Beiträge von fahl5

    Hallo Putto,
    Keiner erwartet von Dir, dass du von selbst weißt was eine DAW ist, aber wenn du schon Wikipedia zitierst, hilft es schon, wenigstens das ganz gelesen zu haben, was du da selbst anführst:

    Heute nennt man PCs und Macs mit entsprechender Hardware (hochwertige Audiokarte) und Musiksoftware auch DAWs.

    Ich weiß nicht was du dir unter einem "Holzweg" vorstellst, aber dieser letzte, für den gegenwärtigen Sinn von "DAW" entscheidende Satz steht in keinerlei Gegensatz zu dem was ich oben formuliert habe:
    "hinter diesem Zauberwort verbirgt sich u.a. die weite Welt der Samplelibraries und natürlich auch der Orchestersamples."


    Es ist einfach dein eigenes terminologisches Problem, wenn du ein heute eingeführtes und weithin gebräuchliches Musikinstrument aus irgendwelchen ideologischen Denkproblemen heraus zur Simulation erklärst und dann eben "vergeblich" nach dem Begriff "Simulation" suchst, einfach weil andere wie u.a. der Stiudienplan die korrekten technisch viel zutreffendere Begriffe für das Instrument DAW verwenden.


    Aber was soll derlei terminologischer Affentanz überhaupt in einem Thread der schlicht nach Tipps in Bezug auf die verfügbaren Orchestersamples fragt ???


    Ob und was Christian will, wird er jawohl immer noch selbst am besten wissen, zumindest zweifele ich daran, dass seine Frage mit kenntnissfreien Fehldeutungen von Studieninhalten auch nur in irgendeiner Hinsicht beantwortet wäre...


    gruß
    fahl5

    Digitaltechnik: DAW

    That's it: DAW = Digital Audio Workstation hinter diesem Zauberwort verbirgt sich u.a. die weite Welt der Samplelibraries und natürlich auch der Orchestersamples. Gut, dass das auf dem Studienplan steht!


    (Ich fürchte Putto, du fällst da auf deinen selbst gesetzten Begriff herein. Du nennst Orchestersamples aus irgend einer Laune heraus "Simulation", und wenn andere dann fachgerecht von DAW's reden, merkst du gar nicht, wovon die Rede ist. Das ist in etwa das selbe Problem wie mit den Lauten der ersten Kindersprache: Man kann sich Begriffe und schon gar einschlägige Fachbegriffe einfach nicht selbst aussuchen, wenn man verstehen und verstanden werden will.)


    @ was von einem "Komponisten erwartet wird"
    Natürlich wird heute von einem Komponisten einfach gar nichts "erwartet".
    Niemand wird ja gezwungen, überhaupt irgend etwas zu komponieren.
    Die Frage ist eher, was der Komponist selbst "erwartet". Bzw. was er will: Will er nix wird auch nix. Will er was hören oder hörbar machen, muss er eben die Mittel und Wege finden etwas zu hören oder hörbar zu machen.


    Ich vermute aber mal, die Zeiten, in dem man irgend einen Wächter staatlicher Kulturfördertöpfe mit der unlesbarsten Partituren derart verblüffen kann, dass er alle nur verfügbaren Steuergelder locker macht, um das nächstbeste Rundfunkorchester zu zwingen sich durch den Notenberg durch zu graben, gehen doch langsam aber sicher in die jüngere Musikhistorie über.


    Wenn ein Komponist heute hören kann und hörbar machen kann, was er schreibt, hat er natürlich schon mal ein Argument mehr. Wenn er das auch noch gut machen kann, ist es umso besser für ihn.


    Dennoch glaube ich nicht, dass man das auch als Komponist genauso selbstverständlich mal eben rasch nebenher machen kann, wie heute alle mit Textverarbeitung oder E-Mailprogrammen umgehen können, oder eben viele Musiker inzwischen ganz gut mit Notenschreibprogrammen arbeiten können.


    Eine "DAW" ist aufgrund ihrer immensen Leistungsfähigkeit schon ein durchaus komplexes "Instrument", das man wie jedes andere erlernen und mehr oder weniger begeisternd beherrschen kann.


    So wie viele Komponisten früher auch die eine oder andere Erfahrung in der musikalischen Praxis hatten und das sicher hilfreich war, kann das heute bei dem einen oder anderen Komponisten ebenso sein, dass er sich auch als digital conductor ganz leidlich schlägt, oder auch ein digital conductor nicht ungeschickt in der Komposition ist.


    Es ist aber genauso wenig selbstverständlich, wie die Annahme das alle Barockkomponisten exellente Geiger oder alle romantischen Komponisten brilliante Pianisten gewesen wären.


    Mir sind aber durchaus mehrere Fälle bekannt, wo Komponisten auch ganz froh waren, wenn diesen Job andere für sie erledigt haben, die sich eben damit etwas besser auskannten. (Wenn man allerdings keinen solchen Spezi in seinem engeren Bekanntenkreis hat, kann das wahrscheinlich aber auch schon mal was kosten.)


    gruß
    fahl5

    Mir scheint eure Diskussion, ob und wo man derlei umsonst nutzen kann ziemlich in diese Richtung zu laufen:
    "http://www.musiker-board.de/threads/ewql-symphonic-orchestra-free-edition.478186/"


    Meiner Einschätzung nach macht es nur begrenzt Sinn Demo-Versions von Orchestern testen zu wollen.
    Was willst du damit testen, wenn du es gar nicht voll einsetzen kannst?


