Beiträge von Gurnemanz

    :thumbup:

    :thumbup: auch von mir. Bartók ist immer hörenswert, finde ich, besonders die Streichquartette, die ich sehr schätze, ohne einen Favoriten benennen zu können. Nun also Nr. 4!

    Übrigens haben wir hier bereits diese schöne Einführung:

    Braccio
    8. Januar 2018 um 15:10

    :wink:

    Tschaikowski: Eugen Onegin – Tatjana

    Da ich die Oper in Heidelberg zweimal erlebt habe in den letzten Monaten, zuletzt vorgestern, hier eine Nominierung:

    1. Indre Pelakauskaite

    Eine phantastische Leistung, sängerisch, spielerisch: Besser kann man nach meiner bescheidenen Meinung diese Rolle nicht verkörpern. Ich war hin und weg!

    Indre Pelakauskaite - Menschen - Theater und Orchester Heidelberg
    Indre Pelakauskaite // Die litauische Sopranistin absolvierte ihr Gesangsstudium in Hamburg und Wien. Sie ist mehrfache Preisträgerin, u. a. der Kammeroper…
    www.theaterheidelberg.de

    :)

    Ich habe Nr. 4 dieser Tage mehrfach gehört, mit Arditti und mit Aron, jeweils zweimal. Schwer, etwas dazu zu sagen. Beide Interpretationen finde ich beeindruckend, die Ardittis gehen strenger zur Sache, die Arons feinfühliger, so meine grobe und sicher dürftige Charakterisierung.

    Auch Nr. 3 kam dran: Auffällig finde ich, daß dort - Schönbergs erstes zwölftöniges Quartett - der Komponist noch ganz optimistisch und frohgemut seine neugefundene Technik auszuprobieren meint, eher klassiszistisch als romantisch. In Nr. 4 scheint er wieder an seine romantischen bzw. expressionistischen Erfahrungen anzuknüpfen, es hört sich für mich tiefgründiger, ernsthafter, ausdrucksbetonter als das spielerische Nr. 3 an.

    So jedenfalls mein Eindruck, sicher bin ich mir nicht.

    So oder so: Schönberg ist mir jetzt wieder näher gerückt, das empfinde ich als bereichernd.

    :wink:



    Schon vor einigen Jahren des Korngold Violinkonzerts wegen erworben, ergibt sich nun für mich mit Abendroths Impuls die ideale Gelegenheit, die Aufnahme dieses Konzerts mit Vilde Frang und dem von James Gaffigan geleiteten hr-Sinfonieorchester (Warner, 6-8/2015, HR, Frankfurt am Main) zu hören. Dieses bei Frang 32 ½ Minuten lange Violinkonzert ist für mich mehr ein hochemotionales instrumentales Musikdrama als ein Virtuosenkonzert. Da gibt sich eine Seele im Kaleidoskop einer vielschichtigen Welt preis, im 1. Satz (Moderato con moto – Agitato – Tempo primo), weiter im getriebenen 2. Satz (Vivace – Animando – Largamente – Cadenza) mit dem Innehalten mit der Kadenz, und erst recht in der ausführlichen Passacaglia (Andante lento (und poco meno mosso)) des Finalsatzes, die mich mitten in ihre gewichtigen Auf- und Abstiege hineinzieht. Faszinierend ist bei dieser für mich tollen Aufnahme der klare Geigenton der Solistin. In den letzten paar Minuten hat sich meinem Hörempfinden nach die Musik auf ein Plateau freigekämpft – das Musikdrama endet für mich harmonisierend.

    Diese Aufnahme habe ich nun auch gehört. Besonders aufschlußreich finde ich das im Vergleich mit den anderen drei Aufnahmen, die ich erwähnt habe.

    Bei Frang/Gaffigan höre auch ich "mehr ein hochemotionales instrumentales Musikdrama als ein Virtuosenkonzert". Und auch den letzten Satz (im Zitat oben von mir gefettet) unterschreibe ich gern. Auch im Orchester finde ich viele feine Details und Farben, die mich für diese Aufnahme sehr einnehmen, zumal auch die hervorragende Aufnahmetechnik (die Violine vielleicht ein ganz klein wenig zu sehr im Vordergrund?) diesen Eindruck verstärkt.

    Danach habe ich noch einmal Vengerov/Rostropovich gehört: im Vergleich deutlich dunkler, melancholischer, ein "Freikämpfen" nehme ich hier nicht wahr.

    Welche der beiden Aufnahmen "besser" wäre, könnte ich nicht sagen. Beide finden Lösungen, die ich bei aller Verschiedenheit überzeugend und schlüssig finde. Daß das möglich ist, spricht m.E. auch für die hohe Qualität des Werks, das mir nun wieder deutlich näher ist als bislang.

    Herzlichen Dank an Abendroth für diesen schönen Impuls!

    :wink:

    Bei mir finden sich vier Aufnahmen des Werks; drei habe ich eben gehört, hier ein paar Eindrücke:

    Zunächst Mark Lubotsky mit dem English Chamber Orchestra, Benjamin Britten selbst am Pult (1970):

    Tja, was soll ich sagen? So richtig angesprochen hat mich das nicht, etwas zäh erschien mir das, mit einem etwas scharfen Violinton. Ich dachte, es läge am von mir schon lange nicht mehr gehörten Werk, und Britten gehört ohnehin nicht zu meinen Favoriten.

    Etwas zaudernd nahm ich mir dann die Aufnahme mit Maxim Vengerov, dem London Symphony Orchestra unter Mstislav Rostropovich (2002) vor:

    Und ich war erstaunt: Welche Schönheit! Relativ langsam, ich würde sagen: meditativ (das einleitende Paukenmotiv ganz leise), besonders die Passacaglia von subtiler Melancholie, ein großer Trauergesang (am Ende resignativ?), ein Solist mit vielen Nuancen! Und eine wunderbar räumliche Aufnahmetechnik!

    Drittens: Anthony Marwood mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra unter Ilan Volkov (2011):

    Ein erstaunliches Kontrastprogramm hier: Zügig, kräftig (auch die Pauken sind gleich präsent), statt Trauer eher Trotz, packend, virtuos!

    Auf einen Nenner gebracht: Vengerov/Rostropovich berührender, Marwood/Volkov spannender.

    Außerdem habe ich noch Frang/RSO Frankfurt/Gaffigan, eine CD, die ich eigentlich wegen des Korngold-Konzerts erworben habe. Mal hören, was sich da noch ergibt.

    :wink:

    Dort wird berichtet, dass sie zum ersten Mal 1960 in London zusammentrafen anlässlich der Aufführung von Shostakovich’s 1. Cellokonzert durch Rostropovich.

    Möglicherweise kannten beide schon vor 1960 Kompositionen des jewels anderen:

    Zitat

    Obwohl der Russe Dmitrij Schostakowitsch und der Engländer Benjamin Britten sich erst im September 1960 persönlich kennenlernten, waren sie schon seit vielen Jahren mit den jeweiligen Kompositionen vertraut.

    Quelle: https://radiohoerer.info/keeping-the-cu…-west-konflikt/ Ob diese Behauptung stimmt, müßte allerdings erst überprüft werden. Vielleicht weiß Saremba mehr?

    :wink:

    Es ist andersherum wohl auch eher unwahrscheinlich, dass Schostakowitsch das Britten-Konzert zur Zeit der Komposition seines ersten Violinkonzerts kannte.

    Immerhin waren Britten und Schostakowitsch miteinander befreundet, wie man nachlesen kann. Vgl.

    Das Buch von Meinhard Saremba kenne ich allerdings nicht.

    :wink:

    Nachtrag: Sehe grad, daß Braccio auf die Freundschaft der beiden Komponisten schon hingwiesen hat. Aber ich lasse das mal so stehen. ;)

    Den Kubelik-Parsifal will auch ich mir demnächst mal wieder vornehmen. Doch die letzten Tage war ixch gut damit beschäftigt, dies hier in Ruhe von vorn bis hinten durchzuhören, meist mit geschlossenen Augen (so mag ich Wagner grad am liebsten):

    Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen
    H. v. Karajan, Berliner Philharmoniker, viele Sängerinnen und Sänger

    :)

    Warum hören sich die einzelnen Parts von Instrumentengruppen jetzt "runder" (harmonischer, konsistenter, echter ???) an?

    Mein Versuch: Wer wie z.B. ich mit Musik von Bach bis Brahms quasi aufgewachsen ist, hört Musik, die nach den in dieser Zeit vorherrschenden tonalen Gewohnheiten als "harmonischer", als "runder" und "konsistenter". Das hat sich bei mir dann geändert, nachdem ich entdeckte, daß sowohl vor Bach als auch nach Brahms jede Menge Kompositionen entstand, die diesen harmonischen Vorgaben noch nicht bzw. nicht mehr entsprach.

    :wink:

    Vielleicht war es ja auch vor meiner Zeit.

    Inzwischen erinnere ich an den damals gefeierten Tenor Wolfgang Fassler, der im Ensemble des Nationaltheaters Mannheim mitwirkte und den ich schätzte. In London erlebte ich ihn als Siegfried in einer der beiden Vorstellungen. Fassler starb leider schon 1997 (laut https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Fassler).

    Ich denke also, daß ich 1996 oder 1997 in London war.

    :wink: