Beiträge von teleton

    RE: Melartin-Sinfonien

    Die Sinfonien besitze ich schon sehr lange, habe sie damals auf Empfehlung eines sehr profunden Verkäufers der Saturn Bornheim erworben.

    Der Saturn in Bornheim (SU) stellt sich sowas Rares in's Regal? Bemerkenswert...

    :cincinbier:

    :!: Der "Saturn" in Bornheim (

    SU) im SUTI-Center ist aber der MEDIA MARKT ! (Ich wohne ca. 6km von dort entfernt !)


    Die Melartin-Sinfonien (insbesondere die Sechste) schätze ich auch. Ich kann Dir, Maurice aber zustimmen, dass ich mir die GA auch insgesamt etwas druckvoller mit mehr Temprament vorstellen könnte.

    :alter1: Aber wie Wolfgang schon sagte: Gut dass wir diese überhaupt auf CD mit Grin zur Verfügung haben ... und so schlecht fand ich die ONDINE- Box klangtechnisch gar nicht ...

    Hallo Frank,


    kein Zweifel, dass Du an dieser Box viel Freude haben wirst. Viel Hörspass damit !

    Für mich käme der Kauf nicht in Frage, weil ich alles was mich daraus interessiert bereits auf den entsprechenden SONY-Einzel-CD-Ausgaben habe.


    Es sind so viele herausragende Interpretationen dabei, wenn man alleine an Beethoven, Brahms, Schumann denkt.

    Aber für mich persönlich haben die Aufnahmen der Kodaly: Harry-Janos-Suite sowie das Barber: Klavierkonzert eine ganz besondere Bedeutung ...

    ;) denk mal an teleton, wenn Du die hörst ... Grins1

    *** Vielen Dank für Deine Ausführungen zu diesem denkwürdigen und in der Tat traurigen Konzert mit Belkin / Bernstein vom 24.04.1975, die zum Nachdenken anregen ......


    Was die Oistrach / Ormandy - Aufnahme (CBS) angeht, so ist das nicht nur meine Erste überhaupt, sondern auch die. die mich bis heute geprägt hat und die ich absolut favorisiere.

    Zitat

    Wenn man nur eine Aufnahme dieses Konzerts anschaffen möchte, dann - würde ich sagen - muss es diese sein.

    :!:Meine Vorliebe bezieht sich allerdings, wie ich gerade feststelle, auf die Oistrach / Ormandy - Aufnahme von CBS P1974 C1988 (CD-Angaben) und nicht die von Dir abgebildete von 1959.


    Ormandy sehe ich überhaupt als einen "spiritus rector" für das Tschaikowsky VC ... orchestral einfach Klasse. :saint: Oistrach dann als Solist eine absolute Wunschkonfiguration.

    Seit Beitrag 32 (ich berichtete dort) gehört aber auch die packende Aufnahme mit Izhak Perlman / Oistrach (EMI, 1979) zu den hochgeschätzten, die ich erst letzte Woche auf DVD kennenlernte.


    Ich habe in der Tschaikowsky - Ormandy - 12CD-Box auch die Aufnahme mit Isaac Stern / Ormandy (SONY, 03/1958).

    Issac Stern schätze ich sehr, aber hier kommt mir der Tonfall etwas zu konservativ wirkend rüber; Oistrach finde ich einfach ideal.


    Meine CBS-CD mit Oistrach aus meinen Anfängen der CD-Phase sieht so aus:

    Meine positiven Worte gelten auch für das Sibelius - VC.


    CBS, 1974, AAD

    In der Tat bedankt sich Belkin am Ende nicht bei Bernstein. Ich glaube aber nicht, dass Belkin mit Bernstein nicht zufrieden war. Es sieht mir eher so aus, als wusste er nicht, dass man sich danach beim Dirigenten bedanken sollte.

    Ja, das kann natürlich möglich sein, da Belkin sein Debüt mit den New Yorker PH hatte ... es steckte wohl noch der Schrecken der Emigration in ihm ...

    Was meinst Du, Rosamunde mit: "Wo ist die Musik ?"


    Hier eine andere Äusserung dazu:

    Zitat

    Boris Belkins Debüt mit dem New York Philharmonic 1975 ist hier dokumentiert. Unter der Leitung von Leonard Bernstein spielt er Tschaikowskys Violinkonzert. Er tut es virtuos und gefühlvoll zugleich! Ein Rätsel bleibt freilich, dass sich Dirigent und Solist am Ende des Konzerts nicht einmal die Hand geben. Bernstein applaudiert zwar artig dem Solisten, dieser ignoriert aber den Dirigenten komplett, verneigt sich nur kurz, macht einen ziemlich arroganten Eindruck und verschwindet relativ schnell, um dann noch einmal allein für den Applaus vor das Publikum zu treten. Was der Anlass für dieses sonderbare Verhalten war, wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Die DVD ist jedoch in jeder Weise hörens- und sehenswert.

    :!: Besonders den letzten Satz kann ich nur DICK unterstreichen,


    denn dieses Konzert mit dem VC ist eine ganz aussergewöhnliche Leistung aller Beteiligter. Ich würde sie zu den 10 besten Aufnahmen des VC zählen.

    Was meinst Du mit: Wo ist die Musik ?


    Nebenbei sei noch erwähnt: Auch die Sinfonie Nr.4 mit Bernstein auf dieser DVD ist der absolute Hammer schlechthin.

    Dort macht er auch nicht den Fehler, das Tempo so breit auszuwalzen, wie in seiner späteren DG-Aufnahme auch mit den New Yorker PH (DG, 1989, DDD) ... aber egal welche, mehr Emotion und Ausdruckskraft ist wohl kaum möglich. :verbeugung1:

    Das geht sogar über meine bisherigen Lieblingsaufnahmen mit Swetlanow und Solti hinaus ... kurzum: :spock1: der Wahnsinn.

    Perlman - Belkin - Trejakov auf DVD


    Es haben sich in den letzten Monaten bei mir drei DVD-Konzerte mit dem Tschaikowsky - VC eingefunden, die ich zunächst nur wegen der Kopplung mit den Sinfonien Nr. 4 und 5 gekauft hatte.

    Aber der Vergleich mit dem VC ist ebenfalls hochinteressant:


    Alle Drei spielen das Tschaikowsky - VC im Prinzip ganz toll mit Gefühl und Emotion ... keine Frage. Schon die Tatsache , dass man so ein Konzert als Solist auswendig spielen kann, hat bei mir ganz grosse Anerkennung für diese wirkliche Leistung und müsste viel besser bezahlt werden (als zBsp die =O Fussballheinis, die für das Balltreten Millionen kassieren).


    1. Victor Tretjakow / Moskauer RSO / Vladimir Fedossejev (ARTHAUS MUSIK, 1991, DVD DTS 5.1)

    Man sollte meinen, dass die Russen die TOP-Int mit russischem Temprament hinlegen. Fedossejew mit seinem Orchester LIVE aus der Alten Oper Frankfurter ist ja soweit OK, aber bei Tretjakov vermisse ich doch einiges an Temprament und Ausdruckskraft. Nicht schlecht, aber weit hinter den beiden Folgenden zurück ...


    2. Itzhak Perlman / Philadelphia Orchestra / Eugene Ormandy (EUROARTS, 1979, DVD DTS 5.1)

    :saint: Was für Emotionen von beiden Seiten; sowohl solistisch wie auch orchestral mit Ormandy.

    Eine referenzwürdige Int, die sich mit den Besten (Oistrach, Heifetz) messen kann. Nach dem Finale ist man gebügelt und muss diese Virtuosität erst mal sacken lassen. Megaklasse :hail:

    Mein Favorit auf DVD !


    3. Boris Belkin / New Yorker PH/ Leonard Bernstein (DG, 1975, DVD DTS 5.1)

    Man hört von Belkin heutzutage eigentlich wenig. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1975, als Boris Belkin zusammen mit Mstislav Rostropowitsch aus der UDSSR immigriert ist; u der Avery Fisher Hall, New York vom 24.April 1975.

    Belkin spiel hochvirtuos und wird von Bernstein einem emotionalen Orchestersatz mit unglaublicher Intensität unterstützt, der alle Sprachen spricht - höchste Begeisterung. Solist und Orchester gehen absolut perfekt zusammen. Bernstein kennt die Partitur genaustens und dirigiert ohne Partitur. Bernstein auch hier als ganz phänomenaler Tschaikowsky - Dirigent. Ganz grosses Konzert mit tosendem Applaus.

    :!: Was seltsam anmutet: Dass Belkin nach dem Konzert dem Dirigenten Bernstein nicht die Hand gibt (oder eine Umarmung nach diesem gelungenen Konzert statt findet). Belkin verlässt nach dem Applaus den Saal und kommt noch einmal alleine wieder. Bernstein klatscht später lange Beifall; Belkin würdigt Bernstein keines Blickes ... das wars. Seltsam ! :!:

    :?: Weis jemand, warum Belkin so reagiert ? Hat er Bernsteins Emotionen nicht geteilt und wollte es orchestral softer haben ? Oder ist seine Trauer sein Heimatland verlassen zu haben so ausgeprägt ?


    ARTHAUS MUSIK, 1991, DVD DTS 5.1


    EUROARTS, 1979, DVD DTS 5.1


    DG, 1975, DVD DTS 5.1

    Ich lasse es dahingestellt, ob das nun wirklich alles so stimmt, aber die Widmung der Sinfonia an seine Eltern ist doch ein deutliches Indiz, dass er unabhängig von der japanischen Anfrage und vor der Beauftragung dann dieses Stück für seine Eltern anfing.

    JA, ich glaube auch dass der Kompositionsauftrag, oder die Japanische Anfrage dazu, eher der erste Anlass war die Sinfonia anzufangen. Die Ereignisse haben Britten aber umgestimmt, keine Festmusik in dem Sinne abzuliefern und das Werk seinen Eltern zu widmen.

    Zitat

    Nach dem düsteren Beginn der Sinfonie, der seine Hörerinnen und Hörer in die Dunkelheit hinab zu ziehen scheint, und nach dem gespenstischen Tanz des Dies Irae, scheint im Finale eine zarte Hoffnung auf: die Hoffnung auf Trost und ein besseres Leben nach dem Tod. Damit hat Benjamin Britten auch seiner in den Jahren 1934 und 1937 verstorbenen Eltern gedacht, denen das Stück gewidmet ist.

    :top: Egal wie, ich würde Kunst und Politik auch nicht zu sehr vermengen.

    Ihm ist damit eines seiner besten sinfonischen Werke geglückt, das zu seinen Hauptwerken gezählt wird.


    Heute habe ich mit die Aufnahmen mit Mirga Grazynte-Tyla (DG, 2020) und Barbirolli / CGBO (Testament, 1969) angehört, die mir noch unbekannt waren.

    Sehr schöne Int von Mirga Grazynte-Tyla, die mMn aber etwas zart empfunden, fast zu schön und die unbarmherzige Durchschlagskraft des 2.Satzes so unmittelbar rüber bringt,

    wie zBp Britten himself mit dem LSO (Decca, 1963) oder auch ausdrucksstark mit Barbirolli / CGBO (Testament, 1969).

    Dann hör Dir diese mal an, lieber musiclover,


    denn gerade dieses Werk schreit geradezu nach einer guten Klangtechnik, bei dem es seine Wirkung richtig entfalten kann.

    Ich glaube: Nach Deinem höchstinformativen neuen Thread zur Sinfonia da Requiem wird sie Dir am Ende doch noch gefallen ...

    Hallo Thomas,


    ich finde Du interpretierst mit Deinen Fragen (im mittleren Absatz) mehr hinein als Prokofieff wirklich im Sinne hatte.

    Prokofjew selbst hat sich wie folgt geäußert: „Wenn Haydn heute noch lebte, dachte ich, würde er seine Art zu schreiben beibehalten und dabei einiges vom Neuen übernehmen. Solch eine Sinfonie wollte ich schreiben – eine Sinfonie im klassischen Stil.“

    Damit ist doch das wesentliche gesagt !

    Ich habe die Symphony Classique noch nie als Witz-Sinfonie aufgefasst, sondern als ein nettes, gut gelauntes und positives Werk, das mir immer Freude bereitet.


    Mit den Jahren haben sich ja bei mir, nicht nur in GA, sehr gute Aufnahmen angesammelt.

    Angefangen mit Karajan (DG) über Weller (Decca), Kitaenko (Melodiya), Neeme Järvi (Chandos), Solti (Decca), Marriner (Capriccio) habe ich letztes Jahr einen Neuzugang, der mich sogar richtig aufgerüttelt hat:

    Ashkenazy / LSO (Decca, 1974)

    Nicht nur, dass er eine richtig gut durchhörbare Aufnahme liefert, ist er auch deutlich rauer ... vielleicht um die Modernität, die Prokofieff gegenüber Haydn doch ins Spiel brachte, stärkerem Ausdruck zu verleihen. 8) :thumbup: Mit gefällt dieser Ansatz unglaublich gut. Als Bonbon sind auch alle Paukenstellen sehr präsent.


    - Abb funktioniert nicht mit B000068QRW

    London SO, Cleveland Orchestra, CGBO Amsterdam,

    Decca, 1974 - 1993, ADD/DDD


    Nebenbei gesagt, sind haben die weit späteren digitalen Aufnahmen mit dem Cleveland Orchestra von der Sinfonie Nr 6 und 7 einen ganz anderen Interpetationsansatz (als die ausgezeicheneten Sinfonien Nr. 1 und 5 auf der Doppel-CD), den ich als viel zu weich und undifferenziert bezeichnen würde; da fehlen mir alle ecken und Kanten - das ist mir zu sehr auf Schönklang abgestellt ... man höre wie fein Walter Weller (Decca) die Nr. 6 und 7 realisiert hatte ...

    *** bei Weller ist die Sinfonie Nr.1 eine gute runde Sache, aber wirkt gegen Ashkenazy fast konservativ.

    Lieber teleton,

    ich habe dem Forum einen Thread über dieses Britten-Werk versprochen - ohne dass ich mich selbst groß daran beteiligen werde. Aber wenn Du Fan dieser Komposition bist, dann ist ja rege Beteiligung an diesem Thread gesichert!

    Lieber musiclover,


    ich habe im allgemeinen Thread über Britten bereits über die Jahre mehrfach über die Sinfonia immer wieder geschrieben.

    Aber ein separater Thread wäre bei dem Hauptwerk Briiten natürlich auch angebracht.

    Mit dem Beitrag war ich noch nicht fertig, da hattest Du mich schon zitiert.


    JA, Deine gewählte Abb ist die dritte CD-Version von VIRGIN mit den Britten - Werken:

    Sinfonia da Requiem

    Vier Seebilder

    Orchesterführer für junge Leute

    Was haltet ihr von Brittens Sinfonia da Requiem ?


    Für mich gehört die Sinfonia da Requiem zu den 10 besten und packensten Werken des 20.Jhd.

    Ich bin so begeistert von der Sinfonie, das ich nach Brittens eigener Aufnahme mit dem LSO (Decca) so ziemlich alle Namhaften auf CD angeschafft habe ... ich bin jedesmal ergriffen von diesem Wahnsinn !


    Gut - sehr gut sind Beford (NAXOS), Rattle (EMI), Fredman (NAXOS), Marriner (Capriccio), Previn (EMI)


    :thumbup: Neben Britten eigener gehören Kubelik (Testament) und Libor Pesek (Virgin) zu den absolut packensten Aufnahmen:

    Kubelik habe ich derzeit leider nur als YT-Download. Leider ist die CD des Labels TESTAMENT zur Zeit nicht verfügbar und auffindbar.


    - liegt bei VIRGIN in mind drei Coverversionen vor

    VIRGIN Classics, DDD


    Auf dieser Decca-CD sind Brittens beide Sinfonien in Brittens eigenen Aufnahmen vereinigt. Die Cello-Sinfonie (mit Rostropowitsch) ist auch sehr hörenswert und für mich ebenfalls der Hammer. Rostropowitsch war mit Britten befreundet.

    Decca, 1963, ADD


    Heute sehe ich bei der Suche, dass auch Roshdestwensky mit dem BBC PO eine Aufnahme vorgelegt hatte ...

    Britten - Sinfonia da Requiem

    Eine schöne CD, von der mir nur - wie üblich - die Sinfonia da Requiem missfällt. Ich mag diese Komposition einfach nicht. Sie ist längst aus meiner Sammlung geflogen, nun ist sie wieder drin, weil ich sie mit dem Erwerb dieser SWR-CD leider "mitkaufen musste".

    Hallo musiclover,


    da bin ich aber schwer verwundert, warum Dir das Werk so missfällt ???

    Da geht unser Geschmack in diesem Fall wohl weit auseinander.

    Bei mir ist es genau umgekehrt:

    Für mich gehört die Sinfonia da Requiem zu den 10 besten und packensten Werken des 20.Jhd.

    Ich bin so begeistert von der Sinfonie, das ich nach Brittens eigener Aufnahme mit dem LSO (Decca) so ziemlich alle Namhaften auf CD angeschafft habe ... ich bin jedesmal ergriffen von diesem Wahnsinn !


    Neben Britten eigener gehören Kubelik und Libor Pesek zu den absolut packensten Aufnahmen:

    (Kubelik habe ich derzeit leider nur als YT-Download)


    VIRGIN Classics, DDD

    Danke für die Info, Lionel !


    Da mir die Everest-Aufnahme der Sinfonie Nr.4 mit Steinberg (Abb drei Beiträge höher von Frank) nicht nur sehr gut gefallen, sondern die empfinde ich als als eine besten Aufnahmen, muss ich mir die DG-3CD - Box aller Brahms-Sinfonien unbedingt zulegen. Obwohl ich mit Brahms bestens ausgelastet bin ...

    Die Tragische Ouvertüre ist ja mit Steini auch dabei.


    Seine Beethoven - Sinfonien -GA hatte ich mir nach Erscheinen auch zugelegt - sehr fein - trotzdem eine Int die aber letztendlich nicht so viel Neues zu sagen hat, wie ich erwartet hatte !

    Szell ist eine meine Lieblingsaufnahmen der Brahms 3. Wenn ich gehört habe, denke ich immer: "Man, ist das ne Interpretation !"

    Ich habe auf CD nur die normale SONY-Ausgabe und nicht die SACD. Ich finde die Klangqualität der CD-Version gar nicht schlecht, sonden angemessn für das AD.

    Ist die SACD um so viel besser ???

    8) Das auch Szell, die Wdh im esten Satz weg lässt stört mich ganz und gar nicht.


    Auch bei der Sinfonie Nr.2 finde ich das weglassen der Expositionswiederholung im 1.Satz voll OK .. so machen es sehr viel namhafte Dirigenten: Szell, Bernstein - New York, Karajan, Levine, Ormandy ...

    Daraus wird klar, dass es so etwas wie einen "Labelklang" heutzutage gar nicht mehr geben kann

    Logisch. Ich hatte ja geschrieben, dass der Label-Sound heute wegen der ungleich besseren technischen Ausstattung mehr und mehr verschwimmt und heutzutage nicht mehr vorhanden ist.


    :!: Aber nicht nur ich, sondern alle Klassikfreunde haben eben nicht nur Neuaufnahmen, sondern gerade die Geschätzten, mit den "grossen Alten" ...

    :alte1: folglich ist der Labelklang auf den CDs präsent wie eh und je !

    Der Klang von den Bax-Sinfonien mit Lloyd-Jones (NAXOS, 1995 - 2002) ist ja auch gut und ich bin inzwischen froh diese schöne GA zu haben.

    ;) Aber der typische NAXOS-Sound ist dort auch noch nicht ausgemerzt !

    Tripelkonzert mit Dudamel


    Lieber musiclover,


    in den letzten Monaten / Jahren lege ich mir eine ganze Menge Klassikkonzerte auf DVD / BluRay zu, da ich das Konzertgeschehen sehr gerne mit Bild geniesse. Die Emotionen der Dirigenten und Solisten auch optisch zu sehen, ist schon was ganz feines.

    Hinzu kommt die meist bessere Klangqualität der DVD / BluRay in DTS 5.1 und Dolby Atmos ... ;) Grins1 ja, das ist weit von MONO entfernt ...


    Ich habe vor kurzer Zeit noch eine neue Aufnahme von den Salzburger Festspielen (auf DVD) angeschafft, die ich eigentlich in erster Linie wegen Mussorgskys Bilder einer Ausstellung gekauft hatte ... aber das Tripelkonzert auf dieser DVD mit dem geschätzten Gustavo Dudamel hat mich vom Hocker gehauen.


    So ein richtig grosser Liebhaber des Tripelkonzertes war ich ja nie ... meine erste Aufnahmen war natürlich die mit Karajan und den 3 russischen TOP-Solisten (EMI), dann auch die mit Szell (EMI) und dann kam zufällig (wegen des KK 5 auf der CD) die Aufnahme mit Szell / Rose, Istomin, Stern (SONY) dazu, die mir besser als die Vorgenannten gefiel..


    :thumbup: Der Kauf hat mehr als gelohnt, denn auch das Tripelkonzert ist mal eine richtig spannende Aufnahme, die alle Konventionen über den Haufen wirft.

    Die Solisten Marta Argerich, Renaud Capucon, Gautier Capucon entfachen ein magisches jugendlich ungestümes und schwungvolles Bild, zugleich aber "feine, lebendige Nuancierungen von Phrasierungen und Dynamic". Dazu Gustavo Dudamel, der sein Simon Bolivar SO of Venezuela nach Salzburg mitgebracht hat. Er zeigt, dass er nicht nur ein ausserordentliches Talent (und Temprament) zum Anfeuern, sondern auch zum Mitgestalten und Begleiten besitzt.

    Eine fantastisches Konzert der Salzburger Festspiele vom August 2008, das alle Sprachen spricht, unheimlich Hörspass und Hörfreude macht.

    Auch der Mussorgsky kann sich mit den allerbesten Aufnahmen von den Bildern (Solti (Decca)) messen und hat power ohne Ende !

    Die Zugabe Ginasteras Estancia - Final Tanz ist ohnehin ein Fest für die Venezuelanischen Musiker ... ein Wahnsinn der Freude und Musikalität !

    Klangtechnisch ein Fest in DTS 5.1 !!!


    B001TN0V7O

    DG, 2008, DTS 5.1

    Hallo Maurice,


    Die Villa-Lobos Naxos Box, die die 6 Einzel-CDs enthält habe ich auch seit 2 Tagen vorliegen. Diese als Ergänzung zu meiner Sinfonien -GA mit Carl St.Clair (cpo).


    Bei Naxos ist auch die Tondichtung Uirpuru enthalten, die mir sehr gut gefällt ... das Stück war für mich Neuland.

    Uirpuru war ja auch auf der CD mit Mata, die Du vor wenigen Tagen empfohlen hattest.

    Hier auf Naxos mit Karabtchevsy ist das auch eine Top-Aufnahme, sodass ich auf den Mata verzichten werde, zumal ich mit Ginasteras Estancia mehrfach sehr gut bedient bin.


    :!: Aber nun zum Unterschied bei den Lobos - Sinfonien zwischen Naxos und cpo, den ich bisher feststellen konnte.

    Habe heute die Si fonie Nr.1 und heute die Kriegssinfonien Nr. 3 und 4 gehört .. NAXOS .. recht dicke volumige Orchesterabbildung.

    Die cpo - Aufnahmen klingen deutlich differenzierter, detailreicher mit Übersicht. St.Clair gibt den Stücken auch mehr Profil und Kontraste ... sein dramatischeres Auftreten wirkt auf mich packender.

    :| Ich hatte das ja genau umgekehrt vermutet ... dass die Brasilianer noch mehr Feuer und Temprament einbringen, als das SWR RSO Stuttgart ... bisher muss ich das Gegenteil fetstellen.

    Ohne Vergleich sind die Aufnahmen mit dem Sao Paulo PO aber auch Klasse.


    Bisher habe ich ja noch nicht sehr viel aus der NAXOS -Box gehört ... aber meine Tendenz geht dahin die cpo Aufnahmen vorzuziehen.

    Es ist verrückt, aber durch die Klassikforn wird man immer wieder zu neuen Beethoven - GA angeregt ... aber es macht ja auch Freude diese Meisterwerke zu hören.


    2021 hat die GA mit Jukka - Pekka Saraste mit dem WDR SO Köln zu mir gefunden.

    Ich hatte davon 2 Sinfonien (Nr. 1 und 2) im TV gesehen und war da schon begeistert. Die GA musste irgendwann her ...


    Saraste, den ich früher eher mit seinem alten recht abgeklärten und viel zu spannungslos braven Sibelius - Zyklus auf dem Schirm hatte, ist heute ungleich "reifer" geworden und liefert einen Beethoven, der es absolut in sich hat; mit Pepp und Klasse. Dazu hat er das ausgezeichnete Köln RSO (wie es früher hieß) zur Verfügung und die TOP-Akustik der Kölner Philharmonie. Das Klangbild ist äusserst prägnant und klar, ja - auch bei meinen geliebten Pauken.

    :!: Die Sinfonien Nr.1 und 5 würde ich aus dem Zyklus als die herausragensten Aufnahmen beurteilen.

    Die Tempi sind in der Sinfonie Nr.1 angenehm zügig, aber nicht gehetzt wie bei Chailly (der mir trotzdem gefällt) und liegen (bis auf den 2.Satz Andante cantabile) ziemlich auf dem gleichen Niveau, wie Szell.

    Spielzeiten Saraste = 9:15 - 7:34 - 3:29 - 5:46


    B07NMSK5ZM

    Hänssler, 2017 - 2018, DDD




    *** Habe mir danach auch Sarastes Brahms - Zyklus gekauft, der auch für sich allein gesehen nicht übel ist, aber angesichts der Konkurrenz doch nicht so umwerfend, wie meine Favoriten ...

    ausserdem wirkt der Klang bei Brahms etwas dicker nicht so wunderbar detailreich wie sein Beethoven.

    Ja, ich finde die Bax - Aufnahmen mit Lloyd - Jones ja auch klanglich trotz des spürbaren Naxos-Sounds nicht total schlecht, sondern soweit gut, aber nicht perfekt, wie aktuellere von Naxos ... legt doch nicht alles immer auf die Goldwaage mit dem Aufnahmedatum ...

    :| Der Nachteil ist nur, dass allgemein betrachtet die von der Interpretation nicht so begeisterungwürdigen Aufnahmen mit Handley (Chandos) besser und farbenreicher klingen, als die packenderen mit Lloyd - Jones (Naxos).

    Den gibt es allerdings gar nicht bzw. kann es nicht geben, denn die Aufnahmen entstehen an unterschiedlichsten Orten und sind als Projekte mit Freelance-Aufnahmeteams organisiert. Da sind unterschiedlichste Toningenieure am Werk.

    Hallo Frank,

    ich möchte Dir kurz erläutern, was ich unter NAXOS-Sound verstehe:

    Naxos wurde 1987 von dem Deutschen Klaus Heymann in Hongkong gegründet. Arbeitete Naxos in den 1980er Jahren vorwiegend mit osteuropäischen Sinfonieorchestern und wenig bekannten Dirigenten zusammen, um die Produktionskosten niedrig zu halten, so kamen seit den 1990er Jahren zunehmend amerikanische und britische Orchester wie das Bournemouth Symphony Orchestra oder Seattle Symphony und bekanntere Dirigenten wie Leonard Slatkin hinzu.

    :!: Die NAXOS-Aufnahmen aus den 80ern haben für mich den typischen NAXOS-Sound ... dazu gehören natürlich nicht die zahlreichen Aufnahmen, die NAXOS von anderen Produktionsfirmen (DACAPO, Chandos, übernommen hat. Es liegt nicht an den Tontechnikern, sondern an der damaligen technischen Ausstattung und der Positionierung der Mikrophone, sodass man feststellen kann, das neuere Aufnahmen in den 2000ern von bessere technischer Ausstattung profitieren, sodass der NAXOS-Sound von damals dann nicht mehr auftritt.

    Vergleiche doch mal eine NAXOS-Aufnahme der 80er mit einer Decca-CD (der Decca-Sound ist für mich das Klangideal) ! Der Unterschied ist in jedem Fall frapierend; zugunsten Decca. .


    8) Jedes Label hatte seinen spezifischen Klang, da alle bestimmte Aufnahmekriterien und unterschiedlich technische Ausstattungen haben, die bei keinem gleich sind.

    Der DG-Sound war zuerst in den 80ern recht spitz in den Streichern ...

    Der Chandos-Sound ist auch ziemlich typisch und eingrenzbar.

    Der EMI-Sound ist oft flach und kann nur selten mit Decca, DG mithalten - oft und dumpf und mulmig. Es gibt natürlich auch sehr positive Ausnahmen bei EMI !

    Der CBS-Sound wurde von mir immer sehr geschätzt (trotz der höheren Rauschfahne bei Analogaufnahmen), weil der Klang weniger mittenbetont ist und eher als Breitwandsound bezeichnet werden kann. (Das CBS von SONY übernommen wurde ist keine Neuigkeit ...) Insofern würde ich auch nicht von SONY-Sound sprechen.

    Der Mercury - Sound hatte schon Anfang der 60er Jahre Vorbildwirkung bis - es wurden 3 Kanäle verwendt; genau wie bei RCA-Living Stereo mit ihrem RCA-Sound.

    Grundsätzlich sehe ich die Naxos-Einspielungen von Bax als wunderbare Gegenantwort auf Handleys Sichtweise. Das kommt dem Hörer und Bax zugute.

    :thumbup: JA, das sehe ich seit wenigen Tagen auch so, denn Lloyd-Lones hat einfach mehr zu sagen, ist insgesamt dramatischer und gibt den Werken mehr Profil ... ich bin begeistert von den Aufnahmen der Sinfonien und den dort gekoppelten zahlreichen sinfonischen Kurzwerken.

    Den erwähnten NAXOS-Sound sehe ich bei den BAX-Aufnahmen, die alle aus den 80ern stammen gegeben ... das mit den zu weichen Pauken war nur ein Nebeneffekt, den ich ansprach und hat nichts mit dem eigentlichen NAXOS-Sound zu tun. Deine erwähnen Vermutungen bezüglich der Pauken könnten auch richtig sein.


    :alter1: Versteht mich nicht falsch. Ich schätze das Label NAXOS absolut hoch, schon wegen der Repertoirepolitik, die viele Komponisten enthält, die Andere gar nicht bieten. Ich hab ein grosse Menge von diesen Naxosen ... aber es geht kein Weg daran vorbei, das gerade die ersten Naxos-Aufnahmen der 80er nicht die ganz grossen technischen Perfektionismus haben, den ich als ;)  NAXOS-Sound charakterisiere.