Beiträge von Mozartinaa

    Die dritte Frage: mir hat die Essener Inszenierung von Mozarts "Don Giovanni" durch Stefan Herheim sehr gut gefallen. Das Nachlesen meiner Eindrücke ist in der "alten Heimat" noch möglich.


    Lieber Alviano,


    Hab vielen Dank,du hast mir meine 3 Fragen sehr aufschlussreich beantwortet.


    Auch ich habe Herheims "Don Giovanni" in Essen gesehn und ich werde mir deinen Beitrag dazu in der "alten Heimat" suchen,ist das auch ein Thread im Forum?


    Mir hat diese Inszenierung auch gut gefallen,muss aber dazu sagen,dass ich damals mit dem Gefühl des" Weniger wäre auch nicht schlecht gewesen" weggegangen bin.


    Damit will ich sagen,dass ich von dem Ideenreichtum z.B.eines Herheims beeindruckt bin und immer wieder neugierig bin,was sich all diese modernen Regisseure aufs Neue einfallen lassen.Wenn aber,so wie in diesem Giovanni,nebst einem sich ständig veränderten gigantischen kirchenähnlichen Bühnenbild auch noch ununterbrochen andere Interpretationsergüsse des Regisseurs dazukommen,dann verliert das Ganze für mich an Ausdruckskraft,denn es wirken für mich diese vielen Szenen nur mehr aufgesetzt,da mit aller Kraft versucht wird,immer mehr an die Grenzen der Ausschöpfung eines Opernstoffes zu gelangen.......und darum ist für mich "weniger ist manchmal mehr".


    Herheims "Carmen" hab ich leider in Graz nicht gesehn,fiel mir irgendwie immer durch meinen Terminkalender. :(


    LG Mozartinaa

    Grazer Oper - Rusalka

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    mozartinaa kann doch das Haus mal vorstellen (ich kenne nur die entsprechenden Bilder) und erzählen, welche Produktionen ihr gut gefallen haben, welche Künstler/innen sie schätzt.


    Je nachdem, wie sich das hier entwickelt, könnte es sein, das auch andere einmal das Theater ihrer Stadt vorstellen wollen.


    Ein liebes Hallo,


    diese Idee von Alviano,Opernhäuser vorzustellen,vielleicht auch die kleineren,die nicht in allen Zeitungen präsent sind,aber dennoch gute Arbeit leisten,finde ich sehr gut.Ich werde diese Einladung,über meine Grazer Oper etwas zu berichten,sehr gerne annehmen,wobei ich auf diverse trockene Details,wie z.b.Besucherzahlen usw.verzichten möchte.Vielmehr versuche ich,meine liebevolle Beziehung zu diesem Haus zu beschreiben,von bewegenden Aufführungen,von Sängern,die mir gefielen und von anderen Erlebnissen,die man halt so während eines Opernbesuches hat.Es wäre schön,wenn sich andere steirische Opernfreunde,wie z:B.Areios, auch dazu melden würden.


    Nun hat mich aber Alvianos Beitrag,dass er sich Herheims "Rusalka" an der Grazer Oper (Premiere 18.12.2009),ein Koproduktion mit dem Opernhaus La Monnaie in Brüssel ,ansehen möchte,sehr neugierig und auch ( ich sags ehrlich) stolz gemacht und ich las mir also gestern zahlreiche Kritiken von der Brüsseler Aufführung durch,um zu wissen,was uns da in Graz erwartet.


    All diejenigen,die ein romantisch-trauriges musikalisches Märchen zwischen Nixe und Prinz erwarten,werden sicherlich enttäuscht,aufgebracht und den abermaligen Untergang des Grazer Opernhauses prophezeihend (steht aber immer noch !) die Oper verlassen,sofern sie nicht auf den Namen den Regisseurs sahen oder wissen,dass er kein Mann der klassischen Inszenierung ist.


    Denn Rusalka ist keine zu allen Kompromissen entschlossene,liebende Nixe,sondern bei Herheim eine osteurop.Nute,deren Stummheit symbolisch durch eine andere Sprache ausgedrückt wird und nach kurzem Liebesrausch zu einer Abkühlung ihrer Gefühle neigt. Der Prinz ist ein Matrosenmanssbild,der vom Wassermann getötet wird.Und der Wassermann ist kein väterlicher Freund von Rusalka,sondern ein normaler Bürger,als Pantoffelheld unter dem Joch seiner zänkischen Ehefrau dargestellt,die er zum Schluss auch ermordert.


    Das wäre vielleicht ja auch noch alles irgendwie zu verstehn,aber laut der Kritiken,die ich las,soll sich die ganze Geschichte,wie ein Psychothriller nur im Kopf des "Wassermannes" abspielen.


    Ich möchte nicht weiter mehr darauf eingehn,denn all diejenigen,die diese Aufführung vielleicht bereits in Brüssel sahen oder in Graz noch sehen wollen,werden sich sicher damit eingehender beschäftigen und an all jene möchte ich zum Schluss 3 Fragen stellen.Ich würde mich natürlich auch freuen,wenn andere,nicht in dieses Thema involvierte Mitglieder ,dazu etwas zu sagen hätten.


    Meine erste Frage:


    In dem Programmbuch der Grazer Oper für die kommende Spielzeit steht ein Ausspruch von Stefan Herheim zur seiner Rusalka :"Wie man sich liebt,so bringt man sich um". Wie würdet ihr diese Aussage interpretieren?


    Meine zweite Frage:


    Weil wir schon beim Interpretieren sind: Wenn ein Opernkritiker einen Bericht über die sängerische Leistung,das Dirigat schreibt,ob ein hoher Ton gefehlt hat etc,dann sind das Fakten,die man hören kann.Aber wie steht es mit der Richtigkeit ihrer Interpretation einer modernen Inszenierung,wie eben bei dieser Rusalka.Wie kann er nach einer !Aufführung sagen,was Herheim sich dabei gedacht hat?Hat er die Möglichkeit,mit dem Regisseur darüber zu sprechen?


    Meine dritte Frage an alle,die neugierig auf die Grazer Rusalka sind:


    Warum interessiert euch z.b.diese Herheim Inszenierung,die von der ursprünglichen ,märchenhaften Version sehr stark abweicht,wenn auch der tiefe Sinn, wie die Suche nach Liebe und Geborgenheit,ob es sich nun um eine Nixe oder um eine Hure handelt,der gleiche bleibt.


    Würde mich freuen,wenn ihr Zeit habt und mir eure Gedanken mitteilen würdet


    Danke und LG Mozartinaa


    Gergiev-Mikkeli

    Ein liebes Hallo,


    erlaubt mir,mich hier ganz kurz ,das Grazer Opernthema noch nicht betreffend ,zu Wort zu melden.


    Unser lieber Opernfreund Michel hat mich in keinster Weise gemaßregelt oder mir die Freude am Schreiben genommen,er hat lediglich nur das in mir zum Ausdruck gebracht,womit ich mir noch etwas schwer tu....nämlich herauszufinden,wie strikt dieses Forum geführt wird,wenn man einen organisatorischen Fehler begeht.Das glaubte ich zumindest anhand der Entschuldigungen anderer Mitglieder zu spüren.


    Ich fühle mich nachwievor in diesem Forum wohl,werde meinen Beitrag für dieses Forum durch meine ganz persönliche Note leisten.Ganz besonders freut es mich,in der kurzen Zeit meiner Mitgliedschaft (3 Tage) schon soviele nette neue und auch altbekannte Mitglieder ( begrüße hiermit ganz herzlich meine teure Opernfreundin Ingrid !) getroffen zu haben.


    Mein Rusalka-Beitrag ist geistig in Vorbereitung,lese mir gerade die Kritiken von Brüssel durch.


    Bis bald Mozartinaa

    Und zu allerletzt (und ganz schüchtern :( Hat sich dieser Thread nicht ein wenig verlaufen und ist im falschen Forum gelandet?


    Hallo,


    ich hoffe,dass ich neben meinen technischen Schwierigkeiten (z.b...wie man ein Zitat endlich zum Weiterschicken bringt,usw...) nicht auch noch ständig Angst haben muss, in einem falschen Thread gepostet zu haben,denn das würde mir die Freude am Schreiben nehmen und ich käme mir wieder wie in der Schule vor,aus der ich ja schon lange heraussen bin.


    Ich werde natürlich mein Bestes geben ,die Forumsregeln einhalten und den Begründern ihren wohlverdienten Respekt erweisen,aber manchmal kommen halt in einer Nachricht verschiedene Themen vor.


    Du kannst mich natürlich zitieren und es freut mich,in dir auch einen "Opernfreund der modernen Regie " gefunden zu haben.Danke für den Stuttgarter Parsifal-Tipp.


    LG Mozartinaa

    Meistersinger" möchtest Du Dir nicht anschauen...?


    Lieber Alviano,


    ich möchte anhand der Beantwortung dieser Frage vielleicht noch ein bisserl ausschweifen und die Art,wie ich die Oper liebe ,erklären.Schließlich solltest du ja wissen,mit welcher Opernliebhaberin du es zu tun hast,wenn Areios und ich dir unser schönes Graz und das schmucke Opernhaus zeigen werden :) .


    Ich werde die "Meistersinger" an der Grazer Oper nicht anschauen,da ich zu der seltenen Gattung Opernbesucher gehöre,die kein Anhänger von Wagner ist. Ich habe die "Meisteringer" bereits vor Jahren in Essen (in einer für mich langweiligen Inszenierung )erlebt,mein Bedarf an dieser Wagneroper ist somit gedeckt.


    Ich finde Wagners Musik schön,solange nicht dazu gesungen wird.Ausserdem interssieren mich die Themen seiner Opernstoffe nicht.Diese beiden Sätze werden jetzt für dich hart klingen und nicht nachvollziehbar sein.Aber ich hab auch schon eine Wagneroper " Parsifal"erlebt,die mir durch eine packende Inszenierung (David Alden) an der Grazer Oper 2003 sehr gut gefiel.


    Da ich eine große Vorliebe für das Schauspiel habe,wo die Psyche der Menschen sehr ehrlich und ungeschminkt durch ausdrucksstarke Schauspieler dargestellt wird und Themen behandelt werden,die nicht immer heroisch sein müsen,sondern allzu menschlich,habe ich meinen persönlichen Zugang zur Oper gefunden,als das moderne Musiktheater mit Regisseuren wie Herheim,Konwitschny,Hilsdorf,Bieieto usw.aufkam.Wenn ich von Inszenierungen dieser Regisseure spreche,dann meine ich jetzt nicht die ausufernden Regien,wo man schon nicht mehr weiss,wie noch verrückter ,noch ordinärer,noch provokativer man inszenieren muss,um als Skandalregisseur auf sich aufmerksam zu machen.


    Aber solche zum Nachdenken anregenden Aufführungen,in Kombination mit einem mich fesselnden,spannenden Opernstoff,Sängern,die neben ihrem Gesang auch noch über ein schauspielerisches Talent verfügen und das Ganze mit der Gewalt der Musik untermalt,das lässt mir eine Gänsehaut ( Ganslhaut auf österr.) aufsteigen,die wir ja alle sogerne haben ;) .


    Morgen werde ich dann noch zu Rusalka und den anderen Premieren an der Grazer Oper einige Fragen an unsere Opernfachmänner wie Alviano und Areios haben.


    LG Mozartinaa

    RE: Die Grazer Oper

    Unser Neumitglied mozartinaa hat mich um die Threaderöffnung mit obigem Thema gebeten, was ich hiermit gerne tue.


    Danke Alviano für deine Hilfe !


    Bitte darf ich dich,sofern es deine Zeit zulässt,noch um den Gefallen bitten,dein letztes Posting vom Vorstellungsthread in diesen neuen Thread zu kopieren.


    Ich werde in meiner Freizeit fest üben,mich mit den richtigen Gepflogenheiten und technischen Raffinessen dieses netten Forums vertraut zu machen,bis dahin bitte ich um Nachsicht.


    Danke


    mozartinaa