Beiträge von Symbol

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins hier statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.


    Oh ja! Zufälligerweise liefen bzw. laufen hier gerade BWV 1002 und 1003 aus dieser Aufnahme. Fantastisch gespielt, unglaublich ausdrucksstark, mit Mut, sich dabei auch durchaus mal an der Grenze zum Kratzen zu bewegen. Für HIPisten, die gerne staubtrockenen Barockviolinen-Sound hören, dürfte das nur begrenzt verdaulich sein, aber allen anderen sei diese Aufnahme dringend empfohlen!


    LG :wink:

    Knirscht es in Berlin zwischen der Staatskapelle und Daniel Barenboim?


    Lebenslänglich
    Zu Beginn von Ingmar Bergmans Film Szenen einer Ehe lernen wir Marianne und Johan kennen, die als Muster-Ehepaar für die Homestory einer Zeitschrift interviewt…
    van-magazin.de


    LG :wink:

    in der (...) R-Besoldung

    Habe ich mich gerade verlesen? In der R-Besoldung? Weißt Du, wie wenig man dort verdient?


    Ich habe mich ja ausdrücklich auf Spitzenbesoldung im öffentlichen Dienst bezogen. In meinem Bundesland z. B. ist es so, dass man ab R3 deutlich mehr als das W3-Grundgehalt verdient. Ich bin mir bewusst, dass man für R3 bereits recht hohe Posten bekleiden muss, aber ich habe mich ja nicht dazu geäußert, was die Mehrheit der R-Besoldeten verdient, sondern lediglich dazu, in welchen Besoldungsschemata des öffentlichen Dienstes es die höchsten Gehälter gibt - unabhängig davon, wieviele Personen diese dann auch erhalten.


    LG :wink:

    Er war doch Rektor der Salzburg-Uni (also Präsident). Die Begrifflichkeiten sind von BL zu BL (bezogen auf D.) unterschiedlich; mithin hätte er in D. mindestens Funktionsleistungsbezüge und fixe Leistungsbezüge bekommen. Entscheidend ist natürlich immer das Verhandlungsgeschick des einzelnen Prof. im Hinblick auf den Umfang und die Höhe der LB. Selbstverständlich hast Du Recht, dass die W3 fix ist -auf die LB kommt es an. Früher war es natürlich hins. der C4-Professuren anders.


    Ich weiß ja nicht, wie großzügig Musikhochschulen mit den diversen Leistungsbezügen verfahren, aber an einer herkömmlichen Universität wird man schon sehr gute Bleibeverhandlungen bei externem Ruf plus Funktions-Leistungsbezüge benötigen, um auf derartige Summen zu kommen. Die Funktions-Leistungsbezüge entfallen m. W. mit dem Ausscheiden aus dem betreffenden Amt.


    Wie dem auch sei: ein armer Mann dürfte Mauser nicht sein, aber die W-Besoldung kommt selbst mit den genannten Zulagen nicht auf Summen, die der Spitzenbesoldung im öffentlichen Dienst entsprechen. Diese ist eher in der B- und R-Besoldung anzutreffen.


    LG :wink:

    In Dt. wäre es eine W3 zuzügl. Leistungsbezüge; in diesem Fall F-LB, vermtl. BB-LB, bes. LB und fixe LB --> 11 bis 12 tsd. € können da schon zusammenkommen, bisweilen aber auch mehr in zu begründenden Einzelfällen.


    Für diese Summe muss man aber schon Uni-Präsident mit einigen zuvor erfolgten Bleibeverhandlungen sein. Der Deutsche Hochschulverband erhebt regelmäßig die Durchschnittsgehälter von Hochschullehrern in den verschiedenen Bundesländern. Der Durchschnitt für W3 liegt selbst in gut bezahlenden Ländern wie Bayern deutlich unter der genannten Summe.


    LG :wink:

    Das ist Spott über Thoene als Person, aber keine sachliche Kritik an ihren Arbeiten.

    Ich habe - aus guten Gründen - über ihre Arbeiten gespottet und dann noch ein kleines Wortspiel mit ihrem Namen angehängt. Hängst Du das jetzt nicht vielleicht doch etwas zu hoch, wenn Du meinst, ich würde damit ihre Person angreifen? Von der weiß ich einfach gar nichts, und ihre sonstigen Leistungen habe ich weder bestritten noch klein geredet.


    Na ja, Du hast sie in einem erkennbar sarkastisch-ironischen Kontext als "großartige Frau" bezeichnet. Mit Spott über ihre Arbeiten hat das eher wenig zu tun. Von Scherzen über Namen soll Marcel Reich-Ranicki mal generell abgeraten haben, wenn ich auch zugeben muss, dass der hier platzierte Scherz über "Thoene" was hat. Welche Scherze da erst über den Namen ihres Schülers Poppen möglich wären... :versteck1:


    Dass sie aber von der Öffentlichkeit vor allem als Bach-Forscherin gesehen werden wollte, zeigt sich u.a. daran, dass sie auf ihrer Website ausschließlich diesen Teil ihres Lebenswerkes präsentiert(e).


    Gut, das Argument lasse ich gelten. Dann hat Frau Thoene in ihrer Selbstdarstellung wohl aufs falsche Pferd gesetzt, auch wenn diese Webseite von einer umfassenden, modernen Homepage ein gutes Stück entfernt ist und ziemlich nach Marke Eigenbau 2002 aussieht.


    Es kann ja sein, dass ihre wissenschaftlichen Arbeiten auch Studien zum Spiel der Barockvioline beinhaltet haben - das weiß ich nicht, aber in diesem Bereich dürfte sie potenziell wohl weniger umstritten sein als bei ihren Bach-Analysen.


    LG :wink:

    Wenn Frau Thoene diese unbestreitbaren Verdienste für die Düsseldorfer Hochschule hat, warum hast Du sie dann für ihre fragwürdigen Lesarten Bachscher Notentexte durch den Kakao gezogen, anstatt vielleicht mal kurz zu erwähnen, dass sie in der Musik auch andere, weniger kontrovers diskutierte Leistungen erbracht hat?

    Weil das Thema hier nun mal ihre Bach-"Forschungen" waren, und weil ich ihre sonstigen etwaigen Leistungen nicht kenne und deshalb auch nicht beurteilen kann.


    Wenn es nur sachlich um ihre Bach-Forschungen gegangen wäre, dann müsste man in der Tat nicht unbedingt über ihre sonstigen Leistungen sprechen. Aber ging es wirklich nur um ihre Bach-Forschungen? Du schriebst:


    Dass Beethoven bzw. Schiller für diese großartige Frau nur billige Polemik übrig hatten ("Oh Freunde, nicht diese Thoene!"), ist natürlich nur als Ausdruck ihres durch und durch patriarchalischen Weltbildes zu verstehen.


    Das ist Spott über Thoene als Person, aber keine sachliche Kritik an ihren Arbeiten.


    Das könnte mir eigentlich recht wurscht sein - ich habe mich überhaupt nur näher damit befasst, weil Du auch angemerkt hast, dass sie keine Musikwissenschaftlerin war. Also wurde Google angeworfen, ich wollte nur etwas mehr zu ihrem Werdegang wissen. So bin ich darauf gestoßen, dass die Robert-Schumann-Hochschule ihr den Ehrendoktor verliehen hat und dass sie quasi Gründungsmitglied der Hochschule war. Ebenso habe ich von ihren Leistungen im Bereich der historisch informierten Aufführungspraxis gelesen, und dass sie mit Poppen und Müllejans zwei sehr bekannte Violinisten der Alte-Musik-Szene unterrichtet hat.


    Nichts davon macht ihre Bach-Zahlenspiele besser oder plausibler, aber wenn es um Thoene als Person gehen soll, relativiert es wohl doch etwas die Frage, ob Spott wirklich angebracht ist.


    Thoene wäre übrigens nicht der erste Mensch mit Verdiensten, der nach dem Erbringen dieser Verdienste wunderliche Züge entwickelt hat. Es gibt dazu ein paar Beispiele aus der Wissenschaft...


    Bei Glenn Gould würde man doch vermutlich auch nicht akzeptieren, dass jemand nur seine verhunzte Appassionate erwähnt und die vielen großartigen Aufnahmen unter den Tisch fallen lässt.

