Beiträge von Uwe Schoof

    Ich habe nicht geschrieben, dass er süßlich spielt (ich liebe seine Art zu spielen), sondern dass ich einige seiner Alben eingängig und süßlich finde. Er hat in den Jahren um die Zeit dieser Aufnahmen beispielsweise einige Alben mit Orchester eingespielt, bei denen ich das so empfinde, "The Hawk Talks" und andere. "Timeless Jazz" dagegen hat nach meinem Empfinden das, was Berendt als "Swing" bezeichnet hat und was auch mir sehr gefällt.

    Habe gerade Coleman Hawkins Album "Timeless Jazz", aufgenommen 1954, gehört. Einige Alben von Hawkins aus dieser Zeit sagen mir wegen der allzu großen Eingängigkeit oder Süßlichkeit nicht zu, aber diese unspektakulären, aber feinen Aufnahmen mit tollen Soli höre ich gerne. Coleman Hawkins ist hier, wie ich finde, richtig gut drauf.

    Coleman Hawkins (tp) - Emmett Berry (tp) - Eddie Bert (tb) - Billy Taylor (p) - Milt Hinton (b) - Jo Jones (dr)

    Uwe

    Gerade wieder ein tolles Wayne Shorter-Album gehört, und zwar das 1965 aufgenommene "The All Seeing Eye", erschienen ebenfalls bei Blue Note. Interessant ist hier die dichte Atmosphäre und die Besetzung mit vier (beim letzten Stück fünf) Bläsern. Sehr gut finde ich die Kompositionen und Arrangements Shorters, nicht nur hier, sondern in den wohl meisten seiner Alben.

    Freddie Hubbard (tp) - Alan Shorter (flh) - Grachan Moncur III (tb) - Wayne Shorter (ts) - James Spaulding (as) - Herbie Hancock (p) - Ron Carter (b) - Joe Chambers (dr)


    Uwe

    Gerade das Studioalbum "Et Cetera" von Wayne Shorter, eingespielt 1965 und erst 1980 bei Blue Note herausgebracht, gehört. Das ist eines meiner Lieblingsalben von Shorter, insgesamt hat diese Musik einen eher ruhigen Charakter. Als CD habe ich es in der abgebildeten sehr empfehlenswerten Box, in der sämtliche fünf Alben zu dem Besten gehören, was Wayne Shorter herausgebracht hat.

    Wayne Shorter (ts) - Herbie Hancock (p) - Cecil McBee (b) - Joe Chambers (dr)


    Uwe

    Bei mir lief gerade das 1960 vom Eric Dolphy Quintet für "New Jazz" aufgenommene Album "Outward Bound". Ein zeitlich früher "Dolphy" mit fünf toll aufgelegten und miteinander harmonierenden Musikern, die coole und auch, beim Flötenstück, lyrische Musik machen. Die Arrangements sagen mir sehr zu; besonders das "On Green Dolphin Street" ist fantastisch. Ich muss es immer wieder hören.

    Es spielen: Eric Dolphy (as/bcl/fl), Freddie Hubbard (tp), Jaki Byard (p), George Tucker (b), Roy Hayner (dr).

    Albagal hat das Album bereits einige Male empfohlen; völlig zu Recht.

    Uwe

    Zum 50ten Jubiläum wird in den nächsten Tagen in vielen deutschen Kinos Coppolas "Der Pate" gezeigt. Ich habe sofort Karten bestellt und wir freuen uns, den wunderbaren Klassiker endlich auch mal im Kino zu sehen. In Wuppertal sind bereits viele Plätze belegt; ich hoffe, dass öfter mal wieder gute Klassiker auf der echten Leinwand zu sehen sein werden.

    Uwe

    Prima, das ist sehr schön, dass Du Clifford Brown hier ins Spiel bringst und von Deiner Leidenschaft für sein Spiel berichtest. Ich habe mehrere Alben, in denen er mitgewirkt hat. Nun werde ich da noch mal genauer reinhören...

