Beiträge von Paula Fleming

    8| Na, lieber nicht, man muss den Menschen ja nicht zu nahe treten. An und für sich ist es ja auch nicht schlimm, dass man sich dann eben Profis für den Schreibprozess holt; mir gefällt nur diese halbe Vertuschung nicht, die dann betrieben wird. Wie gesagt: Jede Kunst braucht ihre Könner, Literatur wie Musik, und bei der Literatur wird das doch allzu gerne unter den Teppich gekehrt.

    Aber ich wünsche Dir natürlich viel Spaß bei der Lektüre! "Kunst" ist ja auch Geschmackssache. Grins2

    Sorry, ich kenne mich diesbezüglich aus ... was meinst Du, warum ein zweiter Name auf dem Cover steht? Und hinter all dem steht ja noch ein Verlag mit Lektorat. Mittelmäßige Autoren kriegen im Verlag ein extremes Lektorat. Wer bereits einen zweiten Namen auf dem Cover stehen hat, hat am Buch selber nicht viel geschrieben. Finde eher schlimm, wie Schreiben und Literatur durch solche Maschen zur 'Nebenbeikunst' herabgewürdigt werden. Ach, professioneller Musiker, na, kein Problem, schreibe ich mal nebenher meine Autobiographie. Literatur ist nicht weniger Kunst als Musik und selbst so etwas stilitisch schlichtes wie die Mayer-Biographie schreibt sich nicht am Küchentisch herunter. Dass dahinter ein Wissen um erzählerische Strategien steht, das eben von erfahrenen Personen (Co-Autorin, Lektorat) kommt, liest man schon in den ersten Sätzen!

    Die Co-Autorin Heidi Friedrich wirbt ja sogar auf ihrer Website mit Ghostwriting. In so einem Falle wie Mayers ist "Co-Autorschaft" dann eine Verharmlosung, weil man eben mit der Authentizität des Geschriebenen punkten will, indem man Mayer als Erstautor aufs Cover setzt ... Natürlich ist er in den Produktionsprozess (anders kann ich das nennen) eingebunden gewesen, hat sich mit der Autorin unterhalten, vielleicht ein paar Seiten geschrieben, hat das Manuskript freigegeben (ist rechtlich notwendig, steht ja sein Name drauf). Aber faktisch ist sie die Autorin und er der "Co-Autor".

    Der Große Albrecht hat rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft seine Biografie herausgegeben, "Klangwunder" heißt das Büchlein und ich habe es elektronisch gelesen.

    Oh Gott, wie schrecklich ... ich habe zum Glück bisher nicht mitbekommen, wie er 'zur Oboe gekommen' ist, das interessiert mich auch nicht. Habe übrigens als Kind auch gestottert. Kann ich mich jetzt bei den Philharmonikern einklagen? Hm, wäre vielleicht etwas zu forsch. Ich könnte eine Marketingstrategie vorlegen, wie man all die Schicksalsschläge meines Lebens ausschlachtet.

    Als "Autobiographie" kann man so etwas doch nicht ernst nehmen, es ist natürlich von anderer Feder geschrieben (steht ja sogar auf dem Cover), der gute Mann hat einfach ein paar Interviews gegeben und vielleicht auch ein paar Fragmente vorgelegt, die von der eigentlichen Autorin dann in eine lesbare Form gebracht wurden. Natürlich nur Hauptsätze, suggestive Ein-Wort-Sätze, so dass es ein möglichst breites Publikum aller Bildungsschichten anspricht. Das ist nicht mal literarischer Stil, es ist reines Marketing, purer Kitsch.

    Erinnert mich ein bisschen an Stories wie James Rhodes, der für einen kleinen Hype gesorgt hat nicht, weil er so brillant auf dem Piano wäre (ist er nicht), sondern weil er eine so tragische Biographie zu erzählen hat. Finde es äußerst schwach, wenn Typen wie Mayer, der es eben NICHT nötig hat, mangelndes Können durch tragische Geschichten zu vertuschen, solche Bücher vorlegen.

    Aber es ist vermutlich auch dem Zeitgeist geschuldet; (Selbst-)Vermarktung auf Social Media etc. pp gehört eben dazu, wenn man von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen werden will. Vielleicht bringt es der Musik mehr Aufmerksamkeit? Ich würde es gerne glauben, muss aber gestehen, dass ich eher vermute, dass diese Biographisierung einer Kunst jenseits einer temporären Aufmerksamkeit rein gar nichts zur Popularisierung klassischer Musik beiträgt. Die Leute heulen ein paar Stunden lang über James Rhodes ach so gequälten Interpretationen oder gehen jetzt einmal in ein Mayer-Konzert, um danach unter einem Youtube-Video zu posten, dass man den härtesten Schicksalsschlägen durch den Glauben an die göttliche Musik widerstehen könne etc. - und das war's ... back to Helene Fischer.

    Eine Art Gehbock für Oboisten ...

    Das Video ist ganz schön abschreckend; es wird viel über Einstellungsmöglichkeiten geredet (noch so ein Teil, an dem man ewig rumschrauben muss, bis es 'sitzt'!), kein Wort über Wirken und Nutzen. Auch die Internetseiten des Herstellers macht mich nicht viel schlauer, wie die aufgeführten Trainiungseffekte konkret erzielt werden sollen. Für mich klingt es vor allem so, als wäre das spielen auf dem Trainer leichter, klangvoller, kontrollierter etc., ich frage mich aber, ob/wann man ihn dann auch wieder weglassen kann. Also, ist es wirklich nur ein Gehgestell oder eine Art Stützreifen, mit denen man Fahrradfahren lernen und die man dann auch irgendwann wegschmeißen kann?

    Immerhin gibt's auch Leute, die darauf konzertieren:

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    Wäre ja lustig mal auszuprobieren, wäre mir aber ein zu teures Experiment (und sieht blöd aus).

    wiederspricht sich das jetzt nicht?

    Meines Erachtens widerspricht sich das nicht. Meine Zunge ist auch schon "weiter nach vorne gewandert", wie ich es mal nennen möchte, ich mache den "Stoß" also nicht hart hinten in der Kehle (wie beim K), sondern die Zunge schlägt an den Gaumen. Angefangen habe ich aber mit dem harten K. Erstmal muss es schaffen, irgendwie mit einem Konsonant, sei es K oder G, den Luftstrom zu unterbrechen. Da sollte man, würde ich meinen, am Anfang nicht zu genau sein, Hauptsache ist, dass man irgendwie mit der hinteren Zunge den Luftstrom unterbricht. Das muss man ja erstmal rauskriegen. Wenn das klappt, wird die Zunge mit der Übung auch von selbst immer lockerer, wenn man bewusst versucht, weniger hart zu stoßen, muss die Zunge zwangsläufig "nach vorne wandern" und der Zungenstoß von Bernd wäre dann eben das angestrebte Ziel.

    Mein Gaumenstoß ist auch schon ein G, kann und muss aber natürlich noch viel weicher werden. Ich merke auch schon, dass das Ziel ist, dass der Weg zwischen beiden Stößen, vorne hinten, am Ende so kurz wie möglich ist, das wäre bei G/L ja der Fall. Kann mir sehr gut vorstellen, was Du, Bernd, mit dem "vertikalen Auf und Ab" meinst, muss toll sein, wenn man einmal dahin gekommen ist!

    Ich spiele ja mittlerweile auch Doppelzunge Grins2 , auch wenn die Koordination mit den Fingerchen natürlich noch trainiert werden muss (hab erst vor ein paar Monaten angefangen). Nach meinem Empfinden ist es wie bei der Permanentatmung: Stur üben, auch wenn man sich bescheuert vorkommt und üble Töne produziert (ging bei der Doppelzunge bei mir wesentlich schneller als mit der Permanentatmung). Ich hab den Gaumenstoß zuerst ziemlich hart gemacht (weil's leichter für mich war), kommt mir aber auch nicht so schwer vor, das dann später zu korrigieren. Wie bei der Permanentatmung muss man erstmal dranbleiben, bis man "den Dreh" raushat, und dann kann noch viel feinjustiert werden. Kann man dann natürlich gut mit Staccatoetüden üben, die helfen mir zumindest, jetzt auch die Ausdauer und Gleichmäßigkeit reinzubringen.

    Ich nehme auch Wäscheklammern, was soll man denn sonst machen? Eine Chemikalie draufsprühen, damit die Oder fischfrei bleibt?

    Nur greife ich nicht gerne zur Wäscheklammer und warte (ich kanns mir ja leisten) im Zweifelsfall erstmal ab, denn ich hab immer Angst, platte Rohre zu produzieren ... Spannung wegnehmen kann man ja, aber Spannung wiederherstellen?

    Habe gerade ein Rohr, das eigentlich von Anfang an mies war, weil zu wenig Spannung. Aber in den schwülheißen Sommertagen bekommt es den richtigen Stand, funktioniert sehr schön, gibt einen weichen Ton (wäre sicher gut für ne Fernostreise geeignet), jetzt freue ich mich auf Tage mit 99% Luftfeuchtigkeit und drückender Hitze ... Grins1

    Speziell Oboe? Ich würde die sogar mitnehmen

    Was soll man denn in einer Augenklinik zu einem Oboenmodell sagen? So spezialisiert kann eine Ärztin doch gar nicht sein. Ich würde mit der Info im Hinterkopf eher nochmal versuchen, Rat von einem Oboisten einzuholen, was eine Verbesserung der Atmung angeht oder so ...


    P.S.: Aber trotzdem nen Termin machen, kann natürlich nicht schaden, und gibt zusätzlich Sicherheit, ob man bedenkenlos jetzt für die nächsten Jahre (!) so weiterspielen kann wie bisher. Also, wieder zu spielen würde ich mich jetzt auch getrauen, aber wenn man Dir eine Untersuchung bei den Megaspezialisten anbietet, wieso ausschlagen? Kann Dich ja nur klüger machen.

    Ja, hab erst vor ein paar Wochen ein Bier in ihrer Gesellschaft getrunken. So klein ist die Welt. Sie ist Vertrauensdozentin von meinem Stipendiengeber. Ich kenn sie zwar nur flüchtig, aber in ihre Hände würde ich mich jederzeit begeben. ;) Eine sehr zugewandte Frau, die sicher nicht von ungefähr auf ihren Direktorinnenposten sitzt.

    Ich würde jetzt Smileys aneinanderreihen, wenn es welche gäbe, die meine Mitfreude für Dich zum Ausdruck bringen. Aber angesichts dieser Botschaft kommen mir alle hüpfenden und klatschenden Lachmännchen unangemessen zurückhaltend vor ... Was für eine schöne Nachricht! Herzlichen Glückwunsch! Pack die Oboe aus, achte gut auf Deinen Blutdruck, und wenn Du mal unsicher werden solltest, kommste halt doch noch mal hoch.

    (Kannst ja auch mal testen, ob Dein Blutdruck durch's Oboespielen sinkt, dann wäre es ja geradezu indiziert ...)


    (War das Frau Joussen?)

    An so einen Kompromiss dachte ich auch ... und deswegen ran an die Experten! Denn Deine Angst ums Augenlicht ist natürlich auch mehr als verständlich und derzeit absolut vernünftig und eine eigene Lösung würde ich mir jetzt auch nicht ausdenken. Ich hoffe, Du kommst in die besten Hände!

    ... allein schon, weil es vermutlich guttut, mit einem "richtigen", auf Musik spezialisierten Experten zu reden, ganz gleich wie es ausgeht. Wenn schon ein Einschnitt im Leben verlangt wird, sollte man sich den Rat und die Begründung dazu von möglichst hoher Stelle holen, dann kann man am ehesten damit leben - oder bestenfalls noch Kompromisse aushandeln.

    Allegro, ich habe mich so erschreckt, als ich Deinen Post gelesen habe - und ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll, weil jede "Aufmunterung" jetzt ohnehin ins Leere gehen würde.

    Ich denke jedenfalls an Dich und es tut mir wahnsinnig leid, dass Du diese Nachricht bekommen hast. Es ist eine ganz große Scheiße, fertig. Das muss man erstmal so akzeptieren und sich die Trauer erlauben. Also, ich denke an Dich.

    Es ist ohnehin ein fragwürdiges Vokabular, dessen sich der Autor bedient. Ich finde es immer seltsam, zu lesen oder zu hören, man "presse" die Luft durchs Rohr. Stimmt vielleicht physikalisch, stimmt vielleicht im Vergleich mit anderen Blasinstrumenten, vermittelt Laien aber einen völlig falschen Eindruck vom Spielgefühl. Oboe spielen ist eben keine bewusste Folter am eigenen Körper, aber diese Annahme entsteht natürlich, wenn man einen Oboisten mit hervortretenden Stirnäderchen sieht und der Journalist einem dann noch erzählt, der Künstler müsse gerade pressen wie die Heilige Jungfrau bei Christi Geburt ...