Beiträge von Syrinx

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    Keineswegs. Du glaubst doch nicht allen Ernstes, dass die körperlichen Emotionsausdrücke völlig unwillkürlich passieren?


    :thumbup:

    Keineswegs. Du glaubst doch nicht allen Ernstes, dass die körperlichen Emotionsausdrücke völlig unwillkürlich passieren?

    Natürlich passieren die unwillkürlich, alles andere ist Schauspielerei. Das gibts natürlich auch. Lang Lang wäre für mich so ein Fall

    Hmmm ... bist Du derjenige, der entscheidet, welche bewusst eingesetzt werden und welche sich unwillkürlich ergaben?

    Als Musiker kann man tatsächlich gut unterscheiden, was aufgesetzt ist und was natürlich ist. Meistens merkt man es daran, dass die die Musikalische Wirkung und die optische nicht im Einklang ist. Das Publikum merkt das halt nicht immer.

    Ich gehe davon aus, dass ein Profimusiker auf der Bühne so ziemlich gar nichts unwillkürlich macht.

    Bernstein hat mal im Interview gesagt, ein Konzert in dem er nicht sich selbst vergisst, ist für ihn kein gutes Konzert gewesen. Soviel dazu , dass da alles kontrolliert wäre. Unwilkürlich sind auch viele musikalische Abläufe, Phrasierung etc kann z.B. etwas sein über was man sich (vorher) Gedanken gemacht hat, folgt aber in den meisten Fällen der natürlichen Musikalität. Das Gleiche gilt auch im Allgemeinen für Bewegungen und Gesichtsausdrücke. Wenn man locker ist, kommt so etwas auf natürliche Weise von alleine. Es kann sein, dass man im Konzert merkt, dass man sich zu wenig bewegt, dass es steif wirkt, weil man vielleicht noch etwas nervös ist, dann gibt man sich bewusst einen kleinen Schubs. Aber das ist dann auch alles in die Richtung. Es sei denn eben man versucht bewusst Show zu machen, die Fraktion gibt es auch, sind meistens dann aber nicht die guten Musiker.

    wenn der Solist des Abends weniger verdient als ein Chorsänger und wenn der Lehrbeauftragte ein halbes Jahr ohne Bezahlung im Voraus arbeitet, stimmt einfach das System nicht.

    Also was mir bei der Lektüre des Artikels nicht klar wird, was Solist da genau bedeutet. Solist ist ja erstmal jeder der alleine auf der Bühnen singen darf. Und es gibt ja auch sehr viele Rollen in der Oper, wofür es zwar einen Solisten braucht, aber die doch einen ziemlich geringen Umfang haben. Ich kenne auch eine Sängerin der Oper Zürich, die dort eine volle Stelle hat, aber dann doch eher sehr kleine Rollen singt und auch nicht immer eingesetzt wird. Und sie lebt auch mindestens zur Hälfte noch vom Unterrichten an einer Hochschule. Das ist aber völlig ok für sie.
    Wenn man jetzt bedenkt, dass der Chorsänger fast jeden Abend auf der Bühne steht und dann auch wesentlich mehr zu singen hat, kann ich mir schon vorstellen, das der Chorsänger ganz zu Recht mehr Geld bekommt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass z.B. ein Michael Volle, der ja an der Münchner Oper im Ensemble ist, nicht dort auch ordentlich verdient. Klar er ist ein bekannter Sänger, aber an einer Staatsoper sind es im Allgemeinen die bekannten Sänger, die die Hauptrollen singen. Und wenn man nur für Klein - und Kleinstrollen eingesetzt wird, finde ich die 2000 Euro eigentlich ganz in Ordnung. Der Artikel sagt ja eigentlich, dass er zum besser dotierten Job gewechselt ist, weil er nicht zusätzlich unterrichten wollte.

    man könnte auch postulieren, dass jede Musik veraltet ist, sobald die Tinte, mit der sie erstmals geschrieben wurde, getrocknet ist.

    Nach dem Motto "Heute ist Morgen schon Gestern" oder wie ? Das ist doch in dem Zusammenhang Nonsens. Nachdem die Tinte getrocknet ist, muss das Ganze erstmal aufgeführt werden und es behält dann seine Modernität bis dann halt etwas anderes Neues wegweisendes kommt.

    Ein Orchester klingt immer museal, ebenso ein Streichquartett

    Ja, wenn man keinerlei Bezug dazu hat wahrscheinlich schon....

    Ausnahme sind vielleicht nur die Goldberg-Variationen, die klingen immer noch fett amtlich krass wie frisch aus der Rap-Schmied

    ?( Der Zusammenhang zwischen Bach und Rap erschliesst sich mir hier nicht....

    Letztendlich sind ja wohl die meisten grossen Komponisten ihrer Zeit voraus gewesen. Es ist wohl ein Kriterium des musikalischen Genies, sich nicht am Konventionen zu halten und etwas eigenständiges zu entwickeln- damit sind sie dann ihrer Zeit im Allgemeinen oft voraus. Was ich aber in diesem Zusammenhang besonders krass finde, sind die "Bilder einer Ausstellung" von Mussorgsky, die 1874 komponiert wurden. Ich kenne keine Komposition in dieser Zeit , die auch nur annähernd so modern klingt, wie z.B. der Gnom oder auch Goldenberg und Schmuyle.

    Mit Blick auf den Threadtitel zunächst einmal darin: Wer Currentzis' Dirigat einen "Showanteil" unterstellen wollte, müsste dazu ganz ganz nah an dessen Persönlichkeit sein, um ein Missverhältnis zwischen künstlerischem Ethos und Selbstinszenierung begründen zu können. Aber auch dann bliebe ich skeptisch, denn eine organische Verbindung von Persönlichkeit, interpretatorischem Ausdruckswillen und Dirigat ist ja nicht automatisch hergestellt, wenn derjenige nur die allerbesten und alleredelsten Absichten hegt (also z.B. sich zurücknimmt, ganz in den "Dienst an der Sache" stellt usw.).
    Insofern folge ich Mauerblümchen weiter: Ja, das Entscheidende ist aufm Platz. Auch z.B. aller Probenarbeit zum Trotz. Das scheint bei Currentzis zumindest hinsichtlich der Konzentration und Hingabe des Klangkörpers in mehrfach dokumentierter Weise zu gelingen. Jedenfalls habe ich nach dem bislang Gehörten und im Netz Gesehenen keinen Zweifel daran, dass er in der Lage ist, den Klangkörper auf beeindruckende Weise zu führen.

    Also mittlerweile habe ich die Aufnahme von der Tchaikowskysinfonie mal angesehen, gibt es ja komplett auf youtube. Ich muss sagen ich bin doch recht begeistert, da wurde toll gearbeitet, das Orchester frisst ihm extrem aus der Hand, es ist eine beeindruckende Spannung da, sehr exaktes Zusammenspiel, viel Espressivo. Das alles passt ganz hervorragend zu dieser Musik, so mein Eindruck ohne einen Blick in die Partitur geworfen zu haben. Ich hatte ihn mal mit Mozart gehört und alter Musik und das fand ich dann leicht überspannt, sowohl optisch, wie auch musikalisch. Seinen Dirigierstil hier finde ich sehr exakt und sehr musikalisch und man sieht eben die Wirkung aufs Orchester, aus dem er das letzte rauszuholen scheint.

    Ich denke auch, dass der Stellenwert, den klassische Musik in, ich sag' mal ruhig, Westeuropa heute noch hat, ein ganz andere ist, als mindestens bis in die 60iger und auch 70iger Jahre hinein. Man muss sich nur mal das Unterhaltungsprogramm der beiden (einzigen) TV-Anstalten der damaligen Zeit ins Gedächtnis zurückrufen. Mit welcher Selbstverständlichkeit klassische Musik dort angeboten oder auch produziert wurde (TV-Oper etc). Das geschah natürlich nur, weil ein markt noch vorhanden war.

    Weiss nicht, es ist immer noch schwer für bestimmte Opernaufführungen Tickets zu ergattern und wenn man so sieht was es an kleinen Konzertreihen in Grossstädten gibt , so habe ich eher das Gefühl das hat zugenommen. In Kleinstädten hat es subjektiv gesehen eher abgenommen, aber das liegt wohl an der mangelnden Unterstützung der Politik, rechnet sich halt dort nicht, hat es sich aber früher auch nicht. Das gilt auch fürs Fernsehen, wobei wahrscheinlich eher mehr klassische Musik läuft als früher, einfach auf Arte und 3Sat etc. Was diese Diskussion generell angeht: Letztendlich ist das Schöne in der Musikwelt, dass die Nationalität keinen interessiert, sondern die Leistung und das ist gut so. Das es generell viele gute Musiker aus Osteuropa und Asien gibt ist nun relativ einfach durch den Fall des eisernen Vorhangs zu erklären. Im ehemals kommunistischen Osteuropa gab es schon immer Massen von exzellenten Musikern, die durften nur einfach nicht rüber. ähnlich ist es mit China, da hat vor allen Dinge auch der westliche kulturelle Einfluss auch extrem zugenommen und es gibt einfach auch mehr Wohlstand. Und es sind eben Riesenländer mit sehr vielen Menschen, also gibts auch viele hervorragende Musiker, die aus diesen Regionen kommen.

    In den 80iger und 90iger Jahren habe ich es z.B. in Italien noch erlebt, dass Opernarien in Musikboxen anwählbar waren, dass eine Banda (vergleichbar mit unseren Spielmannszügen) bei einem Stadtfest Verdi spielte. Kürzlich sah ich 'Mamma Roma' von Pasolini von '62. In einer Szene sitzen mehrere Jugendliche im Treppenhaus eines doch nicht so ganz sozial herausragenden Stadtviertels und pfeifen eine Arie aus dem 'Liebestrank'. Nur punktuelle Einblicke, ganz klar, aber trotzdem wohl ein Zeichen dafür, dass klassische Musik stark im Alltag 'normaler' Menschen verankert war. Ich würde nun mal behaupten, dass dem heutzutage nicht mehr so ist.

    Oper und Italien war ja nun schon immer ein spezielles Thema. Der Aida Triumphmarsch wird sicher noch immer von Blaskapellen gespielt und "E Donna e mobile" vermutlich auch noch gelegentlich auf der Strasse gepfiffen- wenn wir ehrlich sind, waren das aber dort schon immer irgendwie Schlager...

    Und heute ist natürlich das Versprechen, dass man quasi über Nacht zum (DSDS-) Superstar werden kann wesentlich attraktiver als eine jahrelange Gesangausbildung, bei der man noch nicht einmal weiß, ob man später an der Rampe singen darf oder nur im Chor oder, wenn alles schiefgeht, nur unter der Dusche.

    Das mit DSDS falsche Hoffnungen geschürt werden mag sein. Aber auch eine Ausbildung im Pop/Jazz/Rockbereich ist eine knallharte Sache. Eine Gesangsausbildung macht man jedenfalls in den seltensten Fällen wg der Karriereaussichten sondern wohl eher aus einem inneren Bedürfnis heraus und weil man die Voraussetzungen hat.

    Interessant finde ich aber auch, warum klassische Musik Menschen aus Ostasien wohl so anspricht, dass sie lange Ausbildungen in Kauf nehmen. Umgekehrt scheint das ja nicht so zu funktionieren.

    Umgekehrt ?? wie jetzt ? in vielen Ostasiatischen Ländern hat die (früh-) Förderung der Kinder generell einen anderen Stellenwert und Werte wie Fleiss und Disziplin werde von den Eltern extrem hochgehalten auch in der Schule. Da wird frühzeitig angefangen mit dem Instrumentalspiel oder eben zu singen und dran geblieben und viel Zeit ins üben investiert, von Anfang an. Und das schon lange. Endsprechend gibt es viele, die das dann als Ausbildung machen.

    Sorry, aber ich finde das....unrichtig. Es mag sein, dass das bei Jazz-Bands oder Tanzorchestern anders ist. Aber Musiker in einem Sinfonieorchester wissen sehr wohl, wann sie einzusetzen haben. Notfalls zählen sie die Takte mit. Das hat aber nichts mit "auswendig spielen müssen" zu tun. Davon abgesehen, hat auch Bernstein derartige Zeichen gegeben. Ich finde seine Art des Dirigieren sogar sehr suggestiv.


    maticus

    Das ist sicher ein interessantes Thema. Wie weit der Dirigent die Musik in seinen Bewegungen reflektieren muss, darüber sind sich sowohl Orchestermusiker und Dirigenten wohl nicht einig und werden sich auch nie einig werden. Deshalb gibt es ja nun solche Extreme wie Boulez und Nelsons z.B. Bei Boulez ist es mir persönlich zu wenig, bei Nelsons zu viel. Currentzis finde ich manchmal auch etwas übertrieben und unecht, aber Bernstein hingegen glaubhaft und genial und eben äusserst inspirierend. Letztendlich gibt es einfach eine Grenze, dann wird das Dirigieren zum Ballett. Viele Musiker erkennen das eigentlich, das Publikum nicht unbedingt. Als Orchestermusiker lernt man aber schon gleichzeitig seine Noten und den Dirigenten im Auge zu behalten, und auch den Stimmführer, egal was der Dirigent da aufführt...

    Vermutlich deshalb, weil er nicht so aufregend komponierte, wie es ihm sein Lehrer Frank Bridge beigebracht haben müßte... :D

    willkommen am Stammtisch... :schnaps1: was die Debatte um Robert King angeht, so wird hier alles durcheinander geschmissen, und jetzt dann auch noch ein bisschen Brittenbashing betrieben, super.... King, Levine, Plethnev, Britten, alles in einen Topf.
    Was Britten betrifft, so ist er jedenfalls kein verurteilter Kinderschänder, sondern es gibt meines Wissens einen einzigen Vorwurf eines evtl. Geschädigten, der aber unbewiesen ist. Plethnev wurde wahrscheinlich reingelegt, da ist absolut nichts auch nur ansatzweise bewiesen. King und Levine hingegen schon, wobei der Hinweis das King seine Strafe verbüsst hat, eigentlich auch was hat. Ob man sein Vorleben bei einem Konzert ausblenden kann oder nicht sei jedem selber überlassen.
    Britten wird von vielen grossen Musikern als einer der grössten musikalischen Genies des 20.Jh gesehen und auch von diesen aufgeführt. Ihm jetzt hier nebenbei seine musikalische Bedeutung abzusprechen halte ich für masslos arrogant, eben Stammtischniveau...

    Ich dachte immer, das Stück, mit dem einige Sänger Probleme hatten, sei "America" gewesen. Allerdings kommt solch ein 6/8 - 3/4 Wechsel schon so ähnlich in barocken Courantes und auch klassischen Scherzo-Sätzen vor, also gar kein Vergleich mit Bartoks "Balkanrhythmen" wie 7/4 oder gar moderneren Komplikationen.

    Man kanns auch nachschauen auf youtube. Das Stück mit dem Carreras dort Probleme hatte war Something's Coming, was man auch ganz gut nachvollziehen kann. Insgesamt hatten Carreras und Bernstein ein Problem, weil Carreras null feeling für diese Art von Musik hatte und anscheinend das Ganze etwas unterschätzt hatte. Bernstein kommt bei diesen Szenen auch nicht gerade sympathisch rüber, aber ich würde vermutlich auch ausflippen , wenn der wichtigste Sänger noch nicht mal Taktzahlen in seinen Noten eingetragen hat.

    Dass Bernsteins Musik rhythmisch vertrackt ist, musste ja schmerzlich auch Jose Carreras erfahren, der es - wie in einem Film zu sehen ist - bei den Aufnahmen zur WSS über Stunden nicht hinbekam, Maria im richtigen Takt zu singen. Irgendwann gab Bernstein entnervt auf und verschob es auf den nächsten Tag.

    Sorry aber das stimmt nicht. Nicht das ich ein grosser Fan von Carreras wäre, aber das er es nicht hinbekommt Maria rhythmisch korrekt zu singen, stimmt jedenfalls nicht. Bei Maria ging es um Atmung und Dynamik. Maria ist mit Sicherheit nicht rhythmisch vertrackt, aber natürlich gibts andere Stellen in der West Side Story, die es sind. Abgebrochen wurde, weil die Probenzeit zu Ende war, worüber sich Carreras aufregte, weil er das Gefühl hatte gerade voll drin zu sein.

    Vielleicht so in der Art wie jede Stufe eine Art Charakter hat (subdominantisch, dominantisch), so haben dann auch die Passagen, die von der Grundtonart aus betrachtet auf der entsprechenden Stufe stehen, einen jeweiligen Charakter. Wenn also in der Durchführung eine Passage in einer weiter entfernten Tonart steht, hat sie einen anderen Charakter, als wenn sie auf der Dominante steht.

    Da gebe ich Dir absolut Recht. Aber das kann man auch spüren ! Bzw. um das Spüren geht es sogar. Natürlich kann Dir das Wissen helfen diese Beziehungen zu spüren aber es ist keine Bedingung.

    Ich habe mal nur von Haydn und Mozart gesprochen, und dort gehe ich davon aus, dass man die Grundtonart nicht vergessen soll, sondern die Orientierung behalten. Wozu wird sonst alles sorgfältig austariert? Wie passt die Wiederholung der Durchführung in Dein Konzept?

    ok, aber es reicht ja als Orientierung, wenn Du weisst resp. spürst, dass Du Dich harmonisch in der Durchführung von der Grundtonart entfernst. Deshalb musst Du sie ja nicht permanent im Kopf behalten und jederzeit den Grundton singen können. Bei der Wiederholung in der Klassik hast Du sicher recht, das ist schon für die Orientierung gemacht. Bei Bach aber z.B. entfernt man sich oft so schnell und so dauerhaft von der Grundtonart, das kaum jemand diese dann noch im Kopf behalten kann, glaube ich

    Wenn man eine Passage in einer entfernten Tonart als genauso in sich ruhend, abschließend, absolut wahrnimmt, wie die Reprise, dann hört man das wohl "falsch". Zumindest kann man dann noch "hören lernen". Dazu muss man aber ein bisschen Ahnung von Theorie haben.

    Also wenn ein Komponist moduliert und dann sehr lange in der Tonart bleibt, ist es vermutlich beabsichtigt das der Zuhörer die Grundtonart erstmal vergessen soll. Man merkt es dann erst bei der Rückkehr in die Originaltonart, was los war. Ich denke dieser Effekt ist oft durchaus beabsichtigt, aber das kann man jetzt wirklich auch ohne Theoriekentnisse gut warnehmen

    Also nur weil die Musik gut zum Geschehen passt, ist sie doch noch keine Programmmusik, das gilt auch für den weissen Hai. Programmmusik ist definiert als klassische Musik mit aussermusikalischen Bezügen, die in einem Programm beigelegt werden. Der Witz der Programmmusik besteht doch darin quasi Bilder musikalisch zu schaffen, aber ohne diese Bilder zu zeigen, also ganz anders als bei Filmmusik.

    .. nicht Gleichsetzung. Bei Filmmusik handelt es sich aber um eine ART von Programm-Musik, das kann man einfach nicht abstreiten !!!

    Ähm doch. Es gibt ja auch viele Filme, z.B. alle von Stanley Kubrick z.B., die nur klassische Originalmusik verwenden. Und diese ist oftmals keine Programmmusik und passt doch hervorragend. Normalerweise versuchen Filmkomponisten einfach die jeweilige Stimmung einer Szene eines Films mit der Musik zu unterstreichen und das hat dann mit Programmmusik eigentlich nichts zu tun.

    Deine theoretischen Kenntnisse haben aber zur Folge, dass Du bei einem Haydn-Quartett die Abfolge der Tonarten, die Transpositionen der Themen und Motive erkennen kannst. Ein Thema in der Haupttonart ist nicht dasselbe wie dasselbe Thema in einer anderen Tonart. Zudem kannst Du beurteilen, ob die Tonart gerade stabil ist oder ob moduliert wird. Das sind zwei wesentliche Aspekte, die jemand, der Theorie und Notenlesen ablehnt, nicht erkennen wird, weshalb er ziemlich Grundlegendes der Musik der Wiener Klassik nicht verstehen wird.

    Beim letzten Satz wäre ich mir nicht sicher. Ich denke schon, dass man solche Sachen hören kann ohne sie benennen zu können. Ich habe einen Schüler der ein unglaubliches Gefühl für Harmonien hat und auch hervorragend über Harmonien improvisieren kann, ohne das er wirklich weiss , was er da macht. Der hört oft mehr als theoretisch fittere Schüler, kann es natürlich nicht korrekt benennen. Natürlich machen es Noten lesen und Theorie einfacher im analytischen dann noch weiter zu kommen.

    aber: vielleicht gibts da doch Unterschiede, dergestalt, daß z.B. symphonische Musik sich mehr an den Hörer richtet, während Kammermusik vielleicht wirklich mehr das Vergnügen der Spielenden bezweckt (wie auch manche Art Jazz)..

    ...ziemlich steile These. Also die Quartette von Beethoven, Brahms, Schubert etc. sind zum Vergnügen der Spielenden geschrieben ???? 8o

    Da nehme ich mich ausdrücklich aus. :D


    Ich konzediere jederzeit, dass "Notenlesen" (was auch immer dazugehören mag) nicht alleinseligmachend für den im Threadtitel genannten Zweck ist. Dass es aber zumindest in der europäischen "Kunstmusik" einen wichtigen Weg zu bestimmten Formen des "Verstehens" beim Hören darstellt, scheint mir selbstverständlich.


    Was mich immer irritiert: Es wird gelegentlich so getan, als sei das "Notenlesen" eine unerreichbarer Bezirk für elitäre Zirkel. Es handelt sich nicht um eine Geheimwissenschaft. Man kann das lernen! Je nach Begabung und Alter etwas schneller oder langsamer, aber es geht. Zumindest bestimmte Fähigkeiten einschließlich Grundlagen der Harmonielehre - den Willen zu etwas systematischem Lernen vorausgesetzt.

    Ich konzediere jederzeit, dass "Notenlesen" (was auch immer dazugehören mag) nicht alleinseligmachend für den im Threadtitel genannten Zweck ist. Dass es aber zumindest in der europäischen "Kunstmusik" einen wichtigen Weg zu bestimmten Formen des "Verstehens" beim Hören darstellt, scheint mir selbstverständlich.


    Was mich immer irritiert: Es wird gelegentlich so getan, als sei das "Notenlesen" eine unerreichbarer Bezirk für elitäre Zirkel. Es handelt sich nicht um eine Geheimwissenschaft. Man kann das lernen! Je nach Begabung und Alter etwas schneller oder langsamer, aber es geht. Zumindest bestimmte Fähigkeiten einschließlich Grundlagen der Harmonielehre - den Willen zu etwas systematischem Lernen vorausgesetzt.

    Also mal zum Thema Noten lesen, Harmonielehre etc.: Das Benennen können von Noten kann man natürlich erlernen. Das man allerdings so gut Noten lesen kann, dass es einen im Verständnis eines Stückes weiter bringt ist nicht ganz so einfach und ist vermutlich ohne das Erlernen eines Instruments äusserst schwierig. Zum "richtigen" Noten lesen gehört für mich dann auch eine Klangvorstellung, das automatische Hören von Intervallen wenn ich sie sehe, das Erkennen von Sequenzen etc., also die Komponente Gehörbildung. Das Gleiche gilt auch für die Harmonielehre. Wenn ich die musikalische Dominanz einer Dominante nicht emotional verstanden habe, nützt mir die Erkenntnis das ich mich im Dominantbereich befinde verhältnismässig wenig.
    Was das "umfassende" Verständnis eines Musikstücks betrifft: Irgend jemand hat geschrieben, ein volles Verständnis eines Musikstücks (sofern das überhaupt möglich ist) ist in erster Linie über das Spielen eines Stücks möglich (oder das Dirigieren). Das denke ich auch. Als Interpret hat man ja genau die Aufgabe ein Stück für den Hörer verständlich zu machen. Wobei das Spielen natürlich nicht zum Verständnis führen muss.


    Wenn ich Musik spiele kann ich das theoretische quasi ideal mit dem emotionalen verbinden, was dann schon zu einem sehr hohen Verständnisgrad führen kann.
    Trotzdem kann man aber auch nur durch immer wieder hören, gepaart mit zusätzlichen Informationen über ein Stück schon ein recht gutes Verständnis erreichen. Die Erkenntnis, das man ein Stück (noch) nicht versteht, ist auf jeden Fall ein erster Schritt zum Verständnis. Und diese Erkenntnis fehlt oft schon vielen Hörern. :wink:

    Wieder eine Marketinggeigerin, habe ich mir gedacht... Na ja, diesmal nicht.


    In der Tat... Frau Batashvili gehört zu den wunderbarsten Musikerinnen, die es zur Zeit gibt und ist so ziemlich das Gegenteil einer "Marketinggeigerin". Wobei ich mich frage, wer oder was für Dich denn eine "Marketinggeigerin" ist ?? Die junge Generation der Geigerinnen ist eigentlich allgemein ziemlich fantastisch, finde ich.
    Zum Thema Brahmskonzert: auf dem internetkanal der Berliner Philharmoniker gibt einen Livemitschnitt mit Frank-Peter Zimmermann der wirklich toll ist, durchdacht, klangschön und unglaublich souverän. Dort gibt es übrigens auch Frau Batashvili allerdings mit dem 1. Prokofieffkonzert (auch sehr zu empfehlen).


    gruss


    Syrinx

    Ich habe das iPad nicht wegen seines Logos erworben, sondern weil es von allen, die ich mir angeschaut habe, das mit Abstand schärfste Display hatte.
    Ja: es war sehr teuer. Aber dafür hoffe ich, dass es auch ein paar schöne, lange Jahre durchhält. Mal schauen.


    Hallo,
    Ich habe mir auch ein ipad für Partituren gekauft, vor allen Dingen damit ich bei Kammermusikproben nicht immer alle Partituren mitschleppen muss. Die Grösse des Displays ist natürlich grenzwertig, ich warte da noch auf ein XXL-Ipad.Für Kammermusikpartituren gehts, bei Orchesterwerken kann man das eher vergessen. Was den Preis betrifft: Wenn man nicht das allerneueste Modell kauft ist ein ipad nicht umbedingt so teuer und ist ein tolles zuverlässiges Gerät, mit dem man einiges machen kann. Für das ipad gibt es das kostenlose app songbook mit dem sich pdfs aber auch Finale und Sibeliusdateien als xml importieren lassen und auch abspielen lassen (natürlich nicht die pdfs)
    Es gibt auch einen Fussschalter den man per bluetooth (also kabellos) ans ipad anschliessen kann, was natürlich sehr praktisch ist, wenn man direkt vom ipad musizieren will.
    Gruss


    Syrinx