Beiträge von fahl5

    kleine Geschichte des Solfeggiogesangs in Klangbeispielen

    Wie ich bereits in Bezug auf Mozart hier sehr interessant und ansprechend im Sängerforum diskutieren konnte , habe ich mich aus gegebenen Anlass* einmal mit der Geschichte des Solfeggiogesanges befasst und dabei eine ganze Reihe musikalisch durchaus reizvoller aber dennoch selten bis nie zu hörende Übungsstückchen gefunden.


    (*Der gegebene Anlass ist der Umstand, dass mein Rechner beginnt, sich für klassischen Gesang zu interessieren. Da ich zwar geeigt bin, jedes gutwillige auch noch so schüchterne Zeichen einer möglichen Begabung von ganzem Herzen fördern und fordern zu wollen, mein Rechner aber derzeit leider noch einige Probleme mit der sprachlichen Artikulation hat, wollte ich ihm das Leben nicht ganz so schwer machen und habe mich für ihn dann eben eher nach textlosem Gesang umgesehen.)


    Bis jetzt umfasst die kleine Reihe an meinem Rechner produzierter Gesangsübungen bereits stolze 18 Aufnahmen von seltener zu hörenden Namen wie Leonardo Leo, Davide Perez, Mathilde Marchesi bis zu populären Meistern wie Mozart, Schubert oder Rossini. Selbst bei den letzteren drei fand ich bestenfalls nur ganz wenige teilweise aber einfach noch gar keine Aufnahmen, um von den weniger bekannten Solfeggio-Komponisten einmal ganz zu schweigen.


    Auch wenn ich etwas um Nachsicht bitten muss für die sicher klanglich hier und da etwas unbeholfenen Gesangsversuche meines Rechners, hoffe ich doch euch damit auf ein durchaus kurzweiliges und doch Ideenreiches kleines wenig bis unbetrenenes Nischchen des klassischen Repertoires aufmerksam machen zu können.


    Wen es interessiert kann diese insgesamt nur ganz selten und zum Teil hier erstmals aufgenommnen Werkchen unter der folgenden Adresse hören


    "http://klassik-resampled.de/solfeggi"


    beste Grüße
    fahl5

    Wobei es leider immer noch ungeklärt ist, ob es diese Aufführung eben dieser Messe dann auch tatsächlich gab...

    Aber die Solfeggi, deren Widmung an Constanze, ihre teilweise Ähnlichkeiten mit Teilen der Messe und eben den Umstand, dass Mozart wohl kaum einen so plausiblen Anlass gehabt haben wird sich selbst um die Stimmbildung seiner Solisten zu kümmern und es daher auch offenbar keine weiteren Stimmübungen gegeben hat. Ich denke die Solfeggi kann man damit schon einigermaßen verlässlich sowohl in das Umfeld der C-Moll lMesse als auch dem jungen Familienglück Mozarts zuschreiben.


    Hier zumindest scheint man sich aber offenbar doch recht sicher zu sein:

    (siehe: "http://www.mozart-w-a.de/index.php?id=540")
    Aber wie gesagt ich habe ja eigentlich nur nach Gesangsaufnahmen dieser Solfeggi gefragt und die scheint es offenbar so ziemlich fast gar nicht zu geben.


    Eigentlich doch eher selten bei Mozart für mein Empfinden abgesehen davon dass so schlecht diese Musik nun ehrlich gesagt auch wieder nicht. Ich denke da wird es schon einige öfter aufgenommene Gelegenheitswerke geben die nicht unbedingt immer so nennenswert weit musikalisch darüber stehen. Dass Mozart gut komponieren kann hört man meines Erachtens zumindest auch in diesen Stücken.

    Ja es scheinen wirklich Mozarts Übungsstücke für Constanzes (Nicht schlecht Frau Mozart ! :thumbup: ) Vorbereitung ihrer Beteiliguing an der Aufführung der c-Moll-Messe gewesen zu sein:
    (siehe: "http://faculty-web.at.northwestern.edu/music/gjerdingen/solfeggi/collections/Mozart/WAMSer24No49/index.htm")
    Dot gibt es zumindest digitale Realisationen aber eben wieder nur mit Flötenklängen.