    Aufnahmen die damit gemacht wurden sagen zumindest, was du damit machen könntest, (wenn du eben die vergleichbaren Ohren dafür mitbringst).
    Da kann man auch schon einige Stärken erahnen.


    Christian, bevor du da Geld investierst, überleg dir ob die auch die
    Zeit investieren kannst und willst die ein leistungsfähiges Orchester
    von dir fordert.


    Die Spitfire und Orchestratools laufen wohl eher auf
    Investitionen um 3000€ heraus, wenn du ein ganzes Orchester brauchst
    und ganz fertig ist deren Angebot leider auch noch nicht.


    Ich habe keine Ahnung von den Einschränkungen der Special Edition. Aber ich kann mir denken, dass das ein faires und ganz passabeles Angebot ist, einfach weil die Substanz (Samples und Software) nach wie vor so ziemlich spitze ist auch wenn da der Detailreichtum dann eher dem Rahmen deiner Investition entspricht, als dem was alles mit VSL möglich ist, ist das ja immer noch ausbaubar.


    gruß
    fahl5

    VSL ist großartig aber bekommt langsam einige interessante Mitbewerber

    Hallo Christian,
    VSL
    Vorweg, ich habe mich seit langem für VSL entschieden und so die zusammengenommen hohen Anschaffungskosten doch über mehrere Jahre gestreckt. Das geht und ist wohl auch die Idee von den günstigen Special-Edition Auswahlsets. Für mich zählt nicht nur die im Vergleich nach wie vor sehr gute Qualität, sondern auch eine wirklich gut und leistungsfähig entwickelte Software. Ich persönlich arbeite sehr gerne damit und das schon seit Jahren.


    Da ich aber keine Werbung machen Will und mir auch jede Art von Fanclub-Verhalten völlig abgeht will ich nur noch auf ein paar Alternativen hinweisen:


    Interessante neuere Mitbewerber im obere Preis und Qualitätssegment sind die Londoner Spitfire Audio ("spitfireaudio.com") und die Berliner Orchestraltools ("orchestraltools.com"). Beide sind noch nicht ganz so lange dabei aber wirklich ambitioniert. Deren Sachen kann man in der Regel ganz gut häppchenweise aufhäufen. Da klingt vieles interessant und gut durchgearbeitet.


    Wenn du mit Physical modelling Klängen wie Pianoteq kein Problem hast und der Lotto-Gewinn auch noch eher auf sich warten lässt solltest du Dir unbedingt Synful ansehen ("synful.com").


    Mir persönlich bleibt da bei Pianoteq wie bei Synful bei allem Respekt dafür was auf dem Gebiet erreicht wurde doch dann und wann doch einmal ein etwas audiopixeliger akustischer Nachgeschmack. Aber Geschmack ist ja bekanntlich Geschmackssache. Und was man so hören kann scheint mir das Synful Orchester in dieser Hinsciht für meinen Geschmack eher immer noch brauchbarer als die Pianoteq-Sachen.


    Es gibt einige schon etwas betagtere Orchester, die zum Teil aber auch nicht so kostenintensiv sind:
    Mit das günstigste ist gegenwärtig wohl Miroslav Philharmonik die haben nach wie vor eine vom Jazz Bassisten Miroslav Vitus wirlich mit sehr musikalischem Ohr aufgenommene Grundsubstanz, aber natürlich fehlen da noch so einige epochale technische Innovationen, die spätere Samples wie die der VSL so gut gemacht haben.


    East West haben diverse Ochester-Libraries zu ganz unterschiedlichen Preisen. Die größeren brauchen aber auch eine ziemlich sehr leistungsfähige Hardware.
    Für den kleineren Geldbeutel und Appetit aber immer noch recht vielfältig halte ich Kirk Hunter ("kirkhunterstudios.com").


    Wenn Ochsterklänge nicht wirklich so ziemlich im unmittelbaren deiner täglichen Arbeit stehen, findest du auch im NI-Komplete eine auf VSL- basierende Grundausstattung und einige bewusst auf Pop-Spielweisen zielende Ergänzungen (Actionstrings etc.) mit denen man auch orchestral nicht ganz hilflos dasteht, ohne die Beherrschung und Durchdringung orchestraler Klanggestaltung gleich zum Lebensmittelpunkt machen zu wollen.


    Das ist jetzt sicher immer noch kein kompletter Marküberblick. Letztlich kommt es darauf an, wass genau du eigentlich machen willst, wofür du genau die Klänge brauchst, das solltest du sehr gut überlegen bevor du irgendeine größere Begeisterungsinvestition in den "hab irgendwie nicht so richtig die Zeit dafür"-Sand setzt.


