Beiträge von Wieland

    Um Robert Simpson ist es (leider) recht ruhig geworden, auch hier im Forum. Im Juni erscheint jetzt auf Englisch die erste Studie zu seinen 11 Symphonien von Lionel Pike. Der niedrige Preis ist attraktiv.

    Lionel Pike - A Passion for Symphonie: Robert Simpson

    Das Toccata Label hat zudem zwei CDs in der Pipeline mit bisher nicht kommerziell aufgezeichneten Kammermusikwerken und Liedern des Komponisten. Wann die erscheinen ist aber noch nicht ganz klar.

    Clarinet Trio (1967) - Emma Johnson (clarinet), Raphael Wallfisch (cello) and John Lenehan (piano)

    String Quartet in D (Bob Simpson’s unpublished B.Mus. examination exercise of 1945) - Tippett Quartet

    Quintet for Clarinet, Bass Clarinet and Three Double Basses (1981) - Peter Cigleris (clarinet), Derick Hannigan (bass clarinet) and Will Duerden, Levi Andreassen and Daniel Margulis (double basses).

    Und heute geht es gleich schon wieder ins Konzert. Drei Tage nach Arditti nun das US-amerikanische Gegenstück, das Kronos Quartet, die sogar im fast ausverkauften großen Saal spielen.

    »KRONOS – Five Decades Celebration«

    Jlin
    Little Black Book / Bearbeitung für Streichquartett von Jacob Garchik

    Aleksandra Vrebalov
    Gold Came From Space

    Sun Ra, Terry Riley, Sara Miyamoto
    Kiss Yo’ Ass Goodbye / Bearbeitung für Streichquartett von Paul Wiancko

    Terry Riley
    Lunch in Chinatown / aus: This Assortment of Atoms – One Time Only!

    Nicole Lizée
    PhoneTap + CCTV / aus: ZonelyHearts

    Peni Candra Rini
    Movement I / aus: Segara Gunung

    – Pause –

    Sofia Gubaidulina
    Streichquartett Nr. 4

    Steve Reich
    Different Trains für Streichquartett und Tonband

    Am letzten Samstag fand in der Elphi das Marathonkonzert zum 50. Geburtstag des Arditti Quartetts statt. Der Abend begann um 17:00 und endete kurz vor 22:00. In zwei Blöcken gab es insgesamt 8 Werke, darunter eine UA. Zwischen den Blöcken zwei Pausen um ein 30-minütiges Gespräch mit den Musikern, von dem ich nicht allzuviel erwartet hatte und hierin auch bestätigt wurde. Die für mich interessanteste Information war der Hinweis, dass der Bratschist Ralf Ehlers in Brasilien geboren wurde und seine Bratsche selbst gebaut hat.

    Das Konzert war im Prinzip ausverkauft, offensichtlich war aber ein größeres Kontingent an Restkarten an ahnungslose Touristen verkauft worden. Jedenfalls gab es bei der ersten kürzeren Pause einen fluchtartigen Exodus von vor allem jüngeren Menschen, die unter Neuer Musik vielleicht irgendetwas mit Hip-Hop erwartet hatten.;) Danach blieb das Arditti-Fan-Publikum ungestört unter sich.

    Das knapp 3-stündige Musikprogramm begann mit Jonathan Harveys 1. Streichquartett, dem ersten Werk, das für die Ardittis geschrieben und von ihnen uraufgeführt wurde. Das sirrende Fletch von Rebecca Saunders folgte, danach gab es den letzten Gattungsbeitrag von Elliott Carter. Man verzeihe mir, wenn ich zu den einzelnen Werken nichts Näheres sagen kann, als dass alle Werke hard-core Avantgarde waren. Sie sind auch bis auf die UA alle im Internet anhörbar. Höhepunkt des ersten Teils dann Xenakis Tetras als wilder Ritt. Olga Neuwirths In the Realms of the Unreal eröffnete den zweiten Teil und war das einzige Stück, bei dem es noch tonale Restfetzen gab. Die fand man bei Ferneyhoughs 3. Streichquartett dann wieder nicht. Die UA war das ca. 20-minütige Or Bahir, der in D lebenden Sarah Nemtsov, ein mit Elektronik verstärktes Werk, das klang, als hätte die Komponistin die Gräuel vom 7. Oktober 2023 in Töne gesetzt. Die 44-jährige Komponistin war natürlich anwesend und nahm den tosenden Beifall bescheiden entgegen. Den Abschluß bildete das inzwischen schon zum Klassiker der Moderne avancierte Grido von Helmut Lachenmann. Phänomenal wie die Musiker - vor allem der ja nun schon 71-jährige Irvine - das irrwitzige Mammutprogramm hochkonzentriert präsentierten und keinen Moment nachlässig wurden. Launiger Abschied des Primarius: next time we play more!

    Paul Auster (1947-2024) war einer meiner Lieblingsautoren, habe fast alles von ihm gelesen, zuletzt den "Baumgartner". 4-3-2-1 wartet noch im Regal. Im kürzlich erschienenen und gerade aus der Hand gelegten "Knife" von Salman Rushdie berichtet dieser noch von einem seiner letzten Besuche beim krebskranken Freund. Da dachte ich schon, dass es wohl nicht mehr lange dauern würde...

    R.I.P.

    Bei mir heute im Stream eine neuere Aufnahme (2012) mit dem Eybler Quartet. Das ist ein Ableger des Tafelmusik Baroque Orchesters aus Toronto, der mich schon durch seine Aufnahme von Beethovens op. 18 begeistern konnte. Hier wird historisch informiert, aber locker und überaus feinsinnig musiziert. Erste und zweite Geige sitzen gegenüber, was mir bei diesem Stück sehr gut gefällt.

    Bára Gisladóttir (Jg. 1989) ist eine isländische Komponistin und Kontrabassistin. Sie erhielt kürzlich den Förderpreis der Ernst-von-Siemensstiftung für Komposition 2024.

    Ihr 23-minütiges "Animals of your pasture" agiert irgendwo zwischen Archaischen Klängen, experimenteller Rockmusik (E-Gitarre), Free Jazz und E-Musik. Starke Klänge.

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