    Über Eines schüttel ich immer wieder den Kopf: unglaublich viele der tollen Jazzmusiker dieser Zeit sind leider allzu früh verstorben, ob durch Drogen, schießwütige eifersüchtige Ehefrauen oder was auch immer...

    Liebe Musikfreunde,

    für mich ist es zugleich verwunder- wie auch bedauerlich, dass Othmar Schoeck nicht die Popularität genießt, die zumindest einige seiner Kompositionen erwarten lassen.

    Ich denke, dass dies auch für das Kammermusikschaffen gilt, aber das kann ich nicht genau sagen, da mir nur drei Werke in diesem Bereich bekannt sind, die jeweils im Abstand von 10 Jahren entstanden sind:

    Das erste Streichquartett op. 23 halte ich für weniger bedeutend. Ihm fehlt noch die Sicherheit und Eleganz. Das zweite Streichquartett op. 37 schätze ich dagegen etwas mehr; größere Reife und Sicherheit sind diesem Stück anzumerken. Die Steigerung setzt sich jedoch fort und findet nach meinem Geschmack im "Notturno" op. 47 für Streichquartett und Singstimme (Bariton) ihren Höhepunkt. Das mehr als 30-minütige Werk ist stark, elegant und kraftvoll. Ich finde, dass es ein tolles Werk ist und es verdient, viel häufiger gespielt und gehört zu werden..

    Des Weiteren komponierte Schoeck noch drei Violinsonaten, eine Violoncellosonate sowie eine Bassklarinettensonate. Ich bin gespannt, ob Euch die Kammermusik Schoecks vertraut ist und wie Ihr diese beschreibt und bewertet.

    Gruß,

    Uwe

    Bei mir lief gerade das tolle 1956 aufgenommene "Introducing Lee Morgan", das erst zweite Album des Trompeters unter seinem eigenen Namen. Als ich dieses Album zum ersten mal gehört hatte, war ich überrascht, wie reif und ausgewogen seine Musik wirkt. Immerhin war Morgan gerade 18 Jahre alt. Auch seine Soli sind gut aufgebaut und haben durchaus einen sich entwickelnden sicheren Erzählstrang. Wunderbar auch der schon reifere Hank Jones am Klavier, ein Musiker, dessen Qualität mir im Laufe der letzten Jahre immer mehr bewusst wird.

    Es spielen: Lee Morgan (tp) - Hank Mobley (ts) - Hank Jones (p) - Doug Watkins (b) - Art Taylor (dr)

    Uwe

    Habe gerade Bram Stokers "Dracula" beendet. Diesen Klassiker wollte ich doch zumindest einmal gelesen oder zumindest zu lesen begonnen haben. Aber nein, ich habe ihn, entgegen meinen ursprünglichen Erwartungen, vergnügt zu Ende gelesen.

    Das Buch hat mich atmosphärisch nahezu durchgehend gefesselt. Den Anfang, nämlich Harkers Reise zum Schloss Draculas und seine Erlebnisse dort, habe ich sehr intensiv wahrgenommen. Das war schon äußerst kurzweilige und verdichtete Erzählung. Aber auch die weitere Geschichte empfand ich immer als intensiv und keinesfalls abfallend. Lediglich zum Ende des Mittelteils, nämlich als die fünf "Vampirjäger" ihre Überlegungen und Pläne besprochen hatten, empfand ich einige kleine Längen. Dennoch gab es keine atmosphärischen Löcher. Kurzum: Der Roman war eine positive Überraschung für mich. Die Sprache ist fein, weder trivial noch abgehoben.

    Wenngleich die Verfilmungen die Intensität des Romans nicht annähernd treffen, finde ich Coppolas Interpretation, die ich vor mehreren Jahren gesehen habe, dennoch ziemlich gut. Ich glaube, dass der Film, obwohl sehr gerafft, einigermaßen nahe am Buch dran ist.

    Ich habe die Geschichte insbesondere als Ausdruck der Faszination oder gar der Erotik des Anderen bzw. Unbekannten wahrgenommen.

    Uwe