    Doch, natürlich würde man das, wenn es eben um die Appassionata geht. Warum soll man die nicht für sich betrachten?


    Wenn es nur um Gould als Beethoven-Interpreten ginge, könnte man die natürlich für sich betrachten. Bei einer Betrachtung von Gould als Musiker und Person würde dies aber sicherlich nicht hinreichend sein.


    LG :wink:

    Das stimmt, aber trotzdem bleibt die Feststellung, dass man ihr die Ehrendoktorwürde für ihr "wissenschaftliches und pädagogisches Engagement" verliehen hat. Ehrendoktorwürden kann man auch für nicht-wissenschaftliche Leistungen verleihen, z. B. für Verdienste um die Hochschule o.ä. Trotzdem hat man sich für den im Nachruf dargelegten Weg entschieden, diese Ehrendoktorwürde zu begründen. Du stellst ja vollkommen zu recht fest, dass "die Kollegen in Düsseldorf [...] nicht blöd" sind...

    Sie sind vor allem nicht unhöflich. Wenn man sie aus was für Gründen auch immer ehren will (sie war immerhin Gründungsprofessorin der Düsseldorfer Hochschule und hat für das Haus einiges bewirkt), dann kann man nicht ausgerechnet den Teil ihrer Biographie unerwähnt lassen, der ihre Bekanntheit außerhalb Düsseldorfs ausmacht, ohne aus der Ehrung eine Beleidigung zu machen.


    Was die Leute in Düsseldorf motiviert hat, die Ehrendoktorwürde wie publiziert zu begründen, kann man wohl nur wissen, wenn man sie danach fragt (und eine ehrliche Antwort erhält). Man kann natürlich spekulieren, was sie zu der zitierten Formulierung bewogen hat, nur sollte man dann schon überlegen, ob man sich nicht in Richtung von Kaffeesatzlesereien begibt, die den Thoeneschen Zahlensuchen nicht mehr vollkommen unähnlich sind.


    Wenn Frau Thoene diese unbestreitbaren Verdienste für die Düsseldorfer Hochschule hat, warum hast Du sie dann für ihre fragwürdigen Lesarten Bachscher Notentexte durch den Kakao gezogen, anstatt vielleicht mal kurz zu erwähnen, dass sie in der Musik auch andere, weniger kontrovers diskutierte Leistungen erbracht hat? Bei Glenn Gould würde man doch vermutlich auch nicht akzeptieren, dass jemand nur seine verhunzte Appassionate erwähnt und die vielen großartigen Aufnahmen unter den Tisch fallen lässt.


    Zur überregionalen Bekanntheit von Thoene: war sie nicht eine Pionierin auf dem Gebiet der Barockvioline und Lehrerin von Poppen und von Müllejans? Über Müllejans hat sie damit letztlich auch noch eine entfernte Verbindung zum FBO, dem vermutlich bekanntesten Ensemble für alte Musik in Deutschland.


    Auch dann nicht, wenn zu den "Querdenkern" offensichtlich diverse Mitglieder der Düsseldorfer Hochschule (die ihr einen Dr. h.c. verschafft haben), einer der angesehensten Barock-Violinisten (Poppen) und eines der bekanntesten Vokalensembles der Welt (Hilliard) zählen?


    Ich möchte damit keineswegs sagen, dass Thoene mit ihren Arbeiten richtig lag, aber es scheint mir doch etwas arg vereinfachend zu sein, sie hier der Lächerlichkeit preiszugeben.

    Mir nicht. Hast Du eigentlich mal eines ihrer Bücher gelesen? Mit ihrer "Methode" der Zahlenspielereien kann man schlechterdings jede beliebige versteckte "Botschaft" in jedem Notentext entdecken, wenn der nur genug Töne hat. Matthias Wendt von der Düsseldorfer Robert-Schumann-Forschungsstelle hat das schon vor Jahrzehnten u.a. mit einem selbst geschriebenen Programm gezeigt (er hat übrigens außerdem diverse Rechenfehler bei den Numerologen gefunden). Statt der "Bach-Zahl" 14 hat er spaßeshalber mal sein Programm nach der 13 suchen lassen und nicht weniger Treffer gehabt. Und Christoph Poppen (den ich u.a. aus seiner Detmolder Zeit kenne) ist bzw. war ein hervorragender Geiger und sehr fantasievoller Künstler mit deutlichem Hang zu esoterischen ...ähm... "Ideen"


    Poppen kenne ich nicht, die Hilliards habe ich mal zur Hälfte getroffen - da machten sie eigentlich keinen esoteisch angehauchten Eindruck auf mich. Was auch immer sie also geraucht haben mögen, als sie dem "Morimur"-Projekt zugestimmt haben...


