Beiträge von Walter Heggendorn

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    Fast ohne Lokalpatriotismus möchte ich die beiden Werke des jungen Fritz Brun (wie auch deren verdienstvolle Interpretationen) als sehr edel und hochwertig bezeichnen.


    Jedenfalls stehen sie aktuell weit oben auf meiner permanenten Hörliste. Ich habe die Scheibe sicherlich schon 10 Mal in meinen Player eingelegt und höre sie nach wie vor mit grossem Gewinn.


    Herzliche Empfehlung, und vielen Dank, lieber Wieland, für das Einstellen.


    Gruss aus Bern vom Walter

    Im Alter von 87 Jahren ist in Lemgo der österreichische Geiger Lukas David gestorben. Er war der jüngste Sohn des Komponisten Johann Nepomuk David, studierte bei Max Strub am Salzburger Mozarteum und von 1949 bis 1957 bei Tibor Varga in Detmold, wo er ab 1966 bis 1998 selbst eine Professur innehatte. Mir ist nie jemand begegnet, der so vom Geigespielen besessen war und wie er bis ins hohe Alter von früh bis spät geübt hat. Seine zahlreichen Studenten führte er mit harter Hand und gleichzeitig unglaublicher Zuneigung: So habe ich vor vielen Jahren selbst erlebt, dass er während der Unterrichtsstunde einer eher mittelmäßigen asiatischen Studentin Saiten auf eine Geige aufzog (was ich ziemlich unhöflich fand) und sie ihr dann in die Hand drückte mit den Worten "Deine Geige ist einfach zu schlecht, nimmt die!" Das war wohlgemerkt ein Geschenk, und kein Einzelfall. Noch viele Jahre nach seiner Pensionierung konnte man ihn n Detmold oft mittags mit einer ganzen Gruppe von Schülern (viele aus der Türkei, wohin er besondere Beziehungen hatte) in einem Fisch-Imbiss sehen, wo er selbstverständlich alle eingeladen hat. Außer dem Geigenspiel interessierte ihn eigentlich nur eins: Vögel, vor allem wenn er sie verletzt oder aus dem Nest gestoßen irgendwo fand, um sie dann liebevoll und in aller Regel erfolgreich aufzupäppeln. Er war einer der ungewöhnlichsten Menschen, die ich kannte, mit einer radikalen Einseitigkeit, restlos seinem Instrument und der Suche nach Vervollkommnung hingegeben. Ich stelle mir vor, dass er mit der Geige in der Hand gestorben ist. Alles andere wäre für ihn einfach unpassend.


    R.I.P.

    Was für ein ehrwürdiger, ja bezaubernder - auf alle Ebenen des vergangenen Seins und Wirkens von Lukas David erstrahlender - Nekrolog ist hier aus authentischem Empfinden erwachsen:


    Danke, Christian Köhn!


    Gruss aus Bern, von einem dezidierten Liebhaber des symphonischen Werkes des Vaters des Verstorbenen (wohlwissend dass es hier um den Sohn geht, der einen eigenständigen Weg gegangen und nun leider hingeschieden ist.)


    Walter

    Was für ein wertvoller Hinweis, lieber music lover!


    Von der formidablen Frau ist nicht einmal ihr Schatten je an mir vorüber geschwebt. Sie war mir bis anhin völlig unbekannt.


    Danke für den milden Scheinwurf auf sie und ihr offenbar beachtliches Wirken.


    Gruss aus Bern vom Walter

    Beethoven 6


    Dieser Text beschreibt einen subjektiven Hörvergleich - in ziemlich schlechter Laune rezipiert - und mit einiger Polemik ironisch überzeichnet.


    Die geschätzte Leserschaft respektiere bitte meinen Erguss, nehme ihn aber auch nicht allzu bierernst, wiewohl er durchaus in einer Bierlaune entstanden ist.


    Das ist nach langer Zeit des erzwungenen Rückzugs wieder einmal ein längerer Essay aus meiner Tastatur. Es geht mir gesundheitlich keineswegs besser, aber ein definitiver Rückzug ist keine Option.


    ... ich denke an dieser Stelle auch an den werten Forianer 'zabki', der bis zuletzt hochwertigste Beiträge geschrieben hat:


    R.I.P. Er ist mir ein Vorbild. Danke, zabki!


    Ich widme ihm mit Verlaub den folgenden Text.


    ***


    Ich suchte heute in meiner Diskothek nach einer Konserve zur Herstellung von Entspannung.


    Beethovens 'Pastorale' erschien mir dahinführend geeignet und passend.


    Ich habe folgende Interpretationen nacheinander gehört und miteinander verglichen:






    Zuerst führte ich mir (als Erstanhörung) die Version mit den Wiener Philharmonikern unter der Stabführung von ChristianThielemann zu Ohren.


    Nun, ja, was soll ich sagen: es wird hier sehr gepflegt musiziert, und die pastoralen Landschaften werden ganz adrett präsentiert aber auch ziemlich zähflüssig ausgebreitet, wiewohl immer noch bewegter und lebendiger, als durch den stoischen Maestro Celibidache, meiner unangefochtenen Präferenz bei diesem Werk.


    Das langsame Tempo scheint mir grundsätzlich dem Werkcharakter angemessen zu sein.


    Schöne Details werden herausgearbeitet. Alles ist ganz proper und hübsch anzuhören (und natürlich alles andere als 'hip'). Meine Adjektive mögen irritieren, aber sie sind nicht abwertend gemeint, wiewohl eine leise Kritik mitschwingt.


    Obwohl ich die Exegesen des famosen aber nicht unumstrittenen Dirigenten Thielemann im grossen Ganzen - und an und für sich - also generell und speziell - ähm, will sagen: mehrheitlich schätze, bin ich hierbei leise enttäuscht.


    Es wird zwar stellenweise ganz inspiriert musiziert und seine Deutung ist keineswegs belastet mit der berühmt-berüchtigten (angeblich traditionellen) Wiener Schlampigkeit, aber die Darstellung verursacht in meinem Lymbischen System dennoch (oder gerade deswegen) eine gewisse Langeweile und eher keine Entspannung.


    Das subtil empfundene Meisterwerk des Zauberers aus Bonn zerbröselt mir zwischen den Ohrwascheln. Ich verliere immer wieder den Faden und schlafe zwischenzeitlich sogar ein.


    Das Resultat ist weiss Göttin keine verunglückte Exegese, und ich ziehe die sorgfältige Deutung den hiprigen (= histerisch-informierten) Versionen allemal vor. Zudem ist zu bedenken, dass die Aufnahme in einer Live-Situation realisiert wurde, notabene ein Umstand, dem ich grossen Respekt zolle.


    Ich muss mir die Aufnahme wohl noch ein paar Mal anhören, bis ich zu einem stabilen Urteil finden kann.


    Die sicherlich zahlreich vorhandenen Qualitäten dieser Deutung wollen sich mir beim ersten Hörwisch noch nicht erschliessen.


    Ich ahne aber Grösseres: Möglicherweise liegt hier sogar eine ganz bedeutende Exegese vor, die ich aufgrund meiner Celibidache-Fixiertheit bei diesem Werk noch nicht angemessen wertschätzen kann.


    Ich werde berichten, falls ich zu weiterführenden Schlüssen gelangen sollte.


    ***


    Die Version mit David Zinman und dem Tonhalle-Orchester Zürich hinwiederum ist von ganz anderem Kaliber: da wird in der Tat mit Kanonen auf Schafe geschossen ... und der Schäfer ist offenbar völlig 'durchgeknallt'... Ich erkenne 'meine Pastorale' nicht wieder!


    Zugegeben: Bei der Lancierung von Zinman's Züricher Beethoven-Zyklus vor 24 Jahren (1997) geruhte ich (zusammen mit der verschworenen Gemeinde der histerisch Informierten) die unangemessene Hetzerei (political correct) als Grosstat zu taxieren, auch wenn mir eigentlich schon damals der Ohrkrebs wuchs, angehörst des eiligen Hirtenflötengedudels ...


    Die zinnmännisch abgespeckte Exegese ist voller eitler Geschäftigkeit. Sie zeichnet in unangemessener Eile und Gehetztheit
    geradezu eine Karikatur der pastoralen Partitur.
    Der Drang, es anders zu machen, ist allzu penetrant.


    ***


    Die altehrwürdige Tonhalle in Zürich scheint überfordert zu sein ob der Geschwindigkeit der musikalisch-physikalischen Phänomene, wie sie hilflos im Raum herumschwirren ...


    Dieser traditionsreiche Konzertsaal - sicherlich einer der Besten auf dem ganzen Erdball - wird übrigens nach jahrelanger Renovation in diesen Tagen wieder den MusikerInnen und dem Publikum zugänglich gemacht:


    Mit dem Einbau einer ('zinmännlich') abgespeckten Orgel (Kuhn), hat der Raum in der Tat an optischer Geschlossenheit gewonnen, wiewohl ich die 'alte' Tonhalle-Orgel von Jean Guillou ob ihrer schieren Grandezza sehr geschätzt habe.


    (Sie wurde verschenkt (!) und hat in der Kathedrale von Koper in Slowenien ihren neuen Bestimmungsort gefunden ...)


    Der Link führt zu einem Bericht von Susanne Kübler, (hinter einer kostenlosen Anmeldeschranke):
    https://www.tagesanzeiger.ch/d…st-geglueckt-536045209805


    ***


    Doch zurück zur 'zinmännlich' übererregten, völlig unpastoralen Zeichnung: was bei der 'Fünften' (von ihrem schicksalsbefrachtetem Duktus her) noch angehen mag, ist bei der ''Pastorale' fehl am Platz.


    Sicherlich wird hier fetzig agiert von den famosen Frauen und Mannen im renommiertesten (aber nicht zwangsläufig besten) Orchester der Schweiz.


    (Notabene und als kleiner patriotischer Exkurs: die trefflichen Orchester-MitgliederInnen aus Bern, Basel, Genf und Winterthur spielen allemal auf dem gleichen hohen Niveau wie die ZürcherInnen. Das muss doch auch mal gesagt sein, donnerli nomau!)


    Die konkrete Performance der musizierenden Potenzen wird ohnehin vom Charisma des jeweiligen 'Dirig-Erpels, bzw. der 'Dirig-Ente kanalisiert.


    (Manfrautrans erlaube mir bitte diesen vergenderten KalauerIn-ismus, hihi. Ach Gottchen, ihr kennt ja meinen überdrehten Stil, nicht wahr.)


    ***


    Aber - um auf Beethoven zurückzukommen - die Kombination von 'Pastorale' und 'Fetzigkeit' scheint mir völlig verfehlt zu sein (ausser allenfalls beim "Gewitter").


    Mit anderen Worten: am schönen Zürisee wurde am Thema vorbeigeholzt, -geblecht und -gefiedelt, dass es (für mich) ein wahrer Ärger ist.


    ***


    Und nun höre ich also zuguterletzt die mir seit Jahren intim vertraute und überaus liebgewonnene Version mit Sergiu Celibidache und den Münchner Philharmonikern.


    Diese edle Exegese ist erfüllt von kompromissloser Stille. Sie bezaubert mich (wie auch User 'Garcia' in seinem vor 7 Jahren ... geposteten Beitrag) immer wieder von Neuem mit subtil beleuchteten Details, die sich wundersam zu einem pastoral-pastellfarbenen Klangganzen vereinigen.


    Diese Beleuchtung ergibt sich unter dem funkelnden Zauberstab des musikalischen Oberhirten von München - Papa Sergiu - ganz wie von selbst, logisch und selbstverständlich, getragen von einer enthusiasmierten Gemeinde, ähm, von einem narkotisierten Publikum.


    Sie wird nicht - wie es bei Thielemann leider manchmal der Fall ist - mit besonderer Bedeutsamkeitsemphase mit dem Scheinwerfer fokussiert oder mit einem aufdringlich fluoreszierenden Hinweisschild beklebt, nach dem Motto: schaut her, soo macht (Thiele-)man das!


    Die zeitlich ausgedehnteste Version mit Sergiu Celibidache ist für mein Dafürhalten die ultimative Realisierung von Beethovens Partiturwälzer mit den Neumen der sechsten Symphonie, meiner Liebsten von allen Neunen.


    Genau DAS brauchte ich heute ganz 'zabkischst' ... !


    Die behutsame Einspielung des ZEN-Meisters 'Celiji' versöhnt mich zwischenzeitlich mit meinem traurigen Weltgefühl.


    Gruss aus Bern vom Walter

    Mit wachsender Faszination verfolge ich - notabene als bekennender Opernmuffel - die rosamundigen Analysen von Wagner's Schlüsselwerk anlässlich der Aufführung durch Kirill Petrenko und Co.


    Das ist alles so bewundernswert kenntnisreich (und wahrlich zum Nachhören und -schauen animierend) beschrieben, dass es eine wahre Freude ist.


    Dies motiviert mich zu einem ehrlich empfundenen Kompliment an die empfindsame, fachlich versierte (und darüberhinaus auch noch sprachlich überaus virtuose) Userin 'Rosamunde', und ich möchte hiermit aufrichtigen Herzens meine Hochachtung zum Ausdruck bringen!


    Vielen herzlichen Dank für die anregenden Bemerkungen zum kirillisch-warlikowskischen 'Tristan' aus München, liebe Rosamunde.


    Ich möchte selbstredend auch die 'peterjottigen' und 'talestrigen' Beiträge wertschätzend erwähnen.


    Eure Testimonials machen Lust auf 'Oper'.


    Gruss aus Bern vom Walter

    Danke!


    Treffend eingeschätzt und stimmig beschrieben, werte Rosamunde! :fee:


    "Opus magnum cantoris thomasii"!


    Mein Latinum vollzog sich mit Mühe und Not im letzten Jahrtausend ... Deshalb: LateinerInnen bitte vor, wenn ich hier - im Eifer des Bedürfnisses nach bach'scher Überhöhung - pseudogelahrten Stuss absondere, hihi :D .


    Simpel und einfach zu deutsch:


    DAS Meisterwerk des Thomaskantors, diese prächtige Passacaglia mit Fuge, BWV 582 !!!


    Gruss aus Bern vom Walter


    Joonas Kokkonen (*1921):
    String Quartet No.1 (1959)


    Sibelius Academy String Quartet


    Diese mich tiefgreifend faszinierende Streichquartett-Musik (die mir bis anhin unbekannt war) treibt mich nach längerer Abstinenz wieder zurück auf unser wertvolles Forum:


    Das Werk ist mE der Hammer!


    Gruss aus Bern vom Walter

    Das kann ich nur bestätigen!

    Zur Feier des Tages (Mariae Heimsuchung) erklingt bei mir ein fetziges 'Magnificat':



    Monteverdi Choir
    John Elliot Gardiner


    Das Cover mag mir in diesem Zusammenhang gar nicht zu gefallen. Das Portrait der 'Ndebele'-Frau raubt mir den Schnauf.


    Je reicher der Mann, desto mehr Silberringe legt er um den Hals seiner Angetrauten ...


    Diese Darstellung widerspricht fundamental der revolutionären Botschaft des 'Magnificat', die da lautet: "deposuit potentes" = "es mögen die Mächtigen vom Sockel geholt werden" ...


    Gruss aus Bern vom Walter


    Bruckner 3
    2. Fassung 1877
    Wiener Philharmoniker
    Christian Thielemann



    Ich bin sehr angetan von dieser Neuaufnahme, auch wenn ich kernigere Deutungen durchaus bevorzuge.


    Gepflegt, sorgfältig und sehr engagiert kommt die anton'sche Chose zu mir 'rüber. Der Wille, eine Referenzaufnahme zu gestalten, ist spürbar.


    Ich bin unschlüssig, ob sie es ist.


    Ich nehme aber eine grosse Ernsthaftigkeit wahr in dieser Exegese. Keinesfalls wird die Partitur langweilig zelebriert, wie gelegentlich moniert wird.


