Beiträge von AlexanderK

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    Stets sind die Mütter ganz dominante Personen, werden bei ihm in allen Schattierungen durchgespielt. Mal können sich die Söhne vordergründig von ihnen lösen, mal bleiben sie ganz eindeutig unter ihrem Einfluss, mal wird das Verhältnis eher witzig durchgespielt, mal ist es bitterer Ernst. Stets aber sind die Mütter quasi 'heilige Monster'.

    Vielen Dank lieber Wolfram für Deine immer interessanten, oft anregenden Filmeindrücke!
    Kurz OT - wenn ich das lese, fällt mir sofort Woody Allens Filmbeitrag zu "New York Stories" ein - DIE "Mutterkomödie" schlechthin...



    Meine Hitchcock DVD Sammlung ist mir heilig, die darf nie unter die Dusche. Aber sicher demnächst "Der unsichtbare Dritte" wieder mal in den DVD Player, danke!

    könnte aber tatsächlich Haitinks "final Recording" bleiben

    BR-Klassik sendete am 7.9.2019 die Aufzeichnung des Konzerts vom 3.9.2019 von den BBC Proms aus der Royal Albert Hall (Audio aber nicht mehr verfügbar).
    https://www.br-klassik.de/prog…ausstrahlung-1855802.html
    Das definitiv letzte Konzert Haitinks fand in Luzern statt:
    https://www.deutschlandfunkkul…ml?dram:article_id=458259
    https://www.br-klassik.de/aktu…r-philharmoniker-100.html

    EINE GEBALLTE LADUNG „BAYERISCHE“ KLAVIERKUNSTLIEDER


    Ein weiterer persönlicher Konzerteindruck


    Im Rahmen der Festwoche „75 Jahre Tonkünstler München e.V.“ wurde am Samstagnachmittag des 25.9.2021 im trotz Maskenpflicht gut besuchten Rubinsteinsaal des Steinway-Hauses in der Münchner Landsberger Straße ein Lieder-Strauss geboten, der in eineinhalb Stunden in vier Liedblöcken eindrucksvoll die kompositorische Vielfalt im zeitgenössischen bayerischen Klavierkunstliedschaffen vorzustellen vermochte. Der Schreiber dieser Zeilen lernte dabei allerlei Komponistinnen und Komponisten kennen, mit deren Kompositionen sich zu befassen durchaus lohnen könnte. Namentlich bekannt waren ihm vor dieser Veranstaltung nur Moritz Eggert, Enjott Schneider, Johannes X. Schachtner, Rudi Spring und Graham Waterhouse.


    Rudi Spring begrüßt das Publikum in Vertretung des abwesenden Johannes X. Schachtner, der für die Programmzusammenstellung verantwortlich gezeichnet hat und ersucht, die vielfach anwesenden Komponistinnen und Komponisten erst jeweils am Ende der vier Liedblöcke zu akklamieren.


    21 Klavierkunstlieder in eineinhalb Stunden – tonal oder freitonal, versunken oder virtuos, Stimmungsbilder oder Deklamationen, Blitzlichter oder kleine Opern, nach den Liedtiteln Verdeutlichtes oder gegenüber den Titeln Überraschendes, die verschiedenen literarischen Vorlagen – es geht Schlag auf Schlag, wie so oft bei Veranstaltungen dieser Art, von einer Welt in die nächste, jeweils geballt in wenigen Minuten.


    Ausdrucksstark und textdeutlich, sorgfältig nuanciert singt die Sopranistin Anna-Lena Elbert im ersten und vierten Block, sie zusammen mit dem Klaviergestalter Rudi Spring, genauso wie Ansgar Theis (Bariton) und Lauriane Follonier im zweiten Block und Barbara Hesse-Bachmeier (Mezzosopran) mit Mirjam von Kirschten im dritten Block anders ausdrucksintensiv zu überzeugen vermögen. Die unterschiedlichen Stimmfarben prägen die Liedcharaktere und sorgen für noch mehr Differenzierung im Ablauf.


    Im verbalen Schnelldurchlauf mit allen Komponistennamen, verbale Blitzlichter nur: Roland Leistner-Mayer, Markus Schmitt (der SAID vertonte), Dmitrij Romanov (Hesse!), Robert Delanoff, Narine Khachatryan, Moritz Eggert (kabarettistisch zu Twitter), Richard Heller (Brecht!), Dorothea Hofmann (Shakespeares „The Tempest“!), Hans Huyssen, Enjott Schneider (Trakl!), Alexander Strauch (Morgenstern, incl. Glockenmotiv aus Wagners „Parsifal“), Maximilian Beckenschäfer (ein Beispiel für die „erfüllte Erwartungshaltung“ mit der von Schirnding-Vertonung „Schwerelos“), Henrik Ajax (genauso mit der Jakob Leiner-Vertonung „Rhythmusstörung“), Dorothee Eberhardt (ein exaltierter Auftritt eines mexikanischen Fürsten aus dem 15. Jahrhundert), Bernhard Weidner, Minas Borboudakis (ein tonales, schwerblütiges Moll-Lied mit dem alles offen lassenden Titel „II“, Text Jannis Ritsos), Kay Westermann (wieder ein mehr kabarettistischer Beitrag, Text vom Komponistenkollegen Gerd Baumann), Katharina Schmauder (Eichendorff!), Johannes X. Schachtner („Schwindel“, Text Alessandra Molinas, dt. Georg Pichler), Rudi Spring (Rückert!) und Graham Waterhouse (Lewis Carroll!). Das Programmheft zur Festwoche hilft, später mehr ins Detail gehen zu können.