    Die Bücher von Thoene kenne ich in der Tat nicht, sondern nur die "Morimur"-Aufnahme. Musikalisch finde ich die durchaus ansprechend, aber ich frage mich, ob es hilfreich ist, die Thoene-"Erkenntnisse" als solche zu verkaufen. Man hätte ihre Rumsucherei in Bachs Notentext ja auch als künstlerischen Ausgangspunkt (und nicht als mehr oder weniger wissenschaftlichen) für die Version der Chaconne mit Vokalensemble nehmen können - gewissermaßen als Inspiration für einen assoziativen Umgang mit dem Original. Das hätte ich letztlich plausibler gefunden, als einfach zu behaupten, "Christ lag in Todensbanden" sei in der Chaconne versteckt, weil einige Töne und Harmonien dazu passen.


    Mal ganz nebenbei: ob ein Zitat als solches erkannt werden kann, hängt ja immer auch vom Kontext ab. Wenn man meint, in einem Bach-Stück eine melodisch-harmonische Standardwendung als Signum eines von Bach gesetzten Chorals zu erkennen, wird das ob der Gleichartigkeit des Idioms wohl wackelig werden müssen. Fände man dieselbe Tonfolge in einer atonalen Komposition eines Komponisten der Neuen Wiener Schule, sähe das schon deutlich anders aus.


    LG :wink:

    Im Nachruf auf die 2021 verstorbene Thoene heißt es seitens der Hochschule:

    Wenn Du den Nachruf genau liest, fällt Dir sicherlich auf, dass im Abschnitt über ihre Bach-"Forschungen" sprachliche Distanzierungen eingearbeitet sind: "Für sie", "ihrer Ansicht nach" usw.. Die Kollegen in Düsseldorf sind ja nicht blöd.


    Das stimmt, aber trotzdem bleibt die Feststellung, dass man ihr die Ehrendoktorwürde für ihr "wissenschaftliches und pädagogisches Engagement" verliehen hat. Ehrendoktorwürden kann man auch für nicht-wissenschaftliche Leistungen verleihen, z. B. für Verdienste um die Hochschule o.ä. Trotzdem hat man sich für den im Nachruf dargelegten Weg entschieden, diese Ehrendoktorwürde zu begründen. Du stellst ja vollkommen zu recht fest, dass "die Kollegen in Düsseldorf [...] nicht blöd" sind...


    Man mag über Thoene ja gerne spotten, aber dann sollte man fairerweise auch irgendwann erwähnen, dass es Leute gab und gibt, die ihre Arbeiten offensichtlich mehr geschätzt haben.

    Ich finde nicht, dass man Querdenker jeglicher Couleur "fairerweise" erwähnen muss.


    Auch dann nicht, wenn zu den "Querdenkern" offensichtlich diverse Mitglieder der Düsseldorfer Hochschule (die ihr einen Dr. h.c. verschafft haben), einer der angesehensten Barock-Violinisten (Poppen) und eines der bekanntesten Vokalensembles der Welt (Hilliard) zählen?


    Ich möchte damit keineswegs sagen, dass Thoene mit ihren Arbeiten richtig lag, aber es scheint mir doch etwas arg vereinfachend zu sein, sie hier der Lächerlichkeit preiszugeben.


    LG :wink:

    Die Musikwissenschaftlerin Helga Thoene hat nämlich behauptet, die Chaconne sei von Bach als ein musikalisches Grabmal konzipiert, da man in der Chaconne Anklänge an Bach'sche Choräle finden kann, die zur Thematik des Todes passen.

