Beiträge von Theodora

    Liebe Cappricciosi,

    Beryllo

    na, wer sagt es denn!! Schau her, wir haben sogar eine Verbindung zwischen mehreren interessanten Sängern festgestellt! Wer die Platte kennt bzw. diskutieren will, möge bitte an dieser Stelle einen entsprechenden Link platzieren! :thumbup:

    calisto

    kein Problem lieber Calisto, ich will mich eh demnächst mit dem interessanten Thema "Stimmfach Countertenor" auseinadersetzen, um kein Banause mehr zu sein!

    Allerliebst,

    Eure

    Theodora

    Liebe Cappricciosi,

    ich möchte an dieser Stelle unbedingt noch einmal auf einen Sänger aufmerksam machen, den ich und Nocturuns bei der 5. Kölner Musiknacht live erleben durften und der uns wahrlich unvergessliche Momente beschert hat. Also hier ist er:

    David Cordier - Countertenor
    [Blockierte Grafik: http://www.koelner-musiknacht.de/ensembles/13.jpg]

    Es ist natürlich hierbei als Erstes die Frage zu stellen, inwiefern Mr. Cordier denn nun als "unbekannt" bezeichnet werden kann. Immerhin hat der Mann eine Discographie vorzuweisen, wo er auf mehreren (vor allem Barock-) CDs mitwirkt, darüber hinaus hat er schon in vielen renommierten europäischen Häusern wie etwa Semper-Oper in Dresden

    (und Staatsopern in Stuttgart, München und Hamburg, der Semperoper Dresden, der Komischen Oper Berlin, dem Aalto-Theater Essen, am Badischen Staatstheater Karlsruhe, der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf sowie am Musiktheater Amsterdam und an der Königlichen Oper Kopenhagen)

    Verträge gehabt und ist auch auf verschiedenen Festspielen, wie etwa Glyndebourne, Salzburg, Dresden, Berlin und Edinburgh aufgetreten. 3 von seinen Live-Aufnahmen aus Dresden (in einer mehr oder minder passablen Qualität) finden sich auch auf YouTube, wovon diese für meinen Geschmack am besten ist:

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    Und doch ist seine Kunst - womöglich aufgrund des recht seltenen Stimmfaches, was natürlich auch eine bestimmte musikalische Ausrichtung vorgibt - für den Otto-Normaloperngänger wohl eher weniger ein Begriff, sollen die Barock- und Alte Musik-Spezialisten unter uns mir an dieser Stelle widersprechen. :kiss:

    David Cordier haben wir live bei der 5. Kölner Musiknacht erlebt und waren hin und weg von ihm. Seine Stimme, die teilweise wie außerirdisch anmutete - unglaublich klar, kraftvoll, mit einem wunderschönen eigenen Timbre, geschmeidig und strahlend - war dabei nicht der einzige Grund für unsere Begeisterung. :juhu: :juhu: :juhu:

    Dowland bekam durch ihn eine sehr inteligente Interpretation, wo Altes einen modernen (oder sogar postmodernen) Touch bekam und wo technische Perfektion mit der wahren künstlerischen Kreativität gepaart war. Vielleicht hat das damit zu tun, dass DC auch Mathematik in Cambridge studiert hat, was heißt - kein reiner "Musik-Freak", sondern eben eine überaus intelligente und vielseitige Persönlichkeit ist. Ein Wunder, dass der Mann ausgerechnet Köln zu seiner Wahl-Heimat auserwählt hat!! :klatsch:

    Sein freundliches Auftreten, sein Lächeln, das immer intensiver werdende innere Strahlen, was auf das ganze Publikum überschwappte und es zum Schluss seiner Darbietung zu Standing Ovations hinriss - das alles machte DC in unseren Augen zum einsamen Highlight des Abends und erweckte bei mir den Wunsch, mehr zu diesem Ausnahme-Talent zu erfahren und ihn natürlich häufiger auf der Bühne zu erleben, und wenn möglich auch auf der Konserve zu ergattern :fee:

    - und natürlich Eure Meinung zu seiner Kunst oder womöglich Eure persönlichen Eindrücke von seinen Auftritten - von Euch zu erfharen.

    Herzallerliebst,

    Eure

    Theodora

    Liebe Capricciosi,

    hier bin ich wieder, die etwas untergetauchte Theodora. :wink: Ich hoffe wieder häufiger zu posten und schicke meiner immer noch geliebten Capriccio-Gemeinde ein herzliches Hallo! Ich wollte nun auch meine Eindrücke zur Kölner Musiknacht kurz anzureißen, wo ich und Nocturne wirklich wunderbare Stunden des Musikgenusses erlebt haben, häufiger mögen sie wiederkommen!