    "Chöre" sind allerdings noch einmal ein Thema für sich. Das ist noch mal ein mehrfaches der Arbeit mit Instrumentalsamplen. Das machst du nur wenn du es Dir wirklich in den Kopfgesetzt hast und eben den Rücken dafür frei hast.
    Leider fehlt es da bei der VSL immer noch am Wordbuilder, weswegen ich meine VSL-Chöre bis heute noch nicht eingesetzt habe.


    Gute Chöre mit Wordbuilder dagegen sind:


    Symphonic Choir von East West (der Klassker der tatsächlich gleich mit einem ziemlich guten Chorklang Wordbuilder Maßstäbe gesetzt hat.
    virharmonic.com haben sogar Solisten mit Wordbuilder. Mir persönlich erscheint die Software da sicherer und aausgereifter als bei Eastwest, was bei der ohnhin komplexen Arbeit sich schon sehr hilfreich auswirkt.


    Soundiron Olympus klingt von den Demos her ganz gut ich bin leider noch nicht dazu gekommen es einzusetzen. Die Solisten aber haben leider keinen Wordbuilder da Soundiron wohl noch mehr auf die Game- und Filmusikbranche schaut. Die Chöre aber haben einen wahrscheinlich auch ganz brauchbaren Wordbuilder.


    Voxos hat leider nuir einen eher rudimentären Wordbuilder, dafür können die sänger auch mit den eher wenigen verfügbaren silben flüstern was manchmal auch ganz brauchbar ist.


    Chöre ohne Wordbuilder ??? da kannst du meinetwegen auch Synthies oder Orgeln oder so nehmen. Billig aber ist das mit Wordbuilder aber derzeit noch nicht so recht.


    So mir schien, als wenn deine Frage auch von mir irgendwie beantwortet werden könnte. Wahrscheinlich wolltest du soviel nun auch wieder nicht wissen. Aberr vielleicht ist ja trotzdem einfach irgendetwas brauchbares dabei.


    beste Grüße
    fahl5

    Hallo fahl,


    als Hobby-Oboistin musste ich mir eben mal das Oboenkonzert anhören und der Klang hat mich wirklich positiv überrascht. 8+)


    Aber dennoch fehlt mir da was: die unterschiedlichen Klangfarben, die man alleine durch die Veränderung des Ansatzes erreichen kann ... und ein wenig Ausdruck und Gefühl ...


    Hallo Allegro,
    Vielen Dank für deine nette und aufgeschlossene Reaktion. Ich bin bescheiden genug um mich schon darüber zu freuen, wenn dir nur "ein wenig Ausdruck und Gefühl" fehlt.


    Ich mag die Musik und hoffe einfach mit meinen Mitteln mich dafür einsetzen zu können zu zeigen, dass diese Musik etwas zu sagen hat. Dass jemand der sich musikalisch ausschließlich mit der Oboe beschäftigt natürlich noch viel mehr aus dem Instrument herausholen kann ist mir durchaus klar.


    Ich freue mich aber auf diese Weise an einem interessanten Repertoire aktiv teilhaben und mich dafür einsetzen zu können. Für das Oboenkonzert hat Xenia Löffler überhaupt das erstemal mit einer Aufnahme auf das Konzert hingewiesen, beim Cembalokonzert, dem Fagottkonzert oder dem Violinkonzert dagegen, könnte es durchaus sein, dass sich jemand durch meine Aufnahmen angeregt fühlt seine eigene Instrumentalistenerfahrung in diese spielenswerte Musik zu investieren.


    beste Grüße
    Fahl5

    Hallo Merkatz

    bei den virtuosen schnellen Läufen, da übertönt das Cembalo das Fagott beinahe. War das absichtlich?

    Tatsächlich entspricht es schon meines Wissens den akustischen Eigenschaften des Fagotts, dass es in diesen wirklich virtuosen Passagen seinen Klang weniger voluminös entfalten kann, als bei langsamer getragenen Passagen. Ich bin vielleicht ein bisschen zu sehr der Nobless dieses ehrwürdigen Instruments verfallen, als dass ich darauf verfiele es noch mehr in den Vordergrund drängeln zu wollen. "beinahe" klingt für mich in diesem Sinne eigentlich gerade richtig.

    Auch habe ich das Gefühl, dass die Stereopositionen etwas zu weit auseinander sind

    Es gibt eine ähnlich lautende Kritik an einer ganz frühen Grieg-aufnahme von mir. Da ist allerdings wirklich alles völlig anders. Damals habe ich meine ersten Erfahrungen mit einem noch vergleichsweise schlichten Convolution-Reverb gesammelt. Heute verwende ich VSL-MIR.
    Anders als bei der Griegaufnahme ist das bei Graun kein symphonisches Orchester mit den 1.+2. Geigen auf der einen und den Bässen und Celli auf der anderen Seite. Ich habe mich hier etwas an einer Ensembleaufstellung orinetiert die ich bei einem Barockensemble gesehen habe, dass aber noch spartanischer besetzt war. Bei mir sind die Geigen sind sowohl rechts als auch links (4 X 1. Geigen rechts, 4X 2. Geigen Links mittig daneben drei Bratschen in der Mitte das Cembalo und dahinter zwei Celli. Ich habe die bei der Aufstellung schon alle bewusst eng aneinander gequetscht.
    Das mögen alles theoretische Erwägungen sein, aber ich hoffe eben einfach dass es trotzdem nicht allzu schlimm klingt.


    gruß
    fahl5

    Hallo Merkatz, Danke für deine nette Reaktion.

    Bei welchem Werk hast du denn am längsten gesessen?

    Gefühlsmäßig an den langsamen Sätzen, aber ich bin mir nicht sicher, ob das mit der tatsächlich benötigten Zeit irgendetwas zu tun hat oder das einfach daran liegt, dass man mehr am einzelnen stehenden Ton zu tun hat als sonst. Außerdem geht es gefühlsmäßig immer deutlich langsamer, wenn ich erste beginne mich in einen neuen Satz einzudenken. Aber das ist wahrscheinlich nicht so sonderlich überraschend.


    beste Grüße
    fahl5

    Sieben Konzerte der Brüder J.G.Graun (1703-1771) und C.H.Graun (1704-1759) auf Klassik-resampled.de

    Ich habe mich die letzten Wochen etwas mit den Brüdern Graun befasst und mich vor allem für deren ebenso musikalisch wie musikantisch sehr erfreulichen Konzerte begeistert. Die Noten stammen durchwegs von der IMSLP.


    Hinsichtlich der Konzerte ist Johann Gotttlieb Graun sicher der produktivere Komponist:


    siehe: "http://klassik-resampled.de/jg-graun"


    Meinnes Wissens gibt es bislang von nur dem Doppelkonzert für Altblockflöte und Violine GWV:B:XIII96 und dem Oboenkonzert GWV:B:XIII144 schon andere Aufnahmen.


    Obwohl ich den Verve der Bolette Roed mit den polischen Arte dei Sounatori unter Aureluiz Golinski schätze irritiert es mich persönlich schon etwas, wenn da die tatsächlich ausführlich eingetragenen Phrasierungsbögen im langsamen Satz einfach fast völlig ignoriert werden. Die herrliche Lebendigkeit der Ecksätze ist bei Bolette Roed mit den Arte dei sounatori Ensemble aber auch bestens zu hören. Im Langsamen Satz ber habe ich schon versucht die vorgaben der Phrasierung etwas konsequenter zu berücksichtigen und komme da schon zu ziemlich anderen ergebnissen. Wen schließlich was anspricht aber bleibt letztlich die Entscheidung des Geschmacksurteils, dem dieser Hinweis weder vorgreifen kann noch will.


    Dagegen scheint mir Xenia Löffler im Oboenkonzert sehr viel stärker zergliedernd zu phrasieren, als dies tatsächlich unbedingt zwingend aus der Partitur hervorgehen muss. allerdings finde ich Xenia Löfflers Deutung in sich durchaus musikalisch überzeugend, wenn auch nicht unbedingt notwendig. Tatsächlich erkenne ich in der Partitur etwas mehr gelegenheit zu größerem melodischem Atem. Aber wer das wie überzeugend findet, könnte man sicher ganz genauso diskutieren.


    Noch keine anderen Aufnahmen dagegen sind mir von den anderen Konzerten bekannt, von denen ich hier Aufnahmen produziert habe:


    Neben dem Fagottkonzert GWV:B:XIII:66 hat mir natürlich auch das Violinkonzert des Tartinischülers J.G.Graun schon ziemlich Spaß gemacht. Von dem Cembalokonzert ion A-Dur war leider nur eine unvollständige Quelle in der IMSLP, bei der die Cemabloparts des zweiiten und dritten Satzes fehlte.


    Zwei Cembalokonzerte des jüngeren Bruders Carl Heinrich Grauns findet man hier:


    siehe: "http://klassik-resampled.de/ch-graun"


    Während das c-moll-Konzert GWV:C:XIII:50 schon das eine oder andere Mal gespielt und aufgenommen wurde (Bei Youtube u.a. von den"Sofia Chamer Soloists"), ist das Bb-Dur-Konzert GWV:C:XIII:45 bislang noch nicht aufgenommen worden ). In der IMSLP fand ich nur eine Bearbeitung für zwei Cembali, aus der sich aber wie mir schien relativ unproblematisch eine Orchesterfassung rekonstruieren ließ.


    Ich hoffe meine Aufnahmen kann den Eindruck der konzertanten Musik der Brüder Graun etwas bereichern helfen.


    Gruß


    fahl5

    Hi Bustopher, so in etwa sehe ich das eben auch:

    Zitat

    ... die Chöre in der Kirchenmusik. Die waren neben den Knaben die Domäne der Falsettisten und der überhöhten Tenöre. Letztere können auch die Alt-Partien in der Barockmusik übernehemen. Rom war voll mit Falsettisten, besonders solchen aus Spanien. DAS waren die bevorzugten Sänger in der Kirchenmusik, wie auch schon Lodovico Grossi im Vorwort zu seinen Cento Concerti Ecclesiastici schreibt: Gute Kastraten waren wohl nicht allzu häufig und vor allem teuer, und die Knaben sangen ihm zu "unaufmerksam" und mit zu wenig musikalischem Gespür. Die Kastraten kamen in diesem Metier erst später.

    Mit dem Hinweis auf die am schnellsten überforderten Knaben weist du zugleich auf das "Problem" von Händels jungendlich übermütigem Meisterwerk. Peter spricht zwar oben von einer Uraufführung "irgendwo in Italien". Meines Wissens gibt es aber im Gegensatz zu Händels anderen Psalmvertonungen (z.B.Laudate Pueri und Nisi Dominus) aus Händels römischen Zeit von Dixit Dominus tatsächlich keine Belege die eine Aufführung wirklich dokmentieren würden. Auch die nicht gerade reiche Überlieferungslage legt wie mir scheint keine allzu häufige Aufführung nahe (falls es die überhaupt gab).


    Das Stück scheint mir eben ehrlich gesagt alles andere als pragmatisch, sondern in dem was er den Stimmen so alles zumutet eher reichlich optimistisch bis idealistisch komponiert worden zu sein (und dafür liebe ich dieses Stück ja auch :rolleyes: so) .


    Das Problem dass eine solche Partitur alles andere als leicht zu realisieren ist stellt sich aber auch heute offenbar ganz ähnlich, sonst hätten wir doch schon längst eine komplette und gut ausgearbeitete Aufnahme mit Knabenstimmen. Die kenne ich aber ehrlich gesagt einfach überhaupt nicht. (Ich habe einmal das De torrente von den Alsterspatzen gehört, was ich sehr viel stimmiger fand als alle Aufnahmen mit Frauenstimmen). Heute aber hört man das "dixit dominus" als ganzes doch vielmehr eigentlich eher nur mit versierten bis hoch versierten Konzertchören - eben mit Frauenstimmen.


    Ich gehe aber eben davon aus, dass Händel bei der Komposition die Klangkörper der Krichenmusik im Ohr gehabt hat, also nun wirklich keine Frauenstimmen, sondern eben vor allem Knaben und Falsettisten für die höheren Lagen.

    Daher habe ich mir ja die Mühe gemacht selbst eine (erste?) komplette Aufnahme mit Knabenchor, Knabensolisten und einem Falsettisten für die hohen Stimmlagen zu erstellen.
    siehe "http://klassik-resampled.de/handel"
    Es würde mich schon interessieren wie euch das zumindest als eine Art digitales HIP-Experiment gefällt.

    Korrekt, die Soloparts werden damals Kastraten übernommen haben, "Kastratenchöre" halte ich dann aber eherlich gesagt auch wieder nicht für so realistisch. Knabenchöre aber schon.


    Das ändert aber nach meiner Einschätzung eigentlich nichts daran, dass ein weiblicher Sopran sowohl im Chor als auch solistisch einen ziemlich vollständig anderen Klangcharakter hat.


    Nach dem was man von den letzten Kastraten an verknaksten Gramophonaufnahmen gehört hat, halte ich es zumindest für denkbar, dass ein Kabensopran oder aber auch ein Countertenor dem möglicherweise näher kommt als eine weibliche Solistin.


    Es ist wie gesagt "nur" ein Experiment aber nach langen Jahrzehnten die wir bereits HIP (historical informed Performance) für alles und jeden kennen, erscheint es mir eigentlich wirklich erstaunlich, dass dieses so brilliante Stück offenbar noch nicht unter diesem Gesichtspunkt betrachtet wurde.


    gruß
    fahl5

    Ein digitales Experiment zur Besetzung von Händels "Dixit Dominus"

    Mit Freude sehe ich hier viele, die meine Begeisterung für dieses aussergewöhnlich virtuose und vitale Werk des 21 jährigen Händel teilen.
    Bei den mir bekannten Aufnahmen sah ich bei aller Ehrfurcht und Anerkennung für die immensen interpretatorischen und gesanglichen Leistungen eine ungelöste Frage, die michzu dem folgenden Experiment veranlasst hat:


    Geht man davon aus, dass um 1707 die kirchenmusik in Rom ausschließlich Knaben und männlichen Stimmen vorbehalten war, stellt sich bei den (zumindest mir bekannten) Aufnahmen von Dixit Dominus eigentlich ein elementares Probelm:


    Es gibt meines Wissens keine vollständige Aufnahme, die (wie ich zumindest annehme) historisch korrekt nur Knaben und Männerstimmen besetzt.


    Dafür mag es einen pragmatischen Grund geben: Die Partitur des 21 jährigen Händel stellt Ansprüche, die auch für einen erfahrenen professionellen Konzertchor noch recht hoch sind. Die Annahme scheint mir naheliegend, dass ein heutiger Knabenchor hier wirklich vor einer sehr großen Aufgabe stünde.


    Andererseits unterscheiden sich weibliche Sopran und Altstimmen, aber in ihrem Klangcharakter schon stark von Knaben- und Countertenorstimmen.


    Ich habe auch aus Begeisterung für die Musik des jungen Genies Händel daher "einfach" einmal versucht, eine digitale Realisation zu erstellen, die berücksichtigt welche verfügbaren Stimmen zumindest Händel während der Komposition vorgeschwebt haben können. Frauenstimmen werden es bei dieser krchlichen Psalmvertonung nach meiner Einschätzung wohl eher kaum gewesen sein können.


    Auch wenn ich versucht habe, die Sache mit meinen Mitteln so gut es geht zu gestalten, weiß ich, dass ich selbst nur all zu menchlich bin und meine Mittel sicher in vieler Hinsicht sehr begrenzt sind. Vielleicht aber ermöglicht mein Experiment trotzdem zumindest eine gewissen Vorstellung davon zu geben, wie sich der Charakter der Musik ändern würde, wenn es gelänge sie rein mit männlichen Stimmen zu besetzen, wie dies vermutlich für die römische Kirchenmusik der Zeit wohl eher zu erwarten gewesen wäre.


    Die vollständige Aufnahme meiner digitalen Interpretation kann man hier hören:
    "klassik-resampled.de/handel"


    beste Grüße
    fahl5

    Erstaufnahmen von drei Graupner-Partiten?

    Mit einer gesampelten Version des Cembalos von Christian Vater (Hannover 1738) , das im Germanischen Nationalmuseum steht, habe ich drei Graupner-Partiten aus den monatlichen Clavierfrüchten (August GWV116, September GWV117, December GWV120) aufgenommen.


    Obwohl die wunderbare Genevieve Soly schon sehr viele von Graupners Partiten aufgenommen hat, scheinen mir diese drei (zumindest laut online-Graupner-Werkverzeichnis) noch nicht aufgenommen zu sein. Mir scheint also als wenn ich hier Erstaufnahmen produziert habe.


    man kann die Aufnahmen hier hören: "klassik-resampled.de/graupner"
    Sollte ich mich irren wäre ich dankbar für den entsprechenden Hinweis auf andere Aufnahmen.
    gruß
    fahl5

    Hallo zonebattler,
    Danke für die Tipps.


    Die Animationen habe ich jetzt abgeschaltet. Die eigentliche Navigation geht aber eher über die Menüleiste oder Tabs im Zentrum der Startseite, das sind nur zusätzliche "aktuelle" Vorschläge.


    Ja der Umbau auf HTML5-Player ist bei rund 1400 Aufnahmen schon eine menge Holz. Ich habe mir zwar sogar mal einen besorgt, aber finde den so hässlich und so unflexibel bei Playlists, dass ich eigentlich immer noch darauf warte einen HTML-Player zu finden, der das kann, was ich mit den Flashplayern jetzt so machen.


    Hallo Putto,
    Klarinettisten sind offenbar ganz froh über ein zusätzliches Stück im Programm. Ich glaube es ist eines der meist gespielten von Kahn. Es ist schon schön und auch ganz auf Kahns Triopartner den Klarinettisten Mühlfeld abgepasst, für den auch Brahms seine späte Kammermusik komponierte. Die CD und die Werke vom Zilcher und Berger habe ich leider nicht im Ohr, daher fehlt mir natürlich der Vergleich.


    gruß
    fahl5

    Nr. 2 aus dem Tagebuch in Tönen kommt mir irgendwie zu vergrübelt oder nicht so überzeugend vor, aber die beiden Stücke Nr. 8 a & b finde ich durchaus mitreissend.

    Hallo Tyras,
    Danke erstmal für die nette Reaktion. "vergrübelt" ist interessant. Eine der ersten Kritiken die Kahn als junger Komponist erhielt monierte genau das an frühen Klavierstücken. Auch wenn Kahn noch weit weg von der klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts war, hatte ich immer den Eindruck als wenn dieser Spätromantiker hier im Rahmen seiner Tonsprache durchaus "experimentelle" Züge zeigt. Bei den Stücken von 1935 bin ich ja versucht das auch auf die Biografisch alles andere als glückliche Lage in den ersten Jahren als von den Rassisten "kaltgestellter" Komponist zu schieben. Es kann aber wirklich sein, dass derlei völlig daran vorbei geht, dass Kahn schon immer solche "grüblerischen" Züge erkennen ließ und das weniger Seelenschmerz als Klang- oder Ausdrucks-Experiment ist.
    gruß
    fahl5

    Robert Kahn oder 1160 gute Gründe den 2. Weltkrieg zu überleben

    Es hat über das was ich mache hier bereits mehr als nur lebhafte Diskussionen gegeben, die für meine Begriffe so sehr in ästhetischen Bekenntnisse und Pseudodefinitionen verhedderten, dass das "was" ich tatsächlich wohl ziemlich vollständig übergangen wurde. Ich könnte etliche Themen dieser Art aufmachen, wenn ich alle Projekte hier vorstellen wollte. Ich will mich einstweilen darauf beschränken, aktuelle Meldungen mitzuteilen.


    Eines der größeren bis größten Projekte von Klassik-resampled befasst sich mit der Musik des Brahms-"Schülers" Robert Kahn. (Schüler weil er nach seinen Studien in Berlin und München auf Einladung von Brahms einige Monate bei Brahms in Wien verbrachte und dort in vielen regelmäßigen Treffen wohl so ziemlich alles machte was man als fortgeschrittener Kompositionsstudent mit einem Versierten Lehrer macht.) Natürlich liegt es für mich nahe, mich mit der Musik Kahns zu befassen, als ich über ihn gearbeitet habe und daher die wohl mit beste mögliche Quellenlage habe.