    Musikwissenschaftlerin war sie eigentlich nicht, aber das soll ihre sensationellen Entdeckungen in keiner Weise schmälern. Sie hat z.B. tatsächlich in der Ciaconna die fünf absteigenden Töne A-G-F-E-D gefunden, was, wie jeder sehen kann, natürlich ein Zitat von "Jesus meine Freude" ist. Mit solchen absolut zwingenden Analysen hat sie einige Nachfolger angeregt, von denen z.B. Martin Morgenstern den Nachweis erbracht hat, dass im Subtext der Partita unter anderem die Namen von Brian Jones (B-A-E-Es), Keith Richards (C-H-A-D) und Mick Jagger (A-G-G-E) eingearbeitet sind! Dass Beethoven bzw. Schiller für diese großartige Frau nur billige Polemik übrig hatten ("Oh Freunde, nicht diese Thoene!"), ist natürlich nur als Ausdruck ihres durch und durch patriarchalischen Weltbildes zu verstehen.


    Immerhin haben einige Leute die Arbeiten von Thoene wohl für hinreichend befunden, um ihr (unter anderem für ihr wissenschaftliches Wirken) die Ehrendoktorwürde der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf zu verleihen. Im Nachruf auf die 2021 verstorbene Thoene heißt es seitens der Hochschule:


    Zitat

    Für ihr wissenschaftliches und pädagogisches Engagement erhielt sie von der Hochschule die Ehrendoktorwürde.


    Quelle: https://www.rsh-duesseldorf.de…bschied-von-helga-thoene/


    Man mag über Thoene ja gerne spotten, aber dann sollte man fairerweise auch irgendwann erwähnen, dass es Leute gab und gibt, die ihre Arbeiten offensichtlich mehr geschätzt haben.


    LG :wink:

    Ich finde etliche Stücke davor nicht minder gut, z.B. die Des-Dur-Fuge (mit einem besonders originellen Präludium), bei der sowohl Tonart als auch Metrum in scheinbarem Chaos versinken und man trotzdem die Struktur wie eine Fessel spürt


    Wo ich sie gerade wieder gehört habe: diese Des-Dur-Fuge in op. 87 ist wirklich ein absoluter Hammer! Wir ein anderer Forianer wohl sagen würde: mega-fetzig. :) Du hast eigentlich sehr gut beschrieben, was dieses Stück so besonders macht, besser kann man das kaum formulieren.


    LG :wink:

    Ich habe das (zur Ablenkung) praktiziert, als ich im Studium für die Diplomprüfungen gelernt habe

    dann musst du ja ganz gut spielen können - toll.


    Es geht so - ich habe ja nicht behauptet, dass ich die Stücke gut gespielt habe, sondern halt nur, dass ich sie gespielt habe. ^^ Im Ernst: mir als Hobby-Klimperer fallen einige Dinge aus dem WTK I leichter, anderer deutlich schwerer, einige gehen kaum (die spiele ich dann halt auch recht selten). Mit den Sachen, die viel Geläufigkeit erfordern, habe ich leider so meine Probleme. Vielleicht spiele ich deshalb einige langsame Stücke besonders bedeutungsschwanger. ^^


    LG :wink:

    :) die Armen.

    Nur anbei, mein Klavierlehrer hat damals behauptet, er würde selber nichts anderes üben - es war sozusagen sein täglich Brot - als Erwachsener dann. Es gibt schon Leute.....


    Ich finde, dass tägliches Spielen aus dem WTK durchaus Sinn machen kann. Ich habe das (zur Ablenkung) praktiziert, als ich im Studium für die Diplomprüfungen gelernt habe. :)


    Zum Üben auf dem Klavier würde ich aber annehmen, dass eine gewisse Einseitigkeit im Ausdruck droht, wenn man nicht hin und wieder auch mal Musik aus anderen Epochen spielt. Sogar Gould hat ja mehr als nur Bach geübt. ^^


    LG :wink:

    Ich glaube, es ist ziemlich gut belegt, dass Bach zumindest das WTKI nicht als geschlossenen Zyklus sondern als Kompendium unabhängig voneinander komponierter Stücke ausgelegt hat. Bach schrieb sozusagen zum Vergnügen Fugen, wenn er Zeit hatte. Möglicherweise hat er schließlich die Präludien systematisch dazukomponiert. Vielleicht kann uns hier ein Bachkenner mehr dazu sagen (zabki fehlt!).