    Man hat einmal mehr nach so einer geballten Ladung an Klavierkunstliedern große Lust, sich mit all den Komponistinnen und Komponisten näher zu befassen, hier eine nahezu unüberschaubare Vielfalt – wenn es die Zeit zulässt.

    Warum diese Sinfonie vor 50-60 Jahren ein Standardwerk war, heute aber von Bruckner?, Mahler? verdrängt wurde, oder was auch immer, weiß ich auch nicht. Egal, wie gerne man sie nun mag, ist sie ein hoch originelles, auch klanglich eigenes Werk, das eigentlich nicht "ersetzt" werden kann.


    Wer das Werk aktuell live erleben möchte: Die Wiener Philharmoniker spielen es unter der Leitung von Alain Altinoglu demnächst viermal in Wien (darunter im 1. Abonnementkonzert) und danach auch in Bratislava und Hamburg.
    https://www.wienerphilharmonik…21-09-2021&ia=f&iv=f&sm=f
    In Ö1 am Sonntag 26.9. in der Matinee (danach dort sieben Tage zum Nachhören):
    https://oe1.orf.at/programm/20210926#650835/Matinee-live

    Die Wiener Philharmoniker Special Annual Edition CD 2021 bringt den Mitschnitt des Salzburger Festspielkonzerts 2020, in dem Gustavo Dudamel Igor Strawinskys gesamte Ballettmusik "L’oiseau de feu" dirigierte. Diese CD ist wie die Special Annual Editions der Jahre davor nur beim Orchester selbst sowie bei Gramola am Graben in Wien erhältlich.
    https://www.wienerphilharmonik…ition-2021-dudamel/235876


    ...und (nicht nur weil grad im ARD Radiofestival Bruckers Vierte mit Blomstedt und den Wiener Philharmonikern in der Aufzeichnung aus Bonn vom 5.9. übertragen wird): Thielemanns Wiener Bruckner-Zyklus wird am 8.10. mit der Symphonie Nr. 4 fortgesetzt:


    Die Nelsons Doppel-CD habe ich auch am Freitag gekauft. (Bei Beck am Rathauseck in München, wo umgebaut wurde, verkleinert, aber angeblich ohne am Angebot einzusparen.)


    Mein Eindruck nach der Symphonie Nr. 1 (14 und 15 sowie die Kammersymphoniefassung Barschais vom Streichquartett Nr. 8 folgen bei mir noch):


    Da bestätigt sich für mich einmal mehr der Grundansatz aller drei für die DGG eingespielten aktuellen Nelsons-Zyklen (Beethoven in Wien, Bruckner in Leipzig und Schostakowitsch in Boston): prachtvoller, warmer, offener Raumklang, bunter, opulenter, auch betont warmer Orchesterklang, kulinarisch gut bekömmliche Aufbereitung der Musik, wo es geht „tröstliche“ Harmonisierung im Schönklang (hier nach den kecken Sätzen 1 und 2 deutlich in den ernsteren Sätzen 3 und 4 durchhörbar), keine Scheu vor äußerlichem Effekt, vor „Zirkus“, mehr Spektakel als Psychodrama. Nelsons aktuelle Symphonieaufnahmen würde ich jenen empfehlen die sagen große Symphonien sind zu schwer und zu anstrengend.

    https://oe1.orf.at/player/20210807/647993


    Noch sechseinhalb Tage kann man hier interessante Ausführungen von Annette Reisinger (Minguet Quartett) und Markus Hinterhäuser zur (Aufführungs-)Zeiterfahrung und zum Kompositionsansatz bei Feldman hören. Beginn des "Feldman Blocks" ab ca. 10:41 (Musik, dann Gespräch). Hinterhäuser zitiert Feldman "Ich komponiere aus Trauer um Schuberts frühen Tod."

    Zuletzt erstmals gehört:


     


    Amy Winehouse: Frank (2003) und Back in Black (2006)


    Für mich eine sehr zu Herzen gehende, authentische Soulstimme. Am intensivsten kommen für mich auf "Frank" das bluesig beginnende und dann sanft funkige You Sent Me Flying, der Gänsehautklassiker (There Is) No Greater Love (Fields/McHugh/Moody), das düstere funkige In My Bed, die Bluesballade Take the Box und der offiziell letzte Song Amy Amy Amy mit seinem orientalischen Touch; auf "Back in Black" der Slow Blues Love Is a Losing Game und der Bluesrock Wake Up Alone. Kein Song fällt ab, Anspruch und Qualität der vielfach privat schmerzlichen Songs offenbaren für mich höchste Authentizität. Demnächst werde ich noch das Album "Lioness: Hidden Treasures" sowie "At the BBC" hören.