Beiträge von Wieland

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    Den Kurzauftritt des Quatuor Ebene in Stuttgart am Donnerstag werde ich mir dank der 2G+-Bedingungen schenken, dafür heute die neue CD aufgelegt.


    Nächtliches von Dutilleux, Merlin (nein, nicht vom mittelalterlichen Ratgeber König Artus, sondern vom Cellisten) und Schönberg. Bei letzteren prominente Verstärkung durch Tamestit und Altstaedt.


    Ich hatte die Dreier CD von John Luther Adams mal erwähnt. Ich wollte eigentlich schreiben, dass ich daraus bisher nur Become River und Become Ocean gehört habe. Eine Recherche hier im Forum belegt aber, dass ich auch schon Become Desert gehört habe, vermutlich per stream, jedenfalls bevor ich die CD-Box erstanden habe (das war vor ziemlich genau einem Jahr). Also muss ich wohl noch mal ran, wenn ich mich schon nicht mehr erinnern kann. Ob mir die Musik gefällt? Weiss noch nicht so recht. Die Streichquartette haben mich auf jeden Fall mehr angesprochen.


     

    Ich habe kürzlich im Antiquariat eine Biographie über Ferruccio Busoni von HH Stuckenschmidt mitgenommen. Beim Blättern vor einigen Tagen entdeckte ich einen getippten Brief von 1968 darin. Er ist gerichtet an Wolfgang Ludewig Musikabteilung SDR. Laut wikipedia war das ein deutscher Komponist. Der Brief ist von Hans Vogt, dem Vorsitzenden der Gesellschaft für Neue Musik Mannheim. Laut wikipedia ebenfalls ein Komponist - allerdings mit hellbrauner Vergangenheit. Was man so alles finden kann in alten Büchern.

    Nun, es gibt eine CD mit Kammermusik von Wolfgang Ludewig, die enthält überwiegend Musik für Streichtrio und da es sie gebraucht günstig gab, habe ich sie mal bestellt.


    Daraus heute:


    Konfigurationen für Violine, Viola, Violoncello und Schlagzeug

    Deutsches Streichtrio & Edith Salmen-Weber


    Mit dieser Komposition von 1992/93 steht Ludewig ganz in der Tradition der 2. Wiener Schule. Wir haben es also mit einem 12-Ton-Werk zu tun, das sich außerdem durch Webern'sche Kürze auszeichnet (5 Sätze insgesamt 11' 28). Das Schlaginstrumentarium besteht es Trommel, Gongs und Xylophon. Speziell mit Letzterem erzeugt Ludewig in Kombination mit dem Streichtrio einige aparte Effekte.


    Giovanni Sgambati (1841-1914) ist einer der wenigen Komponisten, die sich im opernversessenen Italien des 19. Jahrhunderts der Symphonie gewidmet hat. Die beiden Beiträge des Liszt-Schülers und -Freundes entstanden um 1881 bzw 1884. Das sind gut zu hörende romantische Werke, die IMO vergleichbar sind den Symphonien, die ein anderer Liszt-Schüler - Joachim Raff - wenige Jahre vorher komponiert hat. Die Reutlinger Württembergischen Philharmoniker unter Ola Rudner belegen ein weiteres Mal, dass sie aus dieser Epoche Versunkenes sehr kompetent wiederbeleben können.


    Da ich die CDs mit den Orchesterwerken von Granville Bantock über die Jahre einzeln erstanden habe, fehlte mir diese hier noch in der Sammlung. Nun konnte ich sie günstig ergattern. Daraus:


    Thalaba, the Destroyer


    Dies ist die erste von sechs Tondichtungen des Komponisten, sie wurde im Mai 1900 uraufgeführt. Bantock war zu der Zeit ein großer Bewunderer von Tchaikovsky und hat auch seine Werke häufig dirigiert. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass es bei dem knapp 30-minütigen Werk an allen Ecken und Enden nach dem Vorbild klingt. Aber wer dessen Tondichtungen wie Romeo und Julia oder Francesca di Rimini mag, dem könnte auch Thalaba gefallen. Es geht jedenfalls teilweise ordentlich zur Sache. Zu Sachwalter Vernon Handley, der hier den Beecham-Nachlass dirigiert, braucht nichts mehr gesagt zu werden.


    Um den Monolog hier mal ein wenig aufzulockern. Ich bin ein großer Verehrer von Cesar Francks Hauptwerken (Symphonie, Streichquartett, Klavierquintett). Insofern würde mich ein Buch über den Komponisten auch interessieren. Ich fürchte nur, dass die Ausführungen von Herrn Bungert nicht für mich als musikalischen Laien geeignet sind?

    Seine pianistische Transkription des Streichquartetts auf YouTube dauert eine gute Stunde, die mir bekannten Aufnahmen durch Streichquartette zwischen 40 und 47 min. Ist Dir bekannt, ob es eine Streichquartett-Aufnahme gibt, die den Tempi von Bungert nahe kommt? Die würde ich gerne mal hören. Was ist mit Aufnahmen der Symphonie, Celibidache scheint sich viel Zeit zu lassen.

    Diese (für Brun sehr schmeichelhafte) Verwandtschaft höre ich auch.

    Ich finde, wir sollten sein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Ich finde Brun hat ein bedeutsames Werk geschaffen. Es müssen nur noch mehr Menschen kennenlernen.


    Zemlinsky hat - bevor er das 1. Streichquartett schrieb - bereits ein Streichquintett (1894-96) komponiert. Leider sind davon die beiden Mittelsätze abhanden gekommen. Was umso bedauerlicher ist, als die Ecksätze IMO ausgesprochen hörenswert sind. Brahms mit deutlichen Wagnereinflüssen. Das mir bisher nicht begegnete und wohl auch nicht mehr existierende Corda Quartett spielt sehr ansprechend.


    Ferruccio Busoni taucht zwar in allen Musikgeschichtsbüchern als bedeutender und einflussreicher Komponist der Jahrhundertwende 19/20 auf, aber meinem Eindruck nach wird seine Musik kaum gespielt. Am ehesten noch begegnet man (zumindest auf CD) seinem Klavierkonzert und einigen Bachbearbeitungen. Aber sonst?


    Es war mal wieder - wie ich gerade entdeckt habe - der umtriebige Neeme Järvi, dem wir es verdanken zwei CDs mit Orchesterwerken von Busoni zu besitzen. Und ja, das ist überaus hörenswerte Musik. Die Orchestersuite Nr. 2 die "Geharnischten Suite" ist mit je einem Satz vier finnischen Künstlern gewidmet: Jean Sibelius - Adolf Paul - Armas Järnefelt - Eero Järnefelt.



    fonoForum 10/2002: "Die hier vorgelegten hervorragenden Aufnahmen weisen ihn als einen ungemein originellen Komponisten aus, der den Vergleich mit Strauss, Pfitzner, Reger oder Schreker nicht zu scheuen braucht. Neeme Järvi und die blendend spielende BBC Philharmonic werden allen unterschiedlichen Stillagen dieser Musik bestens gerecht."

    Neben seinen Orchesterwerken schuf Fritz Brun auch Kammermusik, darunter vier Streichquartette, die sich über seine ganze Schaffensperiode verteilen. Von 1896-1901 studiert Brun bei Franz Wüllner in Köln. Während dieser Zeit entstand sein 1. Streichquartett in Es-Dur. Über die Entstehung ist einiges bekannt, da sie in zahlreichen Briefen festgehalten ist, die auszugsweise im Booklet zitiert werden. Auch hat Wüllner wohl einige Verbesserungsvorschläge gemacht, die in das Werk eingeflossen sind. Herausgekommen ist jedenfalls IMO ein vollgültiges Streichquartett. Stilistisch irgendwo zwischen Brahms und Dvorak hat es genügend Eigenes, das es von den Kollegen deutlich unterscheidet. Das schweizerische Manuel Quartett mit internationaler Zusammensetzung (Tschechien, Transsylvanien =O , Russland und Schweiz) - benannt nach dem Berner Dichter, Maler und protestantischen Reformer Niklaus Manuel - legt hier seine Debüt CD vor und widmet sich dem Werk mit Hingabe und weckt Begeisterung. Mögen weitere Aufnahmen folgen.




    Hier Zemlinsky aus dem heimatlichen Opernhaus


    Alexander Zemlinsky
    Der König Kandaules
    1. Akt



    FonoForum 7/1997: "Ein Dokument ersten Ranges, um diesem Komponisten, ..., seinen Platz in der so vielfältigen Übergangs-Epoche zwischen Spätromantik und Moderne zu sichern."

    Hier ging es gerade in die Berge. Der junge Arpad Job erweist sich als ausgezeichneter Bergführer.


    Franz Liszt
    Ce qu'on entend sur la montagne
    Budapest SO
    Arpad Joo


    Samuel Coleridge-Taylor (1875-1912) war ein britischer Komponist, dessen Vater aus Sierra Leone stammte. Der Lieblingsschüler von Charles Villiers Standford landete 1898 einen "Welthit" mit der Kantate Hiawatha's Wedding, die bis zum 2. Weltkrieg jährlich vor Tausenden von Zuhörern aufgeführt wurde und zu drei überaus erfolgreichen Amerikatourneen führte. Leider hatte der geschäftsuntüchtige Komponist die Rechte an dem Werk für ein paar Pfund an einen Verlag verkauft. Alleine von den Tantiemen dieses Stückes hätte er sonst reich werden können. So musste er bis zu seinem frühen Lebensende sehen, wie er zu Geld kam. Seine letzte Komposition ist das Violinkonzert op. 80. Ein melodisch ansprechendes, für den Solisten dankbares Werk, das als Alternative zu Bruch, Dvorak oder Tchaikovsky ruhig etwas öfters gegeben werden könnte. Es gibt aber schon mehrere Einspielungen. Diese hier von Anthony Marwood und dem BBC SO unter Martyn Brabbins ist IMO sehr gelungen.