    18 Uhr (Antoniterkirche)
    Gabriele Hierdeis & Barbara Ochs
    „Giovanni Battista Pergolesi: Stabat Mater f-Moll“

    Meine Güte, der Mann (ich meine den verehrten Nocturnus) ist wirklich ein Opernbanause! 8o
    Meine Damen und Herren, die Barbara Ochs war ein ALT, :klatsch: und zwar habe ich noch nie in meinem Leben so eine wunderschöne tiefe Stimme gehört! Ich war hin und weg, die dunkelsten Noten ließen an schwarzes Samt und herbe Schokolade denken, die Höhen ließen Pergolesi in einem unbekannten Glanz erstrahlen, keine Atemprobleme, kein unnötiges Vibrato, eine Kraft, die die Kirche problemlos füllte - ach, liebe Capricciosi, es war ein Traum! :juhu: Da die Signora Ochs auch äußerlich einen recht jugendlichen Eindruck machte, darf ich hoffen, dass wir, rheinische Melomane und Melomaninnen, noch häugfiger Gelegenheit bekommen werden, diese wunderbare Stimme zu genießen.

    Dagegen war ich von dem Gegenpart von Barbara Ochs, Gabriele Hierdeis, eher enttäuscht: Die Stimme war schrill und klang oft übermüdet, die Dame hat mich ganz ehrlich nicht unbedingt vom Hocker gerissen. Ich hatte erst in der vergangenen Saison eine sehr passable "Stabat Mater" in der Kölner Oper gehört, wo ich meine Claudia Rohrbach als Sopranpart gehört zu haben, das hatte mich damals wesentlich mehr überzeugt.

    Die Orgel war tatsächlich auch in meinen Ohren ein schöner Ersatz für die sonst üblichen Streicher und hat nach meinem Geschmack dem Ganzen einen etwas weicheren, wehmütigeren Ton verpasst, das hat mir durchaus gut gefallen.

    20 Uhr (Antoniterkirche)
    David Cordier & Markus Gahlen
    „Dowland Blues“

    Also, hier kann ich mich nur dem Urteil von Nocturnus bedingungslos anschließen. Der Mann war der absolute Knaller, seine Stimme, seine Künstlerpersönlichkeit, sein Strahlen stellen den Rest des doch insgesamt sehr gelugnenen Abends vollends in den Schatten. Unglaublich dass er noch keine Platte dazu veröffentlicht hat! Diese Kombination aus der Dowland mit diesem bluesigen Sound der Gitarre war frisch und das Programm war gut zusammengestellt, am liebsten hätte man sich mehrere Stunden davon angehört, aber leider war ja der Abend nicht für Zugaben konzipiert, also blieb uns nichts anderes übrig als die neue Location zu suchen mit dem Wunsch, den Neman Cordier häufiger auf den Programmzetteln der Philharmonie oder der Oper sehen zu können!

    21 Uhr (St. Andreas)
    Primož Parovel & Pi-chao Chen
    „KontrastProgramm“

    Hier hat man eine dunkle Kirche mit nur ein paar Kerzen vorgefunden, wo das künstlerische Duo den schwermütigen Klang des Piazzola mit dem schwermütigen Klang von Bach, das Klagen der Violine mit dem Weinen und Lachen des Akkordeon, die modernen Brüche mit den Brüchen der Vergangeheit und Zukunft mischte, wo der Zuhörer immer an der Grenze zwischen Verzückung und Überforderung schwebte und dann vor Schönheit der Musik schon wieder alles vergass - trotz für uns leider verpassten Minuten ein köstliches Erlebnis, die beiden Künstler überaus empfehlenswert, wobei meine und Jürgens Vorlieben sich genau hier widersprachen - ich war für den temperamentvollen Osteuropäer, Jürgen für die auserlesene asiatische Dame. :love:

    Zu dem Rest des Abends kann ich nicht viel hinzufügen, da habe ich alles genauso gesehen und gehört wie Jürgen. Gut dass wir keine Vorstellungen mehr besucht haben an diesem Abend - fünf waren goldrichtig, mehr könnte ich nicht mehr verdauen. insgesamt kann ich die Kölner Musiknacht dem cappricciosen Publikum nur ans Herz legen, und würde mich nächstes Jahr (so Gott will) über zahlreiche Begleitung freuen.