    Oh man sagt, sie wären für Constanze geschrieben.
    Mir scheint allerdings, dass Constanze dann wirklich eine außerordentlich Professionelle Sopranistin gewesen sein müsste.
    Dass allerdings ein Komponist von Opern und geistlicher Musik sich um das Training seiner Solisten kümmert und sie mit Übungen auf die Anforderungen seiner Werke vorbereitet halte ich für ebenso realistisch wie musikalisch interessant. (Ähnliches kennt man ja auch von Klavieretüden von Saint-Saens und deren Nähe zu seinen Klavierkonzerten)
    Sorry ich habe nicht die Vokaletüde auf eine Stufe mit der Kunst der Fuge stellen wollen, sondern festgestellt, dass es


    a) eben keinen Abbruch gibt, der den Hörer as irgend einem Zusammenhang reißt
    b) die Kunst der Fuge nun wirklich "nicht das einzige Fragment" ist in dem spätere Interpreten trotz Unfertigkeit etwas hörenswertes finden können.


    Was mich an den Solfeggien interessiert habe ich denke ich bereits ganz gut formuliert. Kurz zusammengefasst: die Nähe von Übungs- und Virtuosenstück. Dafür müssen sich die solfeggien nun wirklich nicht an der Kunst der Fuge oder der Unvollendeten messen eben weil diese bekanntesten Beispiele für musikalisch interessante Unfertigkeit wirklich nicht die einzigen nicht ganz fertigen oder auch nur nicht ganz vollständigen Werke sind, die auch andere für hörenswert halten.

    Naja also so wie die Kunst der Fuge bricht da ehrlich gesagt von dem was man in der alten Breitkopfausgabe sehen kann nichts mittendrin ab.


    Und selbst wenn dem so wäre, wäre die Kunst der Fuge ja nicht das einzige "Fragment" das auch - unfertig wie es ist - Sinn für inzwischen wohl wirklich entschieden mehr als genug Einspielungen gemacht hat.


    Ich persönlich habe einfach meine Freude daran, wenn Musiker sich selbst (oder ihre Kollegen) herausfordern. Bei der Klavieretüde aber auch der einen oder anderen Violincapricce weiß jeder, das derlei "Übungszweck" durchaus Konzertant oder in Aufnahmen hörenswert sein kann.


    Wie so also nicht auch ein Stück für Sänger und gar wenn es von einem durchaus berufenen Komponisten stammt?!

    Ja, das ist wenigstens schon mal das erste und die erste (einzige?) Aufnahme mit Gesangsstimme.


    In der Liste von Eva Csapó's Schallplatten ("http://www.malermusicus.de/erard/csapo.html") gibt es aber keinen Hinweis darauf. (Scheint eher eine SWR eigenproduktion fürs Archiv?).
    Wäre aber wiklich nett das mal zu hören.


    Es fehlen dann aber immer noch die anderen beiden mit Begleitung (mal abgeseheen von den genannten Arrangements).

    Ja das ist eine der von mir bereits erwähnten Arrangements für Flöte aber eben:


    a) ein Arrangement
    b) auch nicht alle Solfeggien


    ich habe bei Amazon auch noch eine andere Aufnahme mit Arrangements für Flöte und ich glaube mit Klavierbegleitung gefunden aber auch da waren nicht alle Solfeggien zu hören.


    zumindest vom ersten technisch wohl anspruchsvollsten habe ich noch nicht einmal eine Flötenaufnahme gesehen.


    Außerdem würde ich schon gerne einmal hören wie sich ein Sänger in dem Repertoire so hält...

    Wie ich bereits sagte, es handelt sich um die:

    Zitat

    " ...die gar nicht uninteressanten Solfeggi von Mozart..."

    oder wie es die nma ("http://dme.mozarteum.at/DME/nma/nmapub_srch.php?l=1") bezeichnet:

    Zitat

    (3)4 Solfeggien


    für eine Singstimme (und Baß) KV 393 (385b, No. 1-3, 5)

    Ein Solfeggio ist eine textlose aber durch aus auch musikalisch anspruchsvoll komponierte Gesangsübung.
    Da mir dies auch auf die eine oder andere dder Solfeggio-Kompositionen Mozarts zuzutreffen scheint, frage ich mich einfach, ob diese Musik in den letzten hundert Jahren Schallaufzeichnung nicht vielleicht doch schon einmal aufgenommen wurde.


    Die legendäre "Gesamtaufnahme" der Werke Mozarts bei Brilliant Classics zumindest reagiert selbst in ihrem 336 seitigen pdf-Booklet mit der vollständigen Trackliste ("http://www.brilliantclassics.com/media/843127/95010-Mozart-Complete-Edition-Liner-Notes-Sung-Texts-Download.pdf") bei mir zumindest einfach überhaupt nicht auf die Suche nach der Zahl "393" und bei 385 gibt es neben der Haffnersymphonie nur 385a (Marsch in D K408 Nr.2), 385f (Fantaisie c‐moll K396), 385g (Fantasie d‐moll K397) und 385l (Suite in C-Dur K399) aber eben nicht 385b.