    Thielemann und die famosen MusikerInnen aus Wien verbinden mit differenzierender Akribie die schönen Stellen zu einer farbigen Prachtsschau. Das ist mE allemal legitim.


    Je öfter ich mir diese Version der Dritten zu Gemüte führe, desto mehr bewegt sie mich.


    Zudem klingt das Orchester einfach phantastisch und scheint sich wohl zu fühlen unter dem umsichtigen Dirigat.


    ***


    Was ich allerdings durchaus monieren möchte, ist das plumpe Cover der Scheibe in dieser hässlich katzengoldenen "3" in Gucci-Glanz-und-Gloria-Manier: Schrecklich!


    Es geht doch hier um "Bruckner" oder?...


    Offenbar ist den Sony-Produzenten der (zu Recht hochgelobte) Goldene Saal im Musikvereinsgebäude zu Wien das wichtigste Marketingtool. Das ist billig.


    Das Cover blendet. Und vor allem führt es auf die falsche Fährte: hier erklingt keinesfalls eine Luxusfassung, sondern eine Herzensfassung!


    Ich würde sie allemal empfehlen wollen.


    Gruss aus Bern vom Walter

    Ich auch nicht, lieber Dirigent. (Schön, dass Du wieder vermehrt postest!)


    Gepflegt, ja - und breit und sorgfältig und engagiert.


    Ich bin sehr angetan, auch wenn ich kernigere Deutungen durchaus bevorzuge.


    Ich spüre eine grosse Ernsthaftigkeit in dieser Exegese und möchte sie empfehlen.


    Keinesfalls ist die Partitur langweilig zelebriert. Thielemann verbindet mit detaillierter Akribie die schönen Stellen zu einer grossen Prachtsschau. Das ist allemal legitim.


    Je öfter ich mir diese Aufnahme zu Gemüte führe, desto mehr bewegt sie mich.


    Zudem klingt das Orchester einfach phantastisch und scheint sich wohl zu fühlen unter Thielemanns Dirigat.


    ***


    Was ich allerdings durchaus monieren möchte, ist das plumpe Scheiben-Cover mit der katzengoldenen "3" in Guggi-Glanz-und-Gloria-Manier: Schrecklich!


    Es geht doch hier um "Bruckner" oder etwa nicht?...


    Offenbar ist den Sony-Produzenten der (zu Recht hochgelobte) Goldene Saal im Musikvereinsgebäude zu Wien das wichtigste Marketingtool. Das ist billig.


    Gruss aus Bern vom Walter

    Danke für die Steilvorlage, lieber Josquin!


    Ich nehme sie gerne an ... und dribble wagemutig durch das faszinierende Dickicht dieser fulminanten Partitur, immer wieder den Ball verlierend an närrische Faune und neckische Feen.


    Dieses verrückte Werk (1905) ist ein frühfreitonales, spätestromantisches Champions-Ligeti-Finale der Sonderklasse ... 8)


    Man mag es, oder man hasst es!


    ***


    Du hörst es richtig, lieber Josquin:
    der Gesang der "Hinübergegangenen" ist in der Tat ein ganz grossartiges geistliches (?) Werk, welches sich dem hammerwuchtigen Psalm 100, op.106 (!) als ebenbürtig erweist.


    Du schreibst es richtig, lieber Josquin:
    die Dichte der Komposition und der aufführungstechnische Aufwand, den Reger fordert, ist schier unverschämt.


    Aber das opulente Klang-Resultat rechtfertigt den notierten Überschwall überschwänglichstens.


    Die Reger-Biographin - Susanne Popp - spricht von einer "auskomponierten Verunklarung" und rückt das eindrückliche Werk berechtigterweise in die Nähe von Schönberg's Gurreliedern (S.184f).


    Nachpfingstlich erregerter Gruss aus Bern vom Walter

    Du solltest es doch bereits bemerkt haben: meine Postings sind immer voller Spitzfindig-, Zweideutig- und Ahnungslosig-keiten, lieber Maticus :D .


    Ich habe die Elphi halt einfach so mal ganz tollkühn aus der Speicherstadt in ein anderes Milieu entführt ... 8) :humor1:
    Gruss aus Bern vom übermütig-pfingstlich lallenden Wallalter

    Es ereignet sich für mich eben gerade ein kleines Pfingstwunder:


    Ich hätte nicht gedacht, dass es heutzutage (2015) noch möglich ist, eine durchwegs verständliche (quasi "post-neo-brucknerische") Sinfonie mit 12-Ton-Skalen zu schreiben, ohne epigonales Brimborium abzusondern.


    Ich höre mit zunehmender BeGEISTerung diese Neu-Entdeckung:


    Philip Sawyers: Symphony No. 3
    English Symphony Orchestra
    Kenneth Woods



    Pfingstgruss aus Bern vom Walter

    Moin, Ihr lieben und ausnehmend gastfreundlichen Nordlichter!


    Euer Engagement freut und ehrt mich.
    Es bewegt mich sehr. Danke!


    Gleichwohl möchte ich mit allem Respekt darum bitten, das Thema nun ruhen zu lassen, hihi :thumbup: .


    Es wird mir nun doch etwas gar zu persönlich in diesem öffentlich einsehbaren "Eben-gehört"-Thread, wobei ich ja zugegebenermassen mit grosser Lust darauf eingegangen bin, weil ich durchaus noch Reise-Träume habe, auch wenn die Hoffnung auf deren Realisierung (wie gesagt aus gesundheitlichen Gründen) für mich wirklich völlig unrealistisch ist.


    Zu diesen Träumen gehört in der Tat ein Besuch der Hamburger Elbphilharmonie, zu deren Planung und Realisierung ich eine persönliche Beziehung habe...


    Und wenn sich darüberhinaus noch so zahlreiche (ebenso musikverrückte) "Pfefferengel" für mich engagieren, :fee:


    dann könnte man ja schon fast übermütig werden, zumal der Weinkeller, ach der Weinkeller 8o ... (selbstredend mitsamt dem werten 'vine lover' :wink: ).


    Alles weitere in dieser Sache aber bitte künftig lieber per PN. Danke für Euer Verständnis.


    ***


    Zudem sei (zum witzigen Vorschlag vom Major) angemerkt, dass das BAZL, das Bundesamt für Zivilluftfahrt, die alte Tante JU 52 nach dem grässlichen Absturz 2018 in den graubündner Bergen noch nicht wieder freigegeben hat. Eine Freigabe wird frühestens 2022 in Betracht gezogen.


    Bis dahin hat sich dann vielleicht schon das 'Beamen' als Transportmittel durchgesetzt ... ja, und dann ...


    ***


    Im Übrigen fliege ich soeben über spannendes Neuland:


    Leif Kayser: Symphonies Vol. 2




    Ich wünsche uns allen in den nächsten Tagen die reale Erfahrung des pfingstlichen Überfliegens ...


    Herzlicher Pfingstgruss aus Bern vom Walter

    Lieber Walter,


    Wunder passieren wenn man ihnen Raum gibt. An so etwas glaube ich sehr... Solltest Du den Weg finden, bin ich dabei, und wir hätten ein von Bern ausgehendes Nordtreffen :D Eine schöne Vorstellung...

    Danke für Deine Ermutigung, lieber garcia!


    Ein Treffen mit Gleichgesinnten kann in der Tat heilsame Energien mobilisieren ...


    ***


    Apropos Simone Young:


    Im Moment höre ich ihre ganz famos klingende Version der Erstfassung (1874) von Bruckner's Vierter:
    Diese verdienstvolle Aufnahme (live 2007) ist immer wieder eine Wunderkiste: zahlreiche reizvolle Varianten werden hörbar gemacht, welche bei den späteren Fassungen dem St.Florian geopfert wurden.



    Nicht nur das filigrane Trio (im gestrichenen Scherzo) ist ganz allerliebst, nein, auch das ursprüngliche Finale klingt nach meinem Dafürhalten "besser", als die spätere (zugegebenermassen konzisere) Fassung.


    Alles in allem ist dies eine hocherfreuliche Angelegenheit, mE sogar der Höhepunkt der ganzen Reihe.


    Dringende Empfehlung und Gruss aus Bern vom Walter