    Alles Liebe,
    Eure

    Theodora

    Liebe Capriccios,

    ich habe mich sowohl über eure Rückendeckung und Unterstützung für mein Projekt als auch über eure Verbesserungsvorschläge gefreut. :thumbup: Ich und Nocturnus sind verstärkt am "brainstormen" ?( wie genau man das alles machen kann und welche technischen Möglichkeiten uns zur Verfügung stehen. Ich fand das auch erfreulich dass ihr genauso wie ich die Meinung teilt, dass ein guter Artikel auch nach einigen Tagen seine Relevanz und Wert nicht einbüßen soll. ^^

    Verehrter Zwielicht hat auch einige Vorschläge gemacht, die mir sinnvoll und gut erscheinen, auch wenn ich seine Bemerkungen bezüglich des "erwarteten Niveaus" oder über die "Profis, die sich über Artikel aus dem Jahre 1991 freuen würden" nicht ganz ernst nehmen kann. :wacko: Ich denke, da wird an dieser Stelle ein mit der Presseschau an sich nicht zusammenhängendes Problem verarbeitet, was nicht wirklich fair ist. Aber sei es drum.

    Ich werde auf jeden Fall diesmal mit den mir momentan zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, selektiver vorzugehen. Mal schauen, was dabei heraus kommt. Ich bin selbst gespannt.

    Alles Liebe,
    Eure

    Theodora

    Ach ja, liebe Capriccios,

    das liebste Schinken für (fast) jeden Opernfan ist sicherlich die Traviata, bei besonders guten Konserven bleibt dabei auch gern kein Auge trocken, habe ich recht? Na und, ich bekenne mich auch dazu!

    Ich fand die ursprüngliche Frage sehr interessant, ob die Story heute noch so funktionieren würde, und, meine lieben Capriccios, ich sage Euch ja, und ob! Ich persönlich habe oft hautnah miterlebt, wie gerade heutzutage sehr ähnliche (sicher mit anderer Schwerpunktsetzung) Storys wahr werden. Der Hintergrund dabei ist die globalisierte Welt. Was früher "gute Gesellschaft" in Paris war, ist heutzutage Europa, was "keine gute Gesellschaft" war, sind heutzutage oft andere, ärmere Länder. Gerade Frauen aus ärmeren Ländern, die in Europa ihr Glück versuchen wollen, sind oft in solche Geschichten verwickelt, die vielleicht weniger tödlich verlaufen, im Ergebnis aber im Unglück für das Paar und zerbrochenen Herzen enden.

    In der Studentenstadt, in der ich meine Studienjahre verbracht habe, wimmelte es nur so von solchen Geschichten. Einige Beispiele gefällig? Ein Studentenpaar, was ich vom Sehen kannte - er kam aus einer recht wohlhabenden Familie aus dem Land A, sie kam aus dem Land C. Nachdem sie der Familie aus dem Land A vorgestellt wurde, sagten die Eltern des jungen Mannes, sie würden ihm den Geldhahn unverzüglich abdrehen, soll er weiterhin das Mädchen treffen. Also fuhr er in die Heimat, traf dort eine Frau mit dem "passenderen" Hintergrund und heiratete sie, während die Verschmähte traurig ihren Abschluss machte und in ihre Heimat C zurückkehrte.

    Eine junge gut aussehende Archtektin aus dem Land C und ein zwanzig Jahre älterer Herr aus dem Land A, der sich noch nicht mal die Mühe macht, mir, ihrer Freundin gegenüber, überhaupt sozial aufzutreten. Was da wohl im Hintergrund für Beziehungsdramen brodeln? Ich kann mir kaum vorstellen, dass es bei so etwas um Liebe handeln kann. Da wird mit Sicherheit der eine oder andere ärmere Anwärter auf das Herz dieser Freundin mit gebrochenem Herzen davonziehen müssen, abgebügelt von der Dame, die zwar immer noch ein Herz hat und lieben will, am Ende dann aber doch die Sicherheit vorziehen muss, weil ja zu Hause Kinder, Eltern etc etc im Land C versorgt werden müssen.

    Gerade bei der letzteren Konstellation ist oft beruflicher Hintergrund im Spiel, etwa Chef-Angestellte oder Professor-Doktorandin... Ich kann mir gut vorstellen, dass das Opfer, was in diesem Fall immer die Freiheit der Gefühle ist, von den Frauen mit derselben stoischen Einstellung gebracht werden, wie das uns die Violetta Valery vorgelebt hat. Nur nicht immer ist der Vater Germont genauso freundlich drauf... Ich habe auch Frauen erlebt, die aus dem Land C in das Land A eingeheiratet haben und so ähnlich wie Violetta behandelt wurden, auch Jahre später. Also ist der Stoff meiner Meinung nach weiterhin gesellschaftlich brisant wie 1852. Die Sache ist nur, ob man keine Gedanken darüber verschwenden will und sich einfach auf die rührselige Vorlage konzentriert, so ähnlich wie manche Leute GZSZ im Fernsehen sehen...