    Da kann man sich wohl ziemlich sicher sein. Bachs Titel für das WTK I lautet:


    "Das Wohltemperirte Clavier oder Præludia, und Fugen durch alle Tone und Semitonia, so wohl tertiam majorem oder Ut Re Mi anlangend, als auch tertiam minorem oder Re Mi Fa betreffend. Zum Nutzen und Gebrauch der Lehrbegierigen Musicalischen Jugend, als auch derer in diesem studio schon habil seyenden besonderem Zeitvertreib auffgesetzet und verfertiget von Johann Sebastian Bach. p. t: Hochfürstlich Anhalt-Cöthenischen Capel-Meistern und Directore derer Camer Musiquen. Anno 1722."


    Soll heißen: das Stück (oder besser die Stücke) mögen entweder der "musikalischen Jugend" zur Ausbildung dienen oder aber dem "Zeitvertreib" der "in diesem studio schon habil seyenden". Weder Ausbildung noch Zeitvertreib macht man üblicherweise, indem man ca. zweieinhalb Stunden Musik am Stück spielt.


    LG :wink:

    Mal davon abgesehen, ob das Wohltemperierte Klavier sich wirklich durch "Geschlossenheit" auszeichnet (finde ich nicht), hat Schostakowitsch sein op. 87 ausdrücklich nicht als Zyklus sondern als Serie von Einzelstücken konzipiert. Man kann das natürlich trotzdem zyklisch spielen bzw. hören, aber wenn einem das zu lang wird, hat man - vorausgesetzt es ist gut gespielt - wohl doch selbst etwas falsch gemacht. Jedenfalls führt es in die Irre, dem Werk Schwächen bei etwas vorzuwerfen, was gar nicht zu seiner Konzeption gehört.


    Ich finde, dass man sowohl das WTK (Band I oder II) als auch op. 87 zyklisch aufführen kann und dass das gut funktioniert, aber natürlich benötigt man als Zuhörer dann schon einiges Sitzfleisch, einfach aufgrund der Dauer. Ich stimme Dir aber zu, dass man weder das WTK noch op. 87 zyklisch hören muss, wenn es einem zu lang wird. Eigentlich muss man noch nicht mal unbedingt Präludium und Fuge einer Tonart zusammen hören, sondern viele der Stücke funktionieren auch alleine sehr gut.


    Ich finde etliche Stücke davor nicht minder gut, z.B. die Des-Dur-Fuge (mit einem besonders originellen Präludium), bei der sowohl Tonart als auch Metrum in scheinbarem Chaos versinken und man trotzdem die Struktur wie eine Fessel spürt, oder die in b-moll, deren ausuferndes Thema fast improvisiert wirkt, die in Es-Dur, die auf einer ganz eigenen Tonleiter basiert usw..


    Spontan würde ich noch die Fugen in e-moll und in A-Dur ergänzen - beide sehr unterschiedlich im Charakter, die e-moll-Fuge sehr gewichtig, die A-Dur-Fuge sehr luftig und geradezu ätherisch im Ausdruck, aber gerade das finde ich an ihr so interessant. Ich muss aber zugeben, dass ich das WTK (besonders Band I) ungleich besser kenne als op. 87, einfach weil ich es selbst schon gespielt habe.


    LG :wink:

    Melnikov habe ich in bester Erinnerung, nicht zuletzt mit den Klavierkonzerten Schostakowitschs ... aber ja, leider noch nicht mal im Stream verfügbar.

    Bei Spotify schon.


    Externer Inhalt open.spotify.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.


    Danke! Damit ist die muskalische Begleitung des Abends wohl gesichert (als Alternative zur Levit-Aufnahme).


    LG :wink:

    An Dir.

    ;) Ich hab's gewusst ... trotzdem gibt's beim nächsten Mal Scherbakov. :schwitz1:


    (Und ja, der olle Johann Sebastian, der war halt so richtig gut ... :love: )


    Ja, an JSB kommt niemand ran, auch nicht DSCH. Trotzdem finde ich die Präludien und Fugen von Schostakowitsch sehr beeindruckend, obwohl ich an ansonsten nicht unbedingt ein großer Schostakowitsch-Verehrer bin.


    LG :wink: