Beiträge von Khampan

    Dégoûtant!"

    Ist das mit eklig/ekelerregend/ widerlich/abstoßend korrekt übersetzt?

    mit "widerlich" etc. zwar korrekt übersetzt, aber ich denke hier liegt auch ein kleines Wortspiel vor. Im französischen Wort steckt goût = Geschmack drin, also soll vermutlich in dem Zusammenhang "geschmacklos" assoziiert werden.
    Etymologisch dürfte dégoûtant mit engl. disgusting identisch sein, wenn auch letzteres sicher mit drastischerer Bedeutung verwendet. Als englische Übersetzung wird z.B. distasteful vorgeschlagen, voilà.

    [sorry, nochmal zum Thema digitale Abspielgeschwindigkeitsfehler:

    Die angegebenen CD Spielzeiten sind meist eher als Schätzungen zu verstehen, aber in etwa entsprechen die Unterschiede dem Verhältnis 44.1 zu 48, was meinen Erklärungsversuch stützt. Da lief also nicht das Tonband mit der falschen Geschwindigkeit, sondern die mit 48 kHz digitalisierten Audiodaten wurden ohne Samplingfrequenz-Conversion als CD-Master verwendet.

    Würde das bedeuten, daß die Pitch Control selber dadurch funktioniert, daß sie einfach die Samplefrequenz verändert?

    ja, im einfachsten Fall, bei CD-Playern der älteren Generation wude das ausschließlich so gemacht. Es mag modernere geben, bei denen ein SFC (sampling frequency converter) eingebaut ist. In heutige Audioprogramme ist so etwas quasi standardmäßig implementiert, aber früher wären für die nötige Rechenleistung teure zusätzliche Chips nötig gewesen. Stattdessen wurde einfach die Samplingfrequenz verändert. Aus dem Grund ist dann z.B. der Digitalausgang stummgeschaltet. Auch soll dadurch die Clock weniger stabil sein (= mehr Jitter), und was mit dem Anti-Aliasing-Filter passiert, möchte ich lieber nicht wissen.
    (Ein Insider riet mir seinerzeit von einem CD-Player mit pitch control ab. Fatalerweise brauche ich jetzt doch noch einen, um die vielen irrsinnig hoch gestimmten Orchester- und Streichquartettaufnahmen ohne Ohrenschmerzen anhören zu können.)

    eine Lösung wäre: mit 48 kHz digitalisiert und mit 44,1 kHz abgespielt. Gehört ziemlich viel Dummheit dazu

    Würde sich das auch auf die Laufzeit auswirken? Die Überspielung ist nämlich auch deutlich langsamer:

    https://www.abruckner.com/recordings/def…earch=mravinsky

    EMI CD 5 75953 2 - 61:20 - 21:20 - 18:59 - 9:09 - 11:35
    Urania CD Set WS 121.378 - 66:21 - 23:19 - 20:41 - 9:57 - 12:22

    selbstverständlich wirkt sich die zu langsame Überspielung gleichermaßen auf die Laufzeit und Tonhöhe aus (auch deutlich spürbar auf das Tempo). Die angegebenen CD Spielzeiten sind meist eher als Schätzungen zu verstehen, aber in etwa entsprechen die Unterschiede dem Verhältnis 44.1 zu 48, was meinen Erklärungsversuch stützt. Da lief also nicht das Tonband mit der falschen Geschwindigkeit, sondern die mit 48 kHz digitalisierten Audiodaten wurden ohne Samplingfrequenz-Conversion als CD-Master verwendet.
    Wer einen CD-Player mit pitch control hat: 7-8% schneller laufen lassen, dann stimmt's wieder (übliches Tonbandgeschwindigkeitsproblem eingerechnet). Die Angabe bei abruckner.com "Pitched a semi-tone flat" ist ungenau. Es ist mehr als ein Halbton.

    Vor der Ausgabe bei Urania muß mal wieder gewarnt werden : Üblicher Pfusch , zu langsame Überspielung

    Eine zu langsame Überspielung war mir bisher noch nirgends untergekommen, daher musste ich gleich nachprüfen. In der Tat, in der Urania/Naxos-Ausgabe steht Bruckner 7 in (sehr tiefem) Es-Dur. Das muss man erst mal hinbekommen (eine Lösung wäre: mit 48 kHz digitalisiert und mit 44,1 kHz abgespielt. Gehört ziemlich viel Dummheit dazu).