    Kurz da scheint mir dann selbst bei Brilliant Classics auch einmal Mut zur Lücke vorgeherrscht zu haben.
    Daher eben meine Frage, vielleicht kennt ja jemand anderes eine veröffentlichte Gesangsaufnahme (abgesehen von den zwei Bearbeitungen einzelner Solfeggi für Flöte und Klavier).


    Ich hoffe ich konnte deine Frage einigermaßen präzise beantworten.
    gruß
    fahl5

    Ja und? Wenn er zweihundert Jahre warten konnte und wirklich gut sein sollte, dann kann es ja jetzt wohl nicht auf ein paar Jahre mehr oder weniger ankommen, oder?

    Na wenn so das musikalische Interesse eines Forums für Klassische Musik an einem wie mir scheint schon recht leistungsfähigen Komponisten der Klassik aussieht ....,

    Welche Not besteht, angesichts der Vielzahl anderer Komponisten sich ausgerechnet auf .. wie heißt er ... Arbold zu stürzen?

    Schau die einfach an, was Arnolds Zeitgenossen Mozart oder Beethoven an Cellokonzerten geschrieben haben... nix Nur von Haydn gibt es die bekannten fünf da lohnt es sich schon einmal zu sehen was das Cellokonzertrepertoire der reiferen Klassik zu bieten hat. Kurz Cellokonzerte der Klassik gibt es nun doch nicht gar so viele wie Klaviersonaten oder Symphonien. Wer immer dasselbe spielen und hören möchte emmpfindet da aberr natürlich keine Not. Das ist sicher letztlich immer eine ganz persönliche Einschätzung. (Die Richtige Schreibweise findest du übrigens in der Überschrift.....)


    Sorry wenn ich einem Thread über J.G.Arnold jetzt auf den Rest deines Postings eingehe, wenn du mir etwas von deiner Eisenbahn erzählen möchtest schreib mir ruhig eine Mail.
    gruß
    fahl5

    In diesem Thread geht es um die erste Gesamtaufnahme der Cellokonzerte von J..G.Arnold!

    Abgesehen von dem Hinweis Motiaans, dass er noch nicht dazu gekommen ist die Konzerte zu hören, kann ich innerhalb von 14 Tagen keinen Hinweis darauf erkennen, dass dieses "Forum für Klassische Musik" diesen wie mir scheint durchaus interessanten und leistungsfähigen Zeitgenossen Beethovens und damit musikhistorisch eindeutig rein "klassischen" Komponisten überhaupt nur wahrnehmen oder gar "diskutieren" könnte.


    Was die Beiträge von Putto oder Babayaga überhaupt hier zu suchen haben und warum die vollkommen themenferne Verunglimpfung meiner Person

    Sound Library Man is back!

    nicht schon seit Tagen im Splitter gelandet ist, bleibt mir ebenso unerklärlich, auch nur den geringsten Hinweis auf irgendeinen Beitrag zur diskussion des Werkess von Arnold kann ich so leid es mir tut da einfach nicht erkennen.

    Johann Gottfried Arnold (1773-1806) erste Gesamtaufnahme der Cellokonzerte auf Klassik-resampled

    Ich habe soeben meine digitale Realisation sämtlicher Cellokonzerte Johann Gottfried Arnolds (1773-1806) nach den historischen Drucken aus
    den Beständen der SLUB-Dresden fertiggestellt:


    siehe: "http://klassik-resampled.de/jg-arnold"


    Nachdem ich von dem Schüler Bernhard Rombergs zunächst eher brilliante Virtuosenkonzerte erwartet hätte, bin ich persönlich doch von dem Ernst und der kompositorischen Qualität dieser fünf Konzerte positiv überrascht. Mich persönlich zumindest erstaunt es daher schon etwas, wie Generationen von Cellisten solche in meinen Augen durchaus attraktiven Cellokonzerte bislang ziemlich vollständig übersehen konnten, wo zumal das klassische Repertoire für das Cellokonzert nun wirklich nicht gerade zu dem umfangreichsten gehört.