    Kahns Musik ist bislang vor allem in den weniger Repertoirestarken Besetzungen gepflegt worden. z.B. Kammermusik mit Holzbläsern. Kürzlich gab es auch eine ganz hübsche CD mit einigen der Klaviertrios von Kahn. Doch selbst aus dem Teil seines Schaffens, dass in der Zeit seiner exponiertesten Stellung im Berliner Musikleben z.B. im Umfeld des Joseph Joachim Quartetts entstand, ist noch vieles nicht aufgenomme geschweige denn bekannt. Ich habe eigentlich praktisch bei jeder Komposition, die ich kennenlernen durfte den Eindruck gehabt, dass dies der Qualität seiner Musik nicht gerecht wird. Dies alles würde schon jedes Engagement für Kahn und seine Musik rechtfertigen.


    In meiner Arbeit über Kahn hatte ich allerdings zudem das Glück erstmals auf ein völlig unerschlossenes Riesenwerk Kahns zu stoßen, dass mir in seiner Art und Entstehung schon vollkommen einzigartig erscheint und wie ich gerne zugeben auch über seine bloß musikalischen Reize hinaus für mich auch in menschlicher Hinsicht in aller Bescheidenheit jedes einzelnen Stückes doch von wirklich überwältigender Kraft zeugt. Es handelt ich um sein "Tagebuch in Tönen", dass Kahn zwischen Juni 1935 und 1949 in der zunächst inneren Emigration als verfemter jüdischer Komponist in Nazideutschland und schließ lich ab 1939 im englsichen Exil komponierte.


    Nach allem was man aus Kahns Briefen erfahren kann, scheint die Wucht mit der ihm seine kompositorische Schaffenskraft gegen jede Unbill der Gegenwart "bei Trost" gehalten hat selbst vollkommen überrascht zu haben. Als Deutschland schließlich seine größte politische Katastrophe hinter sich gebracht hatte und Kahn auch im bescheidenen englischen Exil noch hochbetagt für Jahre weiter komponierte waren es schließlich 1160 Klavierstücke geworden (mit Zweitversionen einiger Stücke 1168).


    Ich denke, dass es realistisch ist anzunehmen, dass kaum ein Pianist dieser Welt, so schnell dazu kommen wird auch nur einen nennenswerten Bruchteil davon hörbar zu machen.
    Es ist wie mir scheint keine Musik für irgend einen Markt. Es scheint einfach "nur" das zu sein, was Kahn eben gerade musikalisch interessierte und da sind ihm ganz offenbar soi schnell nicht die Ideen ausgegangen. Anlässlich eines Symposium am Londoner RCM im Frühjahr habe ich nun meinen lange gehegten Wunsch dieser Musik Gehör zu verschaffen zumindest angefangen. Inzwischen sind auf Klasssik-resampled neben meiner Präsentation für das Symposium 100 Stücke hörbar. Sollte ich jedes Jahr 100 weitere Stücke hinzufügen können, wäre ich mit diesem Projekt also vermutlich in 11-12 Jahren fertig. (Kahn brauchte 2-3 Jahre länger es zu komponieren hatte sich allerdings u.a. auch mit Flucht und Vertreibung herumzuschlagen).


    Ich persönlich sähe allerdings schon als ein Problem an, wenn ich Kahn allein mit diesem unglaublichen Teil seines Schaffens präsentieren würde, das in meinen Augen sehr wohl eine konsequente Fortsetzung seines schon zuvor geschaffen und zumeist auch erfolgreich aufgeführt und publizierten umfangreichen Schaffens aus seiner Zeit zwischen seinem eigenen Studium und seiner Pensionierung als Kompositionsprofessor der königlichen Hochschule für Musik. Klassik resampled will daher parallel zur Aufnahme des Tagebuchs in Tönen auch versuchen vor allem seine Instrumentalmusik vorzustellen. Die Idee ist eine Art hörbare Datenbank zum Werk Kahns, die gerne alle musikinteressierten anregen soll sich selbst mit dieser Musik zu befassen. Hier habe ich nach einigen kleinen Aufnahmen die ich vor einigen Jahren für das Lexm produziert habe jetzt begonnen die Kammermusik aufzunehmen. Bislang betrifft das erstmal nur alle Werke für Klavier und einen Streicher, die Klassik-resampled erstmals vollständig mit samt aller Manuskript gebliebenen Werke hörbar macht.


    Insgesamt kann man inzwischen 140 mp3 Aufnahmen mit ca. 4 Stunden Musik von Kahn auf:


    "klassik-resampled.de/kahn"


    hören.
    Ca. 90% dieser Aufnahmen sind Erstaufnahmen, dass heißt, es gab zuvor und gibt bis jetzt einfach überhaupt keine einzige andere Aufnahme von dieser Musik.


    Ich hoffe es gefällt dem einen oder anderen.
    beste Grüße
    Fahl5

    Dass bei mir Hörer zeigen können, was ihnen wie gut gefällt hat ehrlich gesagt wirklich rein gar nichts mit irgend einem Vergleich zu tun, sondern einfach mit dem Gefallen, den jemand daran findet.


    Wolfgang,
    ich will Dir echt nichts böses, habe aber immer wieder den Eindruck, als wenn du mit mir tendentiell ziemlich unfroh bis unfreundlich sprichst.
    Ich versuche das zu übergehen. Ich fände es aber angenehmer, wenn derlei die inhaltliche Diskussion nicht unnötig belsten würde.
    Lass Dir deshalb von mir versichern. Ich habe nichts gegen Dich, und verstehe deshalb den bei dir wiederholt für mich erkennbaren vorwurfsvollen Tonfall nicht,
    Vielleicht könnten wir da mal klären, was da auch immer zu klären sein mag. Wenn du magst auch per PN.


    Gruß
    fahl5

    1) Samples sind die Einzeltöne, also nicht gerade ein geeignetes Vergleichsobjekt für eine konventionelle Aufführung. (Kein Problem, kann schon mal passieren, wenn man nicht ganz im Thema ist)
    2) Wenn wir "zwei richtig gute Ergebnisse.. haben" ehrlich gesagt, dann freue ich mich "echt" über beide und wüsste nicht, wie so ich dann überhaupt irgend etwas auswählen sollte! (Selektion sollten man denen überlassen, die Darwin nicht verstanden haben. Ich halte es eher mit der Dilektion, auch Darwin wusste, dass die letztlich erfolgreicher ist)
    3) Mir scheint es tatsächlich ebenso "unmöglich" wie vermessen im allzu "würde"-vollen Konditional über das angebliche Verhalten angeblich der "meisten Hörer" zu philosophieren. (Sind denn die Leute, die so argumentieren sich ihrer eigenen Position so unsicher, dass sie diesen theoretisch her-konditionalisierten Beistand einer putativen Masse benötigen, um einfach das zu sagen was sie hoffentlich zumindest selbst denken?)

    Ich fürchte es ist Liebe und Mitleid für die leidenden Creaturen um mich, die es mir "so schwer" machen den Blick ganz von Ihnen und ihren Irruungen und Wirungen zu lassen....
    gruß
    fahl5

    Soll ich dir jetzt wirklich sämtliche Postings auflisten in denen ich darauf hingewiesen habe, dass ich bewusst und ohne irgend jede Vortäuschung von irgend etwas anderem schlicht "klassik-resampled" mache, also mit Samplen arbeite und eben nicht mit dem Taktstock.
    (Ordentlich mitlesen könnte schon vor unnötigen Wiederholungsfragen schützen.)


    Da ich wie gesagt "nichts simuliere", sondern genau und exakt das mache was ich sage, interessiert mich die Grundsatzdiskussion über irgendeine Qualität irgendeiner Simulation wirlich überhaupt nicht.


    Ich "simuliere" nicht, dass ich mit Samplen arbeite, sondern lasse es von Anfang an überall und jeden unmissverständlich erkennen.
    Die "Musik" die ich mit Samplen mache ist so "echt" wie jede Luftschwingung, die auch nur irgend ein Geräusch an irgendjemandes Ohr trägt.
    Ich simuliere keine "Luftschwingungen".


    Wenn wir uns irgendeinmal doch darauf einigen können, dass ich auch Gestaltungsentscheidungen nicht "simuliere", sondern treffe und diese Gestaltungsentscheidungen auch ganz reale ("echte") Folgen für die daraus resultierenden Luftschwingungen haben, wären wir schon einen entscheidenden Schritt weiter.


    Der nächste Schritt wäre es, einzusehen, dass es "echt" praktischer ist für die hörbare Ausgestaltung eines in einer Partitur Skizzierten Klanggeschehens, auch Luftschwingungen zu verwenden, die dem vorgeschriebenen Instrumentarium "echt" verwandt sind, weil sie auf "echte" Einzelaufnahmen dieser "echten" Instrumente zurückkgehen.


    Das ist nach meiner Einschätzung "echt" besser als diese Luftschwingungen per Physical Modelling "simulieren" zu lassen (Hier passt der Begriff "Simulation" tatsächlich, insofern physical modelling aus Aufnahmen von Instrumenten Wellenform-"modelle" extrahiert (also in Datenform) anhand dieser Modelle dann Wellenformen berechnet und rein digital synthetisiert werden, die den Klang der jeweiligen Instrumente eben "simulieren". Dies ist bei Samples aber eben nicht der Fall. Es sind "echte" Einzelaufnahmen. So wie die Einzeltöne eines Klaviers auch "echt" sind bevor sie vom Pianisten zur Interpretation einer Komposition zusammengestellt werden.


    Ich denke schon , dass ich sehr ausführlich darlege, weshalb diese Simulationsterminologie das Selbstverständnis dessen was ich mache - unabhängig von seiner Bewertung und auch unabhängig davon welche Mittel ich dazu verwende - im Wesen völlig verfehlt.
    Zur Kommunikation über dieses Projekt hier halte ich es daher für irrteführend, deswegen korigiere ich sie in dieser Diskussion so gut es geht.
    Für mich selbst wie gesagt ist und bleibt es ziemlich schnuppe, wer auch immer was auch immer in seinem persönlichen Geschmacksuteil für wie echt halten mag undd daran habe ich ebenfalls hier nie irgend einen Zweifel gelassen.


    Gruß
    fahl5