Beiträge von Michael Schlechtriem

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.

    Nachträglich eingefallen : ein alter Beitrag vom 25/10/2015

    Könnte es nicht einfach sein, dass diese neu aufgetauchten CD-Rs Kopien der Omega-Ausgabe sind?
    Die Omegas waren klasse, ich habe einige für mich wichtige davon seit den 90ern.
    Und diese werden auch nicht mehr übertroffen werden, da zwischenzeitlich die Orignalbänder an Klang verloren haben durch Alterungsprozess.
    In den 90ern waren die noch ok, aber heute leider nicht mehr.

    Das wußte ich nicht.
    Maxim hat ja schon seinem Sohn Dmitri bei Chandos eine Plattform geboten vor Jahrzehnten.
    Mit diesem Klavierkonzert Nr.2 seines Vaters.
    Danach hat man allerdings nichts positives mehr gehört über diesen Sohn von Maxim und Enkel von Dmitri.


    Und jetzt macht er es im Grunde mit seiner Tochter anscheinend auch wieder.
    Ich bin ein wenig verwirrt.


    Tochter?
    OK, dann ist Maxim sehr agil geblieben bis in sein nun doch hohes Alter.
    Und wo ist sein Sohn geblieben?


    Irgendwie gefällt mir das nicht,sorry.

    Das kann ich nun wirklich überhaupt nicht nachvollziehen. Ich empfinde mich doch als eigene Person/Persönlichkeit, mit eigenen Gedanken, Gefühlen und Interessen. Also als Ich. Deine Lebenseinstellung erscheint mir eher als die "depressive". Natürlich weiss auch ich, dass das Leben in einer Gemeinsamkeit schöner sein kann. Aber existieren kann man auch so

    Ja, Maticus, diese Aussage hat mich auch sehr beschäftig.
    Ich existiere für mich selber und natürlich auch in den Augen anderer.
    Und auch für andere natürlich.


    Wichtig ist für mich, dass es da ein Gleichgewicht gibt.
    Dann ist alles ok.
    Aber das ist schwierig.


    Die letzten Jahre haben mich dahingehend schon sehr auf die Probe gestellt und auch verändert.
    Aber es bleibt schwierig.


    Ich will mal ganz ehrlich sein:
    Ich habe keine Beziehung mehr, kann Klavier und Cello nicht mehr spielen-bis auf weiteres-, habe durch Hörstürze
    den spontanen Genuß am Musikhören verloren.


    Aber ich bin eigenartigerweise da mit mir im Klaren und schaue immer vorwärts, um dies alles wieder zu ändern.
    Und dazu brauche ich nur mich selber, niemanden von außen.
    Das mache ich ganz alleine mit mir aus.


    Und eigenartigerweise:
    Wenn ich auf diese Art auftrete, dann passieren auch sehr schöne Situationen von ausserhalb.
    Neue Feundschaften, Gespräche mit Menschen-welche ähnliches erlebten- etc.


    Aber ich bin dann trotzdem immer noch ich selber in meiner Situation.


    Ich brauche daher kein erneutes Wohlgefallen in den Augen anderer.
    Ich bin ich selber, und ich kann durchaus zuvorkommend sein, wenn es um einen guten Eindruck geht.
    Aber letztendlich sind mir Leute, die mit mir nicht klar kommen,wurscht.


    Denn in diesem Falle würde ich gerne auf meine neue Signatur hinweisen. ;)

    Danke,lieber Maurice, für Deine Antwort und Deine lieben und guten Wünsche.


    Im Prinzip kann ich mich Deiner Antwort nur anschliessen.
    Ich befürchte auch ein massives Orchestersterben in der nahen Zukunft, einen
    Verlust in der Gastronomie, dem Hotelgewerbe, den Exitus großer Fluggesellschaften und allem möglichen anderen.


    Im Augenblick erscheint es noch, als wenn das alles wieder "normal" wird.
    Aber das wird es nicht mehr.
    Viele Menschen hecheln dem Wunsch hinterher, dass es bald alles wieder "normal" wird.
    Idioten kämpfen sogar gegen wirkungsvolle Maßnahmen an.


    Diesen Leuten fehlt anscheinend die grundsätzliche Erfahrung, dass absolut nichts sicher ist im Leben als der Tod.
    Ich akzeptiere die Maßnahmen und auch die Erkenntnis, dass wir nun sehr lange nicht mehr so leben können wie noch vor einem Jahr.
    Das wird noch ein sehr langer Weg für uns alle.
    Und den müßen wir gehen,ob wir wollen oder nicht.









    Ich kann mir nur wünschen, dass man bald ein Mittel dagegen entwickeln kann, denn die Politiker wissen nichts, die angeblichen Fachleute nicht viel und gesagt wird dafür viel zu viel. Niemand hat eine echte Lösung parat, das scheint Fakt zu sein.

    Das unterschreibe ich, lieber Maurice.
    Und alles andere auch, vielen Dank nochmal für Deine liebe Antwort.


    Micha

    Evgenij Svetlanov und eine spätere Formation des Borodin Quartetts sind für mich grad die Richtigen für das posthume Werk von Nikolai Medtner , eingespielt 1968

    Ja, diese Aufnahme ist toll.
    Und das Werk ist zum Niederknien klasse.
    Ich konnte es 2011 ein paar mal aufführen, und ganz ehrlich:
    Alleine die Tatsache, dieses tolle Werk spielen zu dürfen und gespielt zu haben, das jagt mir
    immer noch eine Gänsehaut über den Rücken.


    Das ist eines meiner absoluten Lieblingswerke, ein sog."must hear" und -wenn möglich- "must play" . :wink:

    Ich bin beruflich bedingt kein großer Konzertgänger.
    Und von meiner Leidenschaft HiFi/High End her eh jemand, der den
    häuslichen privaten Genuss an einer sehr guten Anlage in einem wirklich perfekten und großem Raum
    durchaus dem Konzertbesuch vorzieht.


    Das, was eigenartig ist:
    Ich hatte mich erst Mitte des letzten Jahres wieder dazu durchringen können,
    trotz meiner Erkrankung wieder mit Genuß zuhause Musik zu hören.
    Und es war eine große Freude und wirklich wieder ein Erlebniss.


    Im März, also ganz kurz vor Corona, habe ich meinen Verstärker nochmals bei
    meinem Audio Guru Clockwork in Köln verbessern lassen,
    Und quasi am nächsten Tage ging es los mit Corona Maßnahmen.


    Ich habe bis heute die Anlage nicht wieder angeschlossen.
    Irgendwie hat mich die ganze Situation gelähmt, und dann kam im Juni
    auch noch meine OP an der HWS dazu.


    Dabei hatte ich mich gerade wieder wenigstens an das Musik hören gewöhnt.
    Im Moment bin ich daher nicht nur nicht bereit zu Konzertbesuchen,sondern blöderweise auch
    zum Musik hören zuhause.


    Ich weiß, das klingt bekloppt, und ich werde mich demnächst auch wieder aufraffen.
    Aber alleine zu sein und nicht in der Lage,selber zu spielen, dann zuhause Musik zu hören, das hatte ich überwunden.
    Und dann kam der Lockdown, und dann habe ich mich wieder komplett zurückgezogen.


    Die ganze Situation geht mir schon schwer auf meine Stimmung.
    Und ich hoffe, dass sich das bald wieder ändert.

    Dieses Forum hatte einst mal sehr große Ziele in der Förderung.
    Ja gut, da wurde mal etwas versucht, und das fand ich auch klasse.


    Mittlerweile ist das aber eingeschlafen.
    Aber ich appelliere jetzt mal an alle Musikliebhaber hier, sich für die freie Musikszene vor Ort einzusetzen.
    All die Laienorchester,Chöre, Musikschulen etc. !


    DAS findet meistens genau VOR eurer Haustüre statt und hat natürlich nichts mit einem Besuch irgendwelcher Festspiele oder mondänen Konzerthallen zu tun.
    Aber gerade in diesen Zeiten sollten wir die Musiklehrer und Ihre Aktivitäten unterstützen.


    Denn ansonsten bricht uns eine ganze Generation an Musikliebhabern, Begabten und demnächst Profis weg.
    Es geht dabei um den gesammten Amateurbereich inkl. aller Chöre, aller Amateurorchester und aller Studentischen Formationen.
    Von denen es alleine hier bei mir in Münster Dutzende gibt.


    Ich finde es toll, wenn wenigstens bei einigen hochklassigen Events es eine Lockerung gibt.
    Und in genau dieser Minute bei erneut heraufschiessenden Covit Zahlen finde ich es daneben, sich über die
    Absage eines Konzertes zu echauffieren, wenn es dann nicht geklappt hat.


    Tut mir leid, aber in welcher Welt lebt Ihr eigentlich?
    Hoffentlich nicht in meiner, denn dann wäre ich sicher schon
    am Atemgerät.
    Und ich hatte erst im Juni Bekanntschaft mit einem solchen.

    Wirklich eine Frechheit, dass das interessanteste Werk, nämlich das extra für diese Konzerte komponierte Violinkonzert für Patricia Kopatchinskaja, einfach ohne Angabe von Gründen gestrichen wurde.

    Das finde ich auch schade.Und Anbetracht des Preises auch ärgerlich.
    Wollen wir mal hoffen, dass dies den in die Höhe geschossenen Corona Zahlen zu schulden ist.
    Ich lebe zum Glück seit Jahren wie ein Einsiedler aus anderen Gründen, aber ich kann schon verstehen,
    dass man es irgendwann satt hat, ständig eingeschränkt zu werden.


    Wollen wir hoffen, dass es nicht zum schlimmsten kommt mit einer zweiten Welle.
    Denn das würde zigtausend Existenzen betreffend.
    Will sagen zigtausend mehr als jetzt schon, was unverständlicherweise völlig unter den Teppich gekehrt wird.
    Musiklehrer, Alleinschaffende Künstler, Instrumentallehrer........ die sind alles AM ARSCH!
    Und in der privaten [b][i]Insolvenz.[/i][/b]
    Wo das gezahlte Geld hingeht für nicht optimale oder geänderte Konzerte, das weiß ich nicht.
    Sicher nicht an die Künstler.


    Aber hoffentlich in die Infrastruktur der Konzertanbieter.
    In der Hoffnung, dass diese überleben und Wege finden, Konzertgängern auch nach wie vor ein Programm bieten zu können.


    Denn das ist gar nicht so sicher, wenn die alle Pleite gehen.
    Und es sind schon viele Pleite gegangen.


    Will sagen:
    DAS sieht alles überhaupt nicht gut aus, eher erschreckend.
    Und das sollte jedem klar sein, der sich über Absagen und/oder Änderungen ärgert.


    Das ist jetzt halt so, und das wird sich auch noch lange nicht ändern.
    Das wird eher noch viel schlimmer, was ich NICHT hoffe.Aber es sieht danach aus.


    Sorry, Michael

    Wir haben übrigens schon einen Thread Aufnahme- und Schnitttechnik, was ist legitim, was nicht?

    Wie gesagt, letzter Eintrag 2017.


    Aber wir hatten doch gerade hier eine interessante Diskussion?
    Gut, mittlerweile weiß ich, dass meine Kommentare Dich störten.
    Ich warte mal bis morgen, und wenn sich daran nichts ändert, dann lösche ich diese.
    Aber ich fühle mich schon beeinträchtigt in meiner freien Meinungsäußerung.

    Vielleicht können wir uns hier auf das Thema Intonation beschränken.

    Das können wir gerne, alleine ich verliere den Überblick so langsam.
    Ja, habe es gefunden.
    Letzter Eintrag ist von 2017.


    Sorry, ich wollte mich nur einbringen.
    Dabei kann ich aber wirklich nicht alle threads im Hinterkopf behalten, welche
    seit Jahren nicht mehr bedient wurden.
    Der hier war gerade aktuell.
    Und da ging es ja nun um das Thema, was alles möglich ist bei Aufnahmen
    inkl. Intonation.
    Und STÜTZMIKROS!
    DARAUF habe ich erstmal geantwortet!


    Falls es nötig ist, dann verschiebt mein Zeug in den 2017er Ordner.
    Oder löscht es gleich.
    Ach,es macht keinen Sinn mehr, hier stundenlang die Tastatur zu bearbeiten.
    Es macht einfach keinen Spaß mehr.

    An meiner Abhöre kann ich genaustens hören, ob sich ein Orchester bei einer größeren Kadenz(Studioaufnahme)des Solisten
    auf der Bühne befindet oder nicht.


    Meistens halt nicht, das macht ja auch keinen Sinn.
    Denn der Solist bei großen ausladenden Kadenzen braucht keinen weiteren Stress als ein Orchester,
    das darauf wartet, dass er endlich fertig wird.


    Und ich kann deutlich hören, dass die Bühne dann plötzlich leer ist.


    Zu Rubinsteins und Reiners Zeiten in den 50ern war das noch nicht so.
    Und Rubinstein überzog seine Aufnahmezeit bei der berühmten Rach 2 Aufnahme-bei der das Orchester halt anwesend war- mit seinen Korrekturen
    und Takes so weit, dass das anwesende Orchester einen Doppeldienst bezahlt haben mußte.
    Das habe ich mal vor Jahren in einem Interview mit Rolf Liebermann gehört, der damals anwesend war.
    Und Rubinstein wurde danach wohl nicht mehr von Reiner verpfichtet.

    Es gibt aber auch ohne Autotune genügend Möglichkeiten zum schummeln.
    Wobei in dem folgendem Beispiel ausschließlich Zeitdruck und Müdigkeit der Grund waren.
    Aber es ist halt möglich.


    Mitte der 90er hatte ich wie schon gesagt ein kleines Tonstudio.
    Wir machten vor allem Chor und Kammermusikaufnahmen, und ein paar größere CD-Produktionen.


    Und ein sehr lieber Freund und wirklich erstklassiger Cellist machte dann unter unserer Leitung in einer Kirche
    Aufnahmen für ein Solo Cello Projekt, welches auch veröffentlicht wurde und nach wie vor zu erhalten ist.


    Daher keine Namen.


    Nur soviel:
    Wir hatten zwei Tage, und nach Bach-Suiten, Waltons einzigem Solo Cello Werk, der Ligeti Sonate etc. pp.
    hatte meine Freund dann einfach nicht mehr die Kraft, einige blöde liegenden Akkorde zu spielen.
    Es ging einfach nicht mehr.
    Und dann habe ich letztendlich mir sein Guarneri Cello genommen und nach ein paar Versuchen diese Akkorde gespielt und aufgenommen.
    Er hätte das selber mindestens so gut gekonnt, aber er hatte einfach keine Kraft mehr.


    Genau wie dann auch in der Schlussphase der Aufnahme durch Ermüdung ein heikler Lagenwechsel nicht mehr klappen wollte.


    Sowas kommt halt vor auch bei den besten.


    Und wir haben dann geschnitten.
    Vor dem Lagenwechsel war Ende.
    Und dann konnte er den Ton suchen im off.
    Aufnahme und Schnitt an der Stelle.
    Fertig war der perfekte Lagenwechsel.


    Ich muss dazu aber immer sagen, dass alle diese Sachen normalerweise nicht bei meinem Freund vorkommen.
    Er konnte das, aber nicht mehr nach diesen langen Aufnahmezeiten.


    Bei meiner eigenen Genuin CD liegen bei der Aufnahme der Delius-Sonate zwischen der Coda und der Schlussapotheose auch etwa eine halbe Stunde Pause, in welcher ich massiert wurde, um den Schluss noch hinzubekommen nach fast 20 Stunden Aufnahme für die ganze CD.


    Für mich ist das alles noch wirklich ehrlich, manchmal geht es halt nicht anders.

    Ich bin auch eher ein Fan von Hauptmikros alleine.


    Aber im Grunde ist es heute so,dass man nicht genug Mikros haben kann,um auf
    alle Eventualitäten reagieren zu können.


    Im Falle meiner CD, welche von dem tollen Team von Genuin in der Oetkerhalle Bielefeld erstellt wurde,
    bekam ich danach etwa 4-5 Probeabmischungen auf CD.
    Das war 2009.


    Und da ich ein sehr großer Fan von High End Anlagen bin-ich habe selber solch eine- und ebenfalls Erfahrung
    im Aufnehmen habe,da ich in den 90ern selber ein kleines aber feines Tonstudio mit einem Freund(stud. Toni) hatte,
    konnte ich genau sagen, was ich verbessert haben wollte.


    Und dank der Stützmikros, von deren Abmischung alles abhing, wurde das Klangbild
    dann in mehreren Schritten zu dem Klangbild, welches mir vorschwebte.


    Und für welches Genuin dann zu Recht in der Kritik auch sehr gelobt wurde.
    Ich bin wirklich glücklich mit der Arbeit von Genuin, das sind Künstler.
    Die Arbeit eines Tonmeisters und Toningenieurs ist mindestens genau so wichtig wie die Arbeit des aufgenommenen Musikers.


    Und genau dafür waren zusätzliche Stützmikros notwendig.


    Davon abgesehen ist auch das psychologische Können eines Aufnahmeleiters absolut ausschlaggebend für das Gelingen einer Aufnahme.
    Der Tonmeister muß ein Virtuose sein, entspannend und gleichzeitig völlig auf der künstlerischen Höhe des Musikers zu agieren.
    Immer mit dem Wunsch, das beste Ergebniss für den jeweiligen Musiker zu erhalten und auch zu FORDERN.


    Das wird für mich viel zu wenig berücksichtigt.
    Tonmeister und Toningenieure sind für mich moderne Helden, welche im Hintergrund arbeiten,
    aber ohne welche es nicht annähernd so gute Leistungen von Musikern gäbe.


    Und ich kenne da beide Seiten und weiß, von was ich rede.
    Jedenfalls nochmals Kudos an Genuin:
    Ihr seid Klasse.

    Das kann ja z.B. auch an der "Corona-Sitzordnung" gelegen haben.

    Dies erscheint mir plausibel, lieber Christian.
    Ich wollte Dich auch gar nicht angreifen, ich war nur entgeistert darüber,
    dass music lover sich über das Orchester beschwert und Du dann diesem beipflichtest.
    Obwohl es sich um völlig unterschiedliche Konzerte handelte.


    Beim Orchesterbashing bin ich natürlich fast immer auf Seiten des Orchesters.
    Und eine Haltung, welche suggeriert, dass der Solist vom Orchester behindert wurde, ist
    allgemein üblich,wird gerne angewendet.
    Und dann wird auch noch der Dirigent durch den Kakao gezogen.
    Das ist eine beliebte Auffassung und Taktik von Laien und Fans eines Solisten.
    Aber sicher doch nicht die Deine?


    Die neueste CD dieses Orchesters unter diesem Dirigenten hat übrigens unglaublich tolle Kritiken bekommen.
    Besonders die Streicher wurden hervorgehoben.
    Ich reagiere da natürlich als Orchestermusiker, bitte nicht böse sein.
    Ansonsten ist alles gut, machen wir kein Problem daraus,bitte.


    Ich will ja nur, auch anbetracht, dass ich diese Konzerte nicht besucht habe, versuchen,
    weiterhin zu differenzieren um zu verstehen.
    Nichts weiter.


    Alles liebe, Micha

    Klar, das kann sein, das Orchester war auch wirklich nicht gut.

    Lieber Christian,
    jetzt bin ich doch erstaunt.
    Ich muß dazu natürlich sagen, daß ich keineswegs diese Konzerte mit Zimerman gehört habe.
    Aber das Luxemburger Orchester ist sehr gut, entspricht europäischen Spitzenstandard und war auch früher
    als das RTL-Sinfonieorchester beileibe nicht schlecht.


    Nun, ich tue mich etwas schwer damit, dass dieses Orchester jetzt von music lover und Dir einfach heruntergeputzt wird.
    Und dass wohl der Dirigent auch schlecht sei.


    Und das stimmt einfach nicht.
    Ein schlechtes Konzert, oder gar mehrere, das kann vorkommen im Dienstplan eines Orchesters, das kenne ich selber
    persönlich zur Genüge.
    Aber die Kollegen aus Luxemburg jetzt abzuwatschen, das gefällt mir nicht.
    Und so extrem kann das einfach auch nicht gewesen sein.


    Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, aber das wird nicht einfach sein.
    Nichts für ungut,


    Michael

    Stimmtonhöhe bei historischen Aufnahmen

    Anm.: Auf Khampans Anregung hin wurde dieser Beitrag aus dem Faden zum Absoluthören in den Auftaktbeitrag zu einem eigenen Thread umgewandelt. Vielleicht ergibt sich ja eine Diskussion. Braccio

    Zu sehr bin ich darauf geprägt dass ein Ton von 415 Hz ein perfektes as ist, als dass ich es als historisches a hören kann (nichtsdestotrotz liebe ich historische Stimmungen, höre sie eben falsch, aber dass mit Genuss). Im Gegenzug vertrage ich höhere Stimmungen über a = 443 Hz nicht und werde deshalb regelmäßig ausfällig, wenn alte Aufnahmen bei der Überspielung auf CD viel zu schnell abgespielt und infolgedessen zu hoch werden.

    Lieber Khampan,
    ich kenne Dich als großen Klangexperten und auch als jemanden, der unbestechlich allen möglichen
    Klangbearbeitungen nachgeht.
    Ich bin da ganz mit Dir konform und bewundere Dich natürlich.


    Nur ist da eine Sache, welche mich seit Jahren im Umgang mit Deinen postings beschäftigt:
    Bei allem Respekt:
    Woher bist Du Dir immer so sicher, dass eine Tonhöhe bei alten Aufnahmen nicht stimmen kann?
    Und Du diese daher korrigierst?


    DAS wollte ich Dich immer schon fragen.


    Es ist ja nun bekannt, dass es Orchester wie das Boston S.O gab, welche einen ziemlich hohen Kammerton-über 444hz-schon
    in den 40er Jahren hatten.
    Und außerdem kann der Kammerton ja jederzeit variieren, je nach Jahreszeit etc.pp.


    Schraubst Du jetzt alles runter auf 442hz oder 443hz,weil es Dir sonst nicht gefällt?
    Oder was sind Deine Quellen und Deine sehr überzeugend vorgetragenen Mitteilungen, warum
    eine Aufnahme zu schnell läuft?
    Angeblich?


    Sicher,das kommt natürlich vor.
    Aber bei Dir im Grunde ständig.
    Was sind deine Quellen?


    Wie gesagt, mich hat das immer schon bei Dir interessiert, da dies eine Idée fixe bei Dir zu scheinen mag.


    Ich würde es jedenfalls fraglich finden, jede Aufnahme auf die mir gemäße Tonhöhe zurechtzufrickeln, ohne wirklich genau zu wissen,
    ob die anderen Geräte wirklich zu schnell liefen.


    Also, es ist echtes Interesse meinerseits, zu erfahren, wie Du bei der Tonhöhenkorrektur vorgehst.
    Und warum.


    Ich weiß, das ist ein weites Feld, aber ich wollte wirklich schon seit bestimmt 10 Jahren mich mal darüber unterhalten mit Dir.


    Alles gute,Michael

    a, so geht es mir auch. Wobei ich schon akzeptieren kann, dass z.B. Pollini bei seinem Chopin e-moll-Konzert vor drei oder vier Jahren in Berlin natürlich manches nicht mehr so brillant spielen konnte wie bei seiner legendären Aufnahme, die er mit 18 gemacht hat.

    Aber natürlich!
    Dagegen ist gar nichts zu sagen.
    Es geht mir ja auch überhaupt nicht darum, es abzuwerten, wenn ein Künstler nicht mehr ganz so brilliant spielen kann.
    Er kann das aber durch Altersweiheit und pures Wissen ausgleichen und dann immer noch ein großer Künstler bleiben.


    Sich aber durch offensichtliches Pfuschen und ohne einen erkennbaren künstlerischen Anspruch durchzuschwurbeln, DAS macht traurig.


    Solange der künstlerische Anspruch klar bleibt, verzeihe ich jedem älter gewordenen Musiker alles.
    Ich würde z.B. niemals Ivry Gitlis vorwerfen ,dass er als über 90 jähriger nicht mehr gut spielen kann.
    Denn seine Attitüde und Herangehensweise ist nach wie vor die eines großen Künstlers.
    Und das ist bewundernswert..
    Und er versucht ja auch nicht mehr, durch Virtuosenbrocken sich zu beweisen.
    Er macht einfach noch Musik und gibt sein Wissen weiter.
    Das ist für mich äußerst bewundernswert,sogar die größte Bewunderung überhaupt.


    Denn hier geht es nur um Musik, und nicht um Mätzchen.