    Vielen Dank auch von mir für die Wahl des SQdW. Ich kannte noch kein einziges der 36 Nummern, was mir jetzt wie sträflicher Leichtsinn erscheint.

    Ein paar Anmerkungen zu den drei Volumes mit dem Mandelring Quartett, die ich in den letzten tagen durchgehört bzw. angespielt habe. Auffallenderweise wechselt nicht nur der Aufnahmeort und das Team jedesmal, sondern auch die Viola. Die langen Pausen zwischen den Aufnahmen deuten an, dass es ein eher mühsames Projekt war. Schade dass es danach nicht weitergeführt wurde. Eventuell wurden die Mandelringer ein Opfer ihres Erfolgs, dank dem sie es sich leisten konnten, sich lieber mit Schubert, Schostakowitsch, Brahms etc. zu beschäftigen...

    Konkret zu den Onslow Quartetten Vol. 1-3 (eine gelegentlich als Vol. 4 geführte CD enthält ein Quintett und ein Nonett):

    Vol. 1
    # 7,9,22
    Aufnahme 1992 WDR
    Klang ganz gut, Spiel ebenso, aber noch nicht auf der späteren souveränen Höhe.
    Ein ärgerlich stolpernder Schnitt in Nr. 22 (SQdW), 3. Satz bei 4:37

    Vol. 2
    # 1,10,21
    1997 SWR Kaiserslautern
    Klang unangenehm hohl, daher nicht länger angehört

    Vol. 3
    # 4,25,20
    2000 SWR Karlsruhe
    Klang und Musik exzellent
    Hier stimmt alles. Nr. 25 (op. 50 B-dur) hat mich am meisten gepackt, mit Ausnahme des langsamen Satzes, der generell nicht die größte Stärke des Komponisten zu sein scheint. Ansonsten geniale inspirierte und (bei offensichtlicher Beethoven-Nähe) originelle Musik. Das Mandelring Quartett ist hörbar der gleichen Meinung. Großartige Aufnahme.

    :wink: Khampan

    Vielen Dank auch von mir für die Wahl des SQdW. Ich kannte noch kein einziges der 36 Nummern, was mir jetzt wie sträflicher Leichtsinn erscheint.

    Ein paar Anmerkungen zu den drei Volumes mit dem Mandelring Quartett, die ich in den letzten tagen durchgehört bzw. angespielt habe. Auffallenderweise wechselt nicht nur der Aufnahmeort und das Team jedesmal, sondern auch die Viola. Die langen Pausen zwischen den Aufnahmen deuten an, dass es ein eher mühsames Projekt war. Schade dass es danach nicht weitergeführt wurde. Eventuell wurden die Mandelringer ein Opfer ihres Erfolgs, dank dem sie es sich leisten konnten, sich lieber mit Schubert, Schostakowitsch, Brahms etc. zu beschäftigen...

    Konkret zu den Onslow Quartetten Vol. 1-3 (eine gelegentlich als Vol. 4 geführte CD enthält ein Quintett und ein Nonett):

    Vol. 1
    # 7,9,22
    Aufnahme 1992 WDR
    Klang ganz gut, Spiel ebenso, aber noch nicht auf der späteren souveränen Höhe.
    Ein ärgerlich stolpernder Schnitt in Nr. 22 (SQdW), 3. Satz bei 4:37

    Vol. 2
    # 1,10,21
    1997 SWR Kaiserslautern
    Klang unangenehm hohl, daher nicht länger angehört

    Vol. 3
    # 4,25,20
    2000 SWR Karlsruhe
    Klang und Musik exzellent
    Hier stimmt alles. Nr. 25 (op. 50 B-dur) hat mich am meisten gepackt, mit Ausnahme des langsamen Satzes, der generell nicht die größte Stärke des Komponisten zu sein scheint. Ansonsten geniale inspirierte und (bei offensichtlicher Beethoven-Nähe) originelle Musik. Das Mandelring Quartett ist hörbar der gleichen Meinung. Großartige Aufnahme.

    :wink: Khampan

    Tidal wird ab dem 24. Juli 2024 sämtliche Musiktitel im MQA-Format durch das FLAC-Format ersetzen

    diese Entscheidung kann man nur begrüßen. MQA ist genau genommen kein Audioformat, sondern ein "container", der verschiedene Formate transportieren kann, wobei in die originalen Daten eingegriffen wird, um bei der Datenübertragungsrate zu sparen. Also dezidiert nicht verlustfrei. Sogar die MQA-Anhänger geben zu dass es anders (gerne heißt es: besser) klingt als das Original. Zudem lizenzpflichtig, mithin der Grund weshalb der Erfinder sich eine gute Lobbyarbeit in der Audiobranche leisten konnte. Eine obskure Beutelschneiderei, meiner Meinung nach.

    FLAC arbeitet dagegen ohne Datenverlust, es ist ein reines Datenkomprimierungsformat, das mit allen gängigen Auflösungen (CD bis Hi-Res) und theoretisch bis 8 Kanäle klar kommt. Die Kompression ist sehr effektiv, ich sehe bei mir die gleiche Packdichte wie früher mit WinRAR, das ich seitdem nicht mehr brauche. Bei Klassik kann etwa 50% der originalen Datenrate eingespart werden.

    und habe Schwierigkeit, eine deutliche Form zu erkennen

    diese Gefahr besteht für den 1. Satz insbesondere, wenn man eine Aufnahme ohne Expo-Wiederholug erwischt hat. Dann taucht nämlich das Hauptthema so richtig erst wieder nach über 9 Minuten auf. Ohne dass man es freilich als Hauptthema überhaupt kennengelernt hat, da es in der Exposition durch die vorangehende Einleitung (ca 35 s) zunächst verschleiert und erst in der Wiederholung eindeutig als Hauptthema bestätigt wird.

    und habe Schwierigkeit, eine deutliche Form zu erkennen

    diese Gefahr besteht für den 1. Satz insbesondere, wenn man eine Aufnahme ohne Expo-Wiederholug erwischt hat. Dann taucht nämlich das Hauptthema so richtig erst wieder nach über 9 Minuten auf. Ohne dass man es freilich als Hauptthema überhaupt kennengelernt hat, da es in der Exposition durch die vorangehende Einleitung (ca 35 s) zunächst verschleiert und erst in der Wiederholung eindeutig als Hauptthema bestätigt wird.

    Ich glabue nicht, dass Frau Wang Gefahr läuft, "weg vom Fenster" zu sein. Dafür hat sie technisch und musikalisch einfach zu viel drauf. Im Gegenteil, selbst wenn sie beispielsweise ein Jahr lang ganz pausieren würde und dann beispielsweise mit neu einstudiertem Programm und gereift wieder auftritt, könnte ihr Marktwert sogar steigen. Verbier ist verzichtbar. Jedes Festival würde sich die Finger lecken, wenn Yuja Wang dort regelmäßig auftreten würde.

    Auch wenn ihre derzeitigen Absagen unschön und nicht immer nachvollziehbar sind. Sie kann es sich erlauben, und ich finde das in Ordnung.

    Ich würde wetten dass andréjos erste Vermutung zutrifft. Da steht uns vielleicht wieder so ein Lalo-Effekt bevor - den Namen kennt jeder, das Streichquartett kaum jemand und man wundert sich warum eigentlich.

    Dann habe ich durch Gegugel noch ein Streichquartett gefunden auf die Schnelle, das in b-Moll stehen und ein paar Jahre früher entstanden sein soll. Der Name des Komponisten beginnt mit C ... und ich habe ihn noch nie gehört

    Catoire wartet noch auf seine (dringend fällige) Wiederentdeckung. Von einem Quartett in b-Moll sehe ich gar keine Aufnahme verfügbar.

    Das Stanislas-Quartett ist spieltechnisch nicht die allererste Wahl - seht Ihr das ähnlich?

    so ist es leider. Mein obiger Beitrag bezog sich ja darauf, ich hab das jetzt noch deutlicher formuliert.
    Anscheinend ist die Intonation bei denen ein grundsätzliches Problem. Bei Youtube gibt es z.B. noch das Debussy-Quartet live, zu dem mir die Worte fehlen.
    Es zwingt sie doch niemand das öffentlich zu machen, oder?

    Das Stanislas-Quartett ist spieltechnisch nicht die allererste Wahl - seht Ihr das ähnlich?

    so ist es leider. Mein obiger Beitrag bezog sich ja darauf, ich hab das jetzt noch deutlicher formuliert.
    Anscheinend ist die Intonation bei denen ein grundsätzliches Problem. Bei Youtube gibt es z.B. noch das Debussy-Quartet live, zu dem mir die Worte fehlen.
    Es zwingt sie doch niemand das öffentlich zu machen, oder?

    jejernd...

    Das kann an der youtube Aufnahmequalität liegen - es klingt für mich wie früher bei Schallplatten, wenn der Riemen nicht mehr so richtig gelaufen ist.

    jetzt war ich neugierig, denn eine moderne Aufnahme kann technisch eigentlich gar nicht "eiern" (so nannte man bei uns die Gleichlaufschwankungen, die v.a. bei Cassettenrecordern gefürchtet waren. "jejern" habe ich direkt so verstanden, sieht irgendwie sinnbildend aus).

    Im vorliegenden Fall des live spielenden Quatuor Stanislas liegt es einfach an der heillos herumirrenden Intonation. Muss man sich nicht antun.

    jejernd...

    Das kann an der youtube Aufnahmequalität liegen - es klingt für mich wie früher bei Schallplatten, wenn der Riemen nicht mehr so richtig gelaufen ist.

    jetzt war ich neugierig, denn eine moderne Aufnahme kann technisch eigentlich gar nicht "eiern" (so nannte man bei uns die Gleichlaufschwankungen, die v.a. bei Cassettenrecordern gefürchtet waren. "jejern" habe ich direkt so verstanden, sieht irgendwie sinnbildend aus).

    Im vorliegenden Fall des live spielenden Quatuor Stanislas liegt es einfach an der heillos herumirrenden Intonation. Muss man sich nicht antun.

    Auch das Sacconi Quartet finde ich sehr empfehlenswert.
    Im Vergleich zum Kocian Quartet sind sie meist deutlich ruhiger unterwegs, was mich speziell im 1. Satz weniger überzeugt, hier liebe ich die rhythmische Akzentuierung und Präzision der Kocians. Anderseits punktet Sacconi durch sparsames und differenziertes Vibrato und mehr Aura.
    Technisch und musikalisch finde ich ansonsten beide gleichwertig. Als CD würde ich Sacconi eindeutig bevorzugen, denn der Franck von Kocians ist für mich nicht zu etragen.
    Spielzeiten: 7:36 / 7:16 / 5:32 / 5:40

    Auch das Sacconi Quartet finde ich sehr empfehlenswert.
    Im Vergleich zum Kocian Quartet sind sie meist deutlich ruhiger unterwegs, was mich speziell im 1. Satz weniger überzeugt, hier liebe ich die rhythmische Akzentuierung und Präzision der Kocians. Anderseits punktet Sacconi durch sparsames und differenziertes Vibrato und mehr Aura.
    Technisch und musikalisch finde ich ansonsten beide gleichwertig. Als CD würde ich Sacconi eindeutig bevorzugen, denn der Franck von Kocians ist für mich nicht zu etragen.
    Spielzeiten: 7:36 / 7:16 / 5:32 / 5:40

    wow, auch von mir herzlichen Dank für die Wahl! Es war eine totale Überraschung, das Werk eben zum ersten Mal zu hören, ich bin hellauf begeistert.

    Auf die Schnelle fand ich die Aufnahme des Kocian Quartetts, dort als Füllstück nach dem Franck Quartett - letzteres eine jener intonatorisch nervigen Wiedergaben, die mir dieses Stück jahrzehntelang verleidet haben.
    Aber den Lalo spielen sie großartig. Vielleicht weil die rhythmischen Finessen (schon im 2. Thema des 1. Satzes, dann ganz besonders im 3. Satz) durchaus von Dvořák stammen könnten. Oder ist es umgekehrt? Kocians spielen so als wäre es tschechische Musik? Jedenfalls passt es hervorragend. Klanglich auch super.
    Spielzeiten: 6:45 / 7:16 / 5:13 / 5:16

    Spotify macht es einem nicht leicht, von Lalo etwas anders zu finden als die üblichen Reißer.
    Hier der Spotify-Link zur Praga-CD

    :clap: Khampan