    Was die Aufnahmen angeht, so mag ich sowohl Zefirelli als auch die Salzburger Traviata, es ist eben nur eine andere Kunstrichtung, ich mag ja Portraits sowohl von Rembrandt als auch von Modigliani oder gar Picasso :thumbup: Meine persönlichen Favoritin für Violetta ist Victoria de los Angeles, ihr allein nehme ich diese Großherzigkeit ab, mit der sie auf Alfredo verzichtet. Was Alfredo angeht, so ist hier mein Idol der Björling auf der Aufnahme von 1939, die Brillanz kann keine Schellack-Aufnahme verderben... :rolleyes: Ein junger, noch etwas unsicherer junger Mann, der sich in eine unpassende Frau unstrblich verliebt, das ist der absolute Stoff aus dem die Träume sind!! Aus den modernen Darstellern fand ich den Rolando auch wirklich nicht übel, er spielte dann so eine Art impulsiv-explosiven Latino-Lover-Alfredo, was im Prinzip zur Handlung mit dem Geldwerfen etc gut passt, genauso wie ich der Anna eine "Dame mit Vergangenheit" abnehmen kann. Ich fand Domingo am wenigsten zur Rolle passend - so einem gut aussehenden Mann kann man diese ganzen schweren Selbstzweifel einfach schwer abnehmen, trotz dem perfekten Gesang...

    Alles Liebe,
    Eure nachdenkliche

    Theodora

    Liebe Capriccios,

    ich hatte vor kurzem das Glück, dank meiner kleinen Schwester die dreier Naxos-Box von Björling geschenkt zu bekommen, ach jaaaa.... :fee:

    Es ist schon unverschämt, wie Björling so gut wie bei jeder Partie so singt, als wäre es eben kurz aus dem Ärmel geschüttelt. :D :D Ich finde es besonders schön an ihm, dass er niemals die Grenze überschritten hat, wo man als Zuhörer das Gefühl von "too much" hat, sprich, sein musikalischer und darstellerischer Geschmack waren immer auf der Höhe, obwohl, wie man so hört, er sich mit dem Studium der Musikliteratur nicht wirklich gern aufgehalten hat. :P Na gut, ab und zu hat er gern "die Muskeln spielen lassen", sprich, seine berühmten Spitzentöne ein Hundertstel Sekunde länger gemacht hat als es eben vorgesehen war, aber wer kann das ihm schon übel nehmen? Er konnte es eben tierisch gut :D

    Was meine Lieblingsaufnahmen angeht, so sind es fast alle! Lustigerweise bildet sein Canio da eine Ausnahme, aber das hat eher mit der Oper an sich zu tun, ich finde, das passt so gar nicht zu ihm. Ich finde es auch schade dass er zu wenig Franzosen gesungen hat, das kann ich mir vorstellen wäre auf jeden Fall zauberhaft. Meine absolute Lieblingsaufnahme von ihm ist der Alfredo von 1939 mit Hjördis Schymberg. Als ich das gehört habe, habe ich eine Art Flash-Effekt oder Geistesblitz erlebt, Björling war und bleibt für mich in Sachen Alfredo eine einsame Spitze. :faint: :faint: Mensch, wieso hat er das nie wieder gesungen??? ;( ;( ;( Zärtlich und trotzig, das ist es eben, der Schlüssel zu dieser Rolle!!!

    Ansonsten finde ich ihn als Ricardo/Gustavo herrlich, einen königlicheren König kann es einfach nicht geben. Ihm nimmt man am besten diese Unbekümmerheit ab, mit welcher Ricardo die warnenden Worte Ulrikas aufnimmt "Ach, schön, dann sterbe ich eben auf dem Schlachtfeld", einfach wunderbar! Aber auch sein Rodolfo ist unvergesslich, das Zusammenspiel seiner Stimme mit der von VdlA ist einfach einmalig, es ist für mich wie etwa ein universelles Gleichnis über die Liebe, das ist das was ich eben unter hoher Kunst verstehe.

    Ich muss ganz ehrlich sagen dass ich generell ein Fan von kultivierten Sängern bin, die technisch und gestalterisch intelligent agieren, wie etwa Gedda (dessen großes Vorbild Björling übrigens war) oder Bergonzi. Doch Björlings Naturgewalt von der Stimme und Person stellt einfach alles andere in den Schatten, da kann man eben nix machen, da ist man eben überwältigt... Als ich zum ersten Mal Björling gehört habe, hatte ich ganz wilde Träume, ist es nicht das, was Musik, was Oper hervorrufen soll?

    Eure schwärmende

    Theodora

    Liebe Corelli-Freunde,

    darf ich ein bisschen ärgern? 8o

    Ich habe eine Aufnahme von Corelli in meiner Sammlung, und zwar agiert er dort als Ricardo/Gustavo in "Un Ballo", deswegen sage ich einfach mal was ich zu dieser einen Aufnahme denke, die ich schon häufig in den Ohren hatte. Ich muss ganz ehrlich sagen, mich nervt an ihm immer eines, und zwar dass er seinen Text vergisst! Das kann zwar natürlich jedem passieren, aber doch nicht an einer Stelle, wo man etwas ganz Wichtiges, man kann schon sagen für die Handlung Ausschlaggebendes sagen soll, wie etwa am Anfang von "Teco io sto"! Das ist ein bisschen wie in der Liebe - ein falsches Wort an einer verdammt wichtigen Stelle, und schon ist das Zauber hin ;( Das ist für mich einfach nur ärgerlich, ich meine, dann kommt man ungewollt auf die Idee, der Sänger denkt nicht wirklich darüber nach was er da genau singt, sondern ist mit seinen Gedanken woanders. Und das ist für mich schon ein Punkt wo ich sage, Kinder, das isses nicht.

    An seiner Stimme kann man wirklich sehr wenig auszusetzen haben, sie ist extra Klasse, die Höhe und sonst alles wirklich sehr, sehr beachtlich, dazu kommt gute klare Diktion, was ich am Operngesang sehr hoch schätze. Doch seine Rollengestaltung und Betonung der Wörter in einer Phrase sind wohl nicht wirklich seine Stärke gewesen, ich vermute, das hat auch damit zu tun, dass er eben kein geborener Schauspieler war oder eben auf die musikalische Seite mehr geachtet hat als auf die literarisch-theatralische. Auch ist mir bei mehrfachem Anhören aufgefallen, dass es ihm offenbar schwer gefallen sein soll, dieselbe Geschwindigkeit zu halten wie der Orchester - oder es liegt eben an der fehlenden Abstimmung mit dem Dirigenten? Ich habe allerdings zum Vergleich ein Video von ihm in Teco io sto mit Crespin herangezogen, und da höre ich dasselbe, es fällt ihm immer schwer, den Einstieg in eine Arie oder in seinen Abschnitt in derselben Geschwindigkeit mit dem Orchster zu finden.

    Na, genug geärgert? :D

    Eure

    Theodora

    Liebe Capriccios,

    ich habe Signora Stella von der wunderbaren Aufnahme in Erinnerung, die ich total schön finde :angel: : nämlich als Amelia an der Seite von dem von mir heiß geliebten Carlo Bergonzi :sev: ! Ich fand, dass sie auf jeden Fall eine intelligente und gleichzeitig emotionale Art zu singen hat und trotz des etwas weniger mädchenhaften Alters (und ein paar schriller Spitztöne) auf der Afnahme richtig fit in dieser Rolle, die doch bekanntlich unglaublich viel Power verlangt. Außerdem sieht man, dass sie und der gute Carlo es richtig gut miteinander konnten, vielleicht aufgrund der italienischen Abstammung? Sie haben ja anscheinend einige Sachen zusammen aufgenommen und vermutlich auch häufig auf der Bühne zusammen gestanden, kann es sein? Zumindest sieht mir das schon nach einem guten eingespielten Duo aus...

    Ihr macht mich neugierig auf Tosca und Il Trovatore als sie sozusagen noch in voller Blüte stand, vielen Dank für Eure recht schmackhafte Darstellung! :klatsch:

    Eure

    Theodora

    Lieber Bernd,

    Du scheinst ja eine sehr genaue Vorstellung von dem zu haben, was genau und wie hierbei zu tun ist. Ich denke, vielleicht möchtest Du diese Aufgabe insgeheim selbst übernehmen? Nur zu, wenn es besser werden soll... Ich denke, es wäre eigentlich am besten, eine Umfrage in Capriccio zu machen, was, wann und woher am besten aufgenommen werden muss. Die technischen Mittel und Wege sowie Suchwörter müssen zusätzlich diskutiert werden. Alledings finde ich es kontraproduktiv, wenn man bei jemandem ankommt, der eigene Ideen entwickelt, und ihm sagt, eigentlich wäre alles von vorn bis hinten Schmarrn und man solle es doch so und so machen. Ich jedenfalls habe gerade immer weniger Lust, mich hiermit zu befassen und überlege mir, die ganze Story als Schnapsidee abzutun. Man hat ja schließlich auch sonst Ärger genug.

    Deine

    Theodora

    Liebe Capricciosi,

    ...Übung macht den Meister. Hier die neueste Version der Presseschau. Feedback mit konkreten Vorschlägen ist sehr willkommen!

    Eure Theodora

    Events

    Neue Presse: Erlesene Opern-Häppchen 28.07.09
    Tambach - Es verbreitet schon eine ganz besondere Atmosphäre, das barocke Schloss Tambach. Verständlich, dass hier alljährlich eine der drei Sequenzen des HUK-Coburg Open-Air-Sommers über die Bühne geht

    Nordkurier: Süchtig nach Lausitzer Opernsommer 28.07.09
    Konzertreihe. Gut 10 000 Kilometer hat der US-Professor Richard Hughey zurück gelegt, um in Cottbus vergessene Werke der Musikgeschichte aufzuführen

    Hamburger Abendblatt: Ein Triumph für junge Musiker aus aller Welt 27.07.09
    Die "TriBühne" war voll besetzt. Das hellauf begeisterte Publikum kam sogar aus 300 Kilometer entfernten Städten nach Norderstedt, um das Festival-Orchester und Christian Zacharias zu hören.

    Märkische Allgemeine: THEATER: Liebe, Tod und Halligalli 26.07.09
    Kammeroper Rheinsberg führte im Schlosstheater Benjamin Brittens „Der Raub der Lukrezia“ auf

    Trierischer Volksfreund: Leidenschaftlich und lebendig 26.07.09
    Für ein einziges Konzert in Deutschland machte sich das Barock-Musikensemble I Fuiriosi aus Kanada auf den Weg - nach Machern bei Bernkastel-Kues. Dort präsentierte es sein Programm "Addicted to Love" mit außergewöhnlicher Barockmusik im ausverkauften Saal des alten Klosters.

    Festivals

    Bayreuth

    Welt Online: Die Herrinnen des Drumherums 27.07.09
    Bei den Bayreuther Festspielen gibt es in diesem Jahr keine Premieren, aber zwei neue Intendantinnen. Da wird Nebensächliches zur Staatsaktion

    FAZ.net: Katharina Wagners „Meistersinger“ - Enteignet Papa! 27.07.09
    Dem Publikum missfiel's: Katharina Wagners “Meistersinger“ - Katharina Wagners Inszenierung der „Meistersinger von Nürnberg“ war schon im Premierenjahr 2007 alles andere als unumstritten. Zu durchsichtig wirkte die Absicht der damaligen Kronprinzessin, mit ihrem Bayreuther Gesellenstück als unangepasste Revoluzzerin aufzutreten.

    WELT Online: Buhrufe statt Beifall 27.07.09
    Nicht immer sind aller guten Dinge drei: Auch in diesem Jahr erntet Katharina Wagners „Meistersinger“-Inszenierung Buhrufe – und sorgt sogar für Konjunkturschwäche auf dem Kartenschwarzmarkt.

    Kurier.at: Buhrufe für Katharina Wagner 27.07.09
    Mit der Inszenierung von "Die Meistersinger von Nürnberg" mutete die Regisseurin und Festspielchefin dem Bayreuther Publikum zu viel zu.

    DerWesten.de: Katharina Wagners beherztes Lächeln im Buh-Gewitter 27.07.09
    Bayreuth. Festspielchefin Katharina Wagner hat wirklich Mumm. Als sie nach den „Meistersingern” unerwartet vor den Vorhang tritt, trifft die Regisseurin ein sogar für Bayreuth-Verhältnisse wütendes Buh-Gewitter. Und sie quittiert den Proteststurm mit einem Lächeln.

    FOCUS Online: Fulminanter Festival-Start in Bayreuth 26.07.09
    Die 98.
    Richard-Wagner-Festspiele sind am Samstag mit einer viel gelobten Wiederaufnahme der Oper „Tristan und Isolde“ in der Regie von Christoph Marthaler eröffnet worden.

    Salzburg

    NZZ Online: Oratorium oder Oper – oder Musik? 28.07.09
    «Theodora» von Händel als Eröffnungspremiere im Grossen Festspielhaus

    Salzburger Nachrichten: Sterben für die Liebe im Jenseits 27.07.09
    Erste Premiere. Die Salzburger Festspiele boten mit Händels Oratorium „Theodora“ zum Auftakt schwere Kost.

    Kleine Zeitung: Reduktion und Langeweile bei "Theodora" 27.07.09
    Über vier Stunden dauerte die mit zehn Minuten Schlussapplaus bedachte Premiere von Georg Friedrich Händels "Theodora" zum Auftakt der heurigen Salzburger Festspiele.

    Berliner Morgenpost: Salzburg: Das bedeutendste Kulturfestival der Welt 27.07.09
    Lange Geschichte Die Festspiele, 1920 von Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss gegründet, zählen zu den weltweit bedeutendsten Kulturfestivals für Oper, Schauspiel und Konzert.

    Andere

    Klassik.com: Tiroler Festspiele Erl mit positiver Bilanz - 22.500 Besucher bei 29 Veranstaltungen 28.07.09
    Erl, 28.07.2009. Die diesjährigen Tiroler Festspiele Erl sind am Sonntag mit Gustav Kuhns Neuproduktion von Richard Wagners (1813-1883) Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" zu Ende gegangen.

    Veranstaltungskritiken

    Kleine Zeitung: Erstes Orchesterkonzert der Festspiele 28.07.09
    Intendant David Pountney hat für das erste Konzert das "Stabat Mater" und die Sinfonie Nr. 3 von Szymanowski mit dem Klarinettenkonzert von Mozart zusammengespannt.

    Welt Online: Daniel Kehlmann rechnet mit Regietheater ab 27.07.09
    Das hat gesessen: Der Schriftsteller Daniel Kehlmann kritisierte zum Auftakt der Salzburger Festspiele das deutsche Regietheater scharf und nahm die Verfechter traditioneller Inszenierungen in Schutz. Das Regietheater sei "zur letzten verbliebenen Schrumpfform linker Ideologien degeneriert".

    Personalien

    Badische Zeitung: Mundel bleibt Intendantin des Freiburger Theaters 27.07.09
    Bis Ende Juli 2014 bleibt Barbara Mundel Intendantin des Freiburger Theaters. Das entschied der Gemeinderat – auch ein Zeichen der Zufriedenheit mit der Arbeit der Intendantin

    Liebe Cappriciosi,

    wunderbar, dass meine Idee doch so viel Feedback findet! Ich selbst bin auch der Meinung, dass so etwas ein Plus für das Forum ist. Das mit den RSS müssen wir noch einmal diskutieren, ich finde, das hört sich nicht schlecht an.

    Ja, es ist auch schön, dass sich Zwielicht speziell Zeit genommen hat, um alles aufzulisten, was ihm an der Betaversion nicht gefallen hat, auch wenn einem gleich nach dem Durchlesen seines Beitrages erstmal gründlich die Lust vergeht, weiter zu machen. :pinch: Ich möchte hier nur auf ein paar seiner Kritikpunkte eingehen, die mir fürs Erste besonders aufgefallen sind.

    Zum Thema Aktualität: Es ist so, dass ich nicht an einen Newsticker gedacht habe, der Nachrichten möglichst zeitnah wiedergibt, sondern eben an eine Presseübersicht, damit man einen allgemeinen Eindruck bekommt was gerade alles aktuell ist. Dass an dem Tag, an dem ich die Presseschau gemacht habe, sie nicht eingestellt wurde, liegt daran, dass da noch ein paar Absprachen nötig waren, die eben ihre Zeit gedauert haben. Eine Zeitung von gestern ist übrigens vielleicht für jemanden schlecht, der sie liebhabermäßig in der U-Bahn oder auf dem Sofa liest, alle Profis dagegen lassen sich Clippings anfertigen, die teilweise Jahre zurück nachverfolgt werden können. Zufällig arbeite ich in der Branche und weiß das.

    Zum Thema Rubriken: Es ist weiter oben mehrfach gesagt worden, die Rubrizierung ist vorläufig und KONKRETE Vorschläge sind willkommen. Das gilt auch weiterhin.

    Zum Thema Medienauswahl: Es ist mir persönlich eben wichtig gewesen, nicht nur überregionale Zeitungen zu nehmen, sondern auch kleinere, auch lokale Blätter, wir wollen ja schließlich kein versnobbtes Forum sein, sondern eben ein demokratisches :D . Alledings ist es wahr, dass da stärker selektiert werden muss. Es macht tatsächlich Sinn, zu den großen Ereignissen größere, zu den kleineren eher kleinere Blätter zu befragen.

    Zum Thema Rubrizierung an sich: Es kommt immer darauf an, wie man an die Artikel herangeht. Man kann formal nach dem Thema gehen und sagen zum Beispiel wenn es um die Salzburger Festspiele geht, unabhängig von Details wird unter Festspiele/Salzburg angeordnet. Man kann aber versuchen, nach der Schwerpunktsetzung der Artikel zu schauen, wie etwa es geht zwar um Festspiele, im Vordergrund steht aber eine Kritik an einer der Vorstellungen bei den Festspielen, also ordnet man dann in die Rubrik "Veranstaltungskritiken" ein.

    Alles Liebe,

    Eure

    Theodora

    Liebe Capriccios,
    es freut mich sehr dass meine Idee auf so viel Aufmerksamkeit gestoßen ist! Ich habe mir beim ersten Mal natürlich viel Arbeit gemacht, aber es wird mit der Zeit immer weniger, keine Angst. :D

    Ich bitte um rege Beteiligung an der Diskussion, welche Schlagwörter denn für die Suche am besten zu benutzen sind! Zur Zeit suche ich nach "Oper+Festival", "Oper+Festspiele", "Oper+Stimme", "Oper+Regie". Auch Vorschläge bezüglich der Rubriken, unter denen ich das Ganze anornde, sind sehr wichtig!

    Ansonsten, was Hinweise auf ähnliche Presseübersichten anderswo angeht, so kann ich nur sagen: Um Gottes willen, warum machen sich alle Cappricciosi so viel Arbeit, es gibt ja genug Klassik-Foren im Internet ;+) Wir wollen ja alle ein neues Wort sagen, etwas Besseres machen als die anderen, oder? Alles Andere wäre meiner Ansicht nach der Mühe gar nicht wert! :thumbup:

    Eure
    Theodora

    Liebe Cappriciosi,

    wie sieht es denn nun mit diesen besagten Schalltests endlich aus?? Weiß jemand was davon?? Meine Güte, ich wußte natürlich von diesen ganzen KVB-Geschichten, aber die Verbindung zur Philharmonie war mir nicht klar! :faint:
    die Akustik dort ist wirklich hervorragend, ^^ so ganz anders als in der Oper. :pinch:

    Nachtrag: Hier bevor ich warte ob jemand was weiß, hab ich selbst nachgegoogelt: Es scheint tatsächlich gut hörbar zu sein, Entsetzen! :pinch: hier der Beitrag aus dem Kölner Stadtanzeiger dazu:

    http://www.ksta.de/html/artikel/1242833531570.shtml

    Pardon wenn ich für Links-Einfügen schon wieder unbegabt bin!

    Eure

    Theodora

    Liebe Capricciosi,

    ja, Nocturnus hat auf jeden Fall eine sehr schöne Beschreibung geliefert! Ich saß neben ihm und denke, wir habe die Dinge aus demselben Blickwinkel gesehen :fee:

    Jedenfalls bin ich aus Euren Beiträgen nicht schlau geworden, liebe Nocturnus und Fairy, ob ich denn nun traurig oder eher beruhigt sein kann darüber dass ich den zweiten Teil des besagten Operabends nicht mehr gesehen habe. Von meinem eigenen Empfinden her und von dem, was ich gesehen habe, muss ich auch sagen dass der erste Teil allein schon auf jeden Fall abendfüllend war und ein ganzes Meer von Eindrücken und Emotionen hinterlassen hat. :jub:

    Ich war auch von der Musik Berlioz´, die ich bis dato noch nicht mal in Form einer Konserve kannte, völlig überwältigt. :faint: Mensch, dachte ich mir, ich hätte nie gedacht dass die Franzosen eine derart bombastische und hochgradig düstere und dramatische Musik machen können! Wir hatten wirklich Glück mit Mme Seitgen - sie wurde meiner unqualifizierten Meinung nach den Anforderungen der Rolle von Cassandra völlig gerecht und bot darüber hinaus auch schauspielersch und rein äußerlich ein recht inspirierendes Bild, da stimme ich den Kollegen voll und ganz zu. :juhu:

    Ansonsten möchte ich noch Salmi Luttinen als Hektors Schatten auch als ein zwar kurzes aber um so schöneres Highlight herauspicken. Ein Hunne von der Gestalt und ein Riese von der Stimme, hat er der kleinen Rolle doch viel Kraft und Überzeugung verleihen können. :angel: :angel: Dazu muss ich sagen, dass es schon der zweite Vertreter der Suomis in Duisburg war, der mich durch einen kurzen Vortrag begeistern konnte. Die Ulrica von Laura Nykänen war ähnlich wunderbar.

    Dagegen hat mich Bruno Balmelli, den ich mit Micha zusammen erst kürzlich als Gianni Schicchi wirklich brillieren und glänzen sah und hörte, als Choroebus nicht wirklich überzeugt. :cry: Das war meiner Meinung nach weder seine Rolle noch sein Fach, und ich fand es schade, dass die Duisburger ihn für diese Partie engagiert haben, das wäre meiner Meinung nach eine ideale Gelegenheit gewesen, einem jungen unbekannten Sänger mit einer schönen Stimme eine Karrierechance zu geben.

    Ich fand auch die Inszenierung wirklich sehr gelungen, es ist keine einfache Aufgabe, der bombastischen Musik szenisch gerecht zu werden. Hier hatte man optisch Einiges geboten bekommen - große Massenszenen, eine in die Höhe fahrende komplette Bühne, gute Beleuchtung, sogar eine kleine Explosion :klatsch: , eine fürwahr gigantische bewegte Anspielung auf das trojanische Pferd :juhu: und ansonsten spärliche, doch gut gewählte Dekoration, die meinen Geschmack nicht beleidigt hat (was fast einem Wunder ähnelt, eine Grenzerfahrung :D).

    Gesamturteil: :thumbup: :thumbup:

    Eure

    Theodora