaus Heitz spielt in der WDR-Produktion z.B. die tänzerischen Abschnitte wirklich im doppelten Tempo!


    Das ist dann ein ganz anderer Werkeindruck......


    Delius ist sehr schwammig im Falle von Tempoangaben, es liegt ganz beim Interpreten, was er draus macht und wie er es empfindet.


    Die Struktur ist übrigens identisch mit der Struktur des Violinkonzertes und des Doppelkonzertes.


    Auch dort wechseln sich langsame und lyrische mit kapriziösen und verspielten Teilen( nicht Sätzen, diese Werke sind schlußendlich alle einsätzig) ab, etwas, was auf der JDP- Aufnahme leider nicht zur Geltung kommt.



    Im Moment scheint die Wallfisch-Aufnahme die einzige kaufbare Alternative zu sein.




    LG,


    Michael :wink:

    Hallo,


    das Cellokonzert liebe ich sehr, das erste mal hörte ich es an Elvis Todestag, was völlig unerheblich ist aber dennoch stimmt. :pfeif:


    JDP nimmt auf Ihrer Aufnahme, welche Ihre Debutaufnahme mit Orchester als 17jährige war, sehr langsame Tempi.


    Die tänzerischen Einlagen kenne ich auch in sehr viel schnellerem Tempo gespielt, insoferne kommt bei anderen Aufnahmen (z.B. Rundfunkproduktionen mit Klaus Heitz für den WDR) nicht der Eindruck auf, daß es nur langsame Sätze gibt.


    Das Werk ist sehr undankbar für Cellisten, es ist nämlich ziemlich schwer, was sich aber nicht durch eine große Virtuosenshow mitteilt, es ist halt ein immenses Rumkraxeln bis in die höchsten Lagen mit ständigen großen Sprüngen.



    Das gleiche gilt für das schöne Doppelkonzert für Violine und Cello, sehr schöne Musik, sehr lyrisch, fast unspektakulär, aber trotzdem sauschwer für die Solisten.


    Das mit dem "überzuckerten Debussy" sehe ich ein bei manchen Werken, aber bei einer stringenteren Interpretation des Cellokonzertes als jene von JDP stimmt dieses Verdikt m.e. nicht.


    Bei aller Liebe für JDP, gerade diese Aufnahme ist leider sehr schwerfällig und bedeutungsschwanger gespielt.


    Es ist toll gespielt, sicherlich, aber es zeigt das Werk letztendlich für mich in einem schlechteren Licht.


    Und Delius ist eben nicht Elgar, aber bei JDP hört man genau dies unfreiwillig heraus.



    LG,


    Michael