Beiträge von Uwe Schoof

    Bin auch eher für Connery, obwohl Moore auch einen tollen Bond abgibt. Leider sind die meisten Moore-Episoden etwas alberner, mit Beißer und so, während Connery den etwas elegant-distanzierteren Bond abgeben darf.


    Ich weiß nicht warum, aber irgendwie mag ich die Bondfilme alle. Ich werde diese jetzt alle nochmal chronologisch zum x-ten mal anschauen.


    Uwe

    Da bin ich ganz bei Deiner Einschätzung, Maurice. Und Dein Satz, dass es nur selten was bringt, wenn Elternteile oder Lehrer sich zu lange im Umfeld der jungen Musiker aufhalten, ist ebenso ganz meine Erfahrung. Das gilt natürlich für viele Bereiche des Lebens wie Sport und andere auch. Natürlich ist es so, dass man in jungen Jahren im gut geförderten Umfeld viel lernt, aber zu reifen beginnt man, wenn man sich löst... Bei diesen Gedanken denke ich besonders an Hesses "Steppenwolf", den ich genau aus diesen Gedanken heraus als Jugendlicher mit Sehnsucht zur Eigengestaltung des Lebens verschlungen habe.


    Der große Erfolg der Motis liegt bestimmt auch an dem Umstand, dass eine solch zierlich wirkende junge Frau relativ große Töne auf der Trompete spielt. Das hat ja definitiv was. Sie spielt ja auch wirklich gut und mit tollem Jazzgefühl, aber ich meine auch, dass man von einem Superstar natürlich (noch!?) nicht sprechen kann. Muss aber auch nicht. Die Starkultur kann ich definitiv genießen, was wäre die Jazzmusik für mich ohne Lester Young und Charles Mingus; aber die "starlose" lebendige Jazzmusik hat auch etwas.


    Das für mich Tolle an der Strömung um den "Chamorro-Clan" ist, dass das gute jazzige Musik ist und viel Freude vermittelt, möglicherweise auch viele neue junge Talente ansteckt. Wie gesagt, hier in meiner Gegend erlebe ich so etwas nicht, vielleicht etwas akademischer ansatzweise in Köln.


    Uwe

    Ja, die Motis ist wirklich gut, besonders mit der Trompete, und ist einen tollen Weg gegangen. Mein Schwager ist Spanier, deshalb habe ich öfter live das Vergnügen gehabt, die Sphäre etwas zu verfolgen. Chamorro, der Bass und die tiefen Saxophone spielt und für Arrangements verantwortlich zeichnet, bringt totoal viel Motivation und Freude in die neue Jazzgeneration.


    Sowas würde ich mir hier in meiner Umgebung auch wünschen.

    Die Jazzszene in Polen und Spanien ist fantastsich. Da kommt bei mir direkt der Neid auf. Gelegentlich fahre / fliege ich nach Krakau (tolle Jazzkeller) oder Barcelona, wo seit Jahren von jungen Leuten viel Jazz gespielt wird.


    Habe hier ein schönes Video, auf dem zu sehen ist, wie der Jazz richtig Spaß machen kann...


    https://www.youtube.com/watch?v=5jSDcA99r7g


    Uwe

    Nach viel Jazz in den letzten Monaten habe ich wieder richtig Lust auf Streichquartette; die Schwerpunkte wechseln sich phasenweise immer ab bei mir.


    Gerade habe ich Artur Schnabels 3. Streichquartett vom LaSalle Quartett aufgelegt. Ich finde es schade, dass die Streichquartette des Komponisten so wenig Beachtung finden, da es sich hier um wirklich großartige und auch großangelegte Musik handelt. Ich habe auch noch nie gehört, dass eines im Konzert gespielt wird. Andererseits wurden diese Stücke, wie ich glaube, mal gelesen zu haben, zu seinen Lebzeiten nicht gedruckt. Die Gründe dafür kenne ich nicht.


    (Abbildung klappt leider nicht)


    Uwe

    In den letzten zwei Wochen habe ich alle über 20 Alben noch einmal chronologisch gehört, die Lee Morgan unter eigenem Namen herausgegeben hat. Er ist ja in den 15 Jahren dem Label "Blue Note" sehr treu geblieben. Die Schallplatten dieses Labels habe ich in meiner Jugend übrigens sehr gerne gekauft, da mir die Aufmachung irgendwie gefiel.


    Unter Morgans Alben finden sich einige wirklich schlechte (meist wegen schlechter Arrangements), andererseits aber natütlich auch auch mehrere ausgezeichnete. Was ich aber über alle Alben sagen kann, ist, dass Lee Morgan immer hervorragend war und toll gespielt hat. Das ist ein ausgezeichneter Jazzer mit klarem Ton und mitreißendem Improvisationsgeschick.


    Ich möchte aus dem Stehgreif zwei Alben nennen , die ich zu den besten von Morgen zähle: " The Cooker" von 1957 (habe ich schon einmal hier erwähnt und abgebildet) und "Cornbread" von 1965. Das Titelstück des letztgenannten Albums ist stark soulgeprägt und macht richtig Laune; die beiden ruhigeren Stücke "Ceora" und besonders "Ill Wind" finde ich megacool. Auf dem abgebildeten Album spielen:


    Lee Morgan (tp) - Jackie McLean (as) - Hank Mobley (ts) - Herbie Hancock (p) - Larry Ridley (b) - Billy Higgins (dr)



    Uwe


    Wenn es kalt wird und abends die Heizung angeht, werden wir gelegentlich mal wieder ein paar Klassiker genießen. Gestern war es Coppolas "Der Pate". Trotz der Länge ist es immer wieder aufregend, ihn anzuschauen, da er so gut beobachtet und die kleinen Augenblicke zelebriert.


    Uwe

    Charlie Parker ist für mich der größte Jazzimprovisator. Ich kenne keinen Jazzbläser, der solch fantastische Soli spielt. Das besondere daran ist, dass er längere Passagen spielen kann, die er modulierend raffiniert gestaltet, wobei sich das unglaublich leicht anhört. Manchmal höre ich einen Ton und wundere mich, was er da soll, und sechs oder sieben Takte später löst sich das Gerüst auf und alles ist wunderbar stimmig.


    Es ist wahr, er hat auch echt einiges aufgenommen, was ich schrecklich finde. Aber das höre ich einfach nicht, sondern nur die guten Sachen von ihm.


    Uwe

    Ein interessantes Thema; solche themen kommen häufig in solchen Allgemeinthreads auf und verschwinden dann unbemerkt wieder...


    Es ist klar: kein Musiker einer Gruppe muss sich vordrängen. Nach meinem Hörempfinden geschieht dies allerdings nicht selten. Art Blakey hast Du bereits genannt; Lionel Hampton ist auch so einer; bei Goodman musste er sich zusammennehmen (und war auch klasse), bei einigen Gruppen unter seinem Namen etwas später hatte ich aber fast den Eindruck, als handele es sich um eine Soloplatte mit Musikkollegen am Rande. Auch Miles Davis´ Album "Musings" (ich hoffe, ich habe den Titel des Quartetts richtig im Kopf) kann ich kaum bis zum Ende durchhalten, da Davis ständig im Vordergrund spielt und für mich total aufdringlich klingt. Aber dies kann natürlich, ganz besonders bei Live-Konzerten jedem mal passieren, dass er im Überschwang des guten Gefühls die Soli sehr ausdehnt, lauter wird, höchste Töne als Zirkusartistik ansieht u.s.w. Das ist ja auch alles gut und schön und lädt zu Bewunderung ein; ich persönlich mag das homogene Ensemblespiel, bei dem die Gruppe der Mittelpunkt ist, mehr. Deshalb mein Lob für die Dorham-Einspielungen.


    Uwe

    "Quiet Kenny" ist wirklich ein schönes Album. Es hat einen angenehm ruhigen Grundcharakter. Was ich gut bei Kenny Dorham finde, ist, dass er sich als einziger Bläser nicht in den Vordergrund spielt, sondern selbstbewusst seine Sache macht. Dadurch wirkt das Zusammenspiel mit den Mitspielern sehr harmonisch; vielleicht trägt dies ja auch zum unverkrampften Charakter dieser Musik bei.


    Uwe


    Die 1956 aufgenommene zweite Scheibe von Lee Morgan als Leader mit dem Hank Mobley Quintet ist wieder mal ganz nach meinem Geschmack. Das ist sehr homogene Musik mit einem trotz der erst 17 Jahre richtig disziplinierten Lee Morgan und, das muss ich herausstellen, prima Hank Mobley, der mit einem echt schönen Ton und ebensolchen Improvisationsläufen spielt.


    Lee Morgan (tp) - Hank Mobley (ts) - Hank Jones (p) - Doug Watkins (b) - Art Taylor (dr)


    Uwe


    Für mich ist dieses 1961 für "Blue Note" aufgenommene Studioalbum "Goin´ Up" eine der richtig guten frühen Einspielungen Freddie Hubbards. Ob in den Stücken, in denen losgepowert wird oder im langsamen "I Wished I Knew": die beiden Bläser spielen mit einem schönen, deutlichen Ton, zur Rhytmusgruppe muss man ebenso nicht viel sagen. Nur etwas schade, dass zwei Stücke im fade-out enden. Ich höre lieber - Maurice hat das in einem etwas anderen Zusammenhang gesagt - den Anfang und das Ende eines Stücks.


    Zur Besetzung: Freddie Hubbard (tp) - Hank Mobley (ts) - McCoy Tyner (p) - Paul Chambers (b) - Philly Joe Jones (dr)


    Uwe

    Alles klaro, wollte mich nur dagegen aussprechen, dass man Free Jazz und Getöse in einen generellen kausalen Zusammenhang bringt. Im Free Jazz gab und gibt es ebenso seriöse Musiker und schöne Musik wie im Swing oder Bebop. Ebenso wie es Getöse in allen Richtungen gibt.


    Uwe

    Drei Saxophone sind Getöse? Das würde ich generell nicht so sehen, zumindest kenne ich zahlreiche Gegenbeispiele. Natürlich kann man mit drei Saxophonen Getöse machen, aber das kann man mit einem Klarinettentrio auch.


    Und "Getöse" wird hier in Verbindung mit Free-Jazz gebracht. Auch diesen kausalen Zusammenhang sehe ich keinesfalls. Und Gedudel, wo man nicht weiß, wo Anfang, Mitte und Ende sind, habe ich auch bei Lionel Hampton gehört. Das hat nichts mit dem Stil zu tun, sondern mit der Intention, Fähigkeit und Seriosität der ausführenden Musiker.


    Uwe

    In meiner Jugend habe ich sie in Moers live gesehen, und ich war vom Zusammenspiel und dem Quartettklang von Julius Hamphill (as), Oliver Lake (as), David Murray (ts) und Hamiet Bluiett (bar) total fasziniert. Kurze Zeit später kaufte ich meine erste LP dieses Quartetts, "Steppin". Seitdem hat mich diese Gruppe nicht mehr losgelassen. Ich mag dieses dynamische, aber gleichzeitig klare und deutliche Spiel, das in den sogenannten Free-Jazz Bereich geht, aber dabei sehr strukturiert ist.


    Häufig haben die vier Saxophonisten weitere Musiker zu Konzerten und Einspielungen eingeladen. Ich höre sie aber am liebsten als Quartett "pur".



    Uwe

    Danke für das Bildhereinstellen, Newbie.


    Nun höre ich seit vielen Jahren immer wieder das 1959 aufgenommene Album "Ben Webster Meets Oscar Peterson". Das schöne daran ist, dass es auch als Hintergrundmusik taugt, selbst bei Partys oder so in der Anwesenheit von Menschen, die eigentlich gar keine Jazzmusik mögen und gewöhnlich sagen: "Kannst Du das nicht etwas leiser drehen?" oder "Hast Du nicht was anderes?".


    Es ist hier keinesfalls so, dass die Musik Anleihen an andere populäre Musikrichtungen macht, was ja durchaus ein Grund dafür sein könnte, dass auch "andere" sie mögen oder zumindest gut ertragen können. Nein, es ist "richtige" Jazzmusik, und zwar vom Allerfeinsten. Der Grundcharakter ist eher cool-gemütlich, auch wenn es manchmal etwas zur Sache geht. Vielleicht wirkt die Musik dann ja auch deshalb entspannt, weil einfach alles stimmig und rund ist, ohne dabei Spannung zu verlieren. Für mich ist es ein klares 5-Sterne-Album.


    Ben Webster (ts) - Oscar Peterson (p) - Ray Brown (b) - Ed Thipgen (dr)



    Uwe

    Heute habe ich in das neuerworbene Album "The Cooker"von 1957 hineingehört und bin sehr erfreut. Das ist "peppige" Musik mit rasanten Soli, einem jungen Lee Morgan mit schönem Ton und viel Lust am flotten Spiel ohne Nachlässigkeiten bei der Kontrolle. Ebenso empfinde ich es bei Pepper Adams am Baritonsax. Die beiden Bläser ergänzen sich vorzüglich. Und es ist erfrischend, mal wieder eine etwas andere Besetzungskoombination zu hören.


    Lee Morgan (tp) - Pepper Adams (bar) - Bobby Timmons (p) - Paul Chambers (b) - Philly Joe Jones (dr)


    Wenn jemand das Coverfoto hier hereinstellen würde, wäre dies prima. Mein PC ist im Eimer und mit dem Handy bin ich überfordert...


    Uwe

    Zurzeit bin ich auf einem Wayne-Shorter-Trip und versuche, das herauszukramen, was ich von ihm auf LP oder CD habe, ob als Leader oder Sideman.


    Sein erstes Album unter seinem Namen ist das 1959 aufgenommene "Introducing Wayne Shorter". Die Besetzung ist: Wayne Shorter (ts), Lee Morgan (tp), Wynton Kelly (p), Paul Chambers (b), Jimmy Cobb (dr).


    Ich finde, dass das eine souveräne Platte mit guten Improvisationsmomenten der beiden Bläser ist. Die Stücke sind nach meinem Geschmack zwar etwas harmlos, was auch für die nächsten beiden in diesem Beitrag vorgestellten Aufnahmen gilt. Aber es ist in diesen frühen Aufnahmen bereits spürbar, was bei den jungen Musikern noch folgen wird.


    Das zweite Shorter-Album, "Second Genesis", das ohne einen zweiten Bläser im nächsten Jahr aufgenommen wurde, finde ich noch einen Ticken interessanter und cooler. Es spielen neben Wayne Shorter (ts) noch Cedar Walton (p), Bob Cranshaw (b) und Art Blakey (dr).

    Mit toller Bläserbesetzung und (für mich) leider auch etwas seicht-harmlosen Titeln folgt das dritte Album Shorters aus 1962 "Wayning Moments" mit Wayne Shorter (ts), Freddie Hubbard (tp), Eddie Higgins (p), Jymie Merritt (b), Marshal Thompson (dr). Diese drei Alben sind ein vorsichtiger, aber interessanter Anfang Shorters; nach dem nun folgenden Wechsel zu "Blue Notes" wird die Post aber richtig abgehen. Zwei oder drei LP davon habe ich weiter oben ja bereits erwähnt.


    Ich habe mich nebenbei auch in zwei neu erworbene und mir bisher nicht bekannte Alben hereingehört, bei denen Shorter nicht alleiniger Leader war. Das erste davon, "The Young Lions" von 1960 erscheint mir tatsächlich den richtigen Titel zu haben. Das gefällt mit ganz gut und geht, obwohl ebenfalls noch etwas "artig", ziemlich gut ab. Durch die drei Bläser und die Themenarrangements wirkt das schon ziemlich voll, was auch gut passt. Hier spielen Lee Morgan (tp), Wayne Shorter (ts), Frank Strozier (as), Bobby Timmons (p), Bob Cranshaw (b) und Albert Heath bzw. Louis Hayes (dr).

    Das letzte heute gehörte Album ist leider nichts für mich, sondern allzu seichte Kost, eher für Kaufhauskunden. Für die Spieler mag die Teilnahme an der von Benny Golson arrangierte und geleitete Musik in erweitertem Umfang eine gute Erfahrung gewesen sein, ich jedoch habe einmal kurz hereingehört und das wird es für mich für die nächsten 50 Jahre auch gewesen sein. Der Titel ist "Pop + Jazz = Swing" ein für mich auch sehr fragwürdiger Titel.


    Insgesamt wars ein interessanter Blick in die Anfänge Wayne Shorters.


       


    Uwe