    Die wie mir scheint beste biographische Zusammenfassung über J.G-Arnold findet sich auf der Seite der Musikbibliothek Lancut:
    "http://de.zamek-lancut.pl/muzykalia/Muzyka/niemiecka/13/johann-gottfried-arnold"


    Dort kann man auch einige Ausschnitte aus der dort offenbar produzierten Erstaufnahme des ersten Cellokonzertes hören. Von den Konzerten 2-5 dagegen scheinet dagegen vor mir von noch niemand eine Aufnahme produziert zu haben.


    Ich hoffe die Musik macht euch ebensolchen Spaß wie mir.

    Auf ausdrückliche Bitte mich in diesem Thread zu beteiligen willich es nicht vermeiden auf zwei meiner Bartok Aufnahmen hinzuweisen, die hervorragend geeignet sind einmal so richtig seinen Unmut über die Mängel und einfach ganze abgrundtiefe Schlechtigkeit aller jemals mit hilfe von Samples produzerten Musik abzureagieren. (Ist das jetzt reißerisch genug formuliert Trichomas um hier mehr "Wind" zu produzieren? Ich versuch zumindest mein bestes)


    Der Link ist "http://klassik-resampled.de/bartok"


    Ich habe mich ehrlich gesagt schon sehr lange nicht mehr mit Bartok befasst alle Aufnahmen sind ziemlich alt, bieten also sicher haufenweis Anlass zur Beanstandung.
    Mal abgesehen von der Musik für Schlagzeug Saiteninstrumente und Celesta die nun mal nicht so recht zur Klaviermusik gehört habe ich die Burleske op.8c und das erste Klavierkonzert zu bieten.


    Tatsächlich habe ich mich im Studium schon für Bartok begeistert, (vermutlich ein postpubertärer Abbau von Testosteronüberschüssen) namentlich seine Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug oder seine Etüden op.18 haben wiederholt auf meinem Pult geleggen. (ich hatte seinerzeit eine Aufnahme der Etüden gespielt vom 18 jährigen Zoltan Koscic vom hessischen Rundfunk aufgenommen).


    Mit Bartok habe ich mich (da bin ich wohl auch nicht der einzige) immer herrlich unbeliebt machen können. Ich weiß noch wie befremdlich die Reaktionen auf die von gar nicht wenigen Mitstudenten als kaum spielbar, da kaum auswendig zu lernen angesehenen Etüden war. Die Tatsache dass ich die trotzdem komplett gespielt und verschiedentich vorgetragen hat mir seinerzeit irgendwie die Ausstrahlung eines gefährlichen Fanatismus verliehen.


    folgerichtig gehört die Burleske op.8c, die ich eigentlich selbst immer für ein wirklich gelungenes und wirklich zu unrecht vernachlässigtes Werk halte, auch zu den 0,9% so richtig ganz schlecht beurteilten Aufnahmen auf meiner Seite.


    Das Klavierkonzert ist tatsächlich eines der ersten vollständig realisierten größeren Orchesterwerke, die ich überhaupt gemacht habe. Der inzwischen in jeder Hinsicht überholte techniosche Standard meines Setups aber auch meine noch ziemlich vollständige Unerfahrenheit in vielen Fragen der Akustischen gestaltung Balance der verschiednene Orchesterinstrumente, deren Gruppen und des Solisten Raumklang etc. machen diese Aufnahme zu einer der auch von mir am seltensten und mit vergleichbar großem Unbehagen gehörten Aufnahmen. Ehrlich gesagt warte ich eigentlich immer nur von einer etwas weniger schlimmen Stelle bis zur nächsten.


    So und jetzt Ring frei:...


    (Ich hoffe ich habe alles ganz in deinem Sinne gemacht Trichomas?!)

    ein echter Instrumentalist

    Also ist das dann in etwa das Kommunikationsniveau auf das ich mich bei "echten Instrumentalisten" einlassen muss. Ehrlich gesagt ich bin nicht nur "echter digitaler Realisator" sondern am Klavier durchaus ebenfalls ein durchaus praktizierender "echter Instrumentalist" und empfinde trotzdem keine Notwendigkeit zu solchem Vokalbular und solchen emotionalen Verstärkern zu greifen.


    Erfahrungsgemäß sind derlei "Aussetzer" wie sie andrej meines wissens oben nannte eher ein Hinweis auf die jeweils unterschiedlich vorhandene Fähigkeit zur souveränen und respektvollen Auseinandersetzung.


    Da muss ich schon die Mehrzahl "echter Instrumentalisten" dahin gehend in Schutz nehmen, als das derlei "Aussetzer" nun wirklich nicht charakteristisch und schon gar nicht notwendig für die weit überwiegende Zahl "echter Instrumentalisten" ist mit denen ich bislang in Berührung gekommen bin. Aber wir kommen wieder etwas ab vom Thema, wo es doch eigentlich gerade recht konstruktiv lief.

    die digitale Realisierung seiner Stimme

    Seine Stimme????
    Wenn gerade mal zwei Oboisten in den letzen Jahrzehnten das Stück übnerhaupt aufgenommen haben, wer kann denn dann außer Heinz Holliger und Xenia Löffler genau mit welchem Recht von "seiner Stimme" sprechen. Dann bitteschön übe und spiele er das Konzert ersteinmal, wenn er meint aus dieser Perspektive sprechen zu können.


    Da kommen wir wieder auf den springenden Punkt. Wenn es sich dabei um eine Stimme handelt die (wenn ich Arundo donax glauben darf) in den letzten 30 Jahren ganze 2 Mal vor mir überhaupt je aufgenommen wurde, dann halte ich es schon nicht für so ganz selbstverständlich, dass jeder Oboist nur weil er auch Oboe spielt eine Stimme, die er selbst vermutlich eben wohl kaumn je irgend wo zur aufnahme gebracht hat gleich als "seine" Stimme reklamiert und beansprucht da 100% die Hörgewohnheiten seiner eigenen Übeerfahrung von was auch immer wiederfinden zu müssen um nicht ausfällig zu werden.


    Nein, Grauns Oboen Konzert ist keineswegs ein von der Masse der Oboenspieler breit und regelmäßig sorgfältig gepflegter Teil ihrer Oboenliteratur und wenn es nun in einer Gruppe mit weit überwiegend noch weniger geläufigen Konzerten einmal als digitale Realisation zur Anregung des Interesses an Graun hörbar gemacht wird, habe ich weder den Eindruck dass da in dem so gut wie ungespielten Stück jeder Oboist gleich beanspruchen kann "seine Stimme" zum Maß der Dinge erheben, noch dass seine persönlichen Probleme Samples und Heimorgeln zu unterscheiden hier auch nur irgendetwas sachgemäßes oder weiterführendes zum Thema welche praktische Erfahrungen man selbst im eigenen Umgang mit Orchestersamples gemacht hat beiträgt, geschweige dem worüber in derartigen Dukuts gesprocen wird auch nur im Ansatz gerecht wird.

    habe jetzt den ersten satz graun-violinkonzert in der fahl5-fassung gehört

    Gibt es denn irgendwo eine andere "Fassung"??????
    In aller Bescheidenheit, solange bislang niemand anderes dieses Stück aufgenommen bzw. besser aufgenommen hat, hast du immer noch die beste aller verfügbaren Aufnahmen gehört :P

    • Müsste man nicht der ehrlichkeit halber dazu sagen, dass du dieses Konzert selbst noch nie mit einer Geige gehört hast also hier also den Maßstab mehr oder weniger komplett imaginierst nach dem du hier glaubts Aussagen treffen zu können.
    • Klassik-resampled will ja gerade zu noch besseren Interpretationen dieser ansonsten selten bis wie im Falle des Violinkonzertes meines Wissens noch nie zuvor interpretierten Werke anregen, in dem es eine erste akustische Begegnung mit der Partitur ermöglicht. Wenn das andere bei dieser in meinen Ohren durchaus interessanten Musik trotz ca. 100 Jahren Musikaufzeichnung bis jetzt nicht hinbekommen haben, liegt doch schon mal wieder offenbar ein Vorteil meines Ansatzes superklar auf der Hand. Wie gesagt: ich mache offenbar schon mit anderen Mitteln andere Sachen zu anderen Zwecken als der handelsübliche Konzertbetrieb. Den Haudraufpatriotismus, der einem dafür hier von mancher Ecke entgegengebracht wird scheint mir das vollkommen zu übersehen.
    • Gemessen an dem "zombi"-Charmen den ich hier von manchem um die Ohren bekomme, bin ich ja echt geneigt die beschränkung auf "stellen" als Kompliment aufzufassen, als diese Formlierung schon die Schlussfolgerung zulässt, dass es ebensogut Stellen geben kann die den von Dir genannten Eindruck nicht hervorrufen. Insofern ich tatsächlich wirklich nie Geige gespielt habe ist das bei einer derart virtuosen Patitur doch auch schon mal gar nicht so schlecht :D

    Das Programm könnte diese Geigenfiguren fehlerfrei im Einklang wiedergeben, was aber vermutlich der Intention des Komponisten widersprechen würde.

    Das stimmt für nur die auf dem Partiturdruck beruhenden rohen Mididaten. Natürlich gibt es inwischen schon eine ganze Reihe Möglichkeiten die aus der Ungenauigkeit der Ausführung resultierenden chorischen Efffekte zu realisieren und auch sehr fein zu dosieren. als dieser Einwand ist in meinen augen wirklich eher theoretischer Natur.

    Eine virtuose Komposition um der Virtuosität wegen halte ich für zweifelhaft, weil Angeberei.

    Das finde ich tatsächlich selbst gerade einen superspannenden Punkt weshalb ich unter anderem gerade mit einer Reihe Konzerten Experimentiere von denen die erwähnten Graun konzerte erst der Anfang sind.


    Tatsächlich habe ich eine ähnlich zwiespältige Haltung gegen über dem angeblich so wessentlichen "circensischen" Aspekt des vituosen Konzertes. Ich habe selbst genug Klavier studiert um den Spaß an der ungewöhlichen Herausforderung und dem Gelingen des Wagnis zu kennen. Aber weiß auch wie schnell in diesem Sog der eigentlich Gehalt von Musik hinter einer Art Selbstheroisierung des Intzerpreten verloren werden kann. (Wohlweislich nicht notwendig verloren werden muss! Wirklich große Virtuosen verlieren derlei eigentlichen Inhalt der Musik ja eben auch in der größten Herausforderung nicht.)


    Kurz ich weiß die Spannung und die möglichen Leistungen großer Virtuosen sehr wohl zu schätzen. Es ist für mich aber auch eine Herausforderung eben diese Aufgabe in einer digitalen Realisation vollständig zu einer reinen Gestaltungsfrage zu machen unabhängig von allen circensischen Versuchungen eben doch in den Instrumentalzirkus abzudriften.


    Ich versuche da z.B. Tempi nicht danach zu wählen was spieltechnisch beherrschbar ist, sondern allein wie es mir am besten geeignet ist die musikalischen Ideen dem Hörer erfassbar zu machen. Das lag bei den ersten Konerten, von denen ich auch andere aufnahmen gehört habe eigentlich ziemlich dicht bei den von anderen Interpreten gewählten Tempi, auch wenn ich es natürlich beliebig schneller oder auch langsamer hätte machen können.


    Ich erspare mirden weiteren Vortrag zu weiteren Details, wen die Ergebnisse wirklich interessieren wird in den nächsten Monaten noch einige Gelegenheit habe neues auf kladssik-resampled zu hören. Ob und wie gut mir was gelingt kann und will ich nicht garantieren, aber der Hinweis scheint hier umindestz nicht unpassend, dass genau dies ein Aspekt ist, der mich auch gerade in meinen Experimenten mit Samplebasierten digitalen Realisationen von Musik aktuell etwas umtreibt.

    Dudelt das ganze locker mittels Samples vor sich hin, hat das Stück einen Teil des Reizes eingebüßt.

    Äh wer bitte behauptet warum, dass mit Samples produzierte grundsätzlich "locker vor sich hindudelt"????
    Wer bite sagt, dass sobald ein Original Oberunterdudelstädter Meistertubist sich der Sache annähme sofort der vorzzüglichste und unanfechtbarste "Ausdruck" garantiert sei?
    Solche Annahmen erscheinen mir dann doch so ziemlich sehr voreingenommen.


    Natürlich sind nicht alle Interpreten von Konzerten toll und ehlich gesagt habe ich im Studium so einige Mitstudenten in ihren Klassenabenden gehört und keines wegs bei allen anlass zu der Annahme gefunden dass jeder Mensch am Instrument immer den idealen Ausdruck produziert. Es gab immer welche aber das habe ich schon auch an der Hochschule immer für etwas besonderes angesehen.


    Ich weiß zwar dass einige hier schon den Gedanken an mein Projekt mit wie bekundet ausgesprochen aggressiven Instikten (s.o.) beantworten. Gemessen an den tatsächlich über Jahren erhaltenen Reaktionen ist diese Klientel aber dann doch statistisch gesehen viel zu klein, um darauf die Annahme zu stützen man oder auch nur ich könnte schon deshalb keinen von anderen Hörern als musiklalisch sinnvoll erlebten "Ausdruck" produzieren, weil/wenn man/ich mit den digitalen Musikinstrumenten uinserer Gegenwart arbeitet.


    Ich fürchte wer derlei formuliert läuft eher gefahr einen Teil seiner musikalischen Unvoreingenommenheit "eingebüßt" zu haben.