Beiträge von Uwe Schoof

    In meinen Ohren ebenfalls, das ist ein tolles Studiosoloalbum, und zwar paart es die spielerische Freiheit sehr schön mit Disziplin, zumindest mehr als bei den Livesoli. Die ersten drei oder vier Stücke erzeugen bei mir Gänsehaut...


    Nun etwas ganz anderes: Nachdem ich mich kürzlich sehr positiv über Wayne Shorters "The Soothsayer" ausgelassen habe, habe ich heute ein ebenso tolles Album Shorters entdeckt, und zwar "Speak No Evil". Das Album hält musikalisch genau das ein, was die Besetzung verspricht. Es wurde auch um diese Zeit aufgenommen, und zwar mit:


    Wayne Shorter (ts), Freddie Hubbard (tp), Herbie Hancock (p), Ron Carter (b), Elvin Jones (dr).



    Uwe

    Ja, heute ist eigentlich Charlie Parker Tag. Dennoch habe ich zum Frühstück, da ich an den Geburtstag gar nicht gedacht habe, eine parkerlose alte Platte von 1957 aufgelegt. "The Jazz We Heard Last Summer" in zwei verschiedenen Besetzungen:


    Auf der ersten Seite spielen John Jenkins (as), Clifford Jordan (ts), Sahib Shihab (bar), Hank Jones (p), Addison Farmer (b) und Dannie Richmond (dr),


    auf der zweiten Seite Phil Woods (as), Herbie Mann (ts,fl), Eddie Costa (p,vib), Joe Puma (g), Wilbur Ware (b) sowie Jerry Segal (dr).


    Die erste Seite mit den schönen Saxophonsoli gefällt mir etwas besser, insbesondere im schönen balladenhaften "The Things We Did Last Summer" gehen die Soli toll ineinander über, sodass ein eleganter Bogen entsteht, der zum Titel passt.


    (Ein Coverfoto habe ich nicht gefunden)

    Ja, die habe ich auch bestellt. Das ist doch das Album, das ich nie gekauft habe, da es das gleiche Coverbild hat wie das andere Album mit Stan Getz, das ich ja schon lange habe. Wenn dieses Album ähnlich gut ist, lohnt sich der Kauf. Aber der lohnt sich sowieso, gehört Gillespie doch zu meinen absoluten Top-Jazzern; schon seit meiner Jugend. Habe ihn auch einige Male live erlebt...

    Eine gute Rechtschreibung ist mir eigentlich ein Anliegen, zumindest bemühe ich mich darum und versuche, darauf etwas zu achten. Ich erwische mich allerdings hier im Jazzbereich immer wieder, in der Mehrzahl von "Album" das Wort "Albums" zu schreiben. Ich weiß, dass dies absolut falsch ist, es heißt "Alben". Dennoch fällt es mir schwer, vom englischen "Albums" abzurücken, da ich bei der korrekten Singularform immer an Briefmarkenalben oder so denke. Und das passt bei mir irgendwie gefühlsmäßig gar nicht mit einem coolen Bebop zusammen. Deshalb habe ich bisher immer falsch geschrieben, was mir allerdings auch nicht so recht gefällt. Ich habe also die Wahl zwischen "bauchfalsch" und "kopffalsch".


    Ich schreibe dies übrigens im Jazzbereich, da ich im Bereich der Klassik keine Probleme mit "Alben" hätte.


    Uwe

    Gerade habe ich mehrere CD von Dizzy Gillespie bestellt, darunter auch einige, die ich noch nicht als LP kenne. Bin mal gespannt.


    In den letzten Tagen habe ich Clifford Jordan sowie Wayne Shorter in vielen Aufnahmen herauf- und heruntergehört. Von den beiden abgebildeten supertollen Albums bin ich richtig angetan (eine von denen habe ich in diesem Thread vermutlich schon erwähnt, egal). Und zwar:


    "Blowing in from Chicago" von 1957 mit Clifford Jordan (ts), John Gilmore (ts), Horace Silver (p), Curly Russell (b), Art Blakey (dr)


    und


    "The Soothsayer" von 1965 mit Wayne Shorter (ts), Freddie Hubbard (tp), James Spaulding (as), McCoy Tyner (p), Ron Carter (b), Tony Williams (dr)


     


    Uwe

    Bei einem Konzert des Moers Festivals, dass ich jahrzehntelang fast jährlich besuchte, habe ich das wunderbare "World Saxophone Quartet" kennengelernt und mir danach ihr erstes (?) Album "Steppin..." gekauft. Das habe ich auch gerade wieder aufgelegt und erfreue mich des klaren Ansatzes, der tollen Arrangements und der aufeinanderbezogenen Kollektivimprovisationen der Saxophonisten Hamiet Bluiett, Julius Hemphill, Oliver Lake und David Murray. Die Mischung aus Freiheit und Disziplin gefällt mir sehr.


    Aus dem vorliegenden Album gefallen mir die Stücke der zweiten Hälfte ab "P.O. in Cairo" am besten, da hier keine Flöten, sondern lediglich Saxophone gespielt werden.



    Uwe

    Es ist gut, dass ich bei meiner Besprechung des "Lee Morgan" Albums "Delightfulee" nicht geschrieben habe, dass es nicht schlimmer geht. Soviel zu seinem weiteren Album "The Rumproller".


    Insgesamt war die von mir erworbene Lee-Morgan-Box mit den Albums Delightfulee - The Cooker - Leeway - The Rumproller - Search For The New Land ein Reinfall. Da spielen ausgezeichnete Jazzmusiker, aber ich habe das Gefühl, dass es sich entweder um Kaufhausdudelmusik, wie Maurice richtig sagte, handelt, oder um Backgroundmusik für "Das Glücksrad" oder aber die Titelmusik von Fernsehserien a la "Dr. Altmann - Liebe besiegt alle Ketten".


    Nun aber zum Jazz: Erworben und gerade gehört habe ich das Blue Note Album "Blowing in from Chicago" von 1957. Das ist es, was mir gefällt. Die beiden Tenorsaxophonisten waren noch jung und richtig energiegeladen, aber dennoch kontrolliert. John Gilmore kennen hier vermutlich einige, da es, wie ich den Eindruck habe, hier einige Sun Ra-Fans gibt. Ein tolles Album. Zur Besetzung:


    Clifford Jordan (ts) - John Gilmore (ts) - Horace Silver (p) - Curly Russell (b) - Art Blakey (dr)



    Uwe

    Gerade kam meine Box mit 5 Originalalbums von Lee Morgan an. Gerade das Album mit dem Namen "Delightfullee" von 1966 gehört. Das war für meinen Geschmack gar nichts. So etwas erwarte ich als Pausenfüller von WDR 4. Um nicht falsch verstanden zu werden: Lee Morgan, McCoy Tyner und andere sind fantastische Musiker, aber das Konzept dieses Albums...Egal, genug, das Coverbild stelle ich nicht hier herein, da ich die CD niemandem empfehlen kann.


    Ich habe aber begonnen, in ein anderes Morgan-Album hereinzuhören - das ist wieder eine ganz andere Sache...


    Uwe

    Ja, hätte ich Dich besser vorher gefragt. Ich habe aber nicht bewusst entschieden, sondern einfach wahllos bestellt, da ich Ton und Improvisationen von Lee Morgan irgendwie erfrischend cool finde. Und ich habe noch keine Albums von ihm als Leader.


    Uwe

    Will nur kurz anmerken, dass ich es echt gut finde, dass sich hier einige nette und kompetente Jazzbegeisterte austauschen, informieren, anregen und Eindrücke sammeln. Ich lese das immer sehr gerne und nehme, zumindest innerlich, immer daran teil.


    Uwe

    Ach, ich wäre so gerne Rentner und hätte mehr Zeit für meine Hobbys. Das dauert aber vermutlich noch ein paar Jahre. Ich komme gerade nach Hause (im Auto Gary Burton gehört) , schreibe hier ein paar Zeilen und höre währenddessen meine Frau rufen: Uwe, pflückst Du die Bohnen im Garten? Zugegeben: Ich liebe auch unsere Kräuter und das Gemüse.


    Wie schön war die Zeit als Oberschüler, als ich auf dem Weg zur Schule abgesackt bin, mich auf die Bank am Feld gesetzt und stundenlang im Behrendt-Buch gelesen habe...Und überhaupt viel Zeit für Jazz hatte (mir sie nehmen konnte)...


    Uwe

    Na klar, mir wäre auch lieber, das wäre weggeschnitten worden...


    Man hört, oder zumindest ich mit meinem superbilligen Tonwiedergabegerät, in den Quartetten mit Jan Garbarek nicht so viel davon, z.B. in folgenden tollen Alben, die für mich zu den Höhepunkten des ECM-Jazz gehören:



    Uwe

    Ich empfinde sein Singen als konzentrierendes Stöhnen. Mir wäre lieber, er würde weniger singen, aber ich weiß nicht, ob seine Musik dann noch so schön sein würde.


    Uwe

    Komme gerade aus dem Kino, in dem der Klassiker "Spiel mir das Lied vom Tod" von Sergio Leone gezeigt wurde. Ich kenne zwar schon jede Szene, aber im Kino war immer noch viel Neues wahrzunehmen.


    Welch bild- und musikgewaltiger Film mit beeindruckenden Schauspielern. Toll, dass er wieder im Kino gezeigt wurde.


    Uwe


    Bin gerade auf dem Wayne Shorter Trip und höre gerade wieder viel von ihm, da ich mir mehrere Albums auf CD von ihm gekauft habe. "The Soothsayer" gefällt mir ziemlich gut, die drei Bläser machen das richtig toll; es ist nie langweilig oder stockend. Die Besetzung:


    Wayne Shorter (ts), Freddie Hubbard (tp), Freddie Spaulding (as), McCoy Tyner (p), Ron Carter (b), Tony Williams (dr).


    Hier spielt eine meiner absoluten Rhythmusgruppen überhaupt, voller Drive und gleichzeitig Disziplin. Ich liebe es. Und Tony Williams - es ist mir eine totale Freude, in all seinen Aufnahmen auf ihn zu achten...Aber auch die kleinen Bläserarrangements mag ich, sie sind fein. Ich kann, was die Musik angeht, nicht nachvollziehen, warum die 1965 aufgenommene Aufnahmesession erst 1979, als Wayne Shorter viel bekannter war, im vorliegenden Album veröffentlicht wurde.


    Uwe

    Nungut, aber Musik hören wir doch wohl alle mit Interesse oder sogar gerne, weil sie auf uns individuell wirkt. Wie groß das Können und die Motivation tatsächlich bzw."objektiv" waren, steht auf einem anderen Blatt. Ich würde ja niemals sagen, dass Miles Davis auch nur eine Sekunde uninspiriert war, aber ich bin mir absolut sicher, dass dies, besonders einigen früheren Aufnahmen, manchmal so auf mich wirkt. Und, wenn ich ganz ehrlich bin, finde ich ihn in seiner elektronischen Spätphase zwar sehr cool und selbstbewusst, aber keinesfalls annähernd so bemüht, lebendig und lustvoll wie in den Quintetten, obwohl er es "objektiv" vielleicht war, das weiß ich nicht.


    Aber das ist ja gerade das Interessante an so einem Forum, dass wir das Wissen den Empfindungen gegenüberstellen können.


    Uwe

    Die Kritik an Miles Davis kann ich einerseits nachempfinden. Auf mich wirkt er auch häufig lustlos und uninspiriert (und manchmal auch gar nicht gut). In den beiden großen Quintetten allerdings finde ich Miles großartig, auch auf diesem Album.


    Vielleicht wäre es ja interessant, im Miles Davis Thread auszutauschen, was, warum und auf welchen Aufnahmen wir dies und jenes von ihm mögen oder auch nicht.


    Uwe



    Zu diesem äußerst erfolgreichen Album habe ich, wie ich auch gerade wieder gemerkt habe, zwei völlig unterschiedliche Meinungen:


    John Coltrane (ts), McCoy Tyner (p), Jimmy Garrison (b) und Elvin Jones (dr) spielen fantastisch und auch richtig gut zusammen. Das ist wirklich eine Gruppe aus tollen individuellen Musikern, die EINE Sprache spricht. Ich finde alle vier Musiker klasse und kenne von jedem von ihnen ausgezeichnete Albums.


    Die andere Seite ist die, dass ich diese Art der Musik in "A Love Supreme" nicht gerne höre. Endlose Meditationen auf einen Akkord in der Jazzbesetzung beispielsweise gehören nicht zu dem, was ich genießen kann; vielmehr langweilt mich dies. Das ist tolle Musik für diejenigen, und das sind sehr viele Jazzfreunde, die Musik mit solchen Ausdrucksformen gemischt mit jazzigen Anleihen mögen, ich dagegen kann das Gefühl dafür nicht aufbringen. Kurzum: Nach meinem Geschmack nicht eines der besten Coltranealbums.


    Konkreteres zu "A Love Supreme" und diese Besetzung demnächst im Coltrane-Thread, denn da gehören die Meinungen und Empfindungen ja eigentlich hinein